Natürlich verändert sich was, wenn ein neuer AStA gewählt wird: Ein paar neue Namen (siehe Ende des Beitrags) tauchen auf, ein paar spielen “Bäumchen wechsele dich”, ein paar alte verschwinden. Aber inhaltlich und praktisch passiert nichts Neues.
Krönung des Tages war der Rechenschaftsbericht des alten AStA-Vorsitzenden Jan Severin, in welchem dieser ausdrücklich schreibt, er habe “NICHTS” getan, und er dieses auf einer Seite ausführt. Vielleicht symptomatisch für einen AStA dessen Referenten jede Unterstützung von Transparenz und Demokratie an der Hochschule als “Konsumhaltung” bezeichnen (Zitat: Referent David Gutzmann). Große Teile des AStAs wollen offensichtlich keine Verantwortung übernehmen: Zugehen als Fremdwort, Verantwortung als kapitalistischer Unsinn und Pluralität als Worthülse prägen das Bild des AStAs. Ich will mich auch garnicht über die Rechenschaftsberichte des alten AStAs auslassen, die weitestgehend Standard- und Allgemeininformationen enthalten und weniger darüber aussagen, was der AStA 06/07 tatsächlich (nicht) gemacht hat.
Weitere Beispiele, warum sich nichts verändern wird: Auf meine Anfrage (und Nachfrage von Florian), ob der AStA nicht vorhabe, die Studierenden insbesondere in den Akademischen Gremien besser zu vernetzen, wurde mit dem Verweis auf bestehende Strukturen (Arbeitskreis Hochschulpolitik etc.) abgetan; auch eine Notwendigkeit, seitens des AStAs aus den Gremien zu berichten, um die Studierenden besser zu beteiligen, wurde abgelehnt. Was bleibt sind die ewig gleichen bleiernen “Publikationen”, mit denen in unregelmäßigen Abständen wenig Aktuelles geboten wird.
Ebenfalls abgelehnt wurde die Bitte der LINKE.FU, die Vollversammlungen zur Wahl der autonomen Referate (Frauen, Migrant/inn/en Lesben, Schwule) besser anzukündigen als mit vereinzelten Plakaten. (Nur mit dem Status quo können die von der Koalition vorgesehen Kandidat/inn/en auch durchgebracht werden, weil sonst ja eine größere und pluralistischere Öffentlichkeit dort sein würde.)
Neben der Wahl des AStAs wurden auch ein paar weitere, wichtige Sachen beschlossen:
1. Der Semesterticketbeauftragte bat das StuPa um eine Erhöhung des Sozialbeitrags für das Semesterticket von 1,80 Euro auf 4,50 Euro pro Semester (Zustimmung mit großer Mehrheit). Der Aufbrauch alter Reserven und die steigende Zahl von Anträgen (knapp 900 in diesem Sommersemester) begründeten diese Erhöhung nach seiner Aussage. Gleichzeitig kündigte er an, dass in naher Zukunft eine Abstimmung über das Semesterticket stattfinden müsse, damit der neue Vertrag unterschrieben werden könne. Dem AStA wurde das Mandat gegeben, eigenständig die Urabstimmung einzuberufen.
2. Ein Nachtragshaushalt wurde beschlossen. Das Präsidium hatte die beschlossene Erhöhung der Semestergebühren von 7 Euro auf 8 Euro gestoppt, insbesondere wohl mit der Begründung, dass von diesem Geld keine studentischen Seminare finanziert werden dürften, wie es das StuPa beschlossen hatte. Dieser Posten machte im Ausgangshaushalt 07/08 30.000 Euro aus. Der Posten und einige andere wurden gestrichen bzw. gekürzt, so dass im Nachtragshaushalt nun 50.000 Euro weniger Einnahmen/Ausgaben veranschlagt sind. Der Finanzreferent des AStA rechnete mit einer Erhöhung des Semesterbeitrags zum Wintersemester auf 7,50 Euro.
