Über den Tellerrand geblickt
RonnyTermine, StuPa, Hochschulpolitik, FU, LHG, Allgemeines Kommentar schreibenNa, habt ihr euch schon einmal die Webseite unseres AStAs oder seinen Blog angeschaut und versucht zu rekonstruieren, was der AStA so tut und wer für was verantwortlich ist? Klar, hier und da mal eine Pressemitteilung oder eine Podiumsdiskussion, aber sonst… Leere.
Protokolle, Arbeitsberichte, durchgeführte Projekte, Ansprechpartner, Erfahrungen aus den Beratungen, Tipps und Tricks zum Studium, systematische Verfolgung von Hochschulpolitik - alles Fehlanzeige! Gut, aber bei 40 Referent/inn/en und einem Jahresbudget von über 500.000 Euro kann man das ja nicht erwarten…
Dass das besser geht, beweisen allerdings ASten und Studierendenräte in der ganzen Republik - unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung. Ich hab mal ein paar Beispiele zusammengestellt:
- AStA-Protokolle aus Cottbus
- Öffentliche Einladungen zum Studierendenparlament in Frankfurt/Oder
- wöchentliches Info-Blatt “90 Sekunden” in digitaler Form und als Print vom AStA der RWTH Aachen
- Vordrucke und Antragsformulare beim AStA Bielefeld
- praktische Terminübersicht an der Universität Greifswald, sogar eine Infoveranstaltung zum Thema “Wie kandidiere ich bei den Wahlen” gibt es
- Referent/inn/en mit Namen und Bild an der Uni Frankfurt/Main
- Überblick über alle Gremienvertreter/innen sowie Auflistung aller Ansprechpartner mit Email und Sprechstundenzeiten an der Universität des Saarlandes
- Uni-ABC des Studierendenrates an der TU Chemnitz
- alles auf einem Blick beim Unabhängigen Studierendenausschuss (UStA) in Heidelberg
Diese Liste könnte man fortführen und würde noch mehr Sachen entdecken, die begrüßenswert, sinnvoll, hilfreich, selbstverständlich, transparent, einladend, kommunikativ, menschlich und politisch vorteilhaft sind. Nur passen halt alle diese Adjektive nicht auf unseren AStA, weshalb es all das bei uns nicht gibt.
Im Januar sind dann mal wieder Wahlen. Dann werden Millionen von Plakaten und Flugblättern (deren Finanzierung und Herstellung auch dieses Jahr “geheimnisvoll” bleiben werden) der Koalitions-Tarnlisten und der AStA-FSIs von einer “kritischen”, “linken”, “basisdemokratischen” Hochschulpolitik schwärmen, deren Versprechungen absolut nicht eingehalten werden. Aus Mangel an Argumenten wird die Opposition wie jedes Jahr mit Ablenkungsbegriffen diffamiert werden, denn die “lupenreinen” Basis-Autokraten wollen natürlich nicht, dass sich irgendetwas verbessert. Wer an der Macht ist und die Mittel hat, das zeigen Nachrichten aus den Pseudo-Demokratien in der ganzen Welt, setzt eben alles ein, um sich an der Macht zu halten.
DASS es besser und anders geht, zeigen wie gesagt die Beispiele von oben! Das wird sich allerdings auch bei diesen Wahlen nicht ändern, da kann sich die Liberale Hochschulgruppe auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln - alleine werden wir als David gegen den AStA-Goliath nicht ankommen.
Aber jede Stimme von Euch für uns (oder für eine der anderen seltenen und eher zurückhaltenden Oppositionsgruppen) wird ein Zeichen dafür sein, dass es euch nicht passt, wie der AStA sich einen feuchten Kehricht um die Belange der Studierenden kümmert - und dass ihr es richtig findet, dass Menschen wie wir immerhin mit diesem Blog auf die Missstände aufmerksam machen, die es unbestreitbar gibt.
4. Dezember 2007 at 21:59
Toller Eintrag. Wie sieht es denn bei Euch mit der Wahlbeteiligung aus?
Und viel Spaß beim “Beine Wackeln”.
5. Dezember 2007 at 2:22
Ja, Ronny, da schau mal von wem Du Beifall bekommst: von einem (in einem früheren Beitrag) Apologeten des TU-RCDS-AStAs, von dem sich Wolf glücklicherweise ja schon distanzierte. Eine solche Distanzierung nach rechts täte Euch generell mal ganz gut, ebenso wie eine generelle inhaltliche Spezifizierung dessen, was Ihr wollt, statt der einseitigen AStA-Distinktion, um unabhängig zu wirken (Unabhängigkeit - eine irgendwie paradoxe Imagekampagne für eine parteinahe Hochschulgruppe..) Dann würde es auch vielleicht irgendwann mal klappen, Eure Drei-Männer-Gruppe ernstzunehmen.
5. Dezember 2007 at 2:50
Hi anonymer Pony!
Wir brauchen uns nicht negativ zu definieren, wir haben ein ganzes Programm, dass Du auf www.lhg-fu.de unter “Programmatik” findest. Auch sind wir keine Drei-Männer-Gruppe, wie Du auf gleicher Seite unter dem Menüpunkt “Über uns” unten feststellen kannst.
