Aus der letzten Kuratoriumssitzung

RonnySuper-Uni, Lehre, Kuratorium, Akademische Gremien, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 3 Kommentare »

Mittwoch war die letzte Kuratoriumssitzung in dieser Legislaturperiode und auch die letzte Sitzung für dieses Jahr.

Auf der Tagesordnung standen neben den Punkten “Lehrveranstaltungsevaluation” und “Befragung der exmatrikulierten Bachelor-Studierenden” (die auch schon auf der Sitzung des Akademischen Senats von vorletzter Woche besprochen wurden) die Erhöhung der Studiengebühren für den weiterbildenden Masterfernstudiengang East European Studies von Klaus Segbers, der Bericht des Präsidenten aus dem Wissenschaftssausschuss sowie die Auswertung der Arbeit des Kuratoriums in den letzten zwei Jahren.

Zu den ersten beiden Punkten (Evaluation, BA-Befragung) ist einführend nicht viel zu sagen, die Inhalte sind im AS-Bericht bereits ausführlich präsentiert und Neues gab’s im Kuratorium auch nicht.
Ich habe aber insbesondere angemerkt, dass eine Evaluation, die auf die erworbenen Kompetenzen der einzelnen Studierenden abzielt - die also fragt, was man gelernt hat und nicht, wie die/der Dozierende drauf war - solange wenig sinnvoll ist, wie den meisten Dozierenden und den wenigsten Studierenden bewusst ist, dass es seit der Einsetzung der neuen Studiengänge überhaupt so etwas wie fachinterne und fachübergreifende Kompetenzziele gibt, die die universitäre Lehre vermitteln soll. Außerdem halte ich es für wenig sinnvoll, in der Mitte des Semesters erworbene Kompetenzen selbst einschätzen zu müssen. Ich kann das heute, am Ende meines Studiums, rückblickend sehr gut tun und mitteilen, welche Kurse (und Dozierende) mir welche besonderen Kompetenzen vermitteln konnten, aber das hätte ich kaum zum Zeitpunkt der Veranstaltungen feststellen können. Und drittens kommt es letztendlich darauf an, dass Lehrende und Studierende miteinander reden - wie erwachsene Menschen, die in der Lage sind, sich zu sagen, was ihnen gefällt und was nicht. Ob eine aufwändige Evaluierung zu zwischenmenschlicher Kommunikation beitragen kann, möchte ich bezweifeln. Aber schaden tut sie auch niemanden - und wer Evaluierung als ein Zwangsinstrument begreift, hat sowieso schon verloren.

Zur Befragung der exmatrikulierten BA-Studierenden kann man sagen, dass sie helfen wird, ein etwas differenzierteres Bild darüber abzugeben, wer aus welchen (Hinter-)Gründen die FU frühzeitig verlässt. In der Umfrage, die durch Wissenschaftlerinnen der FU durchgeführt wurde, wurden den abgegangenen Kommiliton/inn/en Fragen zur Einschätzung der Studienbedingungen, der Anforderungen, der eigenen Motivation, zu finanzieller und persönlicher Lebenssituation sowie zu möglichen Neuorientierungen (anderes Studium, guter Job etc.) gestellt. Daraus haben die Organisatorinnen der Umfrage vier Gruppen von Abgängern gebastelt:

36% haben sich verwählt.
25% fühlten sich überfordert (insbesondere in den Naturwissenschaften).
18% waren vom Studium enttäuscht.
21% sind freiwillig frühzeitig (an eine andere Uni oder in den Beruf) gewechselt.

