FU-AStA macht sich mit Pressemitteilung lächerlich!

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In einer Pressemitteilung macht sich unser AStA heute mal wieder lächerlich:

Damit [mit dem Verkauf der Druckerei an der TU Berlin] zeigen die rechten Studierenden ein weiteres Mal, dass sie es mit demokratischen Gepflogenheiten nicht sonderlich genau nehmen. So agieren sie seit Monaten intransparent und lassen regelmäßig Sitzungen des StuPa platzen. Auch im diesjährigen Wahlkampf treten sie mit Tarnlisten auf.

Dass unser AStA sich über fehlende demokratische Gepflogenheiten und Intrasparenz aufregt, entspricht einer Kritik des Präsidenten von Weißrussland an Menschenrechtsverletzungen in der Europäischen Union. Die Sitzung des Studierendenparlaments vom Mittwoch hat gerade aktuelle wieder gezeigt, wie dreist unser AStA Intransparenz und Verhinderung von demokratischen Grundregeln fördert. In den Wahlkämpfen der vergangenen Jahre hat sich auch gezeigt, dass die linksradikale AStA-Koalition sich auch auf “Tarnlisten” stützt (so verteilten heutige AStA-Referenten bei vergangenen Wahlkämpfen Plakate für mehrere (!) verschiedene Listen, denen sie z.T. gar nicht angehörten) und nichts dazu beiträgt, die politischen Hintergrunde der ihn stützenden Listen offen zu legen.

Die Auflösung der AStA-Druckerei an der TU Berlin ist eine richtige Maßnahme. Studierendenschaften brauchen keine eigenen Druckereien, insbesondere wenn man (wie der letzte Rechnungshofbericht von 2000 zeigt) nicht sicher sein kann, dass alles dort Gedruckte auch für die Studierendenschaft verwendet wird.

Die Wahl-Empfehlung an die TU durch unser Studierendenparlament, die der AStA in seiner PM abdruckt, sei hier nochmals verurteilt – Studierendenschaften haben keine Wahlempfehlungen für andere Studierendenschaften abzugeben. Die drei dort aufgeführten Gegenstimmen sind von der LHG.

Wir befürworten eine aktive und konstruktive studentische Selbstverwaltung und verteidigen diese gegen Untergrabungsversuche aus allen politischen Lagern. Aber die Äußerungen unseres AStAs sind unangemessen und zeugen von einer Doppelmoral, die das Grundwesen seiner Arbeit ausmacht.

Zum Mitlachen und Mitweinen: Bericht aus StuPa und AS

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Gestern war mal wieder so ein Gremien-Nachmittag, gefüllt mit seinen gewohnten anti-demokratischen Elementen, kleinen lustigen Überraschungen und öden Prozeduren. Dazu in Kürze:

Ab 15 Uhr tagte im Senatssaal des Henry-Ford-(II)-Baus der Akademische Senat (AS) mit einer überschaubaren Tagesordnung unter Vorsitz der Ersten Vizepräsidentin Lehmkuhl (von den vier gewählten Studis anwesend: Paul Krüger von der Liste LHG/DEFO und Sarah Walz von der FSI OSI).

Erster interessanter Punkt: Frau Lehmkuhl entschuldigte Präsident Lenzen mit der Aussage, dass dieser beim Wissenschaftssenator Zöllner sei. Später ergänzte sie, dass das Präsidium am Morgen überrascht von der Aussage des Senators gewesen sei, eine “Berlin Research University” gründen zu wollen (zu diesem Thema: Tagesspiegel, Spiegel Online, FUWatch). Daher sei Herr Lenzen gerade bei Zöllner.

