INSM mit subtiler Studiengebühren-Lobby/ Studiengebühren an der FU

RonnyHochschulpolitik, Allgemeines Kommentar schreiben

Seit kurzem online ist www.unicheck.de/, ein Portal, auf dem geschaut wird, was mit “deinen” Studiengebühren gemacht wird. Auf den ersten Blick eine harmlose Seite mit dem Anspruch einer Verbraucherzentrale. Über den zweiten Blick berichtet SPIEGEL online, denn hinter der Seite steht die einflussreiche Lobbygruppe “Initiative Soziale Marktwirtschaft”, die nicht zum ersten Mal mit (u.a.) Geld der Arbeitgeberverbände mit subtilen Mitteln das politische Klima nach ihrem Gusto zu lenken versucht.

Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren, bei dem auch unser AStA Mitglied ist, hat sich noch nicht geäußert…

Weil es gerade zum Thema passt: Studiengebühren gibt es auch schon an der FU Berlin - und das nicht zu knapp. Dem Kuratorium der FU, in welchem ich das studentische Mitglied bin, liegt momentan eine Vorlage zum schriftlichen Beschluss vor, durch welchen die Gebühren für den weiterbildenden Studiengang “Europawissenschaften” von 5000 auf 7500 Euro erhöht werden sollen. Ich werde mich dagegen aussprechen. (Nachfragen zum Thema nehme ich gerne entgegen.)

3 Reaktionen zu “INSM mit subtiler Studiengebühren-Lobby/ Studiengebühren an der FU”

  1. Torsten

    Du übersiehst etwas: wenn Studiengebühren einmal eingeführt sind, sind die Ziele von erklärten Gegenern und erklärten Befürwortern der Gebühren eigentlich ziemlich identisch: das Geld soll in die Universitäten und die Lehre investiert werden.

  2. Ronny Patz

    Übersehen habe ich das nicht, sondern habe es nicht erwähnt, weil ich dem nicht zustimmen mag.

    Es sei nämlich in Frage gestellt, was das Ziel dieser Seite ist. Wenn die Studiengebühren befürwortende Lobbygruppe INSM eine solche Seite mit mehreren Stellen finanziert, würde es mich wundern, wenn da ein objektives Hilfsinteresse steckte.

    Zudem: Insofern ich das nämlich überblicken kann, ist bislang nirgends in Deutschland ein Modell eingeführt worden, welches tatsächlich mehr Geld in die Lehre bringt, soziale Nebenwirkungen abfedert und zu dem Mehr an Studienplätzen führt, das die Politik gleichzeitig fordert. Insofern bleibt sogar für Studiengebührenbefürworter in vielen Bundesländern die Frage offen, ob in der Praxis “gute” Gebührenmodelle überhaupt denkbar sind.

    Und: Warum müssen Studiengebühren bezahlt werden, damit Lehre gut wird? Wenn die Studiengebühren mit den Kosten der Lehre nichts zu tun haben, keinerlei “Rückerstattungsmechanismen” existieren, wenn die Lehre schlecht ist, Landesmittel parallel gekürzt werden - wie sollen da Anreize bestehen, die Lehre zu verbessern? Gibt es nicht auch Recht für Studierende, die keine Studiengebühren bezahlen, eine ordentliche Lehre zu erhalten?

    Eine Seite wie “unicheck.de” ist vermutlich gut geeignet, all jene Fragen nicht mehr stellen zu müssen. Studiengebühren sind da und damit nicht mehr in Frage zu stellen. Gratulation.

  3. "Jetzt, wo Sie Gebühren zahlen..." - UNIcheck.de und die Emnid-Umfrage « FUwatch

    […] 21.04.2007 bei 4:56 nachmittags · Gespeichert unter Studiengebühren, Hochschulwesen, Protest Wie im LHG- und auch im SEMTIX-Blog schon nachzulesen war, steckt einem SPON-Artikel zu folge hinter dem neuen Studierendenportal UNIcheck.de die neoliberale “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM), die sich klar für die Einführung von Studiengebühren ausspricht. Inzwischen hat UNIcheck.de eine erste Emnid-Umfrage veröffentlicht, ein guter Zeitpunkt, sich die ganze Geschichte noch mal im Detail anzusehen. […]

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