Die Erkenntnis ist, dass nicht jede/r die/der geht, geht, mit der allgemeinen Situation an der Uni unzufrieden ist. Die Erkenntnis ist aber auch, dass eine ganze Menge junger Menschen gehen, weil sie offensichtlich vor Studienbeginn nicht ordentlich über die Anforderungen informiert waren. Zu erkennen ist ebenfalls, dass vielen der Start in das Studium nicht recht gelingt, und sie bei Problemen auch niemanden haben, an den sie sich wenden können. 60% verlassen die Universität, ohne sich je in eine Beratung begeben zu haben. Daraus ergibt sich meines Erachtens wenigstens dreierlei: Erstens, dass die Studierenden bereits vor Antritt ihres Studiums ordentlich über die genauen Inhalten und den exakten Aufwand (der sich in einigen Fächern insbesondere vor den Semesterferien immens kumuliert) informiert werden, den sie zu betreiben haben. Zweitens, dass den Studierenden möglichst schon vor dem ersten Vorlesungstag, also zu einem Zeitpunkt, wo die Wahl der Kurse, der Umgang mit Campus Management, das Zurechtfinden auf dem Campus etc. bereits zu Problemen führen, wirkliche Ansprechpartner zur Seite gestellt werden, die mehr sind als eine abstrakte “Sprechstunde” sondern die echte Hilfe und Problemlösung anbieten können. Und drittens braucht es eine Überarbeitung der Studiengänge dahingehend, dass die Studienorganisation einfacher möglich (z.B. transparenter und flexibler) ist und sich der Workload (Arbeitsaufwand) sinnvoll über das Semester verteilen lässt. Letztendlich sind dies ja auch Fragen, die nicht nur die Exmatrikulierten sondern auch diejenigen Studierenden betreffen, die sich trotz ihrer Probleme durch das Studium schleifen, obwohl ihnen das Leben mit besseren Bedingungen deutlich vereinfacht werden könnte.

Zu hören war, dass die Runde der Studiendekane (das sind die Verantwortlichen der Fachbereiche für die Lehre) von den Ergebnissen der Studie etwas geschockt gewesen seien und offensichtlich gewillt wären, Veränderungen anzustoßen - mal sehen ob das klappt. Die Umfrage wird auf Anfrage des Kuratoriums auch auf den Webseiten der FU veröffentlicht werden; ich habe darum geben, das möglichst umfassend zu tun, um nicht dem Vorwurf zu erliegen, eine Vorinterpretation der Daten vorgenommen zu haben. Mir wurde versichert, dass eine solche Interpretation nicht im Sinne der Verwaltung liege, weshalb die Studie auch von Wissenschaftlerinnen durchgeführt wurde; trotzdem sei es nicht sinnvoll, alle Roh-Daten zu veröffentlichen sondern dies sinnvoll komprimiert zu tun.

Danach berichtete Präsident Lenzen aus dem Wissenschaftsausschuss, wo die so genannte “Super-Uni” auf der Tagesordnung stand. Es sieht momentan danach aus, als ob sich alle Fraktionen, Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen eher einig wären, dass eine Über-Uni nicht sinnvoll ist und man sich letztendlich auf so etwas wie eine vernetzende und Gelder verwaltende Stiftung oder eine berlinweite “Plattform” einigen könnte, die aber nicht den Charakter einer eigenen Hochschulinstitution hätte. Nur der Senator scheint noch nicht ganz überzeugt… aber da er ja “ergebnisoffen” verhandeln wollte, wird er sich wohl demnächst auch etwas bewegen müssen.

Fehlt noch: Die Gebührenerhöhung des Fern-Masters “East European Studies” von (Achtung!:) 6.900 Euro auf 8.900 Euro - für vier Semester ja fast ein Geschenk. Prof. Klaus Segbers begründete in Abwesenheit diese Erhöhung mit der Tatsache, dass nicht genügend Studierende sich für diesen Studiengang entschieden hätten; es waren wohl nur 17 anstelle der angestrebten 30. Und weil das Geld sonst nicht ausreichte, müssten jetzt die Gebühren erhöht werden. Dass das inhaltlich und selbst ökonomisch absurd ist, habe ich sehr deutlich angemerkt und das Kuratorium beschloss dann auch mit knapper Mehrheit (bei meiner Gegenstimme waren 3 dafür; 2 enthielten sich), dass die Gebühren zwar jetzt erhöht würden, aber Herr Segbers in einem Jahr präsentieren müsse, dass der Studiengang überhaupt Anklang findet - ansonsten muss diesem ein Ende gesetzt werden.

