Zöllner zürnt im FU-Kuratorium

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“Ich lasse mir nicht mal vom Regierenden Bürgermeister vorschreiben, wie ich Wissenschaftspolitik zu machen habe!”

So sprach heute im Kuratorium der Wissenschaftssenator Zöllner zu Präsident Lenzen auf dessen Ansage hin, bei welchen Punkten er (Lenzen) beim “Masterplan Wissenschaft” nicht mitgehen werde. Vorausgegangen war eine Vorstellung eben jenes Masterplanes, bei der Zöllner insgesamt zwölf Ziele formulierte - die hier aufzuzählen nicht nötig ist - ergänzt um die Information, dass es ihm letztendlich egal sei, wie diese erreicht würden. Sein Vorschlag des “International Forum of Advanced Studies” sei nur eine Variante, diese Ziele zu erreichen, und jeder bessere Vorschlag wäre gerne gesehen.

Insgesamt wurde deutlich, dass das gesamte Kuratorium sowie die anwesenden Präsidiumsmitglieder einhellig mit den grundsätzlichen Zielen des Wissenschaftssenators einverstanden sind, die Umsetzung in einer universitätsartigen Einrichtung, die MA- und Promotionsrechte besitzt und die die konzeptionelle Steuerung der Forschungsaktivitäten in Berlin übernehmen soll, jedoch ablehnt. Nachdem dieses klar wurde, wurde der Herr Senator etwas, naja sagen wir: “emotional”, blieb aber unfähig, die vielen richtigen Gegenargumente aus dem Saale mit eigenen Argumenten zu widerlegen.

Am Ende der über zweistündigen Debatte beschloss das Kuratorium dann einstimmig (bei Enthaltung des Senators, der auch Mitglied ist), die oben beschriebene einhellige Position dem Präsidenten als Verhandlungsempfehlung in einer Resolution offiziell in die Gespräche der nächsten Wochen mitzugeben.

Weitere Themen:

Exzellenz-Initiative: Die Ergebnisse der Exzellenzinitative wurden nochmals kurz und ohne großes Tamtam vorgestellt. In zwei bis drei Wochen wird klar sein, wie viel Geld genau an unsere Universität geht, danach werden die neuen Stellen ausgeschrieben. Insgesamt wird es sieben neue Professuren geben, dazu noch eine Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Da all diese nicht nur forschen sondern auch lehren werden, wird das auch positive Effekte auf die Studiensituation in den betroffenen Fächern haben. Eine genaue Berechnung der zu schaffenden Lehr-Kapazitäten sei aber zu kompliziert, so Kanzer (Verwaltungsleiter) Lange, auch weil unter Umständen die Promotionsstudierenden in den Graduiertenschulen mit in die Lehre einbezogen werden könnten. Im Zuge der Forschungsvorhaben würden zwar die Deputate (Lehrverpflichtungen) einiger Forscher reduziert werden, hierfür stünden aber Ausgleichsmittel zur Verfügung, die auf jeden Fall das Maß an Lehre garantieren sollen, die durch die Schaffung neuer Stelle zusätzlich vorhanden sein muss. Die Professuren seien - anders als an anderen Universitäten - auch mittelfristig durch die Fachbereiche finanzierbar und werden nicht im Zuge eines Verdrängungswettbewerbs nach Ende der Exzellenz-Förderung zu Lasten anderer Stellen gehen.

Die Zahl der Promotionsstipendien wird deutlich ansteigen, weil nicht nur in den drei geförderten Graduiertenschulen sondern auch über die Dahlem Research School (kurz: DRS), eine Dach-Graduiertenschule, die in der Hauptförderlinie des Exzellenzantrags der FU genehmigt wurde, solche Stipendien zur Verfügung stehen werden. Präsident Lenzen rechnet auch damit, dass noch Drittmittel über die neuen Strukturen eingeworben werden können, mit denen noch mehr solcher Stipendien entstehen könnten.

Das Kuratorium wird die Umsetzung der Exzellenzinitative ab sofort regelmäßig verfolgen; der Präsident wird zu jeder Sitzung seinem Bericht einen Abschnitt zu diesem Thema beifügen.

