CeDiS-Fortschritte nur mit Didaktik

RonnyFU, Allgemeines Kommentar schreiben

Niklas verfolgt und kritisiert auf FUWatch die Erweiterung und Zusammenführung der Online-Angebote der FU. Ich kann einen Teil seiner Kritik teilen, bin aber nicht sicher, ob nicht doch immer erst ein System eingeführt werden muss, damit die Leute überhaupt die technischen Möglichkeiten nutzen?!

Was man sich von der CeDiS wünschen würde, wäre ihre technischen Angebote mit didaktischen Ideen zu verbinden, also Vorschlägen mitzugeben, wie die Technik sinnvoll zur Ergänzung der Lehre verwendet werden kann. Dazu bräuchte es wohl aber Unterstützung durch Didaktiker… Ich glaube nämlich, ein guter Teil des Lehrpersonals und möglicherweise ein nicht minder großer Teil von uns Studierenden ist sich nicht so recht bewusst, welche Vorteile man durch Nutzung dieser System erhält. Eine didaktische Einführung in diese Systeme wäre zudem interessanter zu lesen als eine technische Beschreibung der Funktionen, die sich letztendlich doch niemand (kaum jemand) antut. Vielleicht reichte es ja auch schon, ein paar gut funktionierende Beispiele ordentlich aufzuarbeiten, um den ein oder anderen Hinweis darauf zu geben, was man wie tun könnte.

Interessant wäre es aber tatsächlich, mal etwas über die Kosten zu erfahren…

5 Reaktionen zu “CeDiS-Fortschritte nur mit Didaktik”

  1. Apostolopoulos

    Genau.

    Das (Technik und Didaktik mit einander sinnvoll verbinden) machen wir seit geraumer Zeit, jetzt aber noch intensiver. Der Vorschlag ist sehr vernünftig.

    Hier auch eine konkrete Umsetzung von CeDiS:
    www.e-learning.fu-berlin.de/service_support/e-teaching/index.html

    Die Federführung bei der Auswahl und beim Einsatz didaktischer Methoden im Unterricht unter Nutzung digitaler Technologien und Medien liegt bei den Lehrenden. Wir unterstützen diesen Prozess, wir unterrichten Lehrende und Lernende, wir beraten sie und helfen ihnen bei der Umstellung und Anreicherung ihrer Veranstaltungen.

    Apostolopoulos

  2. Niklas

    @Ronny:

    || bin aber nicht sicher, ob nicht doch immer erst ein
    || System eingeführt werden muss, damit die Leute über-
    || haupt die technischen Möglichkeiten nutzen?!

    Was zumindest bei Blackboard aber ja nicht geklappt hat. Basisfunktionen wie das Bereitstellen und Herunterladen von Material und Informationen, werden fleißig genutzt. Nur ist das ja nur ein Bruchteil der Funktionen die Blackboard bietet, allein dafür hätte man es nicht hochziehen müssen (eine abgespeckte Lösung wäre kostengünstiger gewesen). Kaum jemand nutzt Blackboard wirklich im Kontext von E-Learning, anstatt sich aber das Scheitern dieses “Experiments” einzugestehen, redet man es sich schön und relativiert beständig die Situation.

    Im Zuge der Einführung des Studierendenportals hätte man nun die Chance gehabt, es diesmal besser zu machen und vorher zu evaluieren, für welche Features eigentlich ein Bedarf besteht. Stattdessen wurde die Einführung der wichtigsten Funktionen völlig losgelöst von den noch ausstehenden Ergebnissen der Umfrage beschlossen.

    @Apostolopoulos:

    || Die Federführung bei der Auswahl und beim Einsatz
    || didaktischer Methoden im Unterricht unter Nutzung
    || digitaler Technologien und Medien liegt bei den
    || Lehrenden.

    Und wenn die Lehrenden nicht auf CeDiS zukommen und die Angebote von CeDiS nutzen, ist das deren Problem. Genau. Die dahinterstehende Frage, warum nur so wenige Lehrende die Angebote nutzen, wird ausgeklammert. Denn das würde unangenehme Folgefragen aufwerfen, nämlich inwiefern überhaupt ein Bedarf an digitaler Technologien und Medien besteht. Wenn es einen hohen Bedarf gibt, stellt sich die Frage, inwiefern CeDiS selbst dafür verantwortlich ist, dass die Angebote so wenig genutzt werden. Wenn es einen geringen Bedarf gibt, stellt sich die Frage, inwiefern die FU überhaupt eine eigenständige E-Learning-Institution wie CeDiS braucht.

