Besetzt

RonnyAllgemeines, FU, Hochschulpolitik Kommentar schreiben

Heute war das OSI besetzt. In Hörsaal 21/B sammelt sich Papier und Nahrung, Titel “Streikzentrale”. In Hörsaal 21/A tagte mittags das Steik”plenum” mit 20-25 Teilnehmern. Vor den Hörsälen 21/E und F wurden 20 Stühle verkeilt. In den anderen Gebäuden findet alles wie gewöhnlich statt. Deshalb braucht es also einen Streik-Besetzungs-Unrealismus-Beschluss. Es zeigt, wie sehr die Aktivisten an den Denkweisen und politischen Arbeitsweisen der Mehrheit vorbeireden und handeln. Mein Seminar stimmte bei sehr wenigen Gegenstimmen für ein Stattfinden in einem nicht besetzten Raum. Und an allen Ecken hört man genervte, kritische Stimmen, und zwar aus allen möglichen politischen Richtungen. Ernsthaft streiken möchten nur wenige, nach Einschätzung verschiedener Beobachter eine Mischung aus enttäuschten Dauerstreikern, Gesichtern, die nur zu Streiks überhaupt an der Uni auftauchen und Jungstudierenden, die noch keine Streik-Erfahrungen haben und mit Begeisterung die Stories der alten Hasen hören.

Dass im Januar am OSI ein Institutstag geplant wird, bei dem einmal ergebnissoffen, auf gleicher Augenhöhe und im Einvernehmen von Studierenden und Dozent/inn/en diskutiert werden sollte, fällt dabei unter den Tisch. Ein solcher Tag zeigt: Es braucht keine Besetzungen, Streiks etc. um Diskurse an der Uni zu führen: Man muss sie organisieren. Auf Augenhöhe. Nicht von oben herab.

Ein Hinweis: Es gibt natürlich auch ein paar Befürworter des Streiks. Wer mehr dazu lesen möchte und eine weniger kritische Stimme bevorzugt, kann dies hier tun, oder sich bei der PropagandaStreikzentrale mit hautnahen Informationen versorgen.

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