Gedanken zur Sitzung des FBR-Polsoz vom 23.1.

Michael KochLehre, Akademische Gremien, Hochschulpolitik, FU 19 Kommentare »

Wenn ich mir so Gedanken mache, darüber sinniere, an welchen Orten man wohl am leichtesten, schnellsten, gründlichsten seinen Idealismus verlieren kann, hätte ich mich bis gesternMorgen wohl nicht recht entscheiden können. Als ich aber dann ca.  11:oo Uhr den Hörsaal B im OSI verließ, stand meine Wahl fest: es ist ganz eindeutig die Uni! Wenn es die Lerninhalte und manche Mitstudierende noch nicht geschafft haben, dann schafft mit Sicherheit eine Sitzung des FBR PolSoz, wie die von heute morgen. Was war passiert?

Wichtigster Tagesordnungspunkt gestern waren die Pläne des Präsidiums zu einer Neuordnung der sozialwissenschaftlichen Bibliotheksstruktur und deren Bestände. Und zu diesem Anlass ließ sich sogar FU-Vize-Präsidentin Lehmkuhl das Erscheinen nicht nehmen, in der Absicht, einige Konfusion am Fachbereich zu beseitigen. Denn jene ist groß, unter Lehrenden, Studierenden und natürlich auch unter den Bibliotheks-Angestellten. Für Aufregung sorgen vor allem Zahlen, nach denen im Zuge der geplanten Integration der FB-Bibliotheken in die UB mehrere Hunderttausend Bücher (von bis zu 500.000 Exemplaren ist die Rede) aussortiert und an eine litauische Universität gespendet werden sollen.

Laut Fr. Lehmkuhl sehen die Pläne des Präsidiums wie folgt aus: die Bibliotheken des FB PolSoz sollen in zwei Schritten neu geordnet werden. In einem ersten Schritt, sollen die Bestände der verschiedenen Fachrichtungen in den bestehenden Räumlichkeiten integriert werden. Zu diesem Zweck sollen im OEI wenig genutzte Exemplare aussortiert werden, um Platz zu schaffen für die Bestände der Publizistik, deren Bibliothek von Lankwitz nach Dahlem zieht. Die ausgesonderten OEI-Exemplare sollen dann in Lankwitz eingelagert werden. Durch diese Neuordnung soll in Dahlem eine auf aktuelle und viel frequentierte Literatur spezialisierte Lehr- und Forschungsbibliothek entstehen, in Lankwitz soll der Bestand vor allem für Forschungszwecke zur Verfügung stehen. In einem zweiten Schritt sollen dann die konzentrierten Dahlemer Bestände in eine für ca. 15 Mio. Euro ausgebaute UB integriert werden. Konkrete Planungen gebe es allerdings für die zweite Stufe nicht, nur Ideen, die jetzt mit den Beteiligten diskutiert werden sollten.

Fr. Zehrer, ihres Zeichens Bibliotheks-Verantwortliche am FB fügte hinzu, dass aufgrund von Platz- und Geldmangel schon seit Jahren die Bestände reduziert werden mussten. Zudem sei die Aufregung aufgrund dessen, dass es ja schließlich ein verstärktes Angebot an Online-Ressourcen und schließlich in Berlin noch eine Unzahl weiterer Bibliotheken gäbe, übertrieben. In den Kellern der Magazine würden die Bücher sowieso teilweise verschimmeln, aufgrund des in die Räumlichkeiten eintretenden Wassers.

Das, was man nur mit einer gehörigen Portion Kulanz noch als Debatte bezeichnen kann, drehte sich nun um zwei Punkte:

a)       Wie viele Bestände werden denn aussortiert?

b)       Welche Konsequenzen hat dieser Prozess für die Lehre und die “Identität der Bibliotheken”?

Hinsichtlich Punkt a) sind ist die Informationslage, seien wir wohlwollend, chaotisch. Fr. Lehmkuhl sprach nach Schätzungen, nach denen es ca. 100.000 sein sollen. Anwesende Studierende wiesen sie darauf hin, dass sie selbst von Zahlen zwischen 350.000 und 500.000 Exemplaren sprach. Fr. Lehmkuhl fühlte sich missverstanden, falsch zitiert, sie kenne die Quelle dieser Zahlen nicht. Wie könne es schließlich auch konkrete Zahlen geben? Man befinde sich ja noch am Anfang der Planungsphase.

Und Punkt b)? Dieser wurde zwar immer wieder angesprochen, aber richtig diskutiert? Wohl kaum.

Obwohl, richtig diskutiert wurde bei dieser Veranstaltung ohnehin nicht. Neben einer bemühten, aber zeitweise recht hilflos wirkenden Fr. Lehmkuhl saß eine Dekanin Fr. Riethmüller, die sich einerseits penibel an ihre Redeliste halten wollte, sich selbst jedoch ständig das Wort erteilte. Zwischendurch schrien sich die Protagonisten der Veranstaltung auch an, polemisierten, ja beschimpften sich fast. Wer glaubte, Universitäten seien ein Ort, an dem sachlich, niveau- und respektvoll miteinander diskutiert werde um gemeinsame Probleme zu lösen, hätte Hörsaal B heute mit Depressionen verlassen. Gott sei Dank hat mich der letzte Wahlkampf schon auf das Schlimmste vorbereitet.