Nächste interessante Angelegenheit: Eine sonstige Mitarbeiterin beschwerte sich über große Probleme beim Campus Management (CM). So müssten an ihrem Fachbereich alle Abschlusszeugnisse per Hand erstellt werden, statt das neue System nutzen zu können. An anderen Fachbereichen fehle es an Schulungen der Mitarbeiter/innen zu Neuerungen im System, für die nicht einmal Dokumentationen vorlägen. Der Vizepräsident Jochen Schiller, auch in seiner Funktion als Chief Information Officer (CIO) kritisierte daraufhin harsch den Anbieter des Systems – SAP. Die Universität können nicht einem der größten Softwarehersteller in einem System hinterherarbeiten, das immernoch “Kinderkrankheiten” (Anmerkung: Das System läuft seit zwei Jahren!) aufweise. Ich frage mich schon, wie schlecht ein so teurer Vertrag sein muss, dass man sich nach so langer Zeit immernoch “Kinderkrankheiten” gefallen lässt…!

Der Rest der Sitzung verlief schnell und schmerzlos: Eingerichtet wurden die konsekutiven Masterstudiengänge Geografie und Economics sowie der weiterbildende Masterstudiengang Kinderrechte. Hierbei wurden unsere Kritiken aus der Kommission für Lehre vom Montag an- und übernommen bzw. die angesprochen Punkte bereits als korrigiert präsentiert. Dann noch zwei kurze Wahlen und dann war die Sitzung auch schon vorbei.

Ab 18:45 Uhr – mit nur 30 Minuten Verspätung – fand dann die dritte Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) in dieser Amtsperiode statt. Relativ selten, dass sich unser Stupa in einem Halbjahr dreimal trifft. Grund für diese ungewohnte Beteilung der von den Studierenden direkt gewählten studentischen Vertreter waren Satzungsunstimmigkeiten hinsichtlich der Urabstimmung zum Semesterticktet: Der Studentische Wahlvorstand wollte einen klarenStuPa-Beschluss zur Semesterticketfrage, den er dann auch bekam.

Trauriges Highlight der Sitzung war die alljähliche Manifestierung, dass die AStA-Mehrheit jegliche Form von demokratischer Transparenz ablehnt. Die LHG hatte wie auch in den Vorjahren einen Antrag gestellt, der insbesondere folgende Punkte beinhaltet:

- Veröffentlichung aller Beschlüsse des AStAs an einem Schwarzen Brett bzw. in seinem Blog (wurde mit Allgemeinformeln weggeredet)
- Veröffentlichung von Namen und Fotos der AStA-Referent/inn/en auf der AStA-Homepage (wird abgelehnt, weil die AStA-Referent/inn/en Angst vor rechtsradikalen Übergriffen haben)
- Ablegung einer ordentlichen Finanz-Rechenschaft am Ende des Haushaltsjahres, aus der für alle StuPa-Mitglieder ersichtlich wird, wofür das Geld im Detail ausgegeben wurde (wurde mit der Begründung abgelehnt, es gäbe ja am Ende des Jahres den Wirtschaftsprüferbericht – in dem allerdings nicht aufgelistet ist, WOFÜR und FÜR WEN genau das Geld ausgegeben wurde, sondern nur, DASS das Geld (ordnungsgemäß) ausgegeben wurde.
- Aufstellung klarer Kriterien für die Vergabe von Mitteln für studentische Projekte und Veröffentlichung aller geförderten Projekte (keine inhaltliche Begründung für die Ablehnung)
- Beteiligung des StuPas an allen Beschlüssen über Ausgaben, die über 1.000 Euro hinaus gehen (ohne Begründung abgelehnt)

Wenn es um solche Fragen geht, ist die AStA-Fraktion ganz schnell bei der Sache, hat toll konstruierte “Gegenargumente” (“darüber hat das StuPa letztes Jahr schon geredet”, “das lehnen wir immer ab” etc.). In den vier Jahren, die ich das StuPa jetzt verfolge (davon 2 1/2 als Mitglied) ist es noch nicht einmal vorgekommen, dass eine Entscheidung für mehr Transparenz oder für Oppositionsrechte gefallen ist. Es gibt also KEINE Oppositionsrechte und KEINE Transparenz. Am Rande: Immer vorneweg der argumenative (aber argumentefreie) Rammbock des AStAs, Referent David Gutzmann, der noch für jede Anfrage der Opposition eine abfällige Bemerkung oder eine Transparenz-feindliche Totschlagaussage auf den Lippen hat. Von anderen AStA-Mitgliedern bekommt man wenigstens hin und wieder mal konstruktive Lebenszeichen – er aber ist im StuPa der Mann für das Grobe.

