Wahlergebnisse für StuPa und FSR: LHG wird zweitstärkste Liste im StuPA
Thomas EichentopfAStA, FSIs, StuPa, Akademische Gremien, FU, Hochschulpolitik, LHG Kommentar schreibenDie vorläufigen Wahlergebnisse für StuPa und die Fachschaftsräte sind jetzt bereits online. Vorbehaltlich möglicher Einsprüche erhielten wir mit 289 Stimmen insgesamt vier Sitze (gegenüber 161 Stimmen und drei Sitzen in 2007, das sind also immerhin 79% Stimmen mehr). Leider fehlten noch fünf Stimmen zum fünften Sitz. Eure Vertreter im Studentenparlament sind im Jahr 2008 Ronny Patz, Michael Koch, Anne Schichler und Hilmar von Oertzen. Damit wurde die LHG klar zur zweitstärksten Liste im StuPa. Stärkste Liste wurden die Jusos mit fünf Sitzen, gefolgt von uns und anschließend, ebenfalls noch mit vier Sitzen, dem SDS und der zur AStA-Koalition zuzurechnenden Gruppe “Aktiv gegen Studiengebühren”.
In den Fachschaftsräten fallen unsere Ergebnisse differenziert aus. Ein großer Erfolg gelang uns bei den Geschichtswissenschaftlern. Dort holte die FSI Geschichte zwar wie erwartet die Mehrheit, jedoch konnten auch wir erstmals einen Sitz erobern. Unser Vertreter im Fachschaftsrat ist Björn Stephan. Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieser Fachschaftsrat auch einberufen wird. Gleiches gilt für die Fachschaftsräte PolSoz und bei den Wirtschaftswissenschaftlern. Am OSI und den anderen Instituten des Fachbereichs konnten wir immerhin 193 Stimmen erobern und somit zwei Sitze im Fachschaftsrat für Alexander Spielau und Ronny Patz. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern konnten wir dagegen unser Ergebnis nur verteidigen und holten erneut lediglich einen Sitz für Philipp Karstädt. Die FSI Wiwiss dagegen, die vor zwei Jahren noch das Monopol am Fachbereich inne hatte, setzte ihren Abwärtstrend fort und erreichte nur noch ebenfalls einen Sitz. Die Studi-Initiative konnte ihre Position dagegen stark auf fünf von sieben Sitzen ausbauen.
Die Wahlbeteiligung lag übrigens bei 11,75% und somit leicht höher als im Jahr 2007. An einigen Fachbereichen erreichte sie für die Fachschaftsratswahlen sogar mehr als 15 Prozent. Das ist umso mehr beachtlich, da 2007 nicht parallel die Wahlen zu den akademischen Gremien stattfanden. Allerdings sollte auch das Gegenteil erwähnt werden: Der Isolationsprozess der Charité setzt sich fort, da lediglich 0,82% der dort wahlberechtigten überhaupt an den Wahlen teilnahmen.
Was geschieht nun?
Im StuPa sind wir weiter in der Minderheit. Das war natürlich zu erwarten. Trotzdem eroberten wir als einzelne Liste eine starke Position. Unserem StuPa-Flyer wurde gelegentlich vorgeworfen, es fehle an konkreten Argumenten. Ein Blick auf die Rückseite möge geholfen haben, die Argumente zu finden. Dort liest man auch Einiges von dem, wofür sich die LHG einsetzt. Wir werden mit unserer Stärke nun alles tun, diese Anliegen in das StuPa tragen. Außerdem sondieren wir, was wir in der Lage sind, gegebenenfalls auch ohne (anfängliche) Unterstützung anderer zu schaffen. Worauf sich unsere Wähler aber verlassen können, ist (angesichts der Merheitslage) eine Fortsetzung der harten Opposition. Natürlich sind wir bereit, in der Sache zusammenzuarbeiten. Wir lassen im Grundsatz aber nicht locker, ehe unsere Kritik Früchte trägt und wir es erleben, dass Transparenz und Kommunikativität des AStA ein zufriedenstellendes Niveau erreichen und dass die Auseinandersetzung auf ein Niveau gehoben wird, das weniger radikal und revolutionär gesinnt, sondern auf Konsens und Kompromiss orientiert ist. Wir glauben, dass der AStA selbst nur von uns profitiert: Regieren ohne Opposition ist zwar meist bequemer, aber selten besser.
