MMVII: Letzte Worte

RonnyBlog, FU, LHG 0 Kommentare »

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2007 ist vorüber – wieder ein Jahr, in dem sich die Erde weiter um sich und um die Sonne gedreht hat. Die Fernsehsender haben ihre Jahresrückblicke gezeigt, auf dem Elfenbeinleuchtturm der Freien Universität Berlin strahlt selbstgenügsam die Krone der Exzellenz und am Horizont nähert sich das Jahr 2008 mit vielen lustigen Überraschungen, die uns wieder die Tränen in die Augen treiben werden.

Viel Politik brachte das Jahr 2007, und auch hier im Blog wurdet ihr davon nicht verschont. Dabei klingt das Politische manchmal zu ernst und trocken, manchmal aufgesetzt und affektiert, hin und wieder auch beleidigt, selbst beleidigend, und ich will zugeben, auch davon seid ihr hier nicht verschont worden. Das war 2007 so und wird auch 2008 so sein.

Die Freie Universität Berlin ist ein gesellschaftlicher Ort, an dem andauernd Entscheidungen getroffen werden, kleine und große, richtige und falsche, zentrale und dezentrale, demokratische und undemokratische. Dieses Blog, das 2007 seinen dritten Geburtstag gefeiert hat, ist eine Möglichkeit, uns auszudrücken, unsere Überzeugungen, unsere Freuden, unseren Ärger zu all diesen Entscheidungen mitzuteilen, mit richtigen und falschen Worten. Ihr lest, was wir schreiben, ihr kommentiert die Texte (in diesem Jahr so intensiv wie nie zuvor), ihr ignoriert uns, ihr karikiert uns, ihr verlinkt uns. Ihr findet richtig, was wir denken und schreiben, oder ihr lehnt es kategorisch ab. All das ist Teil einer öffentlichen Debatte. Mehr wollen wir nicht: Unseren kleinen Teil zu einer öffentlichen Diskussion beitragen – wobei die Betonung auf “öffentlich” liegt. Das war 2007 so und wird auch 2008 so sein.

Liebe Leserinnen und Leser, Kommilitoninnen und Kommilitonen, Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Universität Berlin,

ich wünsche euch ein tolles Jahr 2008, mit viel Freiheit, Kreativität, neuem Wissen und mit Freude am Lernen und Lehren, Forschen und Gestalten. Dieses Blog wird die kleine Welt der FU weiter auf seine Weise begleiten – begleitet sie auf eure Weise! 2008 wie in 2007.

Herzliche Grüße – und bis nächstes Jahr!

Friedliche Adventszeit? Eine Runde Hochschulpolitik.

Thomas E.Akademische Gremien, Allgemeines, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, LHG, Lehre, Presse, Super-Uni 0 Kommentare »

Friedliche Adventszeit – könnte man meinen. Schon Herr Fischers kleiner Streifzug durch die Blogs der FU offenbart, dass die Weihnachtlichkeit dieses Jahr irgendwie auf der Strecke bleibt. Tatsächlich ist so kurz vor Weihnachten noch ganz schön viel los an der Uni.

1) Die FSI Geschichte eröffnet noch grad den Wahlkampf und ärgert sich immer noch über die Exzellenzinitiative. Oder nicht doch eigentlich über einen zugegebenermaßen immer mal wieder problematischen präsidialen Führungsstil?

2) Der AStA setzt sich dagegen für ein buntes Denkmal ein, spricht von einem Happening und glaubt, dass 25 Studierende genügen, die studentische Meinung widerzuspiegeln.

3) Bei den Wiwis freut man sich schon auf das neue Jahr und die zahlreichen Exkursionen zu den Pharmazeuten, die uns erwarten, nachdem nun während des Semesters ein weiterer großer Hörsaal flöten geht.

4) Am OSI macht man sich Gedanken über Weihnachtspost. Frau Lehmkuhl sollte sich den interessanten Brief tatsächlich durchlesen. Bestimmt ist er auch in der Bibliothek hinterlegt, nur kommt man da derzeit schwer rein. Der Dieter-Lenzen-Fanclub hat damit wie üblich nichts zu tun.

5) Und das ultimative Weihnachtsgeschenk vom und fürs Präsidium: Einige Millionen weniger Geld für die Lehre.