Zum Abschluss gab’s dann noch eine kurze Diskussion über die vergangene und weitere Arbeit des Kuratoriums, das sich in den vergangenen zwei Jahren insgesamt nur 9 Male getroffen hat.
Anfang nächsten Jahres steht z.B. ein Nachtragshaushalt an und ich habe gebeten, mal alle Beteiligungen der FU aufzulisten und zu zeigen, welche Folgen das für den Haushalt aber auch für die Bezahlung von wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Person hat(te). Außerdem müsste mal über die ganzen technischen Systeme der FU gesprochen werden, die für viel Geld angeschafft wurden, die aber zum Teil bis heute noch Probleme bereiten.

Nach der Diskussion wurden die scheidenden Mitglieder des Kuratoriums verabschiedet - und nach vier Stunden Sitzung war diese Legislatur beendet.

Abschließend anzumerken ist, dass während des ganzen Jahres sich niemand vom AStA im Kuratorium gezeigt hat, obwohl dieser antrags- und redeberechtigt ist und viele Sachen, die besprochen werden, alle Studierenden (und damit den AStA als Vertretung der Studierendenschaft) direkt und indirekt angehen. Das ist nicht nur mir aufgefallen, sondern ich wurde auch mehrfach von der Frauenbeauftragten und Mitgliedern des Präsidiums darauf angesprochen, die es auch gerne sehen würden, wenn sich die Studierendenvertretung als kritischer Partner mehr zeigen würde. Aber auch Herr Sattelberger, der seit Anfang des Jahres Telekom-Personalvorstand und auch wieder Mitglied im kommenden Kuratorium ist, hat sich schon seit drei Sitzungen nicht mehr gezeigt - es gibt für Wirtschaftsvertreter scheinbar auch Wichtigeres, als Kuratoriumssitzungen…

Die nächste Sitzung des Kuratoriums ist voraussichtlich am 25. Januar 2008.

Akademischer Senat/Kuratorium

RonnyKuratorium, Lehre, Akademische Gremien, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Wenn auch mit 12 Tagen Verspätung findet sich im Blog der Fachschaftsinitiativen ein ausführlicher Bericht zur Sitzung des Akademischen Senats (AS), den ich als ausgesprochen informativ und politisch zurückhaltend bezeichnen möchte, wofür dem unbekannten Autor bzw. der Autorin gedankt sei.

Die dort dargestellten Punkte zur Lehrevaluation und den Abbrecherquoten werden auch Thema auf der in dieser Legislatur letzten Sitzung des (neuen) Kuratoriums an diesem Mittwoch sein, weswegen die “Vorabinfos” aus dem AS sehr hilfreich sind.

Sitzung des FBR-Wiwiss am 21.11.07

Hilmar von OertzenHochschulpolitische Veranstaltungen, Hochschulpolitik 0 Kommentare »