Das einzige, was von allen Beteiligten begrüßt wurde, war die Idee eines ‘Runden Tisches’, die Fr. Lehmkuhl mitgebracht hatte. An diesen sollten sich die Beteiligten setzen  und miteinander den besten Weg beraten können. Klingt gut, wäre da nicht ein kleiner Schönheitsfehler: studentische Vertreter sollten direkt gar nicht an diesem beteiligt sein. Man kenne die Interessen der Studierenden schließlich (Fr. Lehmkuhl: “Ich habe auch mal studiert.”) und Fr. Riethmüller versuchte durch den Zusatz, die Studierenden seien ja über das Dekanat quasi mitvertreten, diesem Argument wenigstens den Anschein einer argumentativen Unterfütterung zu geben. Sie könne ja aber auch jemanden mitnehmen, als Gasthörer. Muss ich es jetzt ausführen, warum  sich jene, die von diesem Prozess mit am meisten betroffen sind, nämlich die Studierenden, irgendwie verkohlt vorkommen  müssen, wenn sie auf die Erlangung von Informationen, auf die sie Anspruch haben, auf die Gnade der Dekanin angewiesen sind? Es ist ja schön und gut, dass das Präsidialamt zu versuchen scheint, seine verfehlte Informationspolitik in dieser Angelegenheit zu korrigieren. Aber ob das so funktioniert? Ich sehe da schwarz!

Und was ist mit konkreten Ergebnissen? Auf studentischen Antrag hin wurde beschlossen, die bestehende Bibliothekskommission am Fachbereich durch Vertreter aller betroffenen Gruppen zu erweitern. Jenes Gremium solle die aktuelle Situation erheben, Probleme identifizieren und Lösungsvorschläge erarbeiten. Bis dahin solle der FBR PolSoz die Diskussion ergebnisoffen halten und keine irreversiblen Fakten schaffen. In diesem Gremium sollen auch Studierende vertreten sein. Fragt sich nur eines: Welche? Meiner Meinung nach sieht die Gremienstruktur deutscher Unis für so etwas Fachschaftsräte vor. Moment, da war doch was! Wurden die nicht erst gewählt? Ständig hörte man heute von demokratischen Prozessen, die doch bitte eingehalten bzw. installiert werden sollen. Warum kein Zeichen setzen, und auf Seite der Studierenden damit anfangen? Was daneben bleibt sind Konfusion und viel böses Blut zwischen Präsidium, Dekanat, Studierenden und Bibliotheks-Angestellten in allerlei Kombinationen.

Ich persönlich frage mich, ob man die für den UB-Ausbau eingeplanten Millionen nicht so einsetzen könnte, dass die Bibliotheksstruktur am Fachbereich verbessert, die Bestände möglichst erhalten werden? Oder womöglich ist eine sozialwissenschaftliche Super-Bibliothek wirklich das Beste für alle Beteiligten unter den gegebenen Umständen. Ganz ehrlich, ich weiß es einfach nicht. In einer angemessenen Manier sollte dies jedoch herauszufinden sein, und zwar von allen Betroffenen, und das sind ja in erster Linie die Studierenden, die mit den Beständen arbeiten sollen, müssen und vor allem wollen. Ich denke, Bibliotheken sollten nicht auf das reduziert werden, was unmittelbar gebraucht wird, was anscheinend einen Nutzen bringt. Sie sind das akademische Gedächtnis einer Universität, und sollten nicht unüberlegt durch eine wegen (zweifelsohne durchaus vorhandenen) Sachzwängen verordnete Diät in die Anorexie getrieben werden. Darunter würden nicht nur die ohnehin schon oftmals zu beweinende Lehre, sondern auch die Forschung und der Ruf der gesamten Universität leiden. Und das kann doch, ebenso wenig wie die Transformation mancher Studierender in weltverachtende Zyniker durch die Zerstörung ihres Idealismus in akademischen Gremien (ein Weg, auf dem ich mich mittlerweile befinde), in  niemandes Interesse sein.

 

Exmatrikuliertenstudie im Internet

Wolf DermannBefragung, FU, Allgemeines 1 Kommentar »

Wie vom FSI-Blog zuerst entdeckt, hat die FU nun den Ergebnisbericht der Exmatrikuliertenbefragung ins Netz gestellt. Wie die Bachelorbefragung 2006 und die FELZ-Studie über die Angemessenheit der Leistungspunkte, die auf anderer Seite noch zu finden sind, stammt auch diese wieder aus der Feder von Felicitas Thiel und Irmela Blüthmann vom Arbeitsbereich Schulpädagogik / Schulentwicklungsforschung der FU.

