AStA und Präsidium: Am Thema vorbei

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Unser Präsident Lenzen ist für die Exzellenz-Initiative. Unser Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) ist dagegen. Beide sind es sehr.

Unser Präsident schreibt (heute) in einer Mail an alle Studierenden: Weil wir jetzt Elite sind, wird die Lehre automatisch besser. Unser AStA schreibt: Er ist gegen jede Elite - und weil die FU jetzt Forschungs-Elite ist, wird Geld für die Lehre fehlen.

Wir von der LHG an der FU Berlin sind nicht dagegen, dass die Forschung der FU Berlin exzellent ist und dementsprechend gefördert wird. Wir glauben allerdings auch nicht, dass die Lehre von selbst besser wird, nur weil wir jetzt eine internationale Netzwerkuniversität mit einigen Exzellenzenclustern und Graduiertenschulen sind.

Gute Lehre braucht akademisches Personal, das nicht nur forschen sondern auch lehren kann. Gute Lehre braucht gut konzipierte Studiengänge (nicht dahingeklatschte, wie es im vergangenen Jahr zu erleben war), hilfsbereite Verwaltungen (vielen Dank an alle freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!), sinnvolle technische Hilfsmittel (die anders als das mackenbehaftete Campus-Management das Leben erleichtern, nicht erschweren) und ordentliche Studien- und Arbeitsbedingungen für Studierende und Mitarbeiter gleichermaßen (d.h. keine Einführungsseminare für 20 Personen mit 120 Leuten in einem Raum für 35).

Was gute Lehre nicht braucht sind Gezeter einer Studierendenvertretung, die sich regelmäßig auf Sitzungen rar macht, wo die von ihr bemängelten Vorgänge auf der Tagesordnung stehen (und gesuchte Informationen weitergegeben werden) und die von einer aktiven Koordinierung von Studierenden in Gremien und einer proaktiven Wissensvernetzung innerhalb der Universität nichts hält. Und, was gute Lehre auch nicht brauchen kann, ist seitenlanges Eigenlob durch einen Präsidenten, für den die “Neue Soziale Marktwirtschaft” eher eine “Neue Präsidiale Marketing-Wirtschaft” ist, dem der schöne Schein einer exzellenten Universität lieber ist als ernsthaft gute Studiengänge und Studienbedingungen.

Weder Konfrontationsrhetorik des AStAs (nicht zu sprechen von der Verschwendung von studentischen Geldern) noch die Aussitztaktik der Uni-Leitung verbessern letztendlich die Situation der Studierenden an der Universität. Exzellenz ist etwas Gutes, wenn sie nicht nur der Universität als Abstraktum sondern seinen Mitgliedern zu Gute kommt. Präsidium und AStA sind daher aufgerufen, ein Klima des konstruktiven Miteinanders zu schaffen, in dem Kritik und gegenseitiges Zuhören zu Verbesserungen führt - auch und insbesondere zum Wohle von uns Studierenden!

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