Wahlkampfbericht

RonnyAllgemeines Kommentar schreiben

Seit 8 Tagen machen wir nun Wahlkampf, um auf die Wahlen einerseits und Missstände andererseits aufmerksam zu machen. Weil wir damit mehr Informationen transportieren können, haben wir hauptsächlich mit Flyern gearbeit, die außerdem auf unsere Homepage hinweisen, wo man noch deutlich mehr über uns erfahren kann. Damit sind wir eine der wenigen Gruppen, die schon während des Wahlkampfes Möglichkeiten eröffnen mit ihnen in Kontakt zu treten. Über die meisten der 49 antretenden Gruppen werdet Ihr wohl kaum mehr als einen Slogan auf einem Plakat erfahren. Wie und wo Ihr sie ansprechen könnt, ist auch unklar, selbst, wenn sie ins StuPa gewählt werden.

Außerdem haben wir gestern Abend an verschiedenen Stellen der Uni Plakate aufgehangen, die an vielen Orten bereits vor Mittag von der politischen Konkurrenz abgerissen waren (das erkennt man an der Unsauberkeit des Abrisses; Hausmeister sind da sauber). Was interessant ist, ist, dass besonders Plakate mit direktem politischem Inhalt als erstes in die ewigen Jagdgründe gewandert sind. Wir können also relativ unpolitische Plakate aufhängen, sobald sich der politische Gegner angegriffen fühlt, sieht er rot. Achja, dass auf einem unserer Plakate ein Aufkleber “Vorsicht rechte Tarnliste” klebte, ist nun wirklich das allerletzte. Aber an solche Methoden ist man an der FU gewöhnt; selbst die Plakate der Jusos werden regelmäßig abgerissen, so dass sie fast täglich nachplakatieren müssen.

Zum Abschluss: Dass unsere Kritik an der massiven Zahl der Tarnlisten berechtigt ist, hat sich mir gestern und heute wieder gezeigt: Ein ehemaliger AStA-Finanzreferent verteilte heute in der Mensa gleichzeitig Flyer für “Langzeitstudis gegen Studiengebühren” und “Semtix - Initiative Semesterticket”. Einen aktuellen Referenten des AStAs und Kandidat für die Liste “Unabhängige Antifaschistische Liste”, konnte man gestern mit Plakaten von “Feministische Frauen-Lesben Liste” und/oder “Unabhängige Schwule Liste” herumlaufen sehen. Und ein Kommilitone, den man oft am AStA-Tisch in der Silberlaube sieht, verteilte kräftig Flyer für die “Bachelor-Liste”. Auch die Vertreter der hinter “tollen” Namen getarnten konservativen Listen, letztes Jahr noch unter dem Namen “Semticki” angetreten, boten vor der U-Bahn Werbeflyer für z.B. die Liste “Gegen Studiengebühren!” feil.

Auf diese Weise schafft man an der FU weder mehr Demokratie noch mehr Transparenz!

NACHTRAG:

Alle Namen sind aus dem letzten Absatz entfernt worden. Nachdem sich ein Betroffener (und er war keiner der konservativen Listen) beschwerte und dies ihm so wichtig war, dass er einen Anwalt hätte einschalten wollen, haben wir nicht nur seinen sondern alle Namen entfernt, auch wenn es juristisch keinerlei Handhabe gegeben hätte, da es sich um beobachtete Tatsachen handelt. Wir wollen aber erstens Hochschulpolitik nicht mit Anwälten führen (selbst, wenn wir Recht haben) und zweitens mit unserer Hochschulpolitik nicht zwingend persönlich angreifend werden - auch wenn es manchmal schön wäre, die Verantwortlichen persönlich mehr zur Rechenschaft zu ziehen!

2. Nachtrag (18. Januar 2006):

Heute war ein weiterer AStA-Referent zu sehen, der nicht nur Aufkleber für “seine” Liste “Das Leben ist kein Ponyhof: Lenzen absägen” verteilte, sondern gleichzeitig auch mit Plakaten der “Langzeitstudis gegen Studiengebühren” herumlief. Respekt, wenn man so offen zeigt, dass man sich als AStA vor allem mit Tarnlisten über Wasser hält!

2 Reaktionen zu “Wahlkampfbericht”

  1. LHG News-Blog » Blog Archiv » Wahlanekdoten: Die PARTEI

    […] Wie jedes Jahr sammeln sich auch in diesem Wahlkampf kleine Anektdoten, die mit der besonderen Kreativität der AStA-Fraktion(en) beim Täuschen der Wähler zu tun haben. Die erste dieses Jahr hat mit der StuPa-Wahl zu tun. […]

  2. LHG News-Blog » Blog Archiv » Wahlkampf

    […] Wie schon die letzten Jahre, ist auch in diesem Jahr ein fairer Wahlkampf an der FU unmöglich. Wie schon im letzten Jahr sind nicht etwa unsere Argumente erstes Angriffsziel, sondern unsere Plakate. Sonntag abend konnten einige von uns sogar persönlich beobachten, wie die gerade aufgehängten Plakate nur Minuten später wieder von Aktiven der AStA-tragenden feministischen Frauenlesbenliste abgerissen wurden. Direkt darauf angesprochen, hatten diese damit nicht einmal ein Problem - dies sei schließlich Wahlkampf, und sie hätten auch schon jemanden von uns beim Abreißen beobachtet. Name, Ort und Zeit dieser Tat konnten natürlich nicht genannt werden. Es sei an dieser Stelle nochmal gesagt: Die LHG hat kein einziges Plakat überklebt, geschweige denn entfernt. Dies läuft unserem Demokratieverständnis radikal zuwider, und so sollte es eigentlich auch allen anderen. […]

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