Der nun veröffentlichte schriftliche Bericht enthält keine neuen Informationen im Vergleich zu den Vorstellungen der Ergebnisse im Kuratorium, im Akademischen Senat und in der Kommission für Lehre. Interessant sind immerhin Thiels eigene Vorschläge, die Situation zu Verbessern (Seite 31 f). Sie analysiert die vier ermittelten Cluster zwar separat, kommt aber fast immer zum gleicher Ergebnis: Die Informations-, Beratungs- und Betreuungsangebote müssen verbessert werden. Hierin haben wir Studierenden sicherlich eine gute Argumentationshilfe. Etwas hilflos schlägt sie allerdings bei der Gruppe der “Überforderten” “kognitive und motivationale” Auswahltests vor, die letztes Jahr an der FU-Psychologie allerdings (auch die FU-Leitung) als unnütz enttäuschten. Etwas unfair geht der anonyme FSI-Blogschreiber mit ihrer Anmerkung für die Gruppe der “frühzeitigen Wechselnden” Überbrückungsimmatrikulierten um. Zwar schreibt sie tatsächlich, dass dem wohl nur durch eine “Verteuerung des Studiums” beizukommen sei, allerdings macht sie aus ihrer Kritik an Studiengebühren keinen Hehl, wenn sie von der “aus guten Gründen sehr kontrovers diskutierten” Verteuerung spricht.

Die entsprechenden Konsequenzen, insbesonders die Verbesserung der Informations-, Beratungs- und Betreuungsangebote muss nun an den Fachbereichen angegangen werden, die ZE Studienberatung alleine wird das nur zu einem kleinen Teil auffangen können. Und sofern man schlecht organisierte und konzipierte Studiengänge auch zur Problemgruppe hinzuzählt, werden die Ausbildungskommisionen an den Fachbereichen einiges zu tun haben. Wir Studenten täten diesmal gut daran, eigene Vorschläge und Konzepte zur Verminderung der Abbrecherzahlen zu entwickeln und vorzulegen, anstatt wieder auf die Vorlagen der Dekanate zu warten.

Herr Fischer besetzt die Silberlaube

Thomas E.Blog, FU 4 Kommentare »

Herr Fischer zieht um. Ab sofort findet man ihn unter silberlaube.de, allerdings weiter in der klassischen Erscheinung. Laut Herrn Fischer bringt der Umzug allerdings auch weitere Änderungen mit sich. So möchte er die Arbeitslast gerne mit anderen teilen:

“Dieser Blog wir ab sofort unter silberlaube.de fortgesetzt, zeigt sich damit noch FU-naher als bisher und öffnet sich weiteren Autoren.” (herrfischer.net/index.php/2008/01/20/achtung-herrfischer-neu-unter-silberlaubede/)

Herr Fischer ist ein (tatsächlich) unabhängiger Blogger an der FU, der den Blick auf seine Alma mater immer wieder mit einer Prise gekonnter Ironie würzt. Wir freuen uns darauf, Herrn Fischer in der Silberlaube wiederzusehen und bald seine neuen Mitstreiter zu begrüßen. Wir wünschen euch, dass ihr euch im Gewirr der Straßen nicht verirrt.

Wahlergebnisse für StuPa und FSR: LHG wird zweitstärkste Liste im StuPA

Thomas E.AStA, FSIs, StuPa, Akademische Gremien, FU, Hochschulpolitik, LHG 12 Kommentare »

Die vorläufigen Wahlergebnisse für StuPa und die Fachschaftsräte sind jetzt bereits online. Vorbehaltlich möglicher Einsprüche erhielten wir mit 289 Stimmen insgesamt vier Sitze (gegenüber 161 Stimmen und drei Sitzen in 2007, das sind also immerhin 79% Stimmen mehr). Leider fehlten noch fünf Stimmen zum fünften Sitz. Eure Vertreter im Studentenparlament sind im Jahr 2008 Ronny Patz, Michael Koch, Anne Schichler und Hilmar von Oertzen. Damit wurde die LHG klar zur zweitstärksten Liste im StuPa. Stärkste Liste wurden die Jusos mit fünf Sitzen, gefolgt von uns und anschließend, ebenfalls noch mit vier Sitzen, dem SDS und der zur AStA-Koalition zuzurechnenden Gruppe “Aktiv gegen Studiengebühren”.

In den Fachschaftsräten fallen unsere Ergebnisse differenziert aus. Ein großer Erfolg gelang uns bei den Geschichtswissenschaftlern. Dort holte die FSI Geschichte zwar wie erwartet die Mehrheit, jedoch konnten auch wir erstmals einen Sitz erobern. Unser Vertreter im Fachschaftsrat ist Björn Stephan. Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieser Fachschaftsrat auch einberufen wird. Gleiches gilt für die Fachschaftsräte PolSoz und bei den Wirtschaftswissenschaftlern. Am OSI und den anderen Instituten des Fachbereichs konnten wir immerhin 193 Stimmen erobern und somit zwei Sitze im Fachschaftsrat für Alexander Spielau und Ronny Patz. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern konnten wir dagegen unser Ergebnis nur verteidigen und holten erneut lediglich einen Sitz für Philipp Karstädt. Die FSI Wiwiss dagegen, die vor zwei Jahren noch das Monopol am Fachbereich inne hatte, setzte ihren Abwärtstrend fort und erreichte nur noch ebenfalls einen Sitz. Die Studi-Initiative konnte ihre Position dagegen stark auf fünf von sieben Sitzen ausbauen.