Wieder ein Mittwochmorgen und wieder wurde ins neu renovierte Kaminzimmer in der Boltzmannstr. 20 geladen. Übrigens, wer sich für die Belange des Fachbereiches interessiert und wie pragmatisch mit einigen Sachverhalten umgegangen wird, der sei herzlich eingeladen mal zu einer Sitzung des Fachbereichsrats zu kommen.
Themen, welche die Studierenden betrafen, waren zum einen der Vorschlag, Vorträge welche als ABV-Vorträge für Bachelorstudierende zugelassen sind, auch im Vorhinein als solche zu kennzeichnen. Der Grund war der, das einige BA-Studis zunehmend Forschungscolloquien – oder Ähnliche Veranstaltungen – besuchten, in der Hoffnung eine Unterschrift des jeweiligen Profs – für die Annerkennung als ABV-Vortrag – zu ergattern. Verständlich, denn bis zu 15 Vorträge zum Thema zu finden, kann durchaus in Stress ausarten. Daher ist der Vorschlag auch durchaus angebracht. Wie allerdings die Kennzeichnung aussehen soll, wurde noch nicht festgelegt, aber erkennbar sollte es sein.
Zum anderen scheinen sich die Bauarbeiten in der Garystr. 21 weiter hinzuziehen. Es müssen wohl, aus Sicherheitsgründen, die Fenster der Hörsäle Richtung Flur geschlossen werden. Stattdessen wird bereits heftig über die Alternativen diskutiert, um den Sommer ohne Hitzschlag im Hörsaal überstehen zu können. Von einer besseren Isolierung bis hin zur Installation von Ventilatoren (ähnlich wie in der Bib) war alles dabei. Mal sehen, was das Budget zulässt. Zum Glück sind alle an einer Konzentrationsfördernden Lösung interessiert. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen soll auch eine Ahnengalerie im Flur des Gebäudes installiert werden. Hierfür werden wohl die Infoboxen zunächst weichen müssen, wobei die Informationen der Infoboxen auf das Nötigste beschränkt werden sollen, um die Verlegung an einen anderen Platz im Gebäude zuzulassen. Schließlich sei es nicht im Interesse des FBR, auch im Zeitalter der digitalen Informationen, gänzlich auf die Infos aus den Boxen zu verzichten. Aber festgelegt hat man sich auch in dieser Sache bisher noch nicht endgültig. Wenn Ihr also Vorschläge etc. habt, könnt Ihr Euch gerne an uns wenden oder auch direkt an das Dekanat.
Interessierte Studis sind erfahrungsgemäß gern gesehene Studis…! ;-)

Intermezzo: Warum eigentlich Hochschulpolitik?

RonnyHochschulpolitik 0 Kommentare »

Idealismus. Selbstverwirklichung. Langeweile. Kreativität. Mitteilungsbedürfnis. Anderssein. Demokratie. Zeit. Diktatur. Lebensfreude. Wut. Karriere. Freundschaft. Revolution. Wissenschaft. Freiheit. Bürokratie. Gewissen. Beliebigkeit. Denken. Führung. Übergang. Anarchie. Koitus. Geld. Lachen. Spieltrieb. Anerkennung. Unverständnis. Eifersucht. Macht. Jugend. Reiselust. Elite. Charakterprobleme. Sucht. Himbeerwurst. Schlaflosigkeit. Liberalismus. Winter. Sommer. Menschen. Und. Und. Und.

Na, Gründe gefunden, Euch zu engagieren?

Dann tut es - bei der Liberalen Hochschulgruppe an der FU Berlin oder bei jeder anderen Gruppe, die sich einmischen mag und die Dinge nicht einfach so hinnimmt, wie sie sind (Ausnahmen: Nazis, Faschisten oder sonstige menschenverachtende und gewaltverherrlichende Gruppen). Und wenn ihr niemanden findet, zu dem ihr passt - dann gründet euch selbst und teilt dann allen mit, dass es euch gibt!

Gremien-Studis vernetzen sich

RonnyLehre, Akademische Gremien, Hochschulpolitik, FU 3 Kommentare »

Gestern Abend fand auf Initiative insbesondere von Sarah, studentische Vertreterin im Akademischen Senat, ein erstes uniweites Treffen von Studierenden aus den akademischen Gremien statt. Anwesend waren waren Menschen aus allen denkbaren Gremien: Berufungskommissionen, Prüfungsausschüsse, Institutsräte (IR), Fachbereichsräte (FBR), Akademischer Senat (AS), Kommission für Lehre (KfL) und Kuratorium. Auch zwei Vertreter des Hochschulpolitischen Referats des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) waren da. Insgesamt ca. 15 Menschen aus etwa 10 verschiedenen Gremien.