3. Auf Antrag der Jusos FU wurde eine Resolution (fast einstimmig) verabschiedet, mit der die Unileitung aufgefordert wird, für mehr Barrierefreiheit an der FU Berlin zu sorgen. In der Begründung explizit genannt wurde das Institut für Theaterwissenschaften.
4. Die LHG wollte einen Dringlichkeitsantrag für mehr Transparenz der hochschulpolitischen Arbeit von AStA im Speziellen und FU im Allgemeinen einbringen. Den Antrag haben wir Anfang der Sitzung eingereicht; das Tagungspräsidum stellt allerdings fest, dass dies nicht möglich sei, sondern Dringlichkeits-Anträge am Tag vorher bis 15 oder 18 Uhr (das wussten sie selbst nicht) einzureichen wären. Unser Antrag wird jetzt auf der nächsten Sitzung des StuPas beschlossen.
Da das StuPa vom AStA in seinen seltenen Sitzungen ja sowieso nur als Legitimationsgrundlage für unkontrolliertes Handeln verwendet wird, kann das wohl wieder eine Weile dauern.
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Hier nun die Namen der “neuen” AStA-Referent/inn/en.
Anmerkung: Der AStA will sie nicht auf seiner Homepage veröffentlichen, daher tue ich das hier. Die Zustimmungswerte bewegen sich bei ca 45-50 Anwesenden im 75%-Bereich (die Details lasse ich aus). Die Referenten haben das Recht auf eine Aufwandsentschädigung in Höhe des BAFöG-Höchstsatzes. Es sei auch noch einmal daran erinnert, dass selbst die LINKE.FU- und die Juso-Hochschulgruppe aus demokratischen Zweifeln in allgemeiner Opposition zu diesem AStA stehen.
Vorsitz
Lisa Haller, feministische frauenlesbenliste (Foto: hier, am Ende der Seite)
Stellv.: Melanie Guba, Kritische JuristInnen/AL Jura
Stellv.: Maren Hilse, feministische frauenlesbenliste
Referat für Hochschulpolitik
Claudia Wrobel, Aktiv gegen Studiengebühren
Andy Möbius, Aktiv gegen Studiengebühren
Till Ermisch, FSI OSI
Sozialreferat
Alexander Stahl, Langzeitstudis gegen Studiengebühren
Veysi Dag, “AusländerInnen Liste”
Hannes Strobel, Semtix - Die Liste fürs Semesterticket
Öffentlichkeitsreferat (=Publikationsreferat)
Björn Kietzmann, Aktiv gegen Studiengebühren
Martin Burwitz, Die Grüne Alternative (nicht zu verwechseln mit der Grünen Hochschulgruppe!)
Elsa Köster, Hochschulpolitische Linke an der FU
Finanzreferat
Philipp Thoms, FSI PuK/ Publizistik-Ini
Nadine Wothe, Unabhängige Antifaschistische Liste plus
Siiri Anderson, Die Grüne Alternative (nicht zu verwechseln mit der Grünen Hochschulgruppe!)
Kulturreferat
Eva Friesinger, Semtix-Die Liste fürs Semesterticket
Tilman Vogl, (?)
Ferat Kocak, “AusländerInnen Liste”
Fachschaftsreferat (faktisch: FSI-Referat)
Ina Schneider, Die Grüne Alternative (nicht: Grüne Hochschulgruppe)
Inga Nüthen, FSI OSI
Katrin Bub, FSI PuK/ Publizistik-Ini
Kommunikationsreferat (faktisch: Antifaschismus-Referat)
Benjamin Cers, Antifaschistische Linke Liste
Guido Siegel, Unabhängige Antifaschistische Liste Plus
Jan Severin, Unabhängige Antifaschistische Liste Plus
Referat für Internationalismus
Theresa Adam, Bachelor Liste
Roland Zschächner, Bachelor Liste
Amin Suleiman, “Multi-Kulti Liste”
Referat für Studienangelegenheiten (faktisch: Datenschutzreferat)
David Gutzmann, Kritische Naturwissenschaftlerinnen
Stephan Berndts, Kritische Naturwissenschaftlerinnen
Melanie Guba, Kritische JuristInnen/ AL Jura