Die Wahlbeteiligung lag übrigens bei 11,75% und somit leicht höher als im Jahr 2007. An einigen Fachbereichen erreichte sie für die Fachschaftsratswahlen sogar mehr als 15 Prozent. Das ist umso mehr beachtlich, da 2007 nicht parallel die Wahlen zu den akademischen Gremien stattfanden. Allerdings sollte auch das Gegenteil erwähnt werden: Der Isolationsprozess der Charité setzt sich fort, da lediglich 0,82% der dort wahlberechtigten überhaupt an den Wahlen teilnahmen.

Was geschieht nun?

Im StuPa sind wir weiter in der Minderheit. Das war natürlich zu erwarten. Trotzdem eroberten wir als einzelne Liste eine starke Position. Unserem StuPa-Flyer wurde gelegentlich vorgeworfen, es fehle an konkreten Argumenten. Ein Blick auf die Rückseite möge geholfen haben, die Argumente zu finden. Dort liest man auch Einiges von dem, wofür sich die LHG einsetzt. Wir werden mit unserer Stärke nun alles tun, diese Anliegen in das StuPa tragen. Außerdem sondieren wir, was wir in der Lage sind, gegebenenfalls auch ohne (anfängliche) Unterstützung anderer zu schaffen. Worauf sich unsere Wähler aber verlassen können, ist (angesichts der Merheitslage) eine Fortsetzung der harten Opposition. Natürlich sind wir bereit, in der Sache zusammenzuarbeiten. Wir lassen im Grundsatz aber nicht locker, ehe unsere Kritik Früchte trägt und wir es erleben, dass Transparenz und Kommunikativität des AStA ein zufriedenstellendes Niveau erreichen und dass die Auseinandersetzung auf ein Niveau gehoben wird, das weniger radikal und revolutionär gesinnt, sondern auf Konsens und Kompromiss orientiert ist. Wir glauben, dass der AStA selbst nur von uns profitiert: Regieren ohne Opposition ist zwar meist bequemer, aber selten besser.

Gerade bei den Wirtschaftswissenschaftlern steht für das nächste Jahr die Fortsetzung einer äußerst produktiven Zusammenarbeit entgegen, wie sie sich in 2007 bereits bewähren konnte. Dafür hat auch ein Sitz schon genügt. An dieser Situation werden wir anknüpfen. Wir wollen es allerdings schaffen, dass die Früchte dieser Zusammenarbeit auch uns zugeschrieben werden. Dann hoffe ich, dass sich das als Signal auf viele andere Fachbereiche überträgt und sich zeigt, dass pluralistisch besetzte Fachschaftsräte eine deutliche Existenzberechtigung haben. Vorbehaltlich ihrer Einberufung werden wir auch versuchen. diese Arbeitsatmosphäre auf die Fachschaftsräte PolSoz und bei den Geschichtswissenschaftlern zu übertragen.

Noch ein paar Worte zum Wahlkampf

Wer dieser Tage durch Dahlem zog, erlebte einen Aufwand, der wohl um Längen übertraf, was am gleichen Ort für eine Bundestagswahl aufgefahren würde. Kaum ein Baum und Pfahl, der unberührt blieb, und in der Mensa dienten die Flyer fast schon als Tischdecke. Manche Flyer sahen sich zum Verwechseln ähnlich und beim Lesen hatte ich häufig den Eindruck, der gleichen gedanklichen Schule zu folgen. Eine erkleckliche Sammlung habe ich mir dieser Tage zugelegt. Was mir auffiel, war der verbreitete Glaube an eine gesellschaftliche Revolution, die vom StuPA der FU ausgehen könnte und sollte.

Es gab auch positive Erlebnisse im Wahlkampf: Bezüglich mancher Attacke führten wir recht gute Gespräche mit unseren politischen “Gegnern” und erfuhren Verständnis für unser Befinden. Mit manchen aßen wir gemeinsam und ich denke: Manches Vorurteil fiel in dieser Zeit, auch auf unserer Seite. Viel Zuspruch erhielten wir auch im persönlichen Dialog mit den Wählern.

Fachbereichsratsitzung bei den Wiwiss

Hilmar v. OertzenAkademische Gremien, Lehre, Hochschulpolitische Veranstaltungen, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, FU 0 Kommentare »

Ja ja, die Uni-Gremien nehmen einfach keine Rücksicht darauf, ob gerade studentischer Wahlkampf ist oder nicht. Daher war heute früh auch die erste FBR-Sitzung in diesem Jahr. Und um Euch nicht lange auf die Folter zu spannen, gleich zu den interessantesten Themen.
So wie es aussieht gibt es immer noch keine konkreten Nachfolger für die Professuren von Wolters, Krell, Kruschwitz und Suhl. Das ist insofern interessant, da es leider momentan viel zu lange dauert, bis endlich die Ausschreibungen starten. Laut Dekan Sydow hat es bei Wolters bereits 7 Monate gedauert und bei anderen scheinen es ähnliche Zeiträume zu sein/werden. Dass dadurch die besten Nachfolger eher vergrämt, als angelockt werden, dürfte nicht weiter verwundern. Außerdem dürfte es äußerst schwierig werden, sofern das Problem bestehen bleibt, ohne zeitige Nachfolger, die vom Präsidium geforderten Zahlen der Absolventen einzuhalten. Jedenfalls wird der Fachbereich das Präsidium auf diese Problematik hin noch einmal gesondert hinweisen, ob schriftlich oder persönlich steht noch nicht fest. Mal sehen, was bei rumkommt! Sowieso scheinen da einige Zielvereinbarungen völlig daneben gegangen zu sein. Aber da will unser Dekan auch noch einmal nach verhandeln, denn einige Sachen scheinen wirklich nur noch auf Quantität abzuzielen, während die Qualität untergeht. Aber mehr dazu, wenn es konkreter werden sollte.