Psychologie-Aufnahmetest: Wie die Vizepräsidentin für Lehre, Keitel-Kreidt, mitteilte, hatte der zu diesem Semester erstmals stattfinde Ausfnahmetest für den Bachelor “Psychologie” ein klares Ergebnis: Einen signifakanten Unterschied zur Auswahl mit der Abiturnote gibt es nicht. Von den 2000 getesteten Studierenden wurden 126 zugelassen, von denen wiederum nur 6 Studierende es nicht über die Abinote geschafft hätten. Diese Studienkohorte soll jetzt weiter beobachtet werden, um zu sehen, wie die Studienerfolge bei diesen Studierenden aussehen.

Abbrecherquote bei Bachelor-Studiengängen: Wie auch schon andernorts zu lesen war, ist die Abbrecherquote in einigen BA-Studiengängen offensichtlich “erheblich” (Zitat Lenzen). Die Gründe dafür seien zum Teil überraschend, so Lenzen. Viele würden heute einfach schneller die Uni wechseln, aber ein Sockel von 20-25% seien universitätsgemachte Probleme, die man angehen müsse. Der offizielle Bericht hierzu wird dem Akademischen Senat und dem Kuratorium im November zugehen und dann diskutiert werden.

Die Sache “Scharenberg”: In den Medien und durch die studentischen Blogs war die Nicht-Berufung der Junior-Professur in der Nordamerikanistik bis zur Exzellenz-Entscheidung DAS Thema. Auf meine Anfrage, wie in dieser Sache weiter verfahren würde, informierte die Erste Vize-Präsidentin Lehmkuhl, dass der Institutsrat des John-F-Kennedy-Instituts (JFK) die Berufungsliste jetzt an die Berufungskommission zurückgegeben habe. Einige Mitglieder der Kommission seien zurückgetreten und würden auf einer der nächsten Fachbereichsratssitzungen ersetzt werden. Die Kommission müsse dann entscheiden, wie weiter zu verfahren sei.

“Graduation Day: Wenn es finanziell möglich ist, soll es 2008 zur 60-Jahr-Feier der FU Berlin zum ersten mal einen uniweiten Abschlusstag geben.

Lehr-Offensive: Lenzen wies erneut darauf hin, dass im Rahmen der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) eine Lehr-Initiative in der Diskussion sei. Hier könne es allerdings nicht um einen Wettbewerb gehen, weil die Lehre in einer solchen Form nicht vergleichbar sei. Vielleicht könne es aber so etwas wie eine Qualitätssiegel “Lehre” geben, über das Mittel für die Verbesserung von Lehre an die Hochschulen fließen könnte.

Unser AStA: hat wieder einmal sein Rede- und Antragsrecht nicht wahrgenommen. Der Stuhl der Studierendenvertretung blieb leer - und das, obwohl all jene politischen Fragen angesprochen und diskutiert wurden, die den AStA in den letzten Wochen beschäftigt haben.

Randnotiz: In einem Nebensatz ließ der Wissenschaftssenator im öffentlichen Teil der Sitzung fallen, dass der Erfolg von Berlin bei der Exzellenzinitiative am Abend vor der Entscheidung noch längst nicht sicher gewesen wäre. Mehr sagte er nicht dazu.

Neulich im Fachbereichsrat

Hilmar von OertzenHochschulpolitische Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Allgemeines 0 Kommentare »

Vielleicht ist es Euch auch schon aufgefallen, sofern Ihr mal am Wiwiss-Fachbereich Vorlesungen besucht haben solltet. Erstens ist es ziemlich laut geworden, da kräftig gebaut wird und zweitens fühlen sich die Hörsäle plötzlich viel enger an als sonst. Hm, da mag das Eine mit dem Anderen irgendwie zusammen hängen, aber nicht nur das denn es befinden sich in den Diplom Hauptstudiumsveranstaltungen jede Menge BA-Studierende und umgekehrt. Tja, so ist das nun mal in der Umstellungsphase von Diplom auf Bachelor und Master mag man da sagen und sich stumm damit abfinden, aber ich sage NEIN! Wir sind schließlich an einer „Elite Uni“ und nicht in einer Legebatterie. Deshalb habe ich das Problem in der letzten Fachbereichsratssitzung am vergangenen Mittwoch zur Sprache gebracht. Man habe schließlich genügend große Hörsäle an dieser Universität, auch wenn man dafür mal den Fußweg zu einem benachbarten Fachbereich in Kauf nehmen müsse. Denn es ist so viel angenehmer, wenn man nicht immer eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn kommen muss, damit man nicht wieder nur die „Logenplätze“ auf der Heizung erwischt. Jedenfalls erklärte man, sich dessen anzunehmen, da es ja auch im Interesse der Lehrenden sei, eine angenehme Atmosphäre im Vorlesungssaal zu haben. Außerdem hat der FBR eine Initiative gestartet, die versuchen wird, unseren Fachbereich von der Excellenzinitiative profitieren zu lassen. Aus unserer Gruppe wird sich Thomas in dieser Initiative voll für die Wiwiss ins Zeug legen. Man darf also gespannt sein.
Ich kann wirklich nur jedem raten, nicht immer alle solche Gegebenheiten einfach hinzunehmen! Sicher muss man nicht gleich Stinkbomben werfen, aber mit ein paar vernünftigen Argumenten, einer Priese Überzeugungskraft und einem Schuss Hartnäckigkeit kann man schon so einiges verändern, auch an unserer Uni… ;-)

