Nachspiel: Skandal folgt Klage.
Thomas E.Super-Uni, FU Veranstaltungen, Allgemeine Veranstaltungen, FU, Allgemeines Kommentar schreibenEs ist doch irgendwie eigenartig. Da studieren wir an einer Universität. Mithin einer Einrichtung höherer Bildung. Einer Institution, die seit Jahrhunderten für sich beansprucht, moralisch und geistig die Führung der Gesellschaft zu übernehmen.
Ein inhaltlich leerer Vortrag mit peinlichem Protest wäre auf dieses Ideal schon Karikatur genug gewesen. Allerdings scheint es im Auditorium noch mehr Menschen gegeben zu haben, die sich dem Anspruch in keiner Weise würdig erwiesen - und sogar noch einen drauf packten: Einer der Ledersessel, auf denen die Gäste auf der Bühne Platz genommen hatten, wurde in der Unordnung nach Ende der Veranstaltung gestohlen. Das Präsidium stellt Anzeige gegen Unbekannt.
Ich frage mich, einigermaßen frustriert: Wo sind uns Moral und Geist nur geblieben? Wer was gesehen hat, könnte hier natürlich dazu beitragen, den ramponierten Ruf der Studenten wieder herzustellen. Muss man ja nicht weit denken, wem dieses Vergehen allgemein zugeschrieben wird - das aber, hoffe ich ehrlich, sicherlich zu Unrecht.
7. Dezember 2007 at 6:29
[…] Vergehen allgemein zugeschrieben wird - das aber, hoffe ich ehrlich, sicherlich zu Unrecht.” (“Nachspiel: Skandal folgt Klage”, LHG Blog, […]
7. Dezember 2007 at 17:24
Mich zerpört das auch: da wird an einer Führungsakademie und Elitenbrutstätte dem unzweifelhaft genialen Springer-Vorstandsvorsitzenden selbstverständlich ein Ledersessel für sein sanftes Gesäß postiert für die angemessene Perspektive auf das Holzstuhl-Auditorium - und dann wieder diese Kleinkriminellen, die glauben sie könnten und dürften alles und noch nicht einmal in angemessener Kleidung den Henry-Ford-Bau betreten.
Ein Aufruf an alle Bürger: fangt den Dieb. Wir haben eine Kugel für jeden.
7. Dezember 2007 at 20:43
Ein für alle Mal, es reicht. Im Grunde erwarten wir grade von der LHG in der wir bis dato eigentlich immer wertvolle Verbündete sahen, eine etwas bessere Recherchearbeit.
Natürlich sind die Aktion des Klüngels lauter und immer mit marxistisch-stalinistischem, teilweise wohl auch faschistoidem Sozialromantikertum angereichert und gewinnen als solche eine breitere Öffentlichkeit, aber es gerät hierbei vollkommen in Vergessenheit, dass der “Förderkreis der Freunde von Prof. Lenzen” (oder verkürzend DIETER LENZEN FANCLUB und wir ERWEHREN UNS VEHEMENT einer Vermischung jener Gruppierung die momentan jene Bezeichnung für sich in Anspruch nimmt) als ernsthafte Gruppierung ins Leben gerufen wurde, um die wissenschaftlichen wie auch politischen Leistungen von Prof. Lenzen anzuerkennen.
Was an diesem Anliegen “lachhaft” oder “parodierenswert” sein soll, erschließt sich wohl nur nach jahrelanger Gehirnwäsche in THC-geschwängerten Marxlesekreisen.
Wir haben für gemeinhin eine Öffentlichkeitsarbeit nicht als nötig erachtet sondern beschäftigten uns primär mit Aktionen im privaten Rahmen, doch die zunehmende Öffentlichkeit zwingt uns zu einer Stellungnahme zu einem Phänomen, das sich eigentlich unterhalb unser aller Niveau und Wahrnehmungsschwelle bewegen sollte und es dennoch nicht tut.
Inwiefern es politisch klug ist, dererlei Rabauken überhaupt irgendeiner Beachtung zu würdigen, sei dahingestellt, da nun aber selbst Personen mit berechtigtem liberalen Anspruch Erklärungen fordern, hier eine zunächst vorläufige Stellungnahme mit der Bitte um Verbreitung.
Verehrte Exzellenzen,
in Anbetracht der jüngsten Ereignisse sehen wir uns gezwungen, eine Erklärung zu den Geschehnissen des 5.12. 2007 abzugeben, als eine Horde Salonkommunisten im Hörsaal A des Henry-Ford-Baus versuchte den Dieter Lenzen Fanclub öffentlich durch rüpelhaftes Verhalten zu diskreditieren. Wir können und werden dergleichen nicht dulden.
Wir erklären hiermit:
Der Dieter Lenzen Fanclub distanziert sich von den Störungen während des Auftritts des hochgeschätzten Dr. Döpfner und erklärt seine vollste Solidarität zu den Leitlinien des Axel Springer Konzerns. Wir erklären unsere tiefste Hochachtung für die persönlichen wie beruflichen Leistungen von Dr. M. Döpfner und sehen uns aufgrund des tiefen Zynismus, mit dem diese Sonntagsnachmittagsrevoluzzer diesen
Leistungen begegnen, gezwungen sie hier wieder en detail und mit dem gebührenden Respekt aufzuführen.
Besonders empörend ist es, dass die linken Parasiten sich ausgerechnet eine unpolitische Veranstaltung zum Thema Karriere auswählten, um ihr menschenverachtendes, stasidurchzogenes Gedankengut zu propagieren.
Mit Herrn Dr. Döpfner hatten wir eine absolute Koryphäe auf dem Gebiet des Karrierestrebens, ist er doch verantwortlich für die Prägung des Begriffes der Döpfnerkurve und gilt, so der Stern, als “unübertroffen”.