  3. Ronny Patz

    @ Niklas:

    Ich denke, dass du Recht hast, wenn du die fehlende Nutzung auch auf die Tatsache zurückführst, dass die CeDiS nicht aktiv auf die Lehrenden und Studierenden zugeht. Im Prinzip muss dieses Zugehen auf die potenziellen Nutzer direkt nach Einführung eines solchen Systems erfolgen - und zwar sofort mit den jeweiligen didaktischen Konzepten und Möglichkeiten.

    Das Blackboard nicht recht (und ausführlich) genutzt wird, hat meines Erachtens damit zu tun, dass der Aufwand für die Lehrenden - insbesondere die technisch hinter dem Mond lebenden - viel zu hoch ist. Da aber nur die Lehrenden beim jeweiligen Kurs die Zugangsrechte zu den gesamten Funktionen haben, wird die kompletten Möglichkeiten für das E-Learning nicht ausgenutzt werden, weil sich von Seiten der Studierenden dadurch keine rechte Eigendynamik entwickeln kann.

    Unterstützen möchte ich deinen letzten Absatz, auch wenn der sich ganz klar auch an das Präsidium richtet. Die Frage, wozu das E-Learning eigentlich dienen soll, in welchem Umfang es gebraucht und wie seine Nutzung befördert werden kann, darf man sich durchaus stellen - vor allem, wenn für eine Menge Euronen Systeme zur Verfügung gestellt werden, deren Funktionalität nur in geringem Maße genutzt werden.

  4. Gralki

    Ich gebe Niklas Recht,

    ich sehe das Problem aus der Dozentenperspektive.
    Von studentischer Seite ist die Finanznot der FU kaum vorstellbar. Die Situation in den einzelnen Fachbereichen erinnert an Verhältnisse in der Dritten Welt.

    Insofern drängt sich beim Betrachten der cedis schon der Verdacht der Ressourcenvergeudung auf – zumal sich das Angebot der cedis nicht damit rühmen kann, in den Fachbereichen besonders begehrt zu sein.
    Und dort wo sich Fachbereiche entschließen aufe-learning zu setzen, bleibt das Ergebnis weit hinter den Erwartungen und Möglichkeiten zurück: Geografie, LAI

    Im Zuge der Diskussion hat Herr Apostolopoulos nun versucht, den Vorwurf mangelnder cedis-Didaktik dadurch zu entkräften, dass cedis nun einen “E-Teaching“ Kurs anbietet.

    Der soll sogar mit einem Zertifikat belohnt werden.

    Schaut man sich die Details genauer an, so ist hier von Didaktik keine Spur.

    Man weiß auch nicht, ob und woher die Dozenten eine didaktische Qualifikation haben – den man erfährt ihre Namen nicht.
    Haben Sie sich jemals mit e-learning Didaktik auseinandergesetzt?
    Kennen sie die Didaktik-Literatur zum Thema? Immerhin weist google-books 78 Bücher und google scholar 1750 deutschsprachige Aufsätze zum Thema aus.

    Oder können sie nur in Blackboard, Mediator und andere obskure Programme einführen?

    Und wenn man sich das geplante Programm anschaut, findet man wieder die typische FU-Sprache, mit der man sich erst erstmal auf die eigene Schulter schlägt, bevor man mit blutleeren und unverständlichen Worten auf das eigene Angebot zu sprechen kommt.

    So bewirbt man sich auch um den Titel Elite-Universität!

    Programm
    • Auftakt
    • A1:Bb Grundkurs
    • A2+A3 Bb Aufbau
    • Einsatz Kommunik
    • A4 Einsatz Test
    • B1 Konzeption
    • A5 Urheberrecht
    • B2 Praxisphase
    • C3 Praxisphase
    • B3 Workshop
    • Konzeption
    • C2 Lektora
    • C2 Mediator
    • C4 Workshop

    Das reißt vom Hocker!