Gerade bei den Wirtschaftswissenschaftlern steht für das nächste Jahr die Fortsetzung einer äußerst produktiven Zusammenarbeit entgegen, wie sie sich in 2007 bereits bewähren konnte. Dafür hat auch ein Sitz schon genügt. An dieser Situation werden wir anknüpfen. Wir wollen es allerdings schaffen, dass die Früchte dieser Zusammenarbeit auch uns zugeschrieben werden. Dann hoffe ich, dass sich das als Signal auf viele andere Fachbereiche überträgt und sich zeigt, dass pluralistisch besetzte Fachschaftsräte eine deutliche Existenzberechtigung haben. Vorbehaltlich ihrer Einberufung werden wir auch versuchen. diese Arbeitsatmosphäre auf die Fachschaftsräte PolSoz und bei den Geschichtswissenschaftlern zu übertragen.
Noch ein paar Worte zum Wahlkampf
Wer dieser Tage durch Dahlem zog, erlebte einen Aufwand, der wohl um Längen übertraf, was am gleichen Ort für eine Bundestagswahl aufgefahren würde. Kaum ein Baum und Pfahl, der unberührt blieb, und in der Mensa dienten die Flyer fast schon als Tischdecke. Manche Flyer sahen sich zum Verwechseln ähnlich und beim Lesen hatte ich häufig den Eindruck, der gleichen gedanklichen Schule zu folgen. Eine erkleckliche Sammlung habe ich mir dieser Tage zugelegt. Was mir auffiel, war der verbreitete Glaube an eine gesellschaftliche Revolution, die vom StuPA der FU ausgehen könnte und sollte.
Es gab auch positive Erlebnisse im Wahlkampf: Bezüglich mancher Attacke führten wir recht gute Gespräche mit unseren politischen “Gegnern” und erfuhren Verständnis für unser Befinden. Mit manchen aßen wir gemeinsam und ich denke: Manches Vorurteil fiel in dieser Zeit, auch auf unserer Seite. Viel Zuspruch erhielten wir auch im persönlichen Dialog mit den Wählern.
19. Januar 2008 at 23:26
Da hat die Asta-Koalition offenbar ihre Sitzzahl noch weiter ausgebaut. Das ist gut. 72%-Zustimmung im letzten Jahr waren auch nicht genug. Nun sind es etwa 75%. Auf ein weiteres erfolgreiches Jahr, in dem die LHG vorgeführt wird.
19. Januar 2008 at 23:32
Wir wissen wie du, Pony: Eines Tages wird die Revolution kommen und das Schweinsystem der herrschenden Klasse wird überwunden werden.
Aber danke, dass du dich um uns sorgst, wir haben dich auch lieb.
20. Januar 2008 at 1:26
Schön, dass die Liste die meisten Stimmen bekommt, die man immer nur eine Woche im Semester wahrnehmen kann - nämlich vor den Wahlen. Dagegen hat sich die LHG ihre Stimmen ja richtig verdient…
20. Januar 2008 at 2:26
ach so, vielleicht mal was zu Misswirtschaft der lhg, die sich doch immer der Transparenz, Ehrhaftigkeit und pragmatischen Lösungsfähigkeit brüstet:
“Wie eine Pressemitteilung der Linken Liste [1] heute zu entnehmen ist, steht der von einer Koalition aus Juso HG (Rub-Rosen), RCDS und LHG, initiierte Bochumer AStA kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Grund ist ein Verlust von über 200.000 Euro, die durch ein Konzert, werbewirksam Mensaparty genannt, im Dezember 2007 verursacht wurden. Neben der finanziellen Unterstützung von Fachschaften, Initiativen und sozial bedürftigen StudentInnen sind auch die Auszahlungen der Gehälter der AStA Angestellten ab Februar gefährdet. […] Der kommissarisch im Amt verbliebene AStA-Vorsitzende Fabian Ferber verweigert jede weitere Stellungnahme zu den Vorkomnissen. Zwar versuchen RCDS und LHG ihre eigene politische Verantwortung auf die Jusos abzuschieben, allerdings waren sie bis vor Beginn des Konzerts Mitglied im Vorstand des AStA und hätten jederzeit die Möglichkeit gehabt, einzugreifen. […] Ausgaben von 230.000 Euro für die Mensaparty stehen 20.000 Euro Einnahmen gegenüber. Vorgeschriebene Ausschreibungen für die Vergabe von Aufträgen lassen sich nicht auffinden, Geld ist aus der Barkasse verschwunden und der AStA wird Ende des Monats zahlungsunfähig sein.”
