Sep 29
In einem Brief des Geschäftsführenden Institutsdirektors der Publizistik, Univ.-Prof. Dr. Hermann Haarmann, an das Institut teilt dieser mit, dass die Publizistik wie schon länger abzusehen zum 1. Oktober von Lankwitz nach Dahlem umzieht und dass auch alle Lehrveranstaltungen bis auf die Praxisseminare auf dem Hauptcampus stattfinden werden.
Zudem soll die Lehrbuchsammlung in das Osteuropa-Institut (OEI) umziehen und für den restlichen Buchbestand ein Shuttle-Service eingeführt werden, damit man auch von Dahlem aus Bücher ausgeliehen werden können, was nicht nur für die Publizisten ein Gewinn sein wird.
In einem Nebensatz fällt dann allerdings auch das Wort von einer neuen sozialwissenschaftlichen Bibliothek:
Der Geisteswissenschaftlichen Bibliothek im herrlichen Foster-Bau wird in Zukunft eine Sozialwissenschaftliche folgen, in die auch unser Bibliotheksbestand eingefügt werden soll.
Davon war bislang in den Gremien nichts zu hören, zumindest ist davon nichts öffentlich geworden. Abwegig ist es nicht, schließlich ist das Konzept der Bibliotheksverwaltung eine mittlere Konzentrierung der Bibliotheken, weg von kleinen Instituts- hin zu größeren Bibliotheken unterhalb der Universitätsbibliothek. Aber schon interessant, dass man davon zum ersten Mal im Brief eines Institutsdirektors hört.
Man muss jetzt mal schauen, wie viel an der Sache dran ist - und wo eine solche Bibliothek anzusiedeln sein wird.
Sep 24
Unser AStA berichtet von einer Verzögerung bei den Zulassungsverfahren, die wohl insbesondere auch mit der Vergabe der Modul-Nebenfachangebote zusammenhängt:
In einer Woche beginnt das Wintersemester, in drei Wochen die ersten Vorlesungen – und dennoch wissen viele StudienbewerberInnen der FU Berlin immer noch nicht, ob sie einen der begehrten Plätze erhalten haben. Während die meisten deutschen Universitäten schon längst ihre Ab- oder Zusagen verteilt haben, vertröstet die FU ihre BewerberInnen auf „Ende September“. Viele sind bis heute ohne jede Nachricht von der FU, langsam liegen die Nerven blank.
Die genaue Anzahl der unerledigten Bewerbungen ist unbekannt, jedoch häufen sich vor allem in der Hochschulberatung des AStA in den letzten Wochen die Anfragen verunsicherter AbiturientInnen: Bin ich genommen oder nicht? Was mache ich im Falle einer Ablehnung? Soll ich einen anderen Studienplatz annehmen? Warum passiert nichts?
[…]
Der Bericht des AStAs ist ausführlich, weshalb hier nichts weiter hinzugefügt werden muss.
Anmerken möchte ich allerdings, dass ich solche ausführlichen Berichte seitens des AStAs begrüße und gerne öfters hören möchte. Eine regelmäßigere Berichterstattung über Entwicklungen, die dem AStA zu Ohren kommen und die für uns Studierende von Interesse sein könnten, gehört zu den Aufgaben der gewählten Studierendenvertretung und würde die Rolle der Studierendenschaft deutlich stärken.
Sep 12
In einer gerade veröffentlichten Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist bekannt geworden, dass die Theaterwissenschaften der FU Berlin ein auf zunächst sechs Jahre befristetes Internationales Forschungskolleg erhalten. Dies ist eines von dreien innerhalb Deutschlands, die zusammen mit 28 Millionen Euro auf sechs Jahre gefördert werden:
Prof. Dr. Erika Fischer-Lichte / Prof. Dr. Gabriele Brandstetter
Freie Universität Berlin, Theaterwissenschaften
Verflechtungen von Theaterkulturen
Dieses Kolleg geht von der Hypothese aus, dass Verflechtungen von Theaterkulturen, die durch die internationale Zusammensetzung von Ensembles, in der Zusammenarbeit von Künstlern unterschiedlicher Kulturen und nicht zuletzt an weltweit verbreiteten internationalen Theaterfestivals in Erscheinung treten, nicht zu einer Homogenisierung der Theaterkulturen der Welt führen, sondern im Gegenteil eine neue Diversifizierung hervorbringen.