Kuratorium tagt morgen

RonnyExzellenzinitiative, Kuratorium, Super-Uni, Akademische Gremien, Termine, LHG, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 0 Kommentare »

Nach längerer Sitzungspause tagt morgen mal wieder das Kuratorium der FU Berlin. Die letzte Sitzung war ausgefallen und die aktuelle von Anfang auf Ende Oktober verlegt worden, um die Ergebnisse der Exzellenzinitiative und den “Masterplan” des Wissenschaftssenators abzuwarten.

Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 13 Uhr
Henry-Ford-(II)-Bau, Senatssitzungssaal

Folgende Tagesordnungspunkte (TOPs) erwarten uns:

TOPs 1 - 5: Formalie, Berichte des Präsidenten und des Kuratoriumsvorsitzenden
TOP 6: Entlastung zur Haushaltsrechnung 2004
TOP 7: Haushaltsrechnung der FU für das Haushaltsjahr 2006
TOP 8: Deutsche Universität für Weiterbildung (Anmerkung: Gemeinschaftsgründung der FU Berlin und des Klett-Verlages)
TOP 9: Ergebnisse des Exzellenzwettbewerbs
TOP 10 Masterplan “Wissen schafft Berlin” des Wissenschaftssenators
TOP 11-12: Termine und Verschiedenes

In einem Brief an den Kuratoriumsvorsitzenden Erichsen hatte ich um die Aufnahme von weiteren Tagesordnungspunkten (bzw. Diskussionspunkten) gebeten:

1. Stärkere Einbeziehung der Kuratoriumsmitglieder in Verwaltungsvorgänge, weil das Kuratorium rechtlich verdammt hohe Kompetenzen hat, in seiner Entscheidungsfähigkeit aber vollkommen von den Informationsflüssen in der Zentralabteilung abgeschnitten ist.

2. Diskussion über die Rolle des Kuratoriums und der aktuell gelten Strukturen an der FU Berlin (im Hinblick auf die anstehende Novelle des Berliner Hochschulgesetzes).

3. Information über die Beteiligungen der FU Berlin und Diskussion über die daraus resultierenden Konsequenzen für Kosten/Nutzen sowie die Auswirkungen auf die Bezahlung von akademischen und nicht-akademischen Personal.

Mit Verweis auf die ohnehin schon lange Tagesordnung wurden diese Punkte allerdings auf die nächste Kuratoriumssitzung Ende November verschoben.

Ich denke, die Sitzung morgen wird bis ca. 18 Uhr gehen, länger geht es nicht, weil ein Teil der Mitglieder dann schon wieder weg muss. Das macht dann maximal 5 Stunden Sitzung in fünf Monaten - aus meiner Sicht deutlich zu wenig für ein Gremium mit derartigen Kompetenzen.

Unverdiente Statisten

Thomas EichentopfFU Veranstaltungen, Allgemeine Veranstaltungen, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 16 Kommentare »

Auf seiner Webseite berichtet der ASta von der erfolgreichen Störung der Erstsemesterbegrüßung im Henry-Ford-Bau. Nicht nur wurde Präsident Lenzen aber in der Begrüßungsrede der ASta-Referentin an den Pranger gestellt. Vielmehr geriet der eigentliche Zweck der Veranstaltung, die neuen Studenten herzlich in die Hochschulgemeinschaft aufzunehmen, zur totalen Farce. So stellte die ASta-Referentin die Frage, weshalb die Veranstaltung unter Polizeischutz stattfinden müsse? Der folgende Protest in Form von Stinkbomben gab jedoch die unmittelbare Antwort darauf.

