Bericht: Kommission für Lehre
Florian SchatzAkademische Gremien, Allgemeines, Befragung, FU, Hochschulpolitik, LHG Kommentar schreibenDas Programm der Kommission für Lehre war diese Woche umfangreich: Neben der neuen Zulassungsordnung und einigen kleineren Dingen standen 15 neue Masterstudiengänge auf der Tagesordnung. Fast unmöglich, sich durch sämtliche Modulbeschreibungen innerhalb des Wochenendes durchzuarbeiten – diesmal hieß es, das Präsidium hätte die Vorlagen auch erst vor einer Woche von den Fachbereichen erhalten. Die Praxis, umfangreiche Unterlagen erst eine Woche vor der Sitzung zu verschicken und nur zwei Tage vor dem Akademischen Senat zu behandelt, bleibt allerdings weiterhin kritikwürdig, auch wenn dies in Einzelfällen andere Gründe haben mag.
Um nicht auf jeden einzelnen Studiengang eingehen zu müssen, hier einige generelle Kritiken zu den neuen Masterstudiengängen:
- die Tendenz, immer mehr 15 LP-Module einzurichten
- wenig bis keine Wahlmöglichkeiten
- oft Teilnahmepflicht
Darüber hinaus wurde in über der Hälfte der Studiengänge vergessen, Gender-Aspekte zu berücksichtigen. Glücklicherweise war dies laut Aussage der Frauenbeauftragte wohl fast immer nur eine Vergesslichkeit, die bis zur engültigen Beschlussfassung in den Fachbereichen noch behoben werden wird.
Trotz einiger weiterer kleiner Monita kam die Kommission zu dem Schluss, die Studiengäng einzurichten, da sie sonst nicht rechtzeitig bis zum Wintersemester vorhanden sein würden und zahlreiche Bachelor-Absolventen nicht mehr weiter machen könnten. Evaluation und Nachbesserung bleibt weiterhin die Prämisse.
Des weiteren gab es einen außerordentlichen Tagesordnungspunkt, in dem zwei Studierende einer Fachschaftsinitiative ihr Projekt vorstellte, eine Umfrage unter den Studierenden ähnlich der HU-Umfrage durchzuführen. Um möglichst viele Studierende für die Umfrage zu gewinnen, wurde die Möglichkeit erfragt, eine Email an alle Zedat-Accounts zu versenden. Das Problem: Die Fragen der Umfrage hatten oft einen suggestiven Charakter, genauso der Klappentext, der bereits vom “Experiment Studienreform” sprach. Nicht glücklich gewählt war außerdem der Verweis auf die bisherige FU-Bachelor-Umfrage, der die Repräsentativität abgesprochen wurde. Ob eine Umfrage, die bei FSIs ausliegt und derart formuliert wurde repräsentativer sein kann, sei dahingestellt.
Leider wurde die Umfrage in dieser Form auch schon beim AStA (!) gedruckt, so dass nichts mehr zu ändern ist. Möglicherweise jedoch kann der Text für die Online-Umfrage noch geändert werden, so dass ein Versand über die Zedat-Accounts möglich bleibt. In dieser Form jedoch gab Vizepräsident Väth zu verstehen, dass das Präsidium dies ablehnen würde.
Schade, dass die im Prinzip sehr wünschenswerte und sinnvolle Initiative einer Studierenden-Umfrage von Studierenden nun in dieser Form geplant wurde, anstatt neutrale Formulierungen zu wählen. Die Idee war gut, die Ausführung kritisch.
31. May 2007 at 23:29
[...] LHG FU Berlin > Das liberale Blog an der FU Berlin Die Liberale Hochschulgruppe informiert « Bericht: Kommission für Lehre [...]
3. June 2007 at 0:23
[...] Leider wurde die Umfrage in dieser Form auch schon beim AStA (!) gedruckt, so dass nichts mehr zu ändern ist. Möglicherweise jedoch kann der Text für die Online-Umfrage noch geändert werden, so dass ein Versand über die Zedat-Accounts möglich bleibt. In dieser Form jedoch gab Vizepräsident Väth zu verstehen, dass das Präsidium dies ablehnen würde.” (LHG Blog, 31.05.07) [...]
8. June 2007 at 19:55
[...] Nach einer Sichtung des Fragebogens habe ich Probleme die Kritik nachzuvollziehen, die Fragen hätten “oft einen suggestiven Charakter”. Damit hatte das FU-Präsidium die Verweigerung begründet, den Fragebogen via ZEDAT an alle Studierenden zu versenden. Auch die LHG scheint diese Ansicht zu vertreten. Dass die Studienreform auf dem Deckblatt als “Experiment” bezeichnet wird, ist in der Tat als suggestiv zu werten. [...]