de.indymedia.org/2008/01/205512.shtml
Ja, Ronny, dann geh mal das Schweinesystem der FU stürzen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich von Dir den Eindruck habe, ein integrer und vertrauenswürdiger Mensch zu sein, im Gegensatz zu den meisten anderen mir bekannten der LHG. Ich bete jedenfalls, dass Ihr weiterhin bei mickrigen 4 Sitzen bleibt und solche Schweinereien nicht auch an der FU passieren.
20. Januar 2008 at 7:39
Hallo Pony!
Wenn du den Blog aufmerksam gelesen hast, hast du vielleicht auch folgenden Beitrag gelesen: www.lhg-berlin.com/fu/news/2007/12/21/friedliche-adventszeit-eine-runde-hochschulpolitik/
Mit der Pleite in Bochum haben wir uns hier schon vor Weihnachten beschäftigt. Zitat: “Da bin ich wirklich ehrlich dankbar, dass ich zwar nicht weiß, WAS unser AStA mit unserem Geld macht, dass er sich aber darauf beschränkt, nur den Betrag irgendwo versickern zu lassen, den er bekommt - und nicht noch mehr.”
Dir ist offenbar immer noch nicht ganz klar, dass du die LHG an der FU nicht mit der LHG bundesweit gleichsetzen kannst. Jede LHG ist an ihrer Hochschule selbst verantwortlich für ihre Aktivitäten. Ich kann mich mit der LHG an der FU identifizieren. Dass ich mich mit der LHG schon an der HU identifizieren könnte? Keine Ahnung. Kenne sie nicht.
Wir werfen dem AStA auch nicht die Verfehlungen unabhängig-linker Hochschulgruppen an anderen Universitäten vor, weil uns klar ist, dass beide miteinander nichts zu tun haben. In unserem Fall besteht eine Verbindung über den Namen. Das ist aber auch schon alles. Uns daher Misswirtschaft von völlig Fremden vorzuwerfen, wäre in etwa so, als würdest du dem dem 1. FC Buxtehude die Misswirtschaft des 1. FC Dittmarschen vorwerfen.
Wen von der LHG an der FU kennst du denn eigentlich noch, Pony?
Thomas, der sich freuen würde, dich kennen zu lernen.
20. Januar 2008 at 13:30
Wenn Ihr Euch des Namens lhg bedient, um über die bundesweite Vernetzung und den Bekanntheitsgrad Stimmen zu akquirieren, dann seid Ihr natürlich Teil der bundesweit agierenden lhg. Und habt Euch natürlich mit dafür zu verantworten und damit auseinanderzusetzen, was in Bochum geschieht. Per Stellungnahme, Distanzierung, Erläuterung, Pressemitteilung, .. Ihr macht Euch nach außen erkennbar als ein Zusammenhang, also agiert Ihr (vielleicht lose vernetzt aber dennoch) als ein Zusammenhang und damit habt Ihr Euch auch dazu zu äußern und dafür geradezustehen, dass Eure quasi-ParteikollegInnen 200.000€ verfeuert haben.
Der verlinkte Artikel nennt übrigens zufälligerweise nicht die LHG als Asta-Beteiligte - nicht sehr seriös, sich auf diese Weise mit der Thematik zu beschäftigen..
20. Januar 2008 at 14:40
Lieber anonymer pony!
Ach wie schön hat man’s, wenn man anonym und intransparent agiert. Keiner kann einem zu irgendwelchen Zusammenhängen zurechnen und einem etwas ans Bein binden. Was Du bei uns versuchst zu tun, können wir bei Dir im Gegenzug so nicht.
Leider muss man sich dafür als feige Sau beschimpfen lassen - und es ist für den Beschimpfenden noch nicht mal strafbewährt
20. Januar 2008 at 17:12
Ich ziehe den ESV Lok Schöneweide nicht zur Verantwortung, wenn Hertha BSC sich in einen Wettskandal verwickelt. Trotzdem beide Mitglied im DFB und im Berliner Fußballverband sind. Wir sind irgendwie sicherlich mit dem Bundesverband verbunden, nicht aber mit der einzelnen LHG irgendwo anders.