Präsident Lenzen hielt mit deutlichen Worten entgegen und verwehrte dem ASta den Anspruch, demokratisch legitimiert zu sein. Die Feier steht somit in der Tradition der letzten Jahre, von beiden Seiten mehr als politisches Forum missbraucht zu werden, bei dem die Erstsemester zu Statisten werden. Hiervon möchten wir uns deutlich distanzieren.

Die Universität scheint geneigt, von sich aus die Vorgänge totzuschweigen. Der Bericht auf der FU-Hauptseite erwähnt die Ausuferungen in keinster Weise. Er zitiert allerdings Bischof Wolfgang Huber: „Wer die Wirklichkeit um sich herum kritisch betrachtet, muss auch lernen, mit dem eigenen Tun kritisch umzugehen. Das gehört zu den wichtigsten akademischen Erfahrungen, die ich Ihnen wünsche.“

UPDATE: Auch auf anderen Blogs werden die Ereignisse ausführlich behandelt.  Mehr oder weniger deutlich werden Sympathien für das Vorgehen geäußert. Der “Lenzen-Fanclub” feiert sich.

Zöllner sucht die Super-Uni

RonnyExzellenzinitiative, Super-Uni, Akademische Gremien, Presse, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 3 Kommentare »

Nu isses raus: Wissenschaftssenator Zöllner möchte eine Berliner Super-Uni namens “International Forum of Advanced Studies” gründen, wo die Super-Spitzen-Forscher der Berliner Unis und der ortsansässigen sonstigen Forschungseinrichtungen gemeinsam, mit ordentlich Geld und ohne störende demokratische Gremien arbeiten können. Einfach so, mit Liebe zum Detail und mit Freude, endlich dem nervigen Alltag der Lehre an der Heimatuniversität entkommen zu können. Dann haben wir in Berlin alles, was das Herz begehrt: Eine Super-Duper-Uni, eine Hurra-Elite-Uni, eine Fast-Hurra-knapp-die-Elite-verfehlt-Uni und dann halt noch den ganzen Rest.

Im Tagesspiegel heißt es neben diesen allgemeinen Informationen weiter:

In der rot-roten Koalition wurden Zöllners Pläne begrüßt. Wolfgang Albers, wissenschaftspolitischer Sprecher der Linkspartei, sagte, er halte es für sinnvoll, wissenschaftliche Ressourcen zu bündeln. Die neue Einrichtung sei eine „ausgezeichnete und international ausstrahlende Idee“, sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Jutta Koch-Unterseher. Voraussetzung sei, dass die Forscher nicht völlig aus ihren Heimatunis und -instituten abgezogen würden. Die neue Einrichtung müsste zudem „einen deutlichen Effekt für die Lehre haben“.

Koch-Unterseher deutete aber an, dass die SPD jetzt auch darauf dringen werde, an HU, FU, TU und den anderen Berliner Hochschulen für mehr Mitbestimmung von Studierenden, wissenschaftlichen und sonstigen Mitarbeitern zu sorgen. Es könnten jetzt „die Augen dafür geöffnet“ werden, dass man die neue internationale Einrichtung auf der einen Seite und mehr demokratische Mitbestimmung an den Unis auf der anderen sehen könne. Zöllner wies die Idee eines solchen „Gegengeschäfts“ vor der Presse empört zurück.

Haha, lustig: Die Super-Uni wird ein Hort der Freiheit für Forscher, vermutlich unter einem wohlwollenden Despoten, während an den Universitäten die Studierenden gemeinsam demokratisch entscheiden können, wie sie die abgezogenen Kapazitäten in der Lehre nicht verteilen können. Und Zöllner versteckt seine Begeisterung hinter gespielter Empörung. Wow!

In Realsatire ist diese Stadt auf jeden Fall exzellent!