Eine Koordinierung der Gremien-Studis wurde an die bestehenden Strukturen FaKo (Fachkoordinierung) und AK HoPo (Hochschulpolitik) verwiesen, die aber bislang nicht so öffentlich tagten und auch den Gremianten nicht als Forum offiziell angeboten wurden, dass sie als natürliche Orte des Austauschs verstanden sein können. Vielleicht ändert sich dies ja in Zukunft, einige AStA-Referenten machten Angebote in diese Richtung.

Des Weiteren unterstützte das StuPa ohne Widerspruch die aktuell von einer Gruppe Studierender durchgeführte Umfrage zur Studierbarkeit sowie das hochschulpolitische Volksbegehren für freie Bildung.

Abzulehnen war von uns allerdings der von der Mehrheit des StuPas beschlossene Antrag, eine Grußbotschaft an die Studierenden der TU Berlin zu schicken, in der eine Wahlempfehlung für einen anderen AStA ausgesprochen wird (an der TU sind StuPa-Wahlen). Ich halte so einen Beschluss für rechtlich grenzwertig, in jedem Falle aber falsch. Das ist in etwa so, als wenn Wladimir Putin die Wahl von Gerhard Schröder empfiehlt – von einem “lupenreinen Demokraten” zum anderen…

Soweit aus den Gremien – wer zu Details fragen hat, bitte einfach fragen.

Urabstimmung über das Semesterticket vom 10. bis 12. Juli 2007!

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Diese Information bitte an alle FU-Studierenden weitergeben:

Vom 10. bis 12. Juli 2007 findet an der FU Berlin die Urabstimmung über das Semesterticket statt!

Das Studierendenparlament hat auf seiner gestrigen Sitzung den Fragetext einstimmig beschlossen. Dieser umfasst eindeutige Informationen über die Vertragsbedingungen des Semestertickets (Preissteigerungen von durchschnittlich drei Prozent in den kommenden vier Jahren) sowie zwei klare Antwortmöglichkeiten: Ja, man möchte das Ticket zu diesen Konditionen verlängern oder Nein, man möchte dies nicht. Damit ist eine chaotische Situation wie vor zwei Jahren ausgeschlossen, wo es wegen einer (politisch gewollt) unklaren ersten Urabstimmung ein Semester lang kein Semesterticket gab.

Es ist unbedingt wichtig abzustimmen. Nur wenn eine Mehrheit der Studierenden, die mindestens 10% aller studentischen Mitglieder dieser Universität umfasst, für die Verlängerung stimmt, wird das Ticket verlängert.

Die LHG hat das Semesterticket von den ersten Diskussionen zu seiner Einführung an unterstützt und tut dies auch weiterhin; also:

JA zur Verlängerung des Semesterticket-Vertrages!!

Informationsveranstaltung Auslandsstudium

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Kommende Woche, am 4. Juli 2007, von 10 bis 15 Uhr findet im Henry-Ford-(II)-Bau die Informationsmesse für FU Studierende, die ins Ausland gehen wollen, statt.

Informationen dazu gibt es: hier.

Informationsveranstaltung Auslandsstudium

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Kommende Woche, am 4. Juli 2007, von 10 bis 15 Uhr findet im Henry-Ford-(II)-Bau die Informationsmesse für FU Studierende, die ins Ausland gehen wollen, statt.

Informationen dazu gibt es: hier.

Studentische Umfrage zur Studierbarkeit/KfL/StuPa

RonnyAllgemeines, FU, Hochschulpolitik 0 Kommentare »

Seit einiger Zeit läuft eine von der FSI Orientexpress konzipierte und vom AStA durch Druck unterstütze Umfrage zur Studierbarkeit von Studiengängen an der FU Berlin.

