Morgen isses wieder mal soweit - das Studierendenparlament tagt. Wie immer öffentlich und mit Sicherheit einen Blick wert. Schließlich geht es um gelebte Demokratie - und in diesem Gremium sitzen nur die “Expertinnen und Experten”. Spaß beiseite - und das will ich hier bei aller Kritik in diesem Blog auch einmal sagen: Viele von denen, die im Stupa sitzen, engagieren sich verdammt viel, oft für die richtigen Sachen, eben nur leider häufig mit (aus unserer Sicht) falschen Methoden und übertriebenen Zielvorstellungen, für die es oft keine Kompromissformeln gibt. Mir sind solche Menschen aber deutlich lieber als die, die sich um nichts kümmern. Wenn nur diese verfluchte Intransparenz nicht wäre…!!!
Zur Sitzung selbst:
Ort: Silberlaube, Raum K 25/11
Zeit: Mittwoch, 7.11., 14 Uhr c.t.
Auf der Tagesordnung stehen so interessante Sachen wie:
TOP 0-3: Formalia + Aktuelle Viertelstunde
TOP 4: Wahl des studentischen Wahlvorstandes
TOP 5: Haushaltsplan für das Jahr 2008/09
TOP 6: Nachwahl der Referentinnen und Referenten
1. Frauenreferat
2. Lesbenreferat
3. Schwulenreferat
4. AusländerInnenreferat
TOP 7: Wahl der Mitglieder des Wahlausschusses zur Wahl des Verwaltungsrates des Studentenwerks Berlin
TOP 8: Wahl des Studentischen Verwaltungsrates für die Studentische Darlehenskasse
Zwei Sachen möchte ich vor der Sitzung anmerken: Zum einen wundert es mich, dass auf der Tagesordnung schon der Haushaltsplan für 08/09 steht und wir diesen Beschluss nicht dem nächsten StuPa überlassen (wobei prinzipiell nichts dagegen spricht) - nicht zu sprechen davon, dass dort im Vergleich zu 07/08 Mehrausgaben (ohne Semesterticket) in Höhe von ca. 55.000 Euro stehen, das sind knapp 10% mehr, insgesamt 646.500 Euro. Zum anderen überrascht mich der TOP 6 (Nachwahl von Referentinnen und Referenten), weil bei den autonomen Referaten eigentlich die jeweiligen “Vollversammlungen” für die Wahl zuständig sind, wir das Schwulenreferat bereits bestätigt haben und die “Vollversammlungen” der anderen Referate meines Wissens nach nicht öffentlich angekündigt gewesen sind - es hier also auch keine neuen Vertreterinnen und Vertreter geben dürfte.
Ansonsten business as usual: Lassen wir uns überraschen!
7. November 2007 at 14:30
Einen ähnlichen Sachverhalt gab es letztes Jahr auch an der TU. Er wurde anschließend von der Landes-Asten-Konferenz, und von anderen Asten in Berlin immer wieder gerügt.
Anscheinend hat man auch in Dahlem endlich kapiert, dass solche “Vollversammlungen” aus einer ganzen Reihe von Gründen Schwachsinn sind.
1. Es kommt kaum jemand. Ein Kaffeekränzchen mit fünf Leuten ist keine Vollversammlung.
2. Eine Teilnahme bei einer Homosexuellen-Vollversammlung kommt einem Outing gleich. So nett liberal auch unsere Hochschulen inzwischen sein mögen. Unter der Hand geben selbst die linkesten Bazillen unter den Homosexuellen zu, dass in den Asten noch genug verklemmte Kleinbürger herumlaufen, vor denen sich nicht Jeder Outen mag.
Außerhalb der Asten ist es ähnlich, wenn nicht schlimmer…
3. Wie soll man denn die Leute abgrenzen? Angesichts der geringen Teilnahmequote bei diesen Versammlungen ist es ohne Weiteres möglich jede dieser Versammlungen mit einer mittelgroßen Gruppe von Leuten (Sprotverein, Freundeskreis, etc. -> geht noch wesentlich schlimmer) zu übernehmen.
Jede(r) kann behaupten schwul oder lesbisch zu sein. Was ist ein Ausländer? Ein Niedersachse kennt sich in Berlin nicht aus. Ein Österreicher kann sehr gut deutsch. Wie unterscheide ich denn Ausländer? Passkontrolle am Eingang?
usw.
Schließlich stellt sich dann auch die Frage, ob die Autonomen Referate nicht ganz abgeschafft werden sollten und der Minderheitenschutz als Aufgabe für den gesammten Asta definiert sowie eine gemeinsames Referat zu diesem Zweck geschaffen werden könnte.
Aber das ist warscheinlich viel zu progressiv für einen Asta, der gedanklich in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts feststeckt.