Berufungsverfahren der JFK-Juniorprofessur auf SPIEGEL Online

RonnyAllgemeines Kommentar schreiben

Schon im Mai hatte ich von seltsamen Entwicklungen beim Berufungsverfahren zur Junior-Professur am John-F-Kennedy-Institut berichtet. Einen Tag später wurde mir die Sache erst richtig bewusst, als Ähnliches auch aus einem weiteren Berufungsverfahren zu hören war. Und im Kuratorium meinte Präsident Lenzen wenig Zeit später auf eine Anfrage von mir, dass die Ablehnung von Professuren seitens des Präsidiums Normalität sei.

In der OSI-Zeitung vom Juli hat Florian Schatz zusammenfassend über die Berufungspraktiken des Präsidiums berichtet: Die Ausgabe als PDF.

Jetzt hat es die Sache auf Spiegel Online geschafft, wo ausführlich berichtet wird, gewürzt noch mit etwas politischem Zündstoff.

Hier zeigt sich, dass sich ernsthaftes studentisches Engagement lohnt: Informationen sammeln, Entwicklungen transparent machen und Diskussionen anfachen, die über das Gut und Schlecht an unserer Universität geführt werden müssen. Nicht der AStA mit seiner mehr als eine halbe Million Euro Budget, sondern wir von der Liberalen Hochschulgruppe haben - mit ein bisschen Nachhaken und Interesse an wirklich wichtigen Fragen der FU - schon vor Monaten Uni-intern öffentlich gemacht, was nun einem Publikum deutschlandweit präsentiert wird.

3 Reaktionen zu “Berufungsverfahren der JFK-Juniorprofessur auf SPIEGEL Online”

  1. Wolf Dermann

    Der AStA hat hierzu nun auch eine Pressemitteilung abgegeben. Der AStA analysiert darin falsch:

    Sanktioniert wird diese Strategie durch die sogenannte „Erprobungsklausel“ im Berliner Hochschulgesetz (BerlHG), die es den Hochschulen ermöglicht unter Umgehung der Vorschriften des BerlHG „neue Methoden der Führung und Leitung“ zu erproben. Diese paradoxe Klausel, mit der das Hochschulgesetz sich mehr oder weniger selbst aufhebt, liefert die Rechtfertigung für eigenmächtige Eingriffe wie wir sie im aktuellen Berufungsverfahren erleben. Der AStA FU fordert daher die ersatzlose Abschaffung der Erprobungsklausel.

    Die sog. “Erprobungsklausel” hat nämlich, entgegen der Behauptungen des AStA, dem Präsidium in dieser Hinsicht gar keine neuen Kompetenzen verliehen. Im Gegenteil: Durch die Erprobungsklausel wurden die Rechte der zentralen Gremien bezüglich der Berufungsverfahren sogar beschnitten. Seinen Eingriff in die Berufungsverfahren muss das Präsidium daher mit seiner allgemeinen Kompetenz der Rechtsaufsicht rechtfertigen. Diese Kompetenz hatte der Präsident der Hochschule aber schon seit jeher und nicht erst durch die, mit die Erprobungsklausel eingeführte Teilgrundordnung, die diese Kompetenz sogar auf die zusätzlichen Schultern auch der Vizepräsidentinnen und -präsidenten verteilt.Daher ist der Eingriff des Präsidiums aber gleichzeitig auch so schwerwiegend. Hatte man nämlich eigentlich versucht, durch die Erprobungsklausel das Berufungsverfahren fast ausschließlich in die Hände der Fachbereiche zu legen, versucht das Präsidium im Gegenteil, sich nun Kompetenzen hinsichtlich der Berufungsverfahren zu sichern, die weitestgehend denen des Wissenschaftssenators entsprechen. Die durch die so geänderte Erprobungsklausel eigentlich erhoffte Beschleunigung und Vereinfachung des Verfahrens wird durch die Eingriffe des Präsidiums nach Abschluss der Verfahren an den Fachbereichen meist um Jahre verzögert. Profitieren tun davon nur die jetzigen Professoren, die sich aus den nicht-ausgezahlten Gehältern für die nicht-besetzten Stellen für ihre eigenen Vorhaben bedienen können. Der dadurch erzeugte Lehrausfall scheint dagegen nicht zu stören.

  2. required

    Nach dem geschimpfe ueber den asta waere es nett, zur kenntnis zu nehmen, dass die beteiligten aus der berufungskommission lange ueberlegten, ob und wie sie an die oeffentlichkeit gehen sollten.
    Thematisiert wurde das ganze anfang august auch schon hier:
    www.fachschaftsinitiativen.de.vu

  3. Wolf Dermann

    Wir von der LHG tragen auch gerne dazu bei, die Weiterleitungsverweigerung des Präsidiums als ein allgemeines, andauerndes Problem zu “framen” und nicht nur als eine punktuelle Brüskierung von Sozialisten. Etwa dem Motto nach: “Wenn (selbst) Liberale über eine nicht-Berufung eines Sozialisten schimpfen, dann ist dass Problem tiefergehend als eine links-rechts-Reiberei”.
    Den FSI-Bericht über die Problematik hatten wir übrigens schon im August lobend in diesem Blog erwähnt. Würde mich freuen, wenn die FSIs in ihrem Blog - ähnlich fair - wenigstens dazu übergehen würden, unsere Trackbacks freizuschalten, vielleicht sogar Kommentare zuzulassen.

Einen Kommentar schreiben