Nachschreibeklausuren für Wiwiss

Hilmar von OertzenFU Veranstaltungen, FU, Allgemeines 1 Kommentar »

Apropos Nachschreibeklausuren:
nach der angeregten Diskussion Ende des letzten Semesters im Fachbereichsrat Wiwiss (siehe „Sitzung des Fachbereichsrates Wiwiss am 18.07.2007“) hat nun der erste (?) Lehrstuhl angefangen eine Nachschreibeklausur für Diplomstudierende anzubieten. Der LS Schreyögg verkündet Folgendes auf seiner Homepage:

„Im Wintersemester 07/08 wird eine Wiederholungsklausur für den Kurs “Führung: Motivation, Wandel, Wissen” von Prof. Schreyögg angeboten. Die Klausur wird mit den regulären Klausuren Ende des Semesters geschrieben; das Anmeldeverfahren unterscheidet sich ebensowenig. Zur Klausurvorbereitung werden zwei Übungsveranstaltungen von Nicolas Rohde angeboten. Einzelheiten werden hier zu gegebener Zeit veröffentlicht. (!)“

Zwar findet die Klausur im regulären Klausurzeitraum und nicht Anfang des Semesters statt - wie es vielleicht angenehmer gewesen wäre – dafür bietet der Lehrstuhl Übungsveranstaltungen an, sodass auch Studierende, welche die Vorlesung letztes Semester nicht besuchen konnten, ebenfalls auf die Klausur vorbereitet werden.

Weiter Informationen hier auf unserem Blog oder auf der Homepage des LS Schreyögg: www.fu-schreyoegg.de/

Zur Rolle der Hochschulräte und Kuratorien

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Telepolis hat einen interessanten und umfassenden Artikel zur Rolle der Hochschulräte veröffentlicht, in dem auch unser Kuratorium - in welchem ich der Vertreter der FU Studierenden bin - Erwähnung findet.

Hintergrund sind unter anderem Äußerungen des Telekom-Personalvorstands Sattelberger (Mitglied im FU Kuratorium) im Handelsblatt. Im gleichen Artikel wird insbesondere der Umfang des Einflusses von Wirtschafts-Managern auf die Hochschulräte beleuchtet. Zwar ist Sattelberger der einzige echte Wirtschaftsmanager in unserem Kuratorium, aber insbesondere der Hinweis am Ende des Telepolis-Artikels ist interessant: Es sei schwer nachvollziehbar, wie ein ehrenamtlicher, selten tagender Hochschulrat Entscheidungen treffen soll, die in diesem Rahmen eigentlich nicht mit ehrlichem Gewissen getroffen werden können.

So soll ich zum Beispiel nächste Woche (unter anderem) die FU Berlin mit einem Budget von über 350 Millionen Euro für das Jahr 2006 entlasten sowie vermutlich Empfehlungen im Kontext der gerade getroffenen Exzellenz-Entscheidungen abgeben, ohne bislang in die Planungen und Konzepte mit einbezogen worden zu sein.

Ich habe deshalb für eine der kommenden Sitzungen Tagesordnungspunkte beantragt, unter denen A) die Rolle des Kuratoriums und der Strukturen unter der Experimentierklausel und B) eine deutlich verstärkte Einbindung der Kuratoriumsmitglieder in administrative Informationsflüsse diskutiert werden sollen.

Kennenlern-Treffen der Liberalen Hochschulgruppe

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Lust, dich an der FU Berlin liberal zu engagieren?

Wir sind eine Gruppe von Studierenden, die sich selbst als “liberal” bezeichnen, unabhängig von der Zugehörigkeit oder Präferenz irgendwelcher Parteien oder sonstiger politischer Organisationen.

Wer unsere Arbeit kennenlernen möchte, kann das am kommenden

Mittwoch, 24. Oktober
ab 18:15 Uhr
in der “Luise” (U Bahnhof Dahlem-Dorf,
rechts die Hauptstraße 50m hoch)

tun. Wir werden euch unsere Arbeit vorstellen und für alle eure Fragen zur Verfügung stehen. Jede und jeder, die sich mit liberalem Geist an der Hochschule einbringen möchte, ist herzlich willkommen!

Lenzen im Interview

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Im Tagesspiegel äußerst sich Präsident Lenzen heute in einem Interview.

In Kürze: Den Begriff “Elite-Uni” lehnt er ab, Studiengebühren befürwortet er nur, wenn es parallel Stipendien-Systeme gibt, für eine Berliner Super-Uni kann er sich nicht erwärmen, Zukunftskonzepte für die Lehre sollen folgen und die FU Berlin wird die Führungsrolle in Berlin übernehmen.

AStA und Präsidium: Am Thema vorbei

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Unser Präsident Lenzen ist für die Exzellenz-Initiative. Unser Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) ist dagegen. Beide sind es sehr.

Unser Präsident schreibt (heute) in einer Mail an alle Studierenden: Weil wir jetzt Elite sind, wird die Lehre automatisch besser. Unser AStA schreibt: Er ist gegen jede Elite - und weil die FU jetzt Forschungs-Elite ist, wird Geld für die Lehre fehlen.