In Sachen Wiwi-Bibliothek gibt es zwei Neuigkeiten zu berichten. Zum einen werden die Zettelkataloge wohl aus der Bib verschwinden, da sie ohnehin kaum jemand nutzt und zum anderen wird es – jedenfalls bei den Wiwiss – in naher Zukunft keine Zusammenlegung mit irgendeiner anderen Bib geben. Die Wiwi-Bib lies verlauten, dass ihr Standort offenbar bis 2025 (!!!) gesichert sei. Ob das wirklich eine realistische Zahl ist…na ja. Als Begründung dafür nannte man, dass die Uni-Bib nicht ausreichend Platz zur Verfügung hätte und dass eine Zusammenlegung mit der Jura-Bib nur in einem komplett neuen Gebäude Sinn machen würde. Und da ein Solches bisher nicht in Planung sei, hätte man ein kleines Zeitfenster.

Zu den Bauarbeiten am Fachbereich heißt es, dass Pfingsten das bisherige Ziel der Fertigstellungen sei. Die PC-Pools im Keller (ggü. der Cafete) sollen allerdings noch dieses Semester fertig werden. Aber leider sind Zeitangaben bei Baumaßnahmen ja nie ganz sicher.

Auch wurde auf Anfrage versichert, man wolle sich darum kümmern, dass Montagmorgens im Henry-Ford-Bau die Heizung nach dem Wochenende etwas früher wieder gestartet wird, da es doch etwas frisch sei, wenn man dort zu dieser Zeit Veranstaltungen besucht. Man berichtete mir in diesem Zusammenhang schon, dass es Dozenten gäbe, die Vorlesungen deshalb nicht zu Ende geführt hätten, weil es ihnen zu kalt war. Was ist denn da los?!

Auf meine Frage nach den nicht funktionierenden Monitoren vor den Hörsälen des HFB, gab man mir nur die Antwort, es seien technische Probleme, die im Moment offenbar nicht behoben werden könnten. Tja, zu blöd. Da kauft man sich so ein paar schicke Monitore, hängt sich die an die Wand und die Mistdinger kriegen kein Signal! Bin mal gespannt, ab wann da Bilder drauf laufen!

Soweit vom Fachbereichsrat der Wirtschaftswissenschaftler.

15. bis 17. Januar: Wahlen an der FU

RonnyFU, LHG, Allgemeines 0 Kommentare »

Vom 15. bis 17. Januar 2008 sind Wahlen zum Studierendenparlament und den Fachschaftsräten an der FU Berlin.

Die Liberale Hochschulgruppe (LHG) tritt auch dieses Jahr zu den Wahlen an, nicht nur zum Studierendenparlament (StuPa) sondern auch zu drei Fachschaftsräten (FSRs). Damit sind wir die einzige Nicht-AStA-Gruppe und Nicht-FSI, die sowohl uniweit antritt, als auch Verantwortung an an verschiedenen Fachbereichen übernimmt und weiter übernehmen möchte.

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UNSERE LISTEN

Studierendenparlament: Liste 9: LHG - Liberale Hochschulgruppe

FSR Wirtschaftswissenschaften: Liste 1: LHG - Liberale Hochschulgruppe
FSR Politik- und Sozialwissen.: Liste 1: LHG - Liberale Hochschulgruppe
FSR Geschichts- und Kulturwiss.: Liste 1: LHG - Liberale Hochschulgruppe

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Wir freuen uns ehrlich über jede einzelne Stimme von euch, denn jede Stimme ist ein Zeichen, dass ihr richtig findet, dass es an der FU Berlin auch Alternativen gibt!

Aber wir freuen uns auch über alle, die überhaupt wählen gehen, schließlich ist eine Wahlbeteiligung von um die 10% der vergangenen Jahre nicht hilfreich, um studentischen Positionen mehr Gewicht gegenüber der Öffentlichkeit, den Lehrenden und der Verwaltung zu geben!

Ansonsten sieht es aus wie immer: Es treten 41 Listen an, von denen bis zu 35 Listen AStA-stützend sein werden, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben. Auf vielen dieser Listen sind die Namen von aktuellen oder früheren AStA-Referenten zu finden, so dass diese Zahl (35) auch nicht übertrieben ist. Und zusammen ergeben sie eine Koalition, die selbst den Jusos und dem SDS/Die Linke nicht demokratisch und transparent genug ist!

