Ich zitiere von einem Wahlflyer der FSI OSI, der exemplarisch für die Wahlwerbung vieler FSIs steht:
Die FSI ist ein loser, linker Zusammenschluss von … Studierenden, die die Universität nicht nur als Wissenstankstelle, sondern als Lebensraum sehen. Wir engagieren uns sowohl am Institut (Erstitage, Ersti-Info, alternative Studienberatung, Gremienarbeit, selbstorganisierte Seminare, Infoveranstaltungen, dieses Jahr z.B. zum) […]. Die basisdemokratische Struktur der Fachschaftsinitiativen […] und ihre Arbeit an den einzelnen Instituten machen sie zur besseren Alternative zu den Hochschulgruppen der Parteien, die nur zu den Wahlen aktiv werden.
Dies ist eine typische Werbung der FSIs, die ich mal widerlegen möchte:
1. Eine loser Zusammenschluss ist eine bessere Alternative zu anderen Hochschulgruppen:
Das Problem daran ist, dass es auf Grund der “losen” Struktur keinen dauerhaften Ansprechpartner gibt. Für Entscheidungen, die FSIs mittragen, kann man sie nicht verantwortlich machen, weil sie ja nur “lose” zusammengeschlossen sind, und niemand verantwortlich für vergangene Positionen ist.
2. FSIs gestalten Erstsemestertage und geben Ersti-Infos aus:
Faktisch mag das so sein. Allerdings ist das Ausdruck einer undemokratischen Struktur, die an der FU Standard geworden ist. Eigentlich sind für diese Aufgaben gewählte Fachschaftsräte zuständig, aber die FSIs ziehen aus Eigeninteresse diese Aufgaben an sich. Mehr dazu hier.
3. Basisdemokratische Organisation und der Zusammenschluss auf Institutsebene sind von Vorteil:
Vorteil heißt, im Vorteil zu jemand anderem. Gegenüber unserer Arbeit gibt es da aber keinen “Vorteil”. Zuvorderst sind wir auch weitgehend basisdemokratisch organisiert. Wir wählen zwar Funktionen, aber nur, um die Verantwortlichkeiten offen zu legen und unsere Arbeitsteilung zu organisieren. Außerdem sind wir auch auf unteren Ebenen organisiert und kümmern uns dort um die Belange der Studierenden vor Ort. Und dabei haben wir auf Grund unserer eigenen Struktur immer den Blick auf das Ganze und kümmern uns in gleichem Maße um Dinge an unseren Fachbereichen wie auf übergreifender Ebene.
4. … die Hochschulgruppen der Parteien, die nur zu Wahlen aktiv sind:
Der Rekurs auf “die Parteien” ist eine typische Reaktion auf uns. Weil man keine wirklichen Argumente gegen unsere Arbeit hat, verlässt man sich darauf, abstrakt Parteien zu kritisieren. Allerdings geht das an der Realität vorbei, weil wir weder finanziell noch personell Gruppen “der Parteien” sind. Außerdem vertreten wir unsere eigenen Positionen, die nicht in Zusammenhang mit der Programmatik “der Parteien” stehen müssen. Was uns von den FSIs unterscheidet ist, dass man bereits an unserem Namen unsere allgemeine politische Ausrichtung erkennt.
Des Weiteren sind wir mitnichten nur zu den Wahlen aktiv. Wir engagieren uns mit all unserer Kraft in und für verschiedene Gremien. Im Gegensatz zu den FSIs fehlt es uns an Unterstützung durch den AStA. Daher ist für uns wesentlich schwerer, über unsere Arbeit in den Gremien zu informieren, auch, wenn wir das gerne tun würden. Deshalb sind wir aber nicht inaktiv: Wenn wir in wochenlanger Gremienarbeit dafür sorgen, dass Studienordnungen eingeführt werden, die von vorherigen groben Fehlern zu Ungunsten der Studierenden bereinigt sind, ist das zwar weniger auffällig als eine Protest-orientierte Vollversammlung, aber im Ergebnis oftmals wesentlich positiver für die Studierenden.
Dass wir in kleinerem und größerem Rahmen auch Studienberatungen durchführen, allgemeine Informationen bereit stellen und unter anderem durch diesen Blog über Hochschulpolitik an der FU informieren gehört für uns als verantwortliche Studierenden ganz selbstverständlich mit dazu. Dazu braucht es nicht zwingend FSIs, auch wenn deren Arbeit, richtig verstanden, tatsächlich einen guten Beitrag zu Gunsten der Studierenden leisten könnte. Leider verstehen sie ihre Arbeit oftmals falsch…