Aber bitte, die FSIs agieren doch auch als loser Zusammenhang. Kann ich von der FSI Bioinformatik erwarten, dass sich einer von denen dafür entschuldigt, dass an meinem Fachbereich im Wahlkampf Gerüchte über meinen Charakter gestreut wurden? (Ich sage: Nein. Und erwarte es daher auch nicht. Wäre ja albern.) Sicherlich ist das weniger gravierend, insgesamt (Aber für den Einzelnen?), das Prinzip ist jedoch das gleiche.
Der AStA ist auch lose mit den anderen Asten der Republik vernetzt und erwähnte meines Erachtens die Vorgänge in Bochum bis heute mit keinem Wort.
WIR dagegen HABEN die Vorgänge sogar erwähnt und wir HABEN sie kritisiert. Und ich habe in dem Beitrag nicht nur die LHG nicht erwähnt, sondern auch die anderen beteiligten Gruppen nicht, weil es für diesen Fehler irrelevant ist, welche Gruppe dafür verantwortlich ist. Das war ein unentschuldbarer Fehler und Zeugnis von Kurzsichtigkeit, aber ein operativer Fehler, kein politischer.
20. Januar 2008 at 17:17
Was uns das Beispiel belegt:
Unfähigkeit, Selbstüberschätzung und Geldverschwendung haben mit der politischen Ausrichtung nichts zu tun. Es gibt linke, kritische ASten die trotzdem transparent mit ihrem Geld umgehen und Oppositionsrechte achten und es gibt ASten mit liberaler Beteiligung, die sich unverantwortlich verhalten und offenbar Geld von Studierenden in großem Stile verschwenden. Was interessant an der Sache ist: Offensichtlich ist die Geldverschwendung in Bochum immerhin so transparent, dass sie richtigerweise politisiert werden kann. So eine Nachlässigkeit würde unserem AStA nicht passieren… Stell dir nur vor es würde herauskommen, wofür der alles Geld ausgibt - nicht auszudenken!
Aber da du dich nicht nur um unsere Wahlergebnisse an der FU sondern auch um unsere bundesweite Vernetzung sorgst: Ich habe die von dir zitierte Nachricht (Indymedia) bereits gestern (bevor du darauf hingewiesen hast) an Kollegen aus NRW weitergeleitet, um es morgen mit ihnen zu diskutieren.
Nur, die Versäumnisse anderer Gruppen, selbst mit gleichem Namen, auf uns abzuwälzen und damit von den eigenen Problemen abzulenken, bleibt deswegen weiterhin unzulässig. Aber das weißt du ja.
20. Januar 2008 at 23:17
“72%-Zustimmung im letzten Jahr waren auch nicht genug. Nun sind es etwa 75%”
Zustimmung zu was? Kann man etwas zustimmen, von dem man gar nicht weiß, worin es besteht?
Vielleicht würde ich der Politik des AStA ja auch zustimmen, würde ich sie kennen. Aber da ist vermutlich irgendetwas an mir vorbeigegangen. Ich sollte mich einfach besser informieren.
Aber mal im Ernst: Das Wahlergebnis der AStA-Koalition als Zustimmung zu werten, würde ich als über alle Maßen optimistisch bezeichnen. Da a) niemand weiß, was er da zustimmen sollte und b) viele leider nicht wissen, dass sie lediglich schön klingende Namen wählen, ohne Substanz und auf den zweiten Blick ohne jegliche ideologische Unterscheidbarkeit.
21. Januar 2008 at 0:05
Zudem gab es dieses Jahr auch keine rechten Tarnlisten; insofern ist es wirklich nicht verwunderlich warum die ca. 30 ASTA-Listen ihre Mehrheit ausbauen konnten.
Warum die One-Week-A-Year Jusos soviel haben, ist allerdings echt unerklärlich … Haben 300 Studis wirklich so ein Kurzzeitgedächtnis?
23. Januar 2008 at 2:03
[…] unterscheidet. Hoffen wir auf die lhg als klassische Oppositionsgruppe, dass sie ihren Plan genauso weiterzuarbeiten wie bisher nochmal überdenkt, denn sie weiß es eigentlich auch besser. Und wir warten ab, was […]