(Text von Björn)
Einmal mehr macht die so genannte „Koser Nostra“, auch bekannt als FSI Geschichte, ihrem sizilianischen Namenspaten alle Ehre. Von den autokratischen Strukturen der ach so basisdemokratischen Fachschaftsinitiative wussten wir schon, dass sie sich so offensichtlich mafiöser Mittel bedient, ist allerdings neu.
Doch warum? Wieso? Was ist geschehen? Dazu ein kurzer Rückblick:
Eines schönen Morgens machten sich zwei engagierte LHGler auf und zogen in den Wahlkampf. Fleißig klebten sie Plakate, befestigten Banner und verteilten Flyer am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Nur wenig später, die Sonne stand schon über den Wipfeln der Bäume in der Archivstraße, bestaunten sie mit stolzem Schimmer in den erschöpften Gesichtern ihr Werk und verließen die Koserstraße 20.
Zwei Stunden darauf kehrte einer von ihnen zurück. Und, oh Wunder, Erstaunen machte sich breit. Wider Erwarten hingen tatsächlich noch alle angebrachten Banner in weiß-strahlender, liberaler Jungfräulichkeit im Eingangsfoyer des Geschichtsinstituts und auch der sich anschließende Gang war noch komplett bestückt. Nur eine Etage höher aber, in den heiligen Hallen der FSI Geschichte um das Histo-Café wurde die böse Ahnung bestätigt: Alles weg, alles abgerissen.
Na ja, wenigstens die Hälfte ist noch da, dachte der LHGler. Doch - oh weh, oh weh - was musste er erblicken als er frohen Mutes die Treppe hinunter schritt. Ein Mitglied der FSI, seines Zeichens nicht nur betraut mit der studentischen Studienberatung, sondern auch Vertreter/in der Interessen der Studentenschaft im B.A./M.A. und Magister Prüfungsausschuss des Fachbereiches GeschKult, betrat die Arena. Irritierten Blickes nahm es Notiz von der LHG-Wahlwerbung, trat näher, runzelte die Stirn und versah seine schreckliche Tat: eiskalt und ohne mit der Wimper zu zucken, riss es die Banner ab. Entrüstet musste der tapfere LHGler die Schändung seines Werkes mit ansehen und stellte die Person zur Rede: „Warum reißt du unsere Banner ab?“ „Na, weil ihr die LHG seid“, erwiderte es ohne zu zögern, „und außerdem habt ihr unsere Plakate auch abgerissen!“ Ruhig und besonnen antwortete er: „Nein, das haben wir mit Sicherheit nicht getan.“ „Woher willst du das wissen, kannst du für alle sprechen?“, wurde ihm - etwas ruppig - erwidert.
Nun noch einmal für dich, liebes FSI-Mitglied, und all deine MitstreiterInnen: Wir distanzieren uns ganz eindeutig von solch diffamierenden Unterstellungen und betonen, dass kein Mitglied der Liberalen Hochschulgruppe auch nur ein Plakat, einen Flyer oder sonstiges Werbematerial anderer Hochschulgruppen unerlaubt beseitigt hat oder beseitigen wird. Denn liberal bedeutet auch und vor allem Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt. Und genau dieser Pluralismus ist es, den wir uns nicht nur von der FSI Geschichte, sondern auch all unseren anderen politischen Konkurrenten wünschen würden.
(Auf nachdrücklichen Wunsch der FSI Geschichte wurden in diesem Beitrag nachträglich der Name der Person und solche Äußerungen, die als beleidigend empfunden wurden, entfernt. Es liegt nicht in unserer Absicht, Menschen etwas Böses anzutun, weshalb wir der freundlichen Bitte entsprochen haben. RP)
9. Januar 2008 at 17:18
Anlässlich der Wahlen möchte ich kurz auf diesen Absatz aus einer Presseeklärung des AStAFU eingehen.
www.lhg-berlin.com/fu/news/2007/06/29/fu-asta-macht-sich-mit-pressemitteilung-lacherlich/
Die Wahlen an der TU waren auch Thema bei der am 27. Juni an der FU stattgefundenen StuPa-Sitzung. Auf Antrag der Liste “Aktiv gegen Studiengebühren“ beschloss das Gremium folgende an die an die TU Studierenden gerichtete Grußbotschaft: “Hiermit wünschen wir den Studierenden der TU viel Erfolg dabei die rechte AStA Koalition durch die derzeit stattfindenden StuPa Wahlen aus der AStA Villa zu werfen. Für ein gebührenfreies Berlin!”. Der Antrag wurde mit 27 Ja zu 3 Nein Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen.