Aber nicht nur an der FU kocht noch so mancher Glühweintopf. So solidarisiert sich unser AStA derzeit mit den Kollegen der Uni Bremen. Dort richtet man sich offenbar darauf ein, Weihnachten im Verwaltungsgebäude zu feiern.

Vielleicht wäre so eine Solidaraktion ja auch was für den AStA in Bochum. Der allerdings bekam vom Weihnachtsmann schon vorfristig eine Rute und musste erstmal zurücktreten, nachdem man zuvor bewiesen hatte, dass auch Juli und 2raumwohnung keine Garantie dafür sind, dass eine Veranstaltung ein Erfolg wird. Da bin ich wirklich ehrlich dankbar, dass ich zwar nicht weiß, WAS unser AStA mit unserem Geld macht, dass er sich aber darauf beschränkt, nur den Betrag irgendwo versickern zu lassen, den er bekommt – und nicht noch mehr.

Jetzt aber wartet meiner die immerhin schon 21. Tür meines Adventskalenders. Friedliche Weihnachten miteinander.

FU verliert Millionen wegen schlechter Lehrbedingungen

RonnyAkademische Gremien, Allgemeines, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Kuratorium, Lehre, Presse 0 Kommentare »

Wie die Vizepräsidentin Keitel-Kreidt in der letzten Kommission für Lehre andeutete, der Tagesspiegel heute berichtet und FUwatch kommentiert, kommen auf die FU wegen der Probleme im Bereich der Lehre Kürzungen in Millionenhöhe zu.

Ich habe bereits am 27. September 2007 beim Kuratoriumsvorsitzenden Erichsen für die Sitzung Ende Oktober einen Tagesordnungspunkt zum (Miss-)Erfolg in der Lehre gefordert, explizit auch mit Bezug auf die drohenden Mittelkürzungen (weil das Kuratorium für den Haushalt der FU zuständig ist):

[...]
3. Strategische Ausrichtung bei den neuen Studiengängen

Laut eines Berichtes zum Studienerfolg in den neuen Studiengängen,
der mir (uns) leider noch nicht vorliegt, obwohl er bereits vor
Monaten fertiggestellt wurde, scheint die Abbrecherquote in einigen
(vielen?) neuen Studiengängen sehr hoch zu sein. Wenn dieses
zutreffend ist, ist das nicht nur ein Misserfolg, der die betroffenen
Studierenden und Fachbereiche angeht (und allein wäre bereits
genügend für eine Aussprache), sondern der auch in die Kernbereiche
des Kuratoriums hineinreicht. Misserfolg der Studierenden wegen
unzureichend geplanter Studiengänge oder durch Umsetzungsprobleme
schlägt sich über die berlinweite leistungsbezogene Mittelvergabe
auch im Budget der Hochschule nieder. Es wäre wichtig zu hören,
welche Maßnahmen ergriffen werden, um entsprechende Defizite so
schnell wie möglich auszuräumen, flächendeckend ordentliche
Studienbedingungen zu garantieren und somit den akademischen und
finanziellen Erfolg der FU zu ermöglichen.
[...]

Damals gab es allerdings noch “Wichtigeres” zu tun, schließlich mussten wir den Elite-Status feiern und Senator Zöllner wegen seiner Super-Uni-Pläne kritisieren – eine Aufnahme auf die Tagesordnung der Oktober-Sitzung wurde verweigert.

Als auf der Sitzung am 28. November erstmals auch die Lehre Thema im Kuratorium wurde, wurden die drohenden Kürzungen allerdings mit keinem Wort erwähnt.

Jetzt haben wir folgende Situation: Nach zwei Jahren Forschungs-Elite-Hype, in denen die Lehre und die Verbesserung der Betreuungssituation von Studierenden vernachlässigt wurden, erhalten wir nun eine Stange Geld für noch nicht geleistete Spitzenforschung und verlieren einen Haufen Geld wegen schlechter Lehrbedingungen.

Wenn Studierende, wie oben erwähnt, auf Fehlentwicklungen hinwiesen, selbst mit Bezug auf ach so geschätzte Mittel, wurden wir hingehalten – und jetzt auf einmal, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, gibt es auf einmal nichts Wichtigeres als Lehre.