Diskutiert wurde zunächst der Sinn und Zweck eines solchen Treffens, wobei deutlich wurde, dass es zuvorderst um Informations- und Erfahrungsaustausch geht und bei Bedarf (und Sinnhaftigkeit) auch einmal gemeinsame Anträge oder Konzepte entwickelt werden können. Danach ging es zum einen um aktuelle Fragen, etwa die Masterzulassungen und die Neubesetzung von Gremien, zum anderen um die Art und Weise, wie wir die Vernetzung sinnvoll verstetigen können. Vereinbart wurden ein monatliches Treffen, bei dem in Zukunft insbesondere auch noch mehr Studierende aus den Naturwissenschaften einbezogen werden müssen, sowie die Nutzung von verschiedenen elektronischen Kommunikationsmitteln, die den Zwecken der Vernetzung dienlich sind.

Das Treffen gestern war atmosphärisch sehr angenehm, und wir konnten nicht nur erste Tipps und Tricks austauschen, wie man die engen Spielräume der Gremienarbeit als Studierende nutzen kann, sondern auch inhaltlich über einzelne Sachen diskutieren, etwas, das in Zukunft dann sicher im Vordergrund stehen wird.

Herzlichen Dank für die Initiator/inn/en dieser Vernetzung und den anwesenden AStA-Referenten für ihre Bereitschaft, das auch zu unterstützen! (Wir hatten so etwas im Studierendenparlament schon länger vorgeschlagen, aber es hat dann doch erst einmal zwei Jahre gedauert. Trotzdem schön zu sehen, wenn so etwas dann auch mal klappt.)

Mit dieser Vernetzung werden wir vermutlich die Welt nicht dazu bringen, sich andersherum zu drehen, und (zu) enge Spielräume bleiben (zu) enge Spielräume. Gestern war aber zu spüren, dass es wirklich Bedarf gibt, sich auszutauschen und zu sehen, dass es Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede gibt, wie man als Studierende in den verschiedenen Gremien mitarbeiten “darf”.

Das nächste Treffen ist an Nikolaus.

Der unschöne Schein: Das StuPa

RonnyStuPa, Hochschulpolitik, FU, LHG, Allgemeines 16 Kommentare »

Liebe Freundinnen und Freunde der Demokratie,

nicht, dass man vom Studierendenparlament Großes erwarten musste, aber das gestern war mal wieder ein Tiefpunkt. Die Diskussionskultur ist ja im Verhältnis zu anderen Zeiten etwas entspannter, dafür sind wir von der LHG die einzigen, die noch hörbar Opposition betreiben. Ich finde es ärmlich, dass dieser AStA-Koalition niemand außer uns etwas entgegensetzen möchte. Die gestrige Sitzung war in weiten Teilen ein Zwiegespräch zwischen LHG und AStA-Referent/inn/en…

Gestern wurde unter anderem der Haushalt für das nächste (Haushalts)Jahr verabschiedet - irrelevant wie eh und je und unkontrollierbar sowieso (weil im Haushaltsausschuss nur Mitglieder der AStA-Koalition sind und die Opposition keinerlei Einsicht in die Rechnungslegung erhält). Im Haushalt enthalten sind wiederum über 100.000 Euro Betriebs- und Personalkosten für die AStA-Druckerei - wir zahlen also gut 1/6 unseres Studierendenschaftsbeitrages nur dafür, dass wir eine Druckerei haben. Da ist dann aber noch keine Seite gedruckt. Außerdem ist für das kommende Jahr die Anschaffung einer weiteren Druckmaschine vorgesehen, die uns 20.000 Euro kosten wird. Ebenfalls im Haushalt enthalten ist wie seit Jahren - und seit Jahren von uns heftig kritisiert - ein absoluter Deckungsvermerk, das heißt, jeder Haushaltstitel kann mit jedem anderen verrechnet werden. Oder einfacher: Das Stupa stellt zwar jetzt einen Haushalt auf, der AStA kann aber jederzeit entscheiden, das Geld auch anders auszugeben - ohne das StuPa und damit die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Damit werden explizit Rechte des Parlaments ausgehebelt.