Sep 10
Schon im Mai hatte ich von seltsamen Entwicklungen beim Berufungsverfahren zur Junior-Professur am John-F-Kennedy-Institut berichtet. Einen Tag später wurde mir die Sache erst richtig bewusst, als Ähnliches auch aus einem weiteren Berufungsverfahren zu hören war. Und im Kuratorium meinte Präsident Lenzen wenig Zeit später auf eine Anfrage von mir, dass die Ablehnung von Professuren seitens des Präsidiums Normalität sei.
In der OSI-Zeitung vom Juli hat Florian Schatz zusammenfassend über die Berufungspraktiken des Präsidiums berichtet: Die Ausgabe als PDF.
Jetzt hat es die Sache auf Spiegel Online geschafft, wo ausführlich berichtet wird, gewürzt noch mit etwas politischem Zündstoff.
Hier zeigt sich, dass sich ernsthaftes studentisches Engagement lohnt: Informationen sammeln, Entwicklungen transparent machen und Diskussionen anfachen, die über das Gut und Schlecht an unserer Universität geführt werden müssen. Nicht der AStA mit seiner mehr als eine halbe Million Euro Budget, sondern wir von der Liberalen Hochschulgruppe haben - mit ein bisschen Nachhaken und Interesse an wirklich wichtigen Fragen der FU - schon vor Monaten Uni-intern öffentlich gemacht, was nun einem Publikum deutschlandweit präsentiert wird.
Sep 03
Gegenüber dem Henry-Ford-(der-Zweite)-Bau, am Beginn der Sommer-Liegewiese zwischen den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften ist in den letzten zwei Wochen ein Kunstwerk gewachsen. Wem das riesige Bronze-Ding nichts sagt, so wie es mir nichts sagte, dem sei folgende Pressemitteilung des Präsidiums zur Kenntnis gegeben, die etwas Licht ins Dunkel bringt:
Presseeinladung
Berlin (31. August 2007) – Das Bankhaus Sal. Oppenheim jr. & Cie. und die Freie Universität Berlin laden Sie zu einer Pressekonferenz am Donnerstag, 6. September 2007, um 11 Uhr in den Henry-Ford-Bau der Freien Universität, 1. OG, Sitzungssaal des Akademischen Senats, Garystraße 35, 14195 Berlin, ein.
Anlass ist die Schenkung eines Kunstwerks des Berliner Malers und Bildhauers Volker Bartsch durch das Bankhaus an die Freie Universität. Die Skulptur „Perspektiven“ ist mit 12×9x7 Meter und einem Gewicht von 15 Tonnen die derzeit größte und komplexeste Bronzeskulptur in Deutschland. Die Freie Universität widmet das Kunstwerk jenen Erststudenten, die in der Gründungsphase der Universität wegen ihres Einsatzes für die akademische und politische Freiheit ermordet wurden. Teilnehmer der Pressekonferenz sind Matthias Graf von Krockow, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter des Bankhauses, Univ.-Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin sowie der Künstler Volker Bartsch.
Das Kunstwerk wird ab 15 Uhr im Rahmen eines feierlichen Festaktes im Henry-Ford-Bau an die Freie Universität Berlin übergeben. Wir laden Medienvertreter auch hierzu herzlich ein. Zu der Veranstaltung haben der Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, der Präsident des Abgeordnetenhauses Berlin, Walter Momper, und die Schauspielerin Anna Thalbach zugesagt.
Gewidmet ist es also den Erststudenten, die für ihren Einsatz für die Freiheit ermordet wurden. Auf die Idee, Studierende oder zumindest studentische Vertreter/innen zu der feierlichen Eröffnung einzuladen, ist man scheinbar wieder mal nicht gekommen - zumindest ist mir nichts dergleichen zu Ohren gelangt…