Da muss man sich als Präsidium nicht wundern, wenn sich in gewissen Kreisen der Universität gerade wieder die Protestbefürworter sammeln. Öl ins Feuer gießt die Unileitung selbst, weil sie es seit Jahren nicht schafft, eine konstruktive Mitwirkung von Studierenden zu organisieren oder zumindest sachlich berechtigte von ideologischer Kritik zu unterscheiden, anzunehmen und sich nicht über ganze Legislaturperioden (z.B. der Kommission für Lehre in den letzten zwei Jahren) beratungsresistent zu zeigen.

Zur OSI-Bibliothek

Thomas E.Allgemeines 0 Kommentare »

Mal wieder dicke Luft. Nachdem bereits vor zwei Wochen Gerüchte umgingen, am Otto-Suhr-Institut (OSI) wolle sich die FU wolle sich von 500.000 Büchern trennen, werden diese Pläne nun konkretisiert. Der Tagesspiegel berichtete bereits am 12. Dezember und fasst die Pläne derart zusammen:

Tatsächlich sieht ein Papier der UB-Leitung vom August 2007 als „mögliches Szenario“ vor, die Bibliothek des Otto-Suhr- Instituts (OSI) und die Bestände von Soziologie, Ethnologie und Publizistik in die benachbarte Unibibliothek zu integrieren – im Rahmen der ohnehin notwendigen Sanierung der UB. Dort sollen etwa 250 neue Leseplätze entstehen, außerdem könnten Öffnungs- und Ausleihzeiten ohne zusätzliches Personal ausgeweitet werden. Der geplante Umbau – für rund 15 Millionen Euro – geschieht auch mit Blick auf die Konkurrenz: Mit der „Runderneuerung“ der UB könne gegenüber den anderen Berliner Hochschulen, bei denen Neubauten bereits abgeschlossen oder demnächst in Angriff genommen werden, „eine verbesserte Wettbewerbsposition“ eingenommen werden.

Weiter heißt es:

Doch es geht nicht nur um Bücher. Vielmehr fühlen sich die zuständigen Gremien vom Präsidium übergangen. So heißt es im Papier der UB-Leitung, das frühere Pläne zur Erweiterung des bestehenden OSI-Bibliotheksbereichs zu einer Sozialwissenschaftlichen Bibliothek „nicht weiter verfolgt“ werden. Solche Pläne wurden von der Bibliothekskommission des Otto-Suhr-Instituts ausgearbeitet. Doch außer Dekanin Barbara Riedmüller sei niemand im Fachbereich in die Planungen eingebunden worden, klagt ein Kommissionsmitglied. Dies zeige den gegenwärtigen Wandel der FU – weg von den demokratisch gewählten Gremien, hin zu zentralem Management.

Entsprechende Reaktionen auch beim AStA. Dort und in den Blogs wird zum offenen Protest aufgerufen, um sich gegen den Massenverlust von Büchern zu wehren. Präsident Lenzen lässt das so nicht stehen und erklärt, im kommenden Jahr sollten die akademischen Gremien in die Entscheidung einbezogen werden. Angesichts der konkreten Pläne wirkt es schon, als würde man vor vollendete Tatsachen gestellt. Insbesondere erscheint die geplante Bücherspende an die Europäische Humanistische Universität in Vilna als zusätzliches und sicherlich auch für emotionale Appelle geeignetes Druckmittel.

Nun, der Verlust von 200.000 bis 300.000 Büchern ist mit Sicherheit ein herber Einschnitt. Bei einem Gesamtbestand von etwa 700.000 Büchern wird der nur schwer zu kompensieren sein, auch wenn es sich dabei um ausschließlich ältere Literatur handeln soll. Gerade für Diplomarbeiten sind alte Quellenangaben oft ein unverzichtbares Nachschlagewerk, da auch in der aktuellen Literatur auf sie zurückgegriffen wird. Der ambitionierten OSI-Bibliothek droht so, mehr oder weniger, ein Kampf gegen die Windmühlen. Die Kritik am Vorgehen erscheint daher generell angebracht. Ich hoffe nur, dass bei aller Deutlichkeit die Form des Protests gewahrt bleibt und man sich auch bemüht, in den und über die Gremien entsprechend Druck zu machen.

Elite und kein Ende.