Es gibt dabei dieses Jahr noch weniger Oppositionslisten als in der Vergangenheit - erstmals treten weder die Grüne Hochschulgruppe an noch gibt es eine konservative Liste (der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und die konservativen Tarnlisten der vergangenen Jahre sind nicht mehr aktiv).

Und ACHTUNG: Die antretende “GRÜNE LISTE” ist nicht die Grüne Hochschulgruppe sondern eine bekannte Stimmenfangliste der AStA-Koalition, auf der sich auch aktuelle AStA-Referenten finden! Viele andere Themen-Listen sind das auch!

Daher:

Geht bitte wählen, unabhängig davon, wer euer Vertrauen oder eure Zustimmung hat! Wählt aber nicht schöne Listen-Namen, die euch Inhalte vorspielen, aber euch nicht mehr bringen als den gleichen alten AStA!

Das Spaghettimonster

Thomas E.Lenzen, Satire, Presse, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 13 Kommentare »

So langsam nehmen die Aktivitäten um unseren Herrn Präsidenten groteske Züge an. Seine Huldiger haben es mittlerweile auf SPIEGEL Online geschafft und werden in ihren (meiner Ansicht nach) misslungenen Satireversuchen zu Helden der “studentischen Protest-Guerilla” erklärt. Der Artikel endet mit einem Fazit, das die Sehnsüchte des Autors auszudrücken scheint: “Die mauen Jahre sind vorbei. Es darf wieder gejubelt werden.” Interessant ist hierbei, nur für den Hintergrund, die Personalie des Verfassers: Martin Kaul ist selbst nämlich FU-Absolvent, beteiligt an diversen Streiks und dadurch aufgefallen, den Streikbeschluss 2005 bereits einen Tag vor dem selbigen publiziert zu haben.

Während also die Verehrung des Präsidenten Ausmaße annimmt, die daran erinnern, wie andere (jedoch wesentlich gehaltvoller) das Fliegende Spaghettimonster verehren, ruft das auch härtere Gegner auf den Plan. Als Lenzens Bild aus dem Henry-Ford-Bau geklaut wurde, dachte ich zuerst, der Fanclub hätte es entwendet, um es als Reliquie eines Tempels nutzen zu wollen. Der dementiert aber wie üblich. Stattdessen gibt es Konkurrenz einer neuen Gruppe. Na ja. Bekennerschreiben kennt man sonst ja nur aus den Abendnachrichten. An der FU gibt’s sie kostenlos und sogar ohne GEZ-Gebühren. Es lebe der politische Stil!

Montags an der FU Berlin

RonnyFU, Allgemeines 7 Kommentare »

Es ist mal wieder Montag.

Es ist ein Montag wie jeder Montag, obwohl Montage nie gleich sind. Montags würde man gerne im Bett bleiben, mit seinen Freunden über Gott und die Welt sprechen, mit seinen Professoren diskutieren, was “Gott” ist - und was “die Welt”. Am Montag hat man ganz viele Ziele und erst am nächsten Montag weiß man, ob man sie erreicht hat.

Die FU Berlin ist wie der Montag - sie ist nie gleich. Die FU ist Müdigkeit, Freunde und Diskutieren. Aber die FU “ist” nicht, auch wenn wir alle zusammen gerne in diesem Ton über sie reden. Sie ist weder exzellent noch Mittelmaß, weder linke Kaderschmiede noch Hort des neoliberalen Gesellschaftsumbaus. Wie eine neue Woche ist die FU: Man kommt jedes Mal mit gewissen Erwartungen hin, und sieht entweder, wie sie übertroffen oder enttäuscht werden. Die FU ist alles, was über sie geredet und geschrieben wird, und sie ist nichts davon.

Eigentlich ist der Reiz der Freien Universität Berlin, dass sie ist wie der Montag. Nicht immer ganz leicht, aber voller Überraschungen. An der FU ist man nicht, man wird. Und wenn man sie so nimmt, kann man hier ziemlich viel Freude haben: menschlich, akademisch, ja selbst hochschulpolitisch.

In diesem Sinne wünsche ich einen guten Start in die neue Woche!

Die PARTEI, die PARTEI…

RonnyAStA, Satire, Hochschulpolitik, FU, LHG, Allgemeines 5 Kommentare »

Jungs und Mädels, ihr seid so putzig :-D :

Für alle, denen www.500000eurowahl.de noch nicht genug war, dem sei www.500000eurowahl.de.vu empfohlen!

Wer das Original erkennt, darf’s natürlich behalten…!

PS.: Stellvertretend vielen Dank an an Kristina Kielblock, vergangenes Jahr StuPa-Sitzungsleitungsmitglied und auch dieses Jahr wieder “Spitzendkandidatin” von Die PARTEI - schließlich sind wir so die einzige Hochschulgruppe an der FU - vielleicht ja sogar bundesweit - mit eigener Satire?! ;-)

“Na weil ihr die LHG seid”

RonnyFSIs, Hochschulpolitik, FU, LHG, Allgemeines 4 Kommentare »

(Text von Björn)

Einmal mehr macht die so genannte „Koser Nostra“, auch bekannt als FSI Geschichte, ihrem sizilianischen Namenspaten alle Ehre. Von den autokratischen Strukturen der ach so basisdemokratischen Fachschaftsinitiative wussten wir schon, dass sie sich so offensichtlich mafiöser Mittel bedient, ist allerdings neu.

