Frischer Wind in die KfL
RonnyAkademische Gremien, Hochschulpolitik, FU, LHG, Allgemeines Kommentar schreibenGestern tagte wieder einmal die Kommission für Lehre (KfL). Und was lange Zeit - unter Vizepräsident Väth - nicht möglich war, wurde möglich: Nicht erst ein oder zwei Tage vor dem Akademischen Senat durften wir über den Unterlagen sitzen, sondern ganze 8 Tage. Frau Keitel-Kreidt hat dies möglich gemacht, die von den Verwaltungsabteilung gegen deren anfängliches Murren eine frühere Bereitstellung der Dokumente verlangt hat - und auch wenn man diesen frischen Wind noch nicht als Sturm bezeichnen kann, so ist das doch immerhin schon ein Brise, die uns rußverdreckte Maschinisten auf dem Ozean-Dampfer “Freie Universität” um die Ohren weht. Davon verändert das Schiff noch lange nicht seinen Kurs, aber die Mannschaft bekommt immerhin etwas frische Luft.
Ich erlaube mir diesen kleinen Exkurs, weil die Tagesordnung ansonsten überschaubar ist. Die wichtigsten Ergebnisse und Neuerung in Kürze:
1. Ab kommenden Semester wird es innerhalb der allgemeinen Berufsvorbereitung (ABV) die Möglichkeit geben, 20 bis 30 LP (also unter Umständen das komplette Modul) durch ein Auslandspraktikum zu erfüllen.
2. Ab dem Wintersemester gibt es über die Universität ein ERASMUS-Förderprogramm geben, durch welches Studierende für studienbegleitende Auslandspraktika mindestens 200 Euro Unterstützung erhalten können (die Förderlinie der EU heißt “Mobility of Individuals”). Die genaue Höhe wird in naher Zukunft bestimmt.
3. Der Diplomstudiengang Politikwissenschaft wird ab Herbst der letzte Studiengang sein, in dem noch Studierende mit dem Abschlussziel “Diplom” zugelassen werden. Die noch bestehenden Diplomstudiengänge Informatik, Physik und Mathematik werden zwar nicht formell aufgelöst, aber es sollen keine Studierenden mehr zugelassen werden (sondern nur noch in den betreffenden BA-Studiengängen).
4. Der Vizepräsidentin Keitel-Kreidt wurde zu Sitzung von der internen Controlling-Abteilung ein ausführlicher Bericht zum Studienerfolg der im Wintersemester 04/05 zugelassenen Studierenden in den neuen Studiengängen vorgelegt. Auch wenn sie ihn noch nicht prüfen konnte, sagte sie uns nach einem ersten Blick, dass die Abbrecherquoten (katastrophal [dieses Wort hat sie nicht benutzt, aber so sah es aus]) hoch seien. Die KfL soll beim nächsten Mal in jedem Fall einen Bericht über den Bericht erhalten; ob wir ihn komplett zu sehen bekommen, war noch unklar.
5. Die Satzung für Allgemeine Prüfungsangelegenheiten (SfAP), die zentral für alle Fachbereiche Grundsätze der Prüfungsordnungen regelt, wird demnächst überarbeitet. In welche Richtung das gehen wird, ist noch unklar.
6. Ein Kommilitone, der die aktuell laufende Studierbarkeits-Umfrage mit betreut, war anwesend und erhielt durch die Vize-Präsidentin die klare Aussage, dass eine Ankündigung der Umfrage über alle ZEDAT-Adressen durch den Präsidenten abgelehnt worden wäre. Im persönlichen Gespräch teilte mir der Kommilitone mit, dass seiner Grupper seitens der für Studienerfolg zuständigen Abteilung/Arbeitsgruppe im Präsidialamt zugesagt worden wäre, bei der kommenden universitären Umfrage zu diesem Thema beteiligt zu werden, eine Rückmeldung nach dieser Ankündigung bis heute nicht erfolgt sei. Es sei an dieser Stelle ausdrücklich betont, dass eine Beteiligung von Studierenden bei der Durchführung im Vor- und Nachhinein dieser nächsten Umfrage unabdingbar ist, unabhängig davon, welche Ergebnisse die studentische Umfrage zeigen wird!