Thomas E.Allgemeines, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Lehre, Presse, Super-Uni 19 Kommentare »

Da haben wir es mal wieder auf SPIEGEL Online geschafft. Nach dem Berufungsverfahren für die Junior-Professur am JFK (das übrigens immer noch nicht abgeschlossen ist) und den Stinkbomben auf der Immatrikulationsfeier wird die studentische Kritik an der Exzellenzinitiative mal wieder aufgewärmt. “Andernorts frohlocken die Kommilitonen, Berlins Studenten tun sich mit dem Exzellenzstatus schwer: “Elite”, das ist für sie das Campusunwort des Jahres”, heißt es. Moment aber mal. DIE studentische Kritik?

Es stimmt ja schon, dass von der Förderung der Exzellenzinitiative zunächst nur ein kleiner Teil der Universität profitiert. Es stimmt ja schon, dass die Gefahr besteht, deutschlandweit könne sich unter den Universitäten eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bilden. Es stimmt ja schon, dass es in der Lehre viele Probleme gibt, die seit Jahren liegen bleiben. Die LHG hat in den vergangenen Jahren selbst viele Missstände kritisiert und sich darum bemüht, in diesem Punkt etwas zu erreichen. Allerdings muss man es auch mal so sehen: Die Exzellenzförderung zieht Geld nicht aus anderen Bereichen ab. Die Gelder stehen zusätzlich zur Verfügung. Es ist also überhaupt etwas, wofür es Geld gibt. Auch die Folgeeffekte auf die Lehre durch eine bessere Forschung dürfen nicht vernachlässigt werden. Das Image einer Universität ist immer wichtig, wenn es darum geht, gute Professoren berufen zu wollen.

Nicht vergessen sollte man auch die Mobilität, die zum Beispiel bei den Wiwis dazu geführt hat, eine Initiative für Lehre einzuberufen, an der sich auch Studenten beteiligen. Der Universitätsleitung vorzuwerfen, das Interesse sei singulär auf die Forschung fokussiert, trifft den Kern nicht.

Nun zu behaupten, DIE Studenten wären gegen die Entscheidung der Exzellenzkommission, die FU zu förden, ist schon eine Anmaßung. Im Artikel von SPIEGEL Online heißt es: “So wurde jedem Campus-Neuling schon am ersten Studientag schlagartig klar, wo er sich eingeschrieben hatte: an jener Uni im Westen Berlins, die zwar erfolgreich ihr Schmuddel-Image bekämpft hat, an der aber mehr Kommilitonen als anderswo unter studentischem Rebellionszwang stehen.” Auch dieser Eindruck mag entstehen, wenn man sich die Platzverteilung im StuPa anschaut. Allerdings erweckt doch ein Spaziergang über den Campus einen völlig anderen Eindruck. Auch wenn die Vögel vom Dach flüstern, bestimmte studentische Gruppen würden anlässlich von 40 Jahren ’68 das nächste Jahr mit Protest garnieren wollen, fühle ich mich im Allgemeinen doch nicht umgeben von einer Meute rebellierender Studenten.

Aber wenn man DIE Studenten fragt und als Quelle dann doch immer nur jene verwendet, die für sich in Anspruch nehmen, mit ihrer sehr einseitigen Ideologie die komplette Studierendenschaft widerzuspiegeln… Opposition hat an der FU scheinbar kein Meinungsrecht.

Fachbereichsrat Wirtschaftswissenschaft

AnneAkademische Gremien, FU 1 Kommentar »

Gestern war die 553. Sitzung des Fachbereichrates, an der ich stellvertretend für Hilmar teilnahm. Nach einem Habilitationsverfahren und der Verabschiedung von Prof. Krell, wurden fast alle weiteren Tagesordnungspunkte zügig beschlossen (Habilitationszulassung, Ausschreibung einer Professur usw.). Lediglich als es um das Budget für diverse Seminarexkursionen ging, schien es ein wenig Diskurssionsbedarf zu geben. Inwiefern solche Exkursionen wirklich notwendig sind, ob sie nicht auch in der Uni abgehalten werden können und in welcher Höhe man den Studenten eine finanzielle Belastung zumuten könne. Problem ist wie immer das die Geld für die Bezuschuss knapp ist, oder besser gesagt eigentlich nicht vorhanden ist. Da sich diese Problematik bei den Bachlore- und Masterstudenten noch mal anders gestallten wird, verbleib man dabei das Problem dann erneut aufzugreifen.
Unter dem Punkt “Verschiedenes” stellt Prof. Sydow das Konzept der Lehrinitiative näher vor. Ein Kernpunkt ist, dass zukünftig so genannte “Teaching Assistant´s” eingesetzt werden sollen. Also nichts anderes als studentische Hilfskräfte, die das wissenschaftliche Personal unterstützen sollen. Es geht dabei vor allem um Aufgabe für die den wissenschaftlichen Mitarbeitern einfach die Zeit fehlt, die aber durchaus wichtig sind. Dazu gehören unteranderem die Pflege von Veranstaltungen im blackboard , die Kontrolle von Hausaufgaben usw.