    Nun gut anderer Stelle werden noch mehr Details genannt, aber mitreißender sind die auch nicht

    Wer wird sich wohl für einen solchen Kurs bewerben? Vor allem, warum biete cedis solch einen Kurs an, wenn es doch auch online ginge?

    Ich habe das Gefühl, dass cedis weder eine Vorstellung von den täglichen Anforderungen noch von den Interessenprofilen der Wissenschaftler in den Fachbereichen hat.

    Seit Olims Zeiten weiß man dass man Menschen dort abholen muss, wenn man ihnen etwas beibringen möchte.

    Ich schüttele mal einige wenige Probleme aus dem Ärmel, um zu zeigen wo jungen und älteren Dozenten tatsächlich der Schuh drückt – oder wo er nicht einmal mehr drückt, weil man sich an einen ärgerlichen Zustand so sehr gewöhnt hat, dass man nicht einmal mehr nach Alternativen sucht.

    Wo befinden sich Lehrende und wo kann man ihnen nützliche Hilfen anbieten?

    • Tafel, Overhead, Powerpoint – wie kann ich Inhalte bildlich darstellen?
    • Woher bekomme ich Bilder für meine Lehrveranstaltungen?
    • Wie bleibe ich in meinem Gebiet auf dem Laufenden?
    • Wie verwalte ich Teilnehmeradressen mit meinem E-Mail Programm?
    • Wie komme ich möglichstst einfach zu einer Homepage?
    • Wie kann man über das Internet diskutieren?
    • Wie kann ich WORD-Dokumente mit Links versehen?
    • Was sind Downloads? Wie kann ich Studenten Dokumente zur Verfügung stellen?
    • Sind Chats sinnvoll? Wie richte ich sie ein?
    • Was kann man mit Blogs machen und machen sie einen didaktischen Sinn?

    Eine Sammlung von Broschüren, in denen Probleme dieser Art behandelt würden, hätte wahrscheinlich einen größeren Abnehmerkreis, als ein cedis-Zertifikatsprogramm – und einen größeren impact auf die ja manchmal wirklich trostlose Wirklichkeit der Lehre an der FU.

    Vielleicht braucht es hier gar keine didaktischen Kenntnisse, sondern nur Grundwissen in Marketing.

    Und dann stellt sich mir auch die Frage, warum die cedis es uns so schwer macht, zu erfahren, was sie macht und warum sie es macht? Sie arbeitet doch an einem an sich löblichen Unterfangen.

    • Warum gibt es z.B. bei der cedis keinen Newsletter, der ehrlich und dennoch motivierend berichtet?
    • Warum gibt es kein gepflegtes ansprechendes Forum?
    • Warum gibt es keine FAQs?
    • Warum gibt es keine Chat-Sprechstunde?
    • Warum gibt es keinen cedis-Blog?
    • Warum gibt es keine Best-Practice Bemühungen. in der gelungene E-Learning Modelle der akademischen Öffentlichkeit vorgestellt werden? Die Vorstellung der Preisträger des Förderpreises ist da auch nicht unbedingt ausreichend.Die dort vorgestellten Preisträger haben sich fast alle schon lange vor der cedis damit beschäftigt, die Lehre mit dem Internet zusammenzubring

  5. erstsemester

    Einem Dozenten mit geringen bis gar keinen didaktischen Fähigkeiten nutzt auch die schönste Technik nichts. Einem gut geschulten Didaktiker vielleicht. Es reicht eben nicht, den Leuten die Technik hinzustellen und dann zu sagen: Jetzt macht mal schön. Andere, kleinere Universitäten/Hochschulen (bspw. FHTW in Berlin) beginnen mit ihrem schmalen E-Learning Budget die Leute auf das digitale Lehren vorzubereiten. Da gesteht man sich ein, daß die Dozenten von gestern erstmal lernen müssen, daß das Schreiben eines Zeitschriftenartikels etwas anderes ist, als das Schreiben für ein elektronisches Medium. Eine Vorgehensweise, die für die FU unvorstellbar ist, da man in dem Glauben verhangen ist, die elektronische Lehre würde allein durch das Benutzen teurer Software gut.

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