Die Diskussion darüber läuft insbesondere auf dem Blog von FUWach, weshalb hier stellvertretend auf einen Artikel und die sich anschließende Diskussion in den Kommentaren hingewiesen sei.

Die Umfrage war gestern auch kurz Thema in der Kommission für Lehre (dort war sie zur Information mit den Sitzungsunterlagen verschickt worden): Die neue Vorsitzende der Kommission und neue Vizepräsidentin der FU, Frau Keitel-Kreidt machte deutlich, dass sie methodische Probleme bei dieser Umfrage sehe. Als Alternative schlug sie eine Neu-Auflage der Umfrage vor, wie sie das Präsidium bereits letztes Jahr durchgeführt hatte, wobei auch diese dann verbessert werden müsste.

(Anmerkung: Frau Keitel-Kreidt machte, obwohl sie gestern wegen einer Terminüberschneidung nur kurz Zeit hatte, einen hervorragenden Eindruck. Studentische Interessen dürften in Zukunft in der KfL besser aufgehoben sein als zuletzt. Eine Veränderung der Arbeitsweisen so, dass unsere Kritiken an Studiengängen in Zukunft tatsächlich umgesetzt werden können, ist avisiert und könnte helfen, in Fragen der Lehre hin und wieder tatsächlich zu Verbesserungen zu kommen.)

Die Studierbarkeitsumfrage wird außerdem morgen, 18 Uhr, in der Sitzung des Studierendenparlaments in der Silberlaube, Raum K 24/21 Thema sein.

Exzellenzbewerbung der FU nützt auch den Studierenden

Wolf DermannAllgemeines, FU, Hochschulpolitik, LHG 2 Kommentare »

Die Liberale Hochschulgruppe hat heute ihre Flyerkampagne für die Bewerbung der FU im Exzellenzwettbewerb gestartet. Unter dem abschließenden Slogan “Ich will Chancen für die FU” gibt es vier Flyer, die jeweils andere Aspekte der Exzellenzanträge der FU und ihren Nutzen für die FU-Studis aufzeigen.

Als einen Bruch mit ihrem – in diesem Blog deutlich sichtbaren – sehr kritischen Umgang mit der Leitung der FU will die LHG die Aktion nicht verstanden wissen. Wichtig ist aber aufzuzeigen, dass die beantragten Millionenzuschüsse die Situation an der FU allgemein verbessern würden und dass dabei natürlich auch etwas für die Studierenden und die Studienbedingungen bei abfällt.

Die LHG wendet sich mit der Aktion vielmehr gegen die Kampagne der Aktivisten im AStA-Umfeld, denen ein logischer Begründungszusammenhang für ihre Aktionen gegen die Begehung der FU durch die Gutachter in diesen Tagen fehlt. Schließlich ist nachdem seit November schon Gelder im Rahmen des Programms an die Gewinner der ersten Runde ausgezahlt werden, eine etwaige Verhinderungskampange gegen die Exzellenzinitiative selbst unsinnig. Und eine Kampagne mit dem Ziel “Nehmt andere Unis, nicht uns” könnte nur begründet sein, wenn der Gewinn an der FU für uns Studis negative Auswirkungen hätte. Das das Gegenteil eher der Fall ist, zeigen wir in unseren Flyern:

Ich will … viel mehr Lehrveranstaltungen

Gewinnt die FU Zuschläge im Exzellenzwettbewerb, dann werden etliche neue Stellen für Wissenschaftler eingerichtet. Da alle zusätzlichen Wissenschaftler ein Lehrdeputat von 4-9 Stunden pro Semester haben, springen für uns automatisch mehr Lehrveranstaltungen raus.

Das bedeutet mehr Auswahl an Seminaren mit unterschiedlichen Schwerpunkten und auch softere NCs für Studierwillige.

Ich will … ganz viele Promotionsstudiengänge

Im Gegensatz zu fast allen anderen Hochschulen im Exzellenzwettbewerb hat die FU im Hauptantrag nicht nur Forschungsprojekte im Aufgebot. Mit der Dahlem Graduate School will die FU gleich einige Millionen Wettberwerbsgelder in Promotionsstudiengänge in allen Fächern stecken.