So, das war es von meiner Seite dazu

Zweites Gremienvernetzungstreffen

Philipp K.Hochschulpolitische Veranstaltungen 0 Kommentare »

Vor einigen Tagen fand das zweite Vernetzungstreffen aller Gremienstudis statt. Leider sollte dieses durchaus produktives Zusammenkommen mit noch weniger Menschen als noch zum ersten Termin stattfinden, ca. 10 StudentInnen waren anwesend. Es hat sich also vernetzt, wer da war.

Dafür gab es zwei hochinteressante Themen, gremienvernetzungstechnisch gesehen.

Die geplante/beschlossene Zusammenlegung der PolSoz-Bibliotheken und der UB. Hier wäre es gut, wenn man denn in einem Gremium der interessierten Fachbereiche sitzen würde, dies mal zur Sprache zu bringen und dann beim nächsten Treffen darüber zu berichten. Etwas mehr Klarheit über das, was bis 2020 mit unseren Bibliotheken passieren soll, wäre für einen informierten Umgang mit dem Thema sicherlich nicht schlecht.

Die Neubesetzung der KfL. Es wurden ca. 10 Namen gefunden/vorgeschlagen, die eine ganz gute Mischung aus allen Fachbereichen und politischen Himmelsrichtungen darstellen. Vielleicht, so sei mir der kleine hoffnungsfrohe Gedanke am Rande erlaubt, klappt ja auch in Gremien der studentischen Selbstverwaltung irgendwann mal die einvernehmliche Besetzung mit Menschen aus einem etwas breiteren politischen Spektrum, was für die Transparenz, Pluralität und anderes ähnlich demokratisches Zeugs sicher nicht schlecht wäre.

Leider wurde das Protokoll der Sitzung vom Hausherren der AstA-Villa noch nicht verbreitet, daher kann es auch nicht an diesen Post angehangen werden.

Die nächste Sitzung ist am 17.1.2008 um 18.00 Uhr an einem noch unbekannten Ort.

Nachspiel: Skandal folgt Klage.

Thomas E.Allgemeine Veranstaltungen, Allgemeines, FU, FU Veranstaltungen, Super-Uni 7 Kommentare »

Es ist doch irgendwie eigenartig. Da studieren wir an einer Universität. Mithin einer Einrichtung höherer Bildung. Einer Institution, die seit Jahrhunderten für sich beansprucht, moralisch und geistig die Führung der Gesellschaft zu übernehmen.

Ein inhaltlich leerer Vortrag mit peinlichem Protest wäre auf dieses Ideal schon Karikatur genug gewesen. Allerdings scheint es im Auditorium noch mehr Menschen gegeben zu haben, die sich dem Anspruch in keiner Weise würdig erwiesen – und sogar noch einen drauf packten: Einer der Ledersessel, auf denen die Gäste auf der Bühne Platz genommen hatten, wurde in der Unordnung nach Ende der Veranstaltung gestohlen. Das Präsidium stellt Anzeige gegen Unbekannt.

Ich frage mich, einigermaßen frustriert: Wo sind uns Moral und Geist nur geblieben? Wer was gesehen hat, könnte hier natürlich dazu beitragen, den ramponierten Ruf der Studenten wieder herzustellen. Muss man ja nicht weit denken, wem dieses Vergehen allgemein zugeschrieben wird – das aber, hoffe ich ehrlich, sicherlich zu Unrecht.

Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden.