Ich könnte noch mehr Sachen aufzählen, will das aber an dieser Stelle belassen. Nur noch eine Anmerkung: Früher, als es noch aktive demokratische Opposition neben der LHG gab (z.B. Grüne, Jusos, Naturwissenschaftliche Liste, RCDS etc.), hätte es um diesen Haushalt, der deutlich zu viele Ausgaben beinhalten, echte Diskussionen gegeben. Gestern war’s nur das erwähnte Zwiegespräch.

Ein weiterer Tiefpunkt war die Wahl zum studentischen Wahlvorstand (der die alljährlichen StuPa- und Fachschaftsratswahlen organisiert). Zwei Listen standen zur Wahl, eine der Mehrheitskoalition und eine aufgestellt von DEFO (hier: Stephan Manske, der auch im vergangenen Jahr im StudWV war) und LHG. Andere Oppositionslisten hatten keine Kandidat/inn/en. Weil aber offensichtlich neben den fünf anwesenden DEFO- und LHG-Vertreter/inne/n nur ein weiteres Oppositionsmitglied bereit war, seine/ihre Stimme für die Oppositionsliste zu geben, fiel diese Liste bei 32 (Mehrheit) zu 6 (Opposition) mit 0 von 5 Sitzen komplett durch. Damit gibt es zum ersten Mal seit sehr langer Zeit keinen Vertreter der Opposition im Wahlvorstand. Jetzt haben wir folgende Situation an der FU: Rede- und Sitzungsleitung des StuPas, der Haushaltsausschuss und der Wahlvorstand sind ausschließlich mit AStA-Vertretern oder -Befürwortern besetzt. Die Beschlussfassung des AStAs über die wirkliche Verteilung der Gelder erfolgt intransparent hinter den Kulissen. Im StuPa reden aus der Mehrheits-Koalition fast immer nur noch die Vertreterinnen des AStAs selbst (die auch die Mehrheit der anwesenden Koalitionsmitglieder ausmachen). Das Parlament ist eine Farce:

Eine demokratische Kontrolle der AStA-Aktivitäten und Wahlen ist damit nämlich ausgeschlossen!

Dazu kommt die Wahl der Autonomen AStA-Referate. Was da abläuft ist im Prinzip auch untragbar: Eigentlich sollen diese Referate (Frauen, Schwule, Lesben, “AusländerInnen”) durch die “Vollversammlungen” der Betroffen gewählt und dann vom StuPa nur noch bestätigt werden. Nur, angekündigt werden diese VVs so marginal, dass sie mit Sicherheit nicht von allen Betroffenen wahrgenommen werden. Oder haben die mindestens 17.000 Studentinnen an der FU im Mai etwas von der Frauen- und Lesben-VV gehört? (Nicht zu sprechen davon, dass diese beiden VVs offenbar gleichzeitig stattgefunden haben sollen.) Auch gibt es keine Protokolle, ja nicht einmal grobe Berichte davon, wann, wie, wo und mit wie vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese VVs stattgefunden haben!
Wir von der LHG sind gerne bereit, das Konzept der Autonomen Referate mitzutragen, aber so wie das aktuell abläuft, hat das mit Demokratie absolut nichts zu tun - die AStA-Koalition könnte uns irgendwelche Namen vorlegen, und niemand könnte kontrollieren, ob und wie sie tatsächlich gewählt wurden. Ebenfalls eine demokratissche Farce!

Ich könnte mich noch weiter auslassen. Aber das reicht eigentlich schon.

Die LHG wird trotzdem weiterhin aktiv Opposition betreiben - wenn es sein muss, auch als einzige Gruppe, die offen sagt, was sie denkt und verändern möchte. Das hält uns im Übrigen, wie auch gestern zu beobachten, nicht davon ab, bei verschiedenen Punkten mit der AStA-Koaltion mitzustimmen und Vorschläge zu begrüßen, wenn sie uns sinnvoll zu erscheinen. Aber eben nur dann. Demokratisch gesehen könnten wir auch zuhause bleiben, es würde (fast) keinen Unterschied machen.