Mit Förderanträgen für zwei weitere Graduiertenschulen in Literatur- und Islamwissenschaft will die FU auch vor Ort für bessere Promotionsbedingungen sorgen. Am John-F.-Kennedy Institut, das in der ersten Runde erfolgreich war, führte der Wettbewerbserfolg sogar dazu, dass das Institut wegen zusätzlicher Stellen nun doch einen Bachelorstudiengang einführen konnte.

Ich will … neue Chancen für kleine Fächer

Im Gegensatz zur Bewerbung der HU sind bei uns nicht die kleinen Fächer in Gefahr, wenn die FU erfolgreich sein sollte. Im Gegenteil: Die FU geht ausgerechnet mit den kleinen Fächern, wie den Regionalwissenschaften oder den Altertumswissenschaften in den Wettbewerb.

Ich will … geförderte Geisteswissenschaften

Fällt was beim Wettbewerb für die FU ab, dann trifft es auch die Richtigen. Denn in der ersten Runde wurden fast nur Natur- und Ingenieurswissenschaften unterstützt. Die FU ist ausschließlich mit Geistes- und Sozialwissenschaften am Start, die eindeutig mehr Förderung benötigen!

Für die Autonomen und FSI-Aktivisten im AStA steht trotzdem fest: „Wenn die FU zur Elite-Uni wird, werden wir uns nach der Scheiße zurücksehnen, die wir jetzt schon haben.“

Die Begehung durch die Exzellenzgutachter soll daher gestört werden, im Protestaufruf heißt es weiter: „Kreativ-Kram wie altes Gemüse, Farben, Hundescheiße, Kostüme, usw. sind sinnig, Hauptsache die Elite-Leute haben hinterher keine Lust mehr auf die FU.“ Wollt ihr das? Wir nicht!

Ich will … Chancen für die FU!

FUWatch zur CeDiS-Umfrage “e-learning”

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Zurecht kritisch und auf den Punkt gebracht fasst Niklas die Ergebnisse der neuesten CeDiS-Umfrage zum Thema e-learning zusammen:

Konkret sieht “E-Learning” an der FU also wie folgt aus: Dozierende und Studierende laden Lernmaterialien in das System, wenn es hoch kommt gibt es mal einen kurzen Wortwechsel im Forum (und “kurz” meint, es kommt nicht wirklich eine Diskussion zustande) und der/die Dozierende postet hin und wieder ein Annoucement. That’s it.

Interessant ist auch der Kommentar von Bruce Spear, offensichtlich ehemaliger Mitarbeiter der CeDiS, in welchem dieser im Anschluss an Niklas’ Beitrag feststellt, dass dort eigentlich stets die falschen Fragen gestellt werden. Grund:

The problem with such descriptive, “customer satisfaction” surveys is that they assume we are all stupid, passive consumers and should be content with things that are “nice to have” and the status quo.

Und seine Abschlussfragen beschäftigt uns alle regelmäßig, die wir uns an dieser Hochschule einzubringen versuchen: Ist es eigentlich möglich, an der FU Berlin die richtigen Fragen zu stellen – und zwar so, dass am Ende auch Antworten gegeben werden können, die uns voranbringen? Oder in Bruce’ Worten:

I would think FU students, faculty, and tax-payers deserve more. But I haven’t figure out where at the FU are such questions being asked? Have you any idea of who else is asking such questions, and if not, who at the university ought to be asking them?

Kuratorium: Auf dem Weg in die Exzellenz

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Donnerstag tagte das Kuratorium 3 1/2 Stunden, diesmal im Senatssaal, und sorgte sich insbesondere um das zukünftige Wohl der Naturwissenschaften an der FU Berlin.