Thomas E.Allgemeine Veranstaltungen, Allgemeines, FU, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Presse, Super-Uni 9 Kommentare »

Im Rahmen von Manager Magazin Campus Talk war heute Matthias Döpfner (Vorstand Axel Springer) zu Gast am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin. Auf Einladung von Prof. Schreyögg stellte er sich einem öffentlichen Interview unter der Leitfrage “Karriere 2008 – Einstieg, Aufstieg, Umstieg”.

Mag man über die Antworten von Herrn Döpfner geteilter Meinung sein. Meiner Ansicht nach blieb er blass und beschränkte sich auf Standardsätze, die einem lange schon aus den Ohren heraushängen. Auch die Fragen der beiden Interviewer vom Manager Magazin trugen nicht wirklich zu inhaltlicher Tiefe bei, sondern wirkten vielfach wie einstudierte Vorlagen. So wirkte es auf dieser Seite wie eine hübsche Inszenierung.

Aber nicht nur auf dieser Seite. Zu Gast waren nämlich auch die Kommilitonen vom Dieter Lenzen-Fanclub, die ein weiteres Mal sich das Recht herausnahmen, die Interessen einer großen Mehrheit zu ignorieren, um sich ihrer arroganten Selbstverherrlichung zu widmen, die sie Satire nennen. Von Beginn an unterbrachen sie das Gespräch mit Wellen von Beifall, Jubel und Trampeln. Auch auf mehrmalige Ermahnung durch Prof. Schreyögg waren sie nicht in der Lage, ihr Benehmen anzupassen. Als gegen Ende die Situation zu eskalieren begann, wurde die Veranstaltung eine halbe Stunde früher als geplant abgebrochen.

Vielleicht wusste der Fanclub das nicht, aber für manchen Studenten im Raum war es eine akademische Pflichtveranstaltung. Vielleicht interessierte es den Club nicht, aber mancher hatte wohl ein Interesse daran, Herrn Döpfner zuzuhören, und reiste extra dafür abends noch einmal zur Uni. Egal: Beiden Gruppen hat der Club letztlich zwei Stunden ihrer Zeit gestohlen.

Vom Stil her nicht in Ordnung war es, dass einige Fragen tatsächlich etwas parteiisch übergangen wurden. Es sei aber bedacht, welchen Stil die Herren an den Tag legten, als sie immer noch Contenance zeigten, obwohl lange schon klar war, dass euer Applaus nicht gut gemeint war.

Ehrlich, das war eine Veranstaltung aus dem Kindergarten. Von erwachsenen Studenten erwarte ich, dass sie in der Lage sind, andere zu respektieren. (Das ist im Übrigen auch ein Recht, das vom Verfassungsgericht bestätigt sein dürfte, nämlich intrinsischer Teil des Grundgesetzes, auf dessen Freiheiten sich von bestimmter Seite gerne und natürlich per se völlig zu Recht berufen wird.) Was der Dieter Lenzen-Fanclub zeigt, ist nicht gebildete Satire, sondern einfach sittenfernes, schlechtes Benehmen von Starrköpfen. Diese Veranstaltung hatte keinen Bezug zu Dieter Lenzen. Es ging einfach um öffentlichkeitswirksame, wie üblich überzogene und gegenüber den Mitmenschen absolut unfaire Selbstinszenierung.

Geht das weiter, wird der Ruf der Universität sicherlich beschädigt werden. Das mag manchem zupass kommen. Das wird aber dazu führen, dass gar kein renommierter Gastsprecher, so politisch unabhängig er auch sein möge, gesteigertes Interesse hätte, an der FU aufzutreten. Er würde ja doch nur für einen Kampf instrumentalisiert werden, der nicht der seine ist.

Ich fordere den ASta und alle hochschulpolitischen Gruppen an der FU Berlin daher auf, Stellung zu den wiederholten Vorgängen zu nehmen und deutlich klarzustellen, dass man dieses Benehmen nicht unterstützt. Begründung: Wir sollten zeigen, dass wir trotz aller Meinungsverschiedenheiten in der Lage sind, eine politische Debatte sachlich und mit Respekt voreinander zu führen. Den DieterLenzen-Fanclub haben wir jedenfalls nicht nötig.

Neue Webseite des Studentischen Wahlvorstands

Thomas E.Akademische Gremien, Allgemeines, FU, Hochschulpolitik, StuPa 0 Kommentare »

Der Studentische Wahlvorstand hat seine Seite nun dem allgemeinen Corporate Design der FU Berlin angepasst. In diesem Fall: Ein echter Gewinn. Die Seite ist viel deutlicher strukturiert als vorher und alle notwendigen Informationen lassen sich mit maximal zwei Klicks finden.