Wie er bereits erklärte, hat Aufstieg immer auch mit Glück und Chancen zu tun. Im Stern heißt es hier zu seinem Werdegang wie folgt: “Zuerst machte der Verlag Gruner + Jahr (Stern, “Brigitte”) ihn zum Chefredakteur der “Wochenpost”, die er nach seinen Vorstellungen umgestaltete. Sie verlor Auflage, musste verkauft und kurz darauf eingestellt werden. Dann wurde er Chefredakteur der “Hamburger Morgenpost”, die er umgestaltete. Sie verlor Auflage und wurde verkauft. Sein nächster Job war Chefredakteur der “Welt”, die er umgestaltete. Aus wirtschaftlichen Gründen hat er sie später mit der “Berliner Morgenpost” zwangsfusioniert.”
Mathias Döpfners wirtschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der negativen Auflagensteigerung können nur betont werden und als leidenschaftlicher Mensch mit Prinzipien brachte er den Springerverlag aus seiner jahrelangen Stagnation heraus in ein massives Plus bei der Auflagenminimierung.
Der Vorwurf der Heuchelei, respektive gewissenloser Spekulation, kann keinesfalls erhoben werden. Dr. Döpfner begünstigt durch seine Konzernpolitik einzig und allein die Flexibilität seiner Mitarbeiter und hilft bei einer abwechslungsreichen Gestaltung der Vitae. Erst kürzlich, im Frühjahr 2006, gab er 4000 Mitarbeitern des Konzerns die
Möglichkeit zur beruflichen Neuorientierung abseits ausgetretener Pfade.
Wir müssen Döpfner nicht nur als großherzigen Gönner auf dem Gebiet der “Privatdiversifizierung” sehen, sondern zudem als politischen Revolutionär und Vordenker.
Nachdem der PIN Group gegen ihren ausdrücklich artikulierten Willen von linken Populisten ein Mindestlohn aufoktruiert wurde, erwog Döpfner sofort, so die FTD, Schritte zur Befreiung aus dem Lohnzwang - von “Verkauf bis zur Schließung.”
Wir, der Dieter Lenzen Fanclub, distanzieren uns von den Vorwürfen, hier liege böser Willen, profitsteigernde Interessen oder das “Verramschen von Humankapital” vor. Das vermeintliche persönliche Unglück der betroffenen Springerangestellten stellt sich bei einer differenzierten Betrachtung von Döpfners Lebenslauf sehr schnell als erster Schritt in Richtung einer Aufsichtsratsposition dar. Berufliche Pleiten, der rote Faden in Döpfners Lebenslauf, beweisen, dass es die Exzellenz des Namens, nicht die der Leistung ist, die maßgeblich für die Karriere im Leistungssystem ist. Wir, die Exzellenzen der deutschen Elite, begrüßen diese Entwicklung ausdrücklich und weisen den pöbelnden Mob darauf hin, dass auch sie Nutznießer unseres guten Namens sind.
Wir werden keine weiteren Störungen des universitären Exzellenzbetriebes dulden und zukünftige Zwischenfälle mit der vollen Härte der uns zur Verfügung stehenden Mittel ahnden. Hinweise, die zur Ergreifung der Störenfriede und Vandalen führen,
werden vom Dieter Lenzen Fanclub mit einer Ehrenmitgliedschaft und freiem Ausschank beim nächsten Clubtreffen entlohnt.
Hochachtungsvoll, Förderkreis der Freunde von Prof. Lenzen/ Dieter Lenzen Fanclub
7. Dezember 2007 at 21:11
Sehr verehrte Sdudierenden,
es ist erstaunlich, dass solch eine Aktion, einiger Studierenden ausreicht, damit es solchen Stürmen der Empörung kommt.
Und dass der Dieter Lenzen Fanclub auch noch einmal zuschlägt und linken Protest als faschistoid abstempelt ist mir ein Leid.
Ausgerechnet sie die sich wie Ultras des FC Bayern verhalten, weil sie nur den Gewinnern zujubeln wollen, anstadt den Verlierern und Opfern dieser Welt zu helfen bringt mich zum kotzen.
Mit diesem Eliteklub kann und will ich nichts anfangen.
Jedoch war es ein wundervoller Schachzug der Protestierer, sich als Dieter Lenzen Fanclub auszugeben, um selbigen zu diskreditieren und sich zu schützen, auch, wenn die Form und der Ort des Protestes mehr als fragwürdig war.
Dass das dann aber auch noch von so vielen Leuten geglaubt haben, darüber muss ich immer noch lachen.
Das zeigt nur wie wenig informiert und gutgläubig ein großer Teil der Studierendenschaft ist.
Zweifel ist Wahrheit, Glaube ist Lüge.
8. Dezember 2007 at 0:17
Also im vorigen Beitrag wurde ja schon geklärt, dass Asta-Referenten in der Störer-Gruppe saßen. Wenn also dieser Fanclub nicht will, dass man ihn diskreditiert, braucht er ja nur zum Asta zu gehen.
(kleiner Tip)
8. Dezember 2007 at 13:03
Fragezeichen:
Wir erwägen bereits rechtliche Schritte gegen die Störgruppe. Ich halte die Polizei für ein zuverlässigeres Mittel des Rechtsstaates als einen Asta der sich offenkundig selbst an derlei Aktionen beteiligt.
7. September 2008 at 19:45
[Drei rechtswidrige Einträge gelöscht]
(Sorry, aber jede Form des Prangers widerspricht nach einhelliger Auffassung Artikel I GG: “Die Würde des Menschen ist unantastbar” - egal was ist!)