Anwesend waren 9 der 10 Mitglieder. Dass Herr Sattelberger, früher Personalvorstand bei Continental und vor einem Monat als Personaler zur TELEKOM gewechselt, momentan andere Probleme hat, als sich um die strategische Ausrichtung der FU zu kümmern, mag verständlich sein – 50.000 Mitarbeiten sourcen sich nicht von alleine aus…

In den dreieinhalb Stunden ging es um die großen und kleinen strategischen Ausrichtungen der FU Berlin. So berichtete der Vorsitzende Erichsen aus der KBU (Konferenz der Berliner Universitäten – wobei damit nur die drei großen gemeint sind), dass in Zukunft die Bibliotheken ihre Beschaffung gemeinsam durchführen wollen, man die Anpassung der Semesterzeiten an den europäischen Kalender im Rahmen der Entscheidungen der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wolle und FU, HU und TU an einer frühzeitigen Einbeziehung in die Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes stark interessiert seien. Diese Kooperation zwischen den drei Universitäten sei, so Präsident Lenzen, unbedingt notwendig, denn nur weil sie kooperierten, hätten sie eine Bestandsberechtigung als eigenständige Universitäten.

Präsident Lenzen informierte weiter, dass es in der zweiten Juliwoche die offizielle Ämterübergabe von altem zu neuem Präsidium geben solle. In der Kuratoriumssitzungen waren auch schon eine Reihe neuer Präsidiumsmitglieder anwesend.

Die FU wird zudem in Zukunft ein gemeinsames Qualitätsbenchmarking mit der “Eliteuni” LMU in München durchführen. Man will sich an den eben an den besten messen. Gelobt wurde das CHE-Ranking, wo die FU gut abgeschnitten hat, kritisiert wurde das Fokus-Ranking, in dem die FU nicht so gut abschließen konnte. Das Übliche Spielchen aller Uni-Leitungen… Achja, und die FU hat ein Büro in Peking eröffnet, für das das Präsidium den dortigen DAAD-Referenten abgeworben hat. Ansonsten sucht der Präsident mit der städtischen Wirtschaft und Wowereit nach Clustern, die gemeinsam beackert werden können. Gefunden wurde unter anderem die Idee eines “World Cultural Forum”, das sich am Davoser Weltwirtschaftsforum orientiert. Wowi soll ganz hin und weg sein… :-)

Dann hatte ich ein paar Fragen, auf die es vom Präsidium nur ausweichende Antworten gab, auf die hier aber hingewiesen sein soll:

1. Auf meine Frage, wie es sein könne, dass die FU in der ZEIT von vor einer Woche eine Anzeige für Master-Studiengänge einstelle, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal beschlossen waren, log korrigierte Präsident Lenzen, dass es sich nicht um MA-Studiengänge sondern nur um Fächernamen gehandelt habe, obwohl darunter tatsächlich exakt die Namen von MA-Studiengängen waren, die erst 6 Tage nach Schalten der Anzeige überhaupt vom Akademischen Senat beschlossen werden sollten.

2. Gefragt, ob Präsidium von Fachbereichen beschlossene Berufungslisten aus inhaltlichen und nicht nur formellen Gründen zurückweise, bestätigten Präsident Lenzen und Vizepräsident Hempfer, dass es sich dabei um gängige Praxis handele – man müsse ja “Qualitätskontrollen” durchführen. Dass es für diese Praxis keinerlei rechtliche Grundlage gibt, ist feste Meinung der Liberalen Hochschulgruppe an der FU Berlin! Das Präsidium hat die Berufungslisten nach dem Gesetz an den zuständigen Senator weiterzuleiten, der dann eigenständig eine Prüfung vornehmen darf.

3. Vizepräsident für Lehre, Herr Väth gab auf Anfrage zu, dass viele BA-Studiengänge an der FU Berlin die internationale Mobilität der Studierenden behindern (dies sei europaweit ein Problem). Die Forderung der Bologna-Minister, mehr Flexibilität und dadurch mehr Mobilität zu ermöglichen, könne aber frühesten bei der Evaluation der neu eingeführten Studiengänge geben. Dass wir Studierenden, etwa in der Kommission für Lehre, schon oft diese Fragen angesprochen hatten – ich erinnere nur an den hochgelobten BA Psychologie -, unsere Kritik aber dort nicht gerne gehört wird, sei hier nochmal hervorgehoben.