Daher meine Bitte: Engagiert euch für mehr Demokratie an der Universität! Der AStA wird immer wieder von sich ablenken, und (oft zurecht) auf andere Teile der Universität zeigen, wo Sachen schief laufen. Aber Vladimir Putin zeigt auch zurecht auf andere Staaten und beschwert sich, dass dort die Demokratie nicht geachtet wird… das macht ihn noch lange nicht zum “lupenreinen Demokraten” - im Gegenteil!!

—–
Nachtrag

Fast hätte ich es vergessen: Das StuPa hat gestern zum zweiten Mal mehrheitlich 1500 Euro für eine Reise des “Ausländerinnen”-Referats nach irakisch Kurdistan genehmigt. Ohne Worte…

Vizepräsidentin fordert 15 Mio. für Lehre

Wolf DermannSuper-Uni, Lehre, Exzellenzinitiative, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

In ihrer Eröffnungsrede für die Graduiertenschule des John-F.-Kennedy-Instituts am gestrigen Montag forderte FU-Vizepräsidentin Lehmkuhl 15 Millionen Euro für die Lehre vom Berliner Senat. Die Summe, die nach den Planungen von Senator Zöllner in Zukunft in die “bessere Sichtbarkeit der Hochschulen” fließen sollte, würde da nichts bringen und sei in der Lehre besser investiert, so Lehmkuhl.

Eine solche Forderung eines Präsidiumsmitglieds der Freien Universität kommt überraschend, wird dem Gremium doch von Kritikern vorgehalten, sich lediglich für die Außendarstellung der Universität zu interessieren und nicht für die Lehre. Von den 15 Millionen Euro würden bei gleichmäßiger Aufteilung etwa 3-4 Millionen Euro pro Jahr an die Freie Universität fließen.

In ihrer Rede hob Lehmkuhl auch das didaktische Modul der Graduiertenschule hervor. Hierbei würden den Promovenden gute didaktische Fähigkeiten vermittelt, die sie in Seminaren während der Promotionszeit ausprobieren sollen. Nur durch eine gute didaktische Ausbildung zukünftiger Dozenten sei eine gute Hochschullehre in der Zukunft möglich, ergänzte Lehmkuhl.

Lehmkuhl konterte mit ihren Äußerungen auch ein dort verteiltes Flugblatt der Fachschaftsinitative des John-F.-Kennedy-Instituts, in dem die Studierenden neben mangelnder Demokratie an der Hochschule auch die Vernachlässigung der Lehre anprangerten. Über das in den letzten Wochen stark kritisierte Berufungsverfahren für die Juniorprofessur Politik verlor Lehmkuhl hingegen wie erwartet kein Wort.

“Erst nur schlucken, gedacht wird später”

RonnyLehre, Presse, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

So titelt heute die FAZ über einem Artikel im Bereich “Forschung und Lehre”.

Besprochen wird, mit relativ viel Platz, der Sinn und Unsinn eines BAs in der Volkswirtschaftslehre am Beispiel der FU (wobei fast alles, was gesagt wird, auch ohne die FU ausgekommen wäre). Kurz zusammengefasst: Wer in VWL nur einen Bachelor macht, der lernt unreflektiert Lexikonwissen zu schlucken und wiederzugeben, der Abschnitt “Mitdenken” kommt erst kurz vor dem Abschluss und wird weitestgehend auf den Master verschoben.

Morgen tagt das StuPa

RonnyStuPa, Termine, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 1 Kommentar »

Morgen isses wieder mal soweit - das Studierendenparlament tagt. Wie immer öffentlich und mit Sicherheit einen Blick wert. Schließlich geht es um gelebte Demokratie - und in diesem Gremium sitzen nur die “Expertinnen und Experten”. Spaß beiseite - und das will ich hier bei aller Kritik in diesem Blog auch einmal sagen: Viele von denen, die im Stupa sitzen, engagieren sich verdammt viel, oft für die richtigen Sachen, eben nur leider häufig mit (aus unserer Sicht) falschen Methoden und übertriebenen Zielvorstellungen, für die es oft keine Kompromissformeln gibt. Mir sind solche Menschen aber deutlich lieber als die, die sich um nichts kümmern. Wenn nur diese verfluchte Intransparenz nicht wäre…!!!