Doch warum? Wieso? Was ist geschehen? Dazu ein kurzer Rückblick:

Eines schönen Morgens machten sich zwei engagierte LHGler auf und zogen in den Wahlkampf. Fleißig klebten sie Plakate, befestigten Banner und verteilten Flyer am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Nur wenig später, die Sonne stand schon über den Wipfeln der Bäume in der Archivstraße, bestaunten sie mit stolzem Schimmer in den erschöpften Gesichtern ihr Werk und verließen die Koserstraße 20.

Zwei Stunden darauf kehrte einer von ihnen zurück. Und, oh Wunder, Erstaunen machte sich breit. Wider Erwarten hingen tatsächlich noch alle angebrachten Banner in weiß-strahlender, liberaler Jungfräulichkeit im Eingangsfoyer des Geschichtsinstituts und auch der sich anschließende Gang war noch komplett bestückt. Nur eine Etage höher aber, in den heiligen Hallen der FSI Geschichte um das Histo-Café wurde die böse Ahnung bestätigt: Alles weg, alles abgerissen.

Na ja, wenigstens die Hälfte ist noch da, dachte der LHGler. Doch - oh weh, oh weh - was musste er erblicken als er frohen Mutes die Treppe hinunter schritt. Ein Mitglied der FSI, seines Zeichens nicht nur betraut mit der studentischen Studienberatung, sondern auch Vertreter/in der Interessen der Studentenschaft im B.A./M.A. und Magister Prüfungsausschuss des Fachbereiches GeschKult, betrat die Arena. Irritierten Blickes nahm es Notiz von der LHG-Wahlwerbung, trat näher, runzelte die Stirn und versah seine schreckliche Tat: eiskalt und ohne mit der Wimper zu zucken, riss es die Banner ab. Entrüstet musste der tapfere LHGler die Schändung seines Werkes mit ansehen und stellte die Person zur Rede: „Warum reißt du unsere Banner ab?“ „Na, weil ihr die LHG seid“, erwiderte es ohne zu zögern, „und außerdem habt ihr unsere Plakate auch abgerissen!“ Ruhig und besonnen antwortete er: „Nein, das haben wir mit Sicherheit nicht getan.“ „Woher willst du das wissen, kannst du für alle sprechen?“, wurde ihm - etwas ruppig - erwidert.

Nun noch einmal für dich, liebes FSI-Mitglied, und all deine MitstreiterInnen: Wir distanzieren uns ganz eindeutig von solch diffamierenden Unterstellungen und betonen, dass kein Mitglied der Liberalen Hochschulgruppe auch nur ein Plakat, einen Flyer oder sonstiges Werbematerial anderer Hochschulgruppen unerlaubt beseitigt hat oder beseitigen wird. Denn liberal bedeutet auch und vor allem Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt. Und genau dieser Pluralismus ist es, den wir uns nicht nur von der FSI Geschichte, sondern auch all unseren anderen politischen Konkurrenten wünschen würden.

(Auf nachdrücklichen Wunsch der FSI Geschichte wurden in diesem Beitrag nachträglich der Name der Person und solche Äußerungen, die als beleidigend empfunden wurden, entfernt. Es liegt nicht in unserer Absicht, Menschen etwas Böses anzutun, weshalb wir der freundlichen Bitte entsprochen haben. RP)

Die Streikmaschine läuft an

RonnyFSIs, AStA, FU, Allgemeines 28 Kommentare »

Die Streikmaschine an der FU Berlin läuft wieder an. Die AStA-Gruppen planen im Hintergrund “Aktionstage” und Proteste, die in der Vergangenheit immer in einen Streik mündeten.

Verändern werden sie dadurch nichts, sondern werden wie bei den letzen beiden Streiks die Naivität ihrer Mitstudierenden ausnutzen, um auf dem Rücken von berechtigen Forderungen Kapitalismuskritik und Globalisierungs-Bashing massenhaft betreiben zu können. Das kostet Geld und Zeit und nützt den Studierenden überhaupt nichts, weil sich der AStA ansonsten nämlich monate- und jahrelang um nichts wirklich kümmert, und ein paar Aktionen daran auch nichts ändern. Die Veränderungen passieren nämlich stetig und in kleinen Schritten, die der AStA nicht aktiv begleitet.

Klar niemand redet vom Streik (vgl.: “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen!”), aber erst einmal ein “Aktionstag” und dann ist “für das Sommersemester schon einiges geplant” - völlig ergebnisoffen natürlich. Wer den verlinkten Beitrag im Blog der FSI Geschichte liest, sieht genau, wie viel schon vorgeplant ist und dass die scheinbar offenen Fragen nach “Aktionsformen und Inhalten” tatsächlich längst beantwortet sind und man nur noch ein paar mehr Leute braucht, um sie umzusetzen.