Im weiteren Verlauf des Kuratoriums wurden dann noch bei meiner Enthaltung die Gebühren für den reformierten weiterbildenden Masterstudiengang Gender-/Diversitystudies von 500 Euro auf 1200 Euro erhöht.

Und zum Abschluss gab es dann den geplanten Höhepunkt der Sitzung: Die Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der Naturwissenschaften an der FU Berlin. Geladen waren sieben Univ.-Profs, die begründen sollten, warum die Naturwissenschaften bei der Exzellenzinitiative eher schlecht abgeschnitten hatten und wie sie sich die Zukunft vorstellen:
Deuflhard (FB Mathe/Inf), Schütte (FB Mathe/Inf), Handy (FB Geo), Haucke (FB Bio/Che/Phar), Wolf (FB Physik), Wieler (FB Vet-med.), Hengge (FB Bio/Che/Phar – die einzige weibliche Vertreterin) und Haag (FB Bio/Che/Phar).

Überraschend jung und gut präsentierten Haag (etwas zittrig im Vortrag, aber kein Wunder vor den kritischen Augen von Kuratorium und Präsidium) und Handy (mit nettem schweizer Akzent) die beiden Schwerpunkte der FU im Bereich der Naturwissenschaften: “Molecular Science” und “Earth & Planetary Sciences”. Nach der Präsentation läuft eigentlich alles ganz gut, es fehlt noch eine bessere Anbindung am die Industrie und zu stärken sei die Kooperation mit den anderen Universitäten in der Region.

Die Diskussion verlief relativ lahm; nur zwei Highlights gab es: Staatssekretär Husung regte sich künstlich auf, als einige Probleme bei der ersten Runde der Exzellenzinitiative aufgeführt wurden – diese Kritik könnte ja in der jetzigen Runde schädlich sein. Kritik dürfe nicht öffentlich geäußert werden, sondern müsse hinter verschlossenen Türen debattiert werden. Sehr typisch in diesen Tagen, in denen alles “strategisch”, “wichtig” und “exzellent” sein muss, aber kein Raum und keine Zeit für echte und offene Diskussionen mehr bleiben. Den zweiten Höhepunkt bot dann aber das schweizerische Kuratoriums-Miglied Frau Heidi Diggelmann:

Sie kritisierte, dass die neuen Strategiedebatten weg von Personen gingen, und nur noch die übergeordnete Universität mit “großen, unpersönlichen Zielen” im Zentrum stehe. Junge Forscher würden in der managementintensiven Universität verheizt werden. Deutschland habe es zwar in der Vergangenheit verpasst, für akademische Vernetzung und Kooperation mit der Industrie zu sorgen, verfalle aber nun von einem Extrem ins nächste. Die Universität brauche aber nicht nur Finanzierung durch “Exzellenz”, sondern ein breites Spektrum an Finanzierungen. Sie brauche auch Querdenker, die nicht dem neuen Mainstream folgen, sondern für neue Ideen sorgen und auch den aktuellen Entwicklungen kritisch gegenüber ständen.

Präsident Lenzen versuchte nochmal schwächlich zu kontern, man habe ja Einrichtungen eingesetzt, die die Forscher von Managementaktivitäten entlasten würden, aber das großartige Statement von Frau Diggelmann überstrahlte diesen müden Versuch um Längen: Weil es richtig war!

Das Schlusswort des Vorsitzenden Erichsen: Er sehe die Naturwissenschaften nach der Präsentation auf einem besseren Weg, als er das angenommen hatte, die Erneuerung gehe voran und man solle die Entwicklung in der Zukunft weiter verfolgen.

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Das Kuratorium ist so etwas wie der “Aufsichtsrat” der FU Berlin. Hier werden alle zentralen finanziellen und strategischen Entscheidungen offiziell getroffen. Die Mehrheit haben Externe; die vier Statusgruppen der FU sind mit je einem/einer Vertreter/in dort vertreten.