Präsidiumsbesetzung und Folgen

RonnyAllgemeines, FU, Hochschulpolitik Kommentar schreiben

Bereits auf der OSI-Vollversammlung gab es die Mitteilung, dass das Präsidium der FU besetzt sei. Nach der VV zog ein Teil der Studierenden dann auch in selbige Richtung und schätzungsweise gegen 15 Uhr konnte man etwa 8-10 Mannschaftswagen der Polizei durch Dahlem fahren sehen.

Viertel vor vier fanden sich dann im Foyer des OSI eine gro�Ÿe Zahl von Streikaktivisten sowie der Vizepräsident der FU, Professor Väth, der Kanzler Herr Lange sowie Mitarbeiter der Verwaltung. Es stellt sich heraus, dass nach Unterzeichnung mehrerer Forderungen, unter anderem die Zusage einer Diskussion, die Besetzer ohne nachhaltige Repressalien aus dem Präsidium abziehen konnten und sich nun zur versprochenen Diskussionrunde im Hörsaal 21/A einfanden.

Die Diskussion lief dann von 16:55 Uhr bis etwa 19:45 Uhr und brachte nochmal einen Gro�Ÿteil der Forderungen und Anliegen der Streikenden zu Tage. Während Herr Väth zumindest den Anschein von Eingehen an den Tag legte, zeigte sich der Kanzler Lange über weite Strecken hinweg überheblich und herablassend, was bei aller Kritik am Vorgehen der Besetzenden in dieser Form völlig inakzeptabel war. Das Eingehen auf die Fragen blieb weitestgehend ausweichend, nicht nur dort, wo die Forderungen, Nachfragen und Kommentare überzogen waren sondern auch bei völlig zu Recht angebrachten Kritiken an den Vorstellungen und Vorgehensweisen des Präsidiums.

Die Art und Weise, wie der überwiegende Teil der Redebeiträge formuliert war, war in Anbetracht der Situation durchaus sachlich und zumeist mit dem Ziel formuliert, eine klare Positionierung des Präsidiums oder wenigstens der beiden Anwesenden zu erhalten. Um so mehr war es schade, dass Vize und Kanzler an vielen Stellen versuchten, sich herauszureden oder überhaupt keine Position formulieren konnten. Dabei ging es an vielen Stellen nicht einmal um das Eingestehen von Fehlern sondern um Wunsch der Studierenden im Raum, eine klare Position, ob positiv oder negativ zu erhalten. Zu manchen Punkten konnten mit der Zeit etwas detaillierte Vorstellungen erfragt werden, an anderen Stellen blieb es vage.

Gegen Ende der Debatte, die ich trotz allem weitaus aufschlussreicher als die vergangenen VVs fand, schien es mir aber zumindest so, dass den beiden auf dem Podium klar geworden war, dass einige der Forderungen durchaus nicht als Unfug abzutun sind, sondern dass man sich ernsthaft mit ihnen auseinandersetzen muss und dass die Art und Weise wie mit studentischen Vorstellungen seitens des Präsidium umgegangen wird, den meisten im Saal Anwesenden kritikwürdig erscheint.

Dass eine solche Diskussion erst in der Folge der Besetzung des Präsidiums geschieht, ist im doppelten Sinne bedauernswert. Ob das Präsidium daraus Konsequenzen zieht, wird sich zeigen. Wenn das Präsidium in Teilen in einen Lernprozess gerät, wäre das aber immerhin ein Erfolg.
Vizepräsident Väth erklärte am Ende au�Ÿerdem, dass er au�Ÿer Donnerstag diese Woche fast durchgehend für Anfragen zur Verfügung steht.

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