Kurzer Kommentar: Der TU AStA ist nicht rechts. Genausowenig wie der FU AStA links ist. Mit diesem Links-Rechts-Schwachsinn hat sich Watchyourasta schon mal beschäftigt:
watchyourasta.livejournal.com/2048.html
Übrigens hat bei 27 Stimmen ja nicht mal die Mehrheit im StuPa für den Antrag gestimmt.
Watchyourasta möchte damit an dieser Stelle das Kompliment zurück geben und wünscht den FU Studenten viel Erfolg dabei die AStA-Koalition abzuwählen.
Bei uns gab es für das Fotografieren von Abreißern übrigens Kaffe und Tee (allerdings nur, wenn man die “richtigen” Abreißer fotografiert hat. Beim Versuch die “falschen” Abreißer zu fotografieren konnte es sehr schnell sehr hässlich werden):
watchyourasta.livejournal.com/5976.html
Das EB104, welches das Kopfgeld aussetzte hat übrigens in dem Wahlkampf nicht nur eine Grußbotschaft, sondern auch jede Menge kostenlos gedruckte Plakate vom AStAFU bekommen. Kostenlos für den EB104, nicht für die FU-Studenten, die ja mit ihrem Beitrag dafür zahlen.
10. Januar 2008 at 11:15
Verstehe die Aufregung nicht. Wenn ich von Demokratie und Meinungsvielfalt nichts halten würde und dann auch noch Angst haben müsste, dass ich bei einer Wahlniederlage das schöne viele Geld der Studis nicht mehr für meine privaten Zwecke nutzen könnte, dann würde ich doch auch die Plakate der anderen abreißen…
10. Januar 2008 at 16:57
Der Information zuliebe ein kleines Posting: die Seite Watchyourasta.livejournal.com ist leider eine Seite des betreffenden AStA selbst, ein kommunikationsguerillistischer Trick. Immerhin zeigt sie die Studpidität der eigenen Denkweise: billigste Rethorik vom Ende der Geschichte, Auflösung links-rechts-Schemata, etc. Zwar konnten derartige Tendenzen in einer kurzen Epoche zum Ende des Kalten Krieges analytisch ausgemacht werden, die hier dargestellte Form offenbart aber eine Null-Beschäftigung mit politisch-sozialen Polarisierungserscheinungen, die, sogar aufmerksame SpiegelleserInnen wissen es, derzeit zunehmen.
Wer sich weiter zum AStA TU informieren möchte schaue nach auf:
astawatch.wordpress.com/
Grüße,
R.
10. Januar 2008 at 17:43
Klar Remo, denn astawatch ist “gut”, “richtig” und vor Allem “links”, und Watchyourasta ist “böse”, “falsch” und vor Allem “rechts”. Schön, wenn man die Welt so klar sieht. Spiegelleser wissen mehr.
Vor meiner Unipolitik-Zeit war ich an diese schwarz/weiß gut/böse Sicht eher aus der evangelikalen Ecke gewöhnt. Man lernt nie aus.
Was ganz Anderes:
aus
semtix.blogsport.de/2008/01/09/semtix-setzt-sich-ein-semesterticket-bleibt-an-der-fu-erhalten/
“Im Anschluss an die Abstimmung konnte der AStA jedoch in intensiven Verhandlungen erreichen, dass verschiedene Ausnahmen und Befreiungen vom Semesterticket nun großzügiger gehandhabt werden:
Von der Nutzung des Tickets befreit werden können jetzt auch NebenhörerInnen und GasthörerInnen, Studierende, die sich wegen ihres Studiums für mind. 3 Monate (vorher 4) außerhalb Berlins aufhalten (Praktikum, Ausland etc.) sowie Studierende in nicht-konsekutiven Master-Studiengängen. Studierende mit Firmentickets haben nun die Wahl zwischen Firmenticket oder Semesterticket (vorher war das Semtix Pflicht). Diese Ausnahmen ermöglichen eine deutlich flexiblere Handhabung des Tickets.”
Da ich die Verhandlungen kenne: Schön, dass sie wenigstens jetzt mal den Vertrag durchgelesen haben. Verhandelt haben die jedoch nix. Das ist dieses Mal leider (oder besser so, wenn man sich das Debakel vor ein paar Jahren in Erinnerung ruft) schief gegangen.