Auf der Webseite findet ihr zum Beispiel die Ergebnisse der letzten Urabstimmungen und der Wahlen für Studentenparlament und Fachschaftsräte. Allerdings fehlen hier noch die Ergebnisse von 2006 und für die FSR-Wahlen zusätzlich von 2005. Da man sich doch meistens für die letzte Wahl am stärksten interessiert, ist es nicht ganz einsichtig, warum ausgerechnet diese fehlen.

Auch die Ankündigung für die nächste Wahl im Januar ist bereits publiziert, inklusive der Bekanntgabe der Wahllokale. Potentielle Kandidaten erhalten nun eine detaillierte Anleitung, wie sie die Wahlvorschläge zusammensetzen müssen. Das komplette Prozedere wird bis zur Stimmenabgabe hin dadurch deutlich transparenter. Übrigens: Wahlhelfer gesucht! Wer nicht kandidiert, sich aber bei der Wahl ein paar Euro dazu verdienen mag, sollte sich beim Wahlvorstand als Wahlhelfer melden.

Über den Tellerrand geblickt

RonnyAllgemeines, FU, Hochschulpolitik, LHG, StuPa, Termine 7 Kommentare »

Na, habt ihr euch schon einmal die Webseite unseres AStAs oder seinen Blog angeschaut und versucht zu rekonstruieren, was der AStA so tut und wer für was verantwortlich ist? Klar, hier und da mal eine Pressemitteilung oder eine Podiumsdiskussion, aber sonst… Leere.

Protokolle, Arbeitsberichte, durchgeführte Projekte, Ansprechpartner, Erfahrungen aus den Beratungen, Tipps und Tricks zum Studium, systematische Verfolgung von Hochschulpolitik – alles Fehlanzeige! Gut, aber bei 40 Referent/inn/en und einem Jahresbudget von über 500.000 Euro kann man das ja nicht erwarten…

Dass das besser geht, beweisen allerdings ASten und Studierendenräte in der ganzen Republik – unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung. Ich hab mal ein paar Beispiele zusammengestellt:

- AStA-Protokolle aus Cottbus
- Öffentliche Einladungen zum Studierendenparlament in Frankfurt/Oder
- wöchentliches Info-Blatt “90 Sekunden” in digitaler Form und als Print vom AStA der RWTH Aachen
- Vordrucke und Antragsformulare beim AStA Bielefeld
- praktische Terminübersicht an der Universität Greifswald, sogar eine Infoveranstaltung zum Thema “Wie kandidiere ich bei den Wahlen” gibt es
- Referent/inn/en mit Namen und Bild an der Uni Frankfurt/Main
- Überblick über alle Gremienvertreter/innen sowie Auflistung aller Ansprechpartner mit Email und Sprechstundenzeiten an der Universität des Saarlandes
- Uni-ABC des Studierendenrates an der TU Chemnitz
- alles auf einem Blick beim Unabhängigen Studierendenausschuss (UStA) in Heidelberg

Diese Liste könnte man fortführen und würde noch mehr Sachen entdecken, die begrüßenswert, sinnvoll, hilfreich, selbstverständlich, transparent, einladend, kommunikativ, menschlich und politisch vorteilhaft sind. Nur passen halt alle diese Adjektive nicht auf unseren AStA, weshalb es all das bei uns nicht gibt.

Im Januar sind dann mal wieder Wahlen. Dann werden Millionen von Plakaten und Flugblättern (deren Finanzierung und Herstellung auch dieses Jahr “geheimnisvoll” bleiben werden) der Koalitions-Tarnlisten und der AStA-FSIs von einer “kritischen”, “linken”, “basisdemokratischen” Hochschulpolitik schwärmen, deren Versprechungen absolut nicht eingehalten werden. Aus Mangel an Argumenten wird die Opposition wie jedes Jahr mit Ablenkungsbegriffen diffamiert werden, denn die “lupenreinen” Basis-Autokraten wollen natürlich nicht, dass sich irgendetwas verbessert. Wer an der Macht ist und die Mittel hat, das zeigen Nachrichten aus den Pseudo-Demokratien in der ganzen Welt, setzt eben alles ein, um sich an der Macht zu halten.