Wir von der LHG an der FU Berlin sind nicht dagegen, dass die Forschung der FU Berlin exzellent ist und dementsprechend gefördert wird. Wir glauben allerdings auch nicht, dass die Lehre von selbst besser wird, nur weil wir jetzt eine internationale Netzwerkuniversität mit einigen Exzellenzenclustern und Graduiertenschulen sind.

Gute Lehre braucht akademisches Personal, das nicht nur forschen sondern auch lehren kann. Gute Lehre braucht gut konzipierte Studiengänge (nicht dahingeklatschte, wie es im vergangenen Jahr zu erleben war), hilfsbereite Verwaltungen (vielen Dank an alle freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!), sinnvolle technische Hilfsmittel (die anders als das mackenbehaftete Campus-Management das Leben erleichtern, nicht erschweren) und ordentliche Studien- und Arbeitsbedingungen für Studierende und Mitarbeiter gleichermaßen (d.h. keine Einführungsseminare für 20 Personen mit 120 Leuten in einem Raum für 35).

Was gute Lehre nicht braucht sind Gezeter einer Studierendenvertretung, die sich regelmäßig auf Sitzungen rar macht, wo die von ihr bemängelten Vorgänge auf der Tagesordnung stehen (und gesuchte Informationen weitergegeben werden) und die von einer aktiven Koordinierung von Studierenden in Gremien und einer proaktiven Wissensvernetzung innerhalb der Universität nichts hält. Und, was gute Lehre auch nicht brauchen kann, ist seitenlanges Eigenlob durch einen Präsidenten, für den die “Neue Soziale Marktwirtschaft” eher eine “Neue Präsidiale Marketing-Wirtschaft” ist, dem der schöne Schein einer exzellenten Universität lieber ist als ernsthaft gute Studiengänge und Studienbedingungen.

Weder Konfrontationsrhetorik des AStAs (nicht zu sprechen von der Verschwendung von studentischen Geldern) noch die Aussitztaktik der Uni-Leitung verbessern letztendlich die Situation der Studierenden an der Universität. Exzellenz ist etwas Gutes, wenn sie nicht nur der Universität als Abstraktum sondern seinen Mitgliedern zu Gute kommt. Präsidium und AStA sind daher aufgerufen, ein Klima des konstruktiven Miteinanders zu schaffen, in dem Kritik und gegenseitiges Zuhören zu Verbesserungen führt - auch und insbesondere zum Wohle von uns Studierenden!

FU wird “Elite-Universität”

RonnyBundespolitik, Exzellenzinitiative, Presse, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

aktualisiert um 14:10 Uhr

Die FU Berlin ist Elite-Universität!

Das Gesamt-Förderkonzept der “Internationalen Netzwerkuniversität” wird nach der Pressemitteilung des Wissenschaftsrates damit genauso gefördert wie

zwei (von zwei beantragten) Exzellenz-Graduiertenschulen:
- Muslim Cultures and Societies: Unity and Diversity
- Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies

sowie zwei (von drei beantragten) Exzellenzcluster:
- Topoi. The Formation and Transformation of Space and
Knowledge in Ancient Civilizations
- Languages of Emotion

Weitere Sieger der zweien Runde sind:
- die Technische Hochschule Aachen
- die Uni Konstanz
- die Uni Freiburg
- die Uni Göttingen, und
- die Universität Heidelberg.

Wir warten auf die offizielle Verkündung, Reaktionen von Politik und Uni-Leitungen.

Wir werden Elite…

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…, zumindest, wenn man den ersten Vorabmeldungen trauen kann.

Wir halten euch auf dem Laufenden!

Gähnende Lehre an der FU Berlin

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Naja, gute Zeiten sind es nicht für die Lehre an der FU Berlin.

Auf der einen Seite versucht das Präsidium weiter erfolglos zu rechtfertigen, warum es eine Berufung am John-F-Kennedy-Institut abgelehnt hat. Alternativen gibt es auch nicht - und das wird auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen, die mit weniger Lehrpersonal ihr Studium bestreiten müssen.