Zur Sitzung selbst:

Ort: Silberlaube, Raum K 25/11
Zeit: Mittwoch, 7.11., 14 Uhr c.t.

Auf der Tagesordnung stehen so interessante Sachen wie:

TOP 0-3: Formalia + Aktuelle Viertelstunde
TOP 4: Wahl des studentischen Wahlvorstandes
TOP 5: Haushaltsplan für das Jahr 2008/09
TOP 6: Nachwahl der Referentinnen und Referenten
1. Frauenreferat
2. Lesbenreferat
3. Schwulenreferat
4. AusländerInnenreferat
TOP 7: Wahl der Mitglieder des Wahlausschusses zur Wahl des Verwaltungsrates des Studentenwerks Berlin
TOP 8: Wahl des Studentischen Verwaltungsrates für die Studentische Darlehenskasse

Zwei Sachen möchte ich vor der Sitzung anmerken: Zum einen wundert es mich, dass auf der Tagesordnung schon der Haushaltsplan für 08/09 steht und wir diesen Beschluss nicht dem nächsten StuPa überlassen (wobei prinzipiell nichts dagegen spricht) - nicht zu sprechen davon, dass dort im Vergleich zu 07/08 Mehrausgaben (ohne Semesterticket) in Höhe von ca. 55.000 Euro stehen, das sind knapp 10% mehr, insgesamt 646.500 Euro. Zum anderen überrascht mich der TOP 6 (Nachwahl von Referentinnen und Referenten), weil bei den autonomen Referaten eigentlich die jeweiligen “Vollversammlungen” für die Wahl zuständig sind, wir das Schwulenreferat bereits bestätigt haben und die “Vollversammlungen” der anderen Referate meines Wissens nach nicht öffentlich angekündigt gewesen sind - es hier also auch keine neuen Vertreterinnen und Vertreter geben dürfte.

Ansonsten business as usual: Lassen wir uns überraschen!

Auf dem Feldzug

RonnyHochschulpolitik, FU, Allgemeines 3 Kommentare »

Über die Ereignisse der letzten Woche - also die Aktionen des sogenannten “Lenzen-Fanclubs” im Rahmen der Imma-Feier - ist hier im Blog bereits ausführlich diskutiert worden.

Dass es sich hierbei nicht um unkoordinierte und von der AStA-Koalition unabhängige Aktivitäten handelt, zeigt die folgende Mail, die so gestern über den Verteiler der AStA-tragenden Fachschaftsinitiativen (FSIs) gelaufen ist und die ich erhalten habe, weil sie danach mit allen Absenderdaten über andere öffentliche Verteiler weitergeleitet wurde (ich habe mir erlaubt, diese Daten zu entfernen).

Dass es sich hier um einen kleinen Feldzug handelt, bei dem es darum geht, möglichst viel niederzubrüllen, wird offensichtlich:

__________________________________________________________

Verteiler der Fachschaftskoordination an der FU Berlin (FaKo-Verteiler)
www.fachschaftsinitiativen.de.vu
__________________________________________________________
Hey Leute,

im Rahmen folgender Veranstaltung
www.fu-berlin.de/veranstaltungen/einsteinlectures/index.html
hat der Dieter-Lenzen-Fanclub schon morgen (Freitag) erneut die Gelegenheit, alles nur Denkbare an Lungenkraft der Huldigung des Fanclub-Gegenstands zu widmen. Deshalb treffen wir uns um 15.00h am AStA.

Also bis morgen, sagt allen bescheid. Ich hoffe, die Ankündigung ist rechtzeitig. Kommt unbedingt, denn 20 sollten wir schon werden.
Gruß, […]