Jahresrückblicke gibt es viele. Weil aber niemand auf die “Leistungen” unseres AStAs zurückschaut, tun wir das. Hier mit den Highlights 2005.
Januar:
Bei den Wahlen zum Studierendenparlament treten 39 Listen an, 36 Listen erhalten Sitze, davon sind ca. 27 Listen AStA-tragend (hauptsächlich FSIs, “linke” Listen, “Regenbogen”listen, “Interessengruppen”listen, dazu ein paar andere) - mit insgesamt etwa 37 Sitzen (von 60).
Die Studierenden der FU stimmen für die Wiedereinführung des Semestertickets ab dem Wintersemester 05/06. Zuvor hatten die Semtix-Verantwortlichen des AStAs den Studierenden vorgegaukelt, es gäbe eine Verhandlungsposition für ein billigeres Ticket. Die Studierenden hatten daraufhin das Angebot der BVG in einer ersten Urabstimmung abgelehnt, weshalb es im Sommersemester 2005 kein Semesterticket gab.
Februar:
Das neu gewählte Studierendenparlament bestätigt wie erwartet den alten AStA, den es nun in dieser Form bereits seit über 25 Jahren, also länger als ein Vierteljahrhundert gibt. Jusos und die PDS-nahe “Unabhängige Linke” sind rechte (!!) Opposition (jedenfalls meistens), und das nicht, weil sie nicht links wären… Der AStA erhält von den 40.000 Studierenden etwa 550.000 Euro Jahrebudget.
März:
Semesterferien. Der AStA veröffentlich reumütig auf seiner Homepage einen Überblick über die Tariflage der BVG - schließlich gibt es durch seine Fehlinformationspolitik im Sommersemester kein Semesterticket.
April:
40.000 Studierende der FU müssen für den Weg zur Uni umsteigen oder draufzahlen. Mit freundlichen Grüßen vom AStA.
Der AStA hält eine Info-Vollversammlung ab, die er erst zwei Tage vorher auf seiner Homepage ankündigt.
Mai:
Noch eine Info-VV.
Juni:
Der AStA organisiert ein Hoffest in der Silberlaube.
Juli bis Mitte November:
Nur eine einzige Schlagzeile des AStAs auf seiner Homepage (und zwar Ende September): “Wiedereinführung des Semestertickets ab 1. Oktober”. Darauf hatte der AStA lange gewartet. Gott sei Dank waren im Sommersemester keine Wahlen.
Über eine mies besuchte Vollversammlung zum Campus-Management Ende Oktober fällt kein öffentliches Wort.
November:
Der AStA inszeniert einen “Warnstreik“. Hauptmobilisierungsgrund: Campus-Management.
Dezember:
Alle demokratischen Gruppen boykottieren in einer StuPa-Sitzung eine Abstimmung, die der AStA unter fadenscheinigen, pseudodemokratischen Umständen durchdrücken will. Auf diese Sitzung gibt es keine öffentliche Reaktion des AStAs - selbst auf Nachfrage interessierter Studierender in einem zentralen Verteiler nicht. Bis heute kein Wort.
47 Listen sind vorläufig zu den Wahlen Anfang 2006 zugelassen. Davon sind etwa 36 potentiell AStA-tragend…
Zusammenfassung
Die Studierenden haben mit ihren Beiträgen etwa 550.000 Euro zum Budget des AStAs beigesteuert. Dafür haben sie für alle sichtbar 2005 etwa 5 Vollversammlungen, 36 Schlagzeilen auf der AStA-Homepage, einige stark politisch gefärbte Veröffentlichungen - gedruckt in einer eigenen AStA-Druckerei -, kein Semesterticket im Sommersemester, ein Hoffest, keine aktuellen Informationen aus den zentralen Gremien und einen Minderheitenwarnstreik bekommen. Wie teuer das alles war - keine Ahnung! Wofür das Geld sonst so ausgegeben wurde - fragt mal freundlich beim AStA oder Eurer lokalen, AStA-stützenden FSI nach!
Na, wenn sich das Jahr 2005 mal nicht gelohnt hat!