Genauso läuft es immer ab, so war es im “Streik” 2003 und im “Streik 2005″. Eine kleine Gruppe von Leuten, die sich im Protest-Marketing professionalisiert haben, trifft sich und plant einen Aktionstag oder eine Aktions-Vollversammlung. Natürlich ist das nie der AStA, sondern es sind immer “unabhängige” Studierende, die ihrer “Wut” Ausdruck verleihen, um ihre geknechteten Kommilitoninnen und Kommilitonen von dem Unrecht zu überzeugen, das ihnen angetan wird. Der AStA stellt nur die “notwendige Infrastruktur” bereit und hilft den “Unabhängigen” von Anfang an die Meinungshoheit behalten und alles in Richtung Streik treiben können.

Den einzigen, die solche Aktionstage nutzen, sind nämlichen diejenigen, die sich aus dem Protest selbst ihre Befriedigung holen, nicht aber aus guten Ergebnissen - die AStA-Gruppen!

Lenzens leere Worte

RonnyLenzen, Exzellenzinitiative, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Man kann ja von unserem Präsidenten Lenzen denken, was man möchte - aber es gibt so Momente, wo man auch als Präsident nochmal lesen sollte, was einem die eignen Assistenten als Neujahrsansprache verfasst haben, bevor man den Text unter seinem Namen an alle Mitglieder der Universität versendet. Oder, man sollte seine eigenen Texte lieber von den Mitarbeitern verfassen lassen, wenn man selbst Schwierigkeiten hat, sich klar auszudrücken.

Beide Varianten werfen kein besonders gutes Licht auf die Brillanz des Leiters einer sogenannten Exzellenz-Universität. Denn, folgende Meisterleistung, in vielen Worten einfach mal gar nichts zu sagen, erreichte uns gestern per Email:


Liebe Mitglieder der Freien Universität!

Im Namen des Präsidiums begrüße ich Sie im soeben begonnenen Jahr 2008 und wünsche Ihnen für dessen Verlauf Gesundheit, Erfolg in allem, was Sie sich vorgenommen haben, und das Glück und den Segen, ohne die nichts wirklich vollendet gelingen kann. In einer Zeit und einer Welt, in der Unsicherheiten kontinuierlich wachsen, kommt solchen Wünschen eine steigende Bedeutung zu - auch für die, die an einen Zusammenhang zwischen Wunsch und Wirklichkeit nicht glauben mögen. Der Grund dafür ist evident: Unsicherheiten umschließen immer auch Chancen für uns alle. Sich und einander zu wünschen, diese Chancen zu sehen und sie auch aktiv zu ergreifen, darf deshalb am Anfang eines Jahres stehen, in welchem die Möglichkeiten für unsere Universität sich erweitern. In dem freundlichen Zuspruch, der uns von außen überall erreicht, spiegelt sich dieses. Es wird jetzt darauf ankommen, dass wir uns den damit verbundenen Erwartungen gewachsen zeigen und unsere Pflichten frei von Hybris und doch souverän erfüllen, als Lehrende wie als Lernende.

Die Freie Universität wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Mehr Unsicherheit und weniger Souveränität als zur Zeit ihrer Gründung gab es kaum je. Und doch oder gerade deswegen besaß sie ZUKUNFT VON ANFANG AN.

Für die kleine Zukunft des kommenden Jahres, die Stunden des Zweifelns über den richtigen Weg, die Stunden der Prüfungen und Herausforderungen, wünsche ich Ihnen, ebenso wie für Ihre dahinter aufscheinende größere Zukunft des beruflichen wie des ganz privaten Lebens helle Einsichten und eine glückliche Hand, damit aus Zweifeln gute Gewissheiten werden, aus Prüfungen befriedigende Erfolge und aus Herausforderungen stabile Sicherheiten für Sie und die Ihren.

Herzlich Ihr

Dieter Lenzen

Kurz zusammengefasst: Wir haben die Chance in einer unsicheren Welt die Stabilität des kleinen Glücks befriedigend Wunsch und Wirklichkeit werden zu lassen, wozu uns viele Menschen gratulieren, wenn wir nach 60 Jahren endlich unsere Prüfungen bestanden haben, WAS VON ANFANG AN klar war… oder so ähnlich. Aber vielleicht braucht man ja erst einen akademischen Abschluss, um solche linguistische Leere schätzen zu können.

Ich würde vorschlagen: Nächstes Jahr einfach kurz und knapp ein “Frohes Neues!” wünschen oder offen und ehrlich sagen:

Wir sind durch den glücklichen politischen Druck von Senator Zöllner im Wissenschaftsrat Exzellenzuniversität geworden, also reißen Sie sich jetzt alle zusammen, damit wir hinter die Fassade, die wir über die letzten Jahre aufgezogen haben, endlich ein Haus gebaut bekommen!

Und Sie, liebe Studierende, schaffen jetzt verdammt nochmal trotz teilweise mieser, von uns fahrlässig verursachter Studienbedingungen Ihre Prüfungen und Ihr Studium in Regelstudienzeit, damit wir bei der leistungsbezogenen Mittelvergabe wenigstens nicht ganz so schlecht abschneiden!! Dann bleibt uns wenigstens genug Geld für die Fassade!