Wo man seinen Präsidenten suchen sollte… oder Wo Eliteförderung her kommt
RonnyHochschulpolitik, FU, Allgemeines 2 Kommentare »Man soll ja nicht sagen, politikwissenschaftliches Arbeiten lohnte sich nicht. Manchmal tut es das. Man lernt zwar nicht immer, die richtigen Antworten zu geben, aber hin und wieder fallen einem die richtigen Fragen ein.
Vielleicht gehe ich chronologisch vor, um das zu erklären: Ich arbeite momentan an einer Hausarbeit, zusammen mit einem Kommilitonen. In diesem Zusammenhang stieß ich auf eine Initiative der Bertelsmann-Stiftung mit Namen “Kommune der Zukunft”. Gestern nun schickte mir mein Kommilitone einen Artikel, in welchem die Rolle der Bertelsmann-Stiftung beleuchtet wird (nicht, dass ich mir grob dessen bewusst gewesen wäre, aber schön, sowas mal wieder schwarz auf weiß zu lesen). Von dort kam ich auf einen weiteren Artikel - Thema: “Politische Netzwerke und Strippenzieher”. Dass ich darauf aufmerksam wurde, liegt daran, dass ich mich wissenschaftlich momentan relativ viel mit Netzwerken beschäftige. In diesem zweiten Artikel fiel relativ schnell der Name Dieter Lenzen, seines Zeichens Präsident der FU, in engem Zusammenhang mit der “Initiative Soziale Marktwirtschaft”. Ein kurzer Blick auf die Seiten dieser Initiative zeigte, dass Dieter Lenzen tatsächlich Fördermitglied dieser Intitiative ist.
Daran zweifelnd, dass mir dies als erstem aufgefallen sein sollte, reichte eine kurze Suchanfrage beim Quasi-Monopolisten für Internet-Suche, um zu sehen, dass der AStA in seiner gewohnt liebenswürdigen Art bereits im letzten Wintersemester unsere Erstsemester darauf hingewiesen hat. Dies sei der Form halber angemerkt.
Warum ich das alles erzähle? Zum einen sind Semesterferien, und das Sommerloch muss entsprechend gefüllt werden. Zum anderen möchte ich Euch an meinem Lernerfolg teilhaben lassen: Der Präsident unserer Universität ist Fördermitglied in einer der einflussreichsten Lobbygruppen des Landes. Unsere Universität ist Kandidat für eine der aussichtsreichsten Förderungen des Landes - Stichwort: “Exzellenz”. Die politikwissenschaftliche Fragestellung dafür lautet: Wer fördert eigentlich wen?
Wenn ich unser AStA wäre, wüsste ich jetzt schon die Antwort (denn unser AStA hat bereits die richtigen Antworten auf alle Fragen). Da ich nicht der AStA bin - was den AStA unter Umständen freuen dürfte - bleibt mir nichts übrig, als diese Frage zur Beantwortung durch andere Menschen offen zu lassen. Mir persönlich genügt es, wieder einmal wieder ein Stückchen mehr über die großen und kleinen Zusammenhänge gelernt und mir wieder eine neue Frage gestellt zu haben.
Das mag jetzt nicht weltbewegend sein. Erwähnenswert fand ich es aber. Für alle jene, die nicht jeden Tag das Glück haben, durch die Arbeit an einer Hausarbeit solche Sachen vor den Kopf gestoßen zu bekommen. Für alle anderen zur Erinnerung.