Finanzsenator Sarazin (SPD) will gegen einen Beschluss des Aufsichtsrats* der Charité vorgehen, das vorklinische Studium sowohl in Mitte als auch in Dahlem zu erhalten. Das von seinem Senatskollegen Flierl geleitete Gremium der gemeinsamen Hochschulmedizin von FU und HU hatte einen entsprechenden Vorschlag des Dekanats Anfang des Jahres zugestimmt. Sarazin hält die Kosten für den Erhalt eines zweiten Standortes neben dem HU-nahen Campus Mitte für zu hoch, während das Dekanat von nur geringen Mehrkosten spricht. Sarazins Vorstoß auf Basis angeblicher Eigentümerrechte wird von den Hochschulen als ein Eingriff in die Hochschulautonomie verurteilt.
Die Ausbildung der Medizinstudenten im Grundstudium ist in Dahlem eng an die benachbarten naturwissenschaftlichen Fachbereiche angeschlossen. Mit Aufgabe der Standorte in Dahlem wären die Mediziner nicht mehr in der Nachbarschaft des Dahlemer Campus zu finden, so die Befürchtungen der FU-Vertreter.
Auf meine Empfehlung hin berät der Medizinsenat der Charité, als für Anbindungsfragen der Charité an die Mutteruniversitäten zuständiges Gremium, auf seiner nächsten Sitzung eine Empfehlung für den Erhalt der Zwei-Standorte-Vorklinik.
* Das Gremium “Aufsichtsrat” heißt nur so wie die Kontrollgremien der freien Wirtschaft, es ist eigentlich nur ein normales öffentlich-rechtliches Gremium irgendwo zwischen ‘Finanz – und Wirtschaftskommission’ und ‘Kuratorium’.