DASS es besser und anders geht, zeigen wie gesagt die Beispiele von oben! Das wird sich allerdings auch bei diesen Wahlen nicht ändern, da kann sich die Liberale Hochschulgruppe auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln – alleine werden wir als David gegen den AStA-Goliath nicht ankommen.

Aber jede Stimme von Euch für uns (oder für eine der anderen seltenen und eher zurückhaltenden Oppositionsgruppen) wird ein Zeichen dafür sein, dass es euch nicht passt, wie der AStA sich einen feuchten Kehricht um die Belange der Studierenden kümmert – und dass ihr es richtig findet, dass Menschen wie wir immerhin mit diesem Blog auf die Missstände aufmerksam machen, die es unbestreitbar gibt.

Fahrplanänderung bei der BVG

RonnyAllgemeines, BVG 0 Kommentare »

Für alle, die es nicht mitbekommen haben sollten: Ab Sonntag, 9. Dezember 2007, ändert die BVG ihren Fahrplan. Änderungen in Linienführung und Haltestellenbezeichnungen könnt ihr hier nachlesen.

Die Änderungen sind nicht so umfangreich wie in der Vergangenheit, aber schaut am besten trotzdem, ob euer Bus euch am Montag noch zu rechten Zeit an die Uni bringt… :-) .

“Meet Your Prof” mit Jörg Sydow am 29.11.07

Hilmar v. OertzenAllgemeine Veranstaltungen, Allgemeines, FU 2 Kommentare »

Am vergangenen Donnerstag fand die erste Veranstaltung der neuen Veranstaltungsreihe „Meet Your Prof“, die vom Fachschaftsrat Wiwiss organisiert wird, in der Luise statt. Unser Dekan Prof. Dr. Jörg Sydow war der erste Prof, der sich dazu bereiterklärt hatte, daran teilzunehmen.
Leider hatte die Ankündigung offenbar nicht den erhofften Effekt oder sie war bei zu wenigen Studierenden angekommen, denn anwesend waren insgesamt nur 5 Studierende. Dennoch entstand eine sehr angenehme Atmosphäre und wir konnten unseren Dekan einmal ein paar Sachen fragen oder ihm von unseren Gedanken erzählen, völlig abseits der Lehrveranstaltungen und Sprechstunden.
Prof. Sydow erzählte uns von seiner Studienzeit an der FU und wie wenig sich eigentlich seit damals am Fachbereich verändert hat. Überfüllte Hörsäle gab es nämlich auch schon zu seiner Studienzeit und ist kein neues Phänomen unserer Generation. Allein die Verhältnisse an den Lehrstühlen (LS) hätten sich verändert. So hatten die LS zu seiner Zeit wesentlich mehr Mittel zur Verfügung und konnten so z.B. auch mehr Wissenschaftliche Mitarbeiter einstellen als heute. Ebenso berichtete er – offen gestanden zu meiner Überraschung – dass die hochschulpolitisch engagierten Studierenden auch zu seiner Zeit schon eine sehr kleine Minderheit am FB Wiwiss waren. Die Wirtschaftswissenschaftler – die Betriebswirte sicher noch eher als die Volkswirte – seien nun einmal unpolitischer als andere, was sich auch heute noch an unserem FB zeigen lässt. Auch redeten wir über die neuen Bachelor/Master Studiengänge und welche Auswirkungen diese auf den Studienalltag haben.
Insgesamt war es ein sehr angenehmes Gespräch und meiner Ansicht nach auch eine sinnvolle Veranstaltung, um unsere Lehrenden vielleicht auch mal von einer anderen Seite kennen zu lernen, ohne den Druck einer möglichen Benotung. Gerade für Studierende am Anfang ihres Studiums könnte diese Veranstaltung durchaus interessant sein, auch im Hinblick darauf, vielleicht mal eine Tätigkeit an einem Lehrstuhl anzunehmen.
Aber ob ich die Veranstaltung sinnvoll finde oder nicht ist eher nachrangig. Ich kann nur empfehlen die Veranstaltungsreihe fortzusetzen, in der Hoffnung, dass sich in Zukunft mehr interessierte Studierende melden, die daran teilnehmen wollen. Denn ohne die geht logischerweise gar nichts!