Und, was ist mit Dir? Wo findet man Dein Programm? Wo gibt’s bei Dir Vorstellung mit Realname und Foto? Klar! Fehlanzeige, weil Du nur gerade mal ausreichend Mut hast, anonym Deine Meinung zu sagen (auf die Du Dich sicher nicht längerfristig festlegen willst, oder?) und Dein Propaganda-Sprüchlein abzulassen, aber ansonsten zu Feige bist, zu dem was Du schreibst zu stehen.Übrigens: Man glaube es kaum, aber festes Gruppenprogramm und Vorstellungsseite ist an der ganzen FU sogar eines unserer Alleinstellungsmerkmale! Peinlich für die Anderen.
5. Dezember 2007 at 9:16
Für eine Drei-Männer-Gruppe war’s beim Treffen gestern Abend jedenfalls sehr eng im Raum.
Hier war aber noch die Frage nach der Wahlbeteiligung: Also, beim StuPa waren es 2005 immerhin 20%, 2006 allerdings nur noch 12%. Bei den Wahlen zum FSR ist das Ergebnis sehr unterschiedlich, liegt in den meisten Fällen aber zwischen 5% und 20%. Bei den Bioinformatikern wird allerdings regelmäßig eine Beteiligung von 40 bis 50% erreicht, die müssen einmal lobend erwähnt werden. Die absoluten Muffel sind dagegen die Kommilitonen von der Charité, bei denen sich zum Teil nicht einmal 5% an den StuPa-Wahlen beteiligen.
5. Dezember 2007 at 12:57
Hallo Pony, ich habe kein Problem mich von rechts zu distanzieren, ich verabscheue Nazis und empfinde auch keine Zuneigung zu konservativen Welt-Vorstellungen. Zudem lehne ich Gewalt und Intoleranz ab.
Ansonsten war der Beitrag im Übrigen gar nicht so negativ abgrenzend gemeint - ich habe eine Reihe von guten Beispielen präsentiert, wie meines Erachtens die Studierendenvertretung besser arbeiten könnte - und könnte ich das beeinflussen, wären das die ersten Sachen, die sich verändern würden.
Und wir waren gestern 12 Menschen bei unserem Treffen, einige weitere, die im Ausland sind oder verhindert waren, fehlten auch noch. Von allen Anwesenden sind des Weiteren nur zwei oder drei Menschen außerhalb der Universität politisch aktiv, die Gruppe ist also finanziell, inhaltlich und personell unabhängig von Parteien oder anderen politischen Gruppen.
Ich weiß, es ist schwer für euch zu akzeptieren, dass eine Gruppe, die sich liberal nennt, tatsächlich unabhängig arbeitet - aber wir sind ein offenes Forum für jede und jeden, die/der sich selbst als liberal definiert und, was viel wichtiger ist, sich an der Uni für andere einsetzen möchte. Anders als bei Parteigruppen brauchen wir keine Mitglieder-Mitglieder, die einfach nur unsere Namenslisten verlängern. Wir wollen aktiv sein und unter anderem dabei helfen, Probleme konstruktiv zu lösen. Das geht nur mit Menschen, die Engagement zeigen. Genau das tun wir. Ich verweise als gutes Beispiel z.B. auf unsere Erstsemesterhefte für die Politikwissenschaft und die Wirtschaftswissenschaften, die unsere Kommiliton/inn/en sehr gut aufgenommen haben. Auch solche Informationsmedien, mit denen Menschen mit sinnvollen Tipps ins Studium geholfen wird, und die nicht nur politisierte Texte enthalten, würde es verstärkt geben, wenn wir Mitsprache in der Studierendenschaft hätten.
Und anders als andere politische Gruppen stellen wir uns mit diesem Blog (und auch sonst) der offenen Diskussion. Ich finde, das sind schon zwei-drei Dinge, die sich ganz praktisch darstellen, neben unserem Programm und all den anderen Sachen, die man hier im Blog über die letzten drei Jahre nachlesen kann.
6. Dezember 2007 at 17:43
Was habt ihr denn? An der Fu (bzw. in Berlin) wurden doch beispielsweise 2003/4 Studienkonten (d. h. Gebühren) verhindert, nicht zuletzt wegen der vielfältigen Proteste der kleinen Inis.
Da ging mehr als in anderen Städten/Regionen. Ich hab lieber diesen AStA, der den richtigen Gruppen unter den Arm greift, als nen AStA mit toller Homepage, aber ohne aktive Basis, die im Zweifelsfall so was asoziales wie Studigebühren verhindert!
Klar, es geht alles besser, aber wir haben hier doch ein eher kleines Übel!
6. Dezember 2007 at 18:02
Ich hab nichts gegen einen AStA, der basisdemokratischen Initiativen unter die Arme greift, und es geht auch nicht um eine “tolle” Homepage, sondern es geht im Prinzip um genau eine Sache: Transparenz. Transparenz bei der Arbeit, Transparenz bei den Finanzen und Transparenz bei den Kriterien für die Unterstützung von Initiativen (daher die verlinkten Beispiele).
Momentan unterstützt der AStA genau diejenigen, die wegen seiner Unterstützung bei den Wahlen ins StuPa kommen und danach wieder diesen AStA stützen - das läuft jetzt seit 25 Jahren so. Wie viel Geld und Sachmittel diesen Gruppen für welche Zwecke zur Verfügung stehen, ist unbekannt - und in jeder besseren Bananenrepublik hieße das Vetternwirtschaft. Wenn man das als “kleineres Übel” bezeichnet, ja dann…