Und am Otto-Suhr-Institut hat der (nach meiner Kenntnis im Rechtsstreit mit der FU befindliche) Prof. Dr. Joachim Jens Hesse kurzfristig am Montag alle seine Veranstaltung für dieses Semester abgesagt - wie heute auf den Gängen zu erfahren war, um in den Urlaub zu fahren. Genehmigt habe er sich das selbst. Wenn diese Information richtig ist, müssten aus meiner Sicht Disziplinarmaßnahmen folgen. Eine Frechheit ist es auf jeden Fall, erst am ersten Tag der Vorlesungszeit alle Veranstaltungen abzusagen!

Nicht zu sprechen von den vielen Studiengängen, die in den vergangenen beiden Semestern durch die Gremien gepeitscht wurden und von denen das Präsidium sagt: Jetzt beschließen wir die erst einmal - evaluiert werden können sie ja immernoch. Dass da in den nächsten beiden Jahren vermutlich viel Arbeit auf uns zu kommt, ist schon abzusehen. Und dass das die Situation nicht leichter macht, ist auch klar, wie Erfahrungen am Otto-Suhr-Institut zeigen: Durch mehrere Reformen laufen in der Politikwissenschaft unzählige Studienordnungen parallel, was gerade jetzt zu Beginn des Semesters zu Chaos bei der Lehrplanung und der Veranstaltungsorganisation führt.

Sollten wir übermorgen exzellent werden, mögen wir für die nächsten Jahre im Bereich der Forschung in den geförderten Bereichen gut aufgestellt sein. Im Bereich der Lehre müssen die Verantwortlichen auf zentraler Ebene und in den Fachbereichen noch eine Menge tun - administrativ und akademisch!

Schon wieder: Berufungsverfahren der JFK-Juniorprofessur auf SPIEGEL Online

Thomas EichentopfPresse, Hochschulpolitik, FU 1 Kommentar »

Erst Anfang September fasste Ronny die Entwicklungen um die vakante Junior-Professur am JFK noch einmal zusammen. Anlass war ein Bericht auf SPIEGEL Online zum Thema. Offenbar hat dieser für mehr Aufmerksamkeit gesorgt, als der Universität lieb sein kann. Es wird nicht im Interesse der Universität liegen, dass akademische Interna derart in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Der Ruf der Universität leidet. Welcher Professor will so ein Theater mitmachen? Attraktiver macht es die FU als Arbeitsplatz jedenfalls nicht.

Genau das allerdings könnte durchaus drohen, wenn die Universitätsleitung das Problem nicht alsbald in den Griff bekommt. SPIEGEL Online berichtet erneut zum Thema. Andere Professoren aus ganz Deutschland haben einen offenen Brief verfasst und Präsident Lenzen deutlich zum Umlenken aufgefordert.

Bleibt tatsächlich abzuwarten, wie dieser darauf reagieren wird - auch mit Blick auf die Exzellenzinitiative, deren Entscheidung nun kurz bevor steht und die in der Argumentation durchaus eine Rolle gespielt hat.

Kommission für Lehre: Keine Oktobersitzung

RonnyAkademische Gremien, Termine, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Die Kommission für Lehre (KfL), die sich mit allen Fragen von Forschung und Lehre und den relevanten Beschlüssen des Akademischen Senats (AS) in diesem Bereich befasst, tagt das nächste Mal erst am Dienstag, 6. November 2007, 16 bis 18 Uhr.

Die geplante Sitzung in der kommenden Woche fällt aus, da offensichtlich auf der Tagesordnung des kommenden AS keine Themen in unserem Kompetenzbereich stehen, so jedenfalls die Information in einem Brief von Carolin Krehl, Referentin der für die KfL zuständigen Vizepräsidentin Christine Keitel-Kreidt.

Hervorheben möchte ich allerdings noch einmal die Veränderungen der Arbeitsweise, die wir nach dem Wechsel des Präsidiums auf der Juni-Sitzung der KfL besprochen haben und die sich so auch im jetzt mitversandten Protokoll wiederfinden:

1. Die KfL tagt nicht mehr wie früher 1-2 Tage sondern 8 bis 10 Tage vor dem Akademischen Senat, um Änderungsvorschläge auch tatsächlich einbringen zu können. Unterlagen gehen an die Mitglieder zwei Wochen vor der AS-Sitzung, falls noch nicht endgültig fertig auch in Vorversionen.

2. An den Sitzungen nehmen jeweils auch ein/e Vertreter/in der Abteilung V (Lehr- und Studienangelegenheiten) sowie ein/e Verter/in des Rechtsamtes teil.

3. Entsprechend der Themen werden Fachvertreter/innen als Gäste in die KfL geladen