Am gestrigen Abend traf sich der FSR Wirtschaftswissenschaft im “Lentz” zur zweiten Sitzung der laufenden Periode - und trotz der Klausurzeit waren die Plätze um den Tisch bis auf den letzten gefüllt. Die Lokalität war schon vom Geräuschpegel her deutlich angenehmer. Auch ein bisschen, aber nicht allein deshalb zeigte die Sitzung, dass die Arbeitsatmosphäre ungebrochen gut ist.
Inhaltlich ging es um viele Dinge, die zuletzt bereits hier im Blog angesprochen wurden. So wurde auch der Tuberkulose-Fall noch einmal erwähnt und klar gestellt, dass es sich bei der Untersuchung um eine freiwillige Maßnahme handelt, sofern man nicht angeschrieben worden sei. Auch die Umbaumaßnahmen am Fachbereich, die unter anderem Einfluss auf den Zugang zur Bibliothek haben, wurden thematisiert. Lars Kubina (von der Studi-Initiative) und Philipp (von uns) erzählten begeistert von den architektonischen Entwürfen, die ihnen gezeigt worden waren.
Ungeachtet dessen diskutierte der Fachschaftsrat in diesem Zusammenhang auch die Zugangsbeschränkungen in der Philologischen Bibliothek. Die Anwesenden versuchten, zu analysieren, was eigentlich der Grund ist, dass Wirtschaftswissenschaftler lieber in der PhiBi lernen als am eigenen Fachbereich. Daraus entstand nachher eine lange Liste auch an leicht umsetzbaren Vorschlägen, die nun aufbereitet und an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet werden soll. Einige Probleme scheinen jedoch sehr komplex und nur schwer änderbar. So muss man einfach sehen, dass die Architektur der Bibliothek eine ruhige Atmosphäre nicht begünstigt und Verbesserungen somit auch Grenzen gesetzt sind. Da eine Klimaanlage auf absehbare Zeit wohl weiter Wunschtraum bleiben wird, trotz im Sommer tropischen Temperaturen am Fachbereich, bleibt auch das Problem der schlechten Luftqualität bestehen.
Eine Portion Selbstkritik gehört jedoch dazu: Letztlich sind es die Studenten, die für den Geräuschpegel sorgen. Wir müssen uns also auch selbst dazu anhalten, die gebotene Ruhe einzuhalten. Der Fachschaftsrat möchte hierzu auch eine Informationskampagne lancieren, um das Bewusstsein der Studenten in dieser Hinsicht zu stärken.
Im Zusammenhang mit den Diskussionen darum, dass es im Sommersemester keine ABWL-III-Vorlesung geben wird, wurde auch die Ausweitung der Nachschreibeklausur besprochen. Man war sich einig, dass das Erreichte nur ein vorläufiger Schritt sein kann. Hilmars Kritik über die Modalitäten dieser Klausuren wird vom Fachschaftsrat geteilt. In Bezug auf ABWL III suchen wir nach Studierende, die so stark davon betroffen sind, dass sich ihr Studienende unvermeidbar verschiebt. Problematisch ist sicherlich auch die Situation in der VWL, wo im zweiten Semester in Folge das Angebot von Wahlpflichtkursen für VWL-Politik sehr eingeschränkt ist. So gibt es zwar viele Seminare, aber daneben nur zwei Vorlesungen und eine Übung, die Wahlpflichtpunkte bringen. Eine Vorlesung ist konsekutiv zu einer Vorlesung im Vorsemester. Die zweite (englischsprachige) Vorlesung darf nur besucht werden, wenn die äquivalente deutschsprachige Veranstaltung nicht bereits besucht wurde. Gerade auf diese wichen viele Studenten aber in diesem Semester schon aus. Wir wollen hier erreichen, dass das Angebot sich kurzfristig noch verbessert oder dass wenigstens Wahlveranstaltungen und Importveranstaltungen großzügiger behandelt und künftig als Wahlpflichtpunkte angerechnet werden, wie das etwa in der BWL am Lehrstuhl Bresser und am Lehrstuhl Mellewigt offenbar möglich ist.
Der Fachschaftsrat positionierte sich auch deutlich gegen die scheinbar geplante Ausweitung des Prüfungszeitraums von 3 auf mindestens 5 Wochen nach Semesterende. Das wurde als unvereinbar gesehen mit dem Anspruch, studienbegleitende Praktika zu absolvieren. Probleme sehen wir auch in Verbindung mit den ERASMUS-Zeiten. Wird es in Berlin auf absehbare Zeit auch weiter bei den klassischen Semesterzeiten bleiben, überschneiden sich die letzten Prüfungen dann leicht mit den ersten Veranstaltungen im Ausland. Da sich hieraus eine inakzeptable Planungsunsicherheit ergibt, stellt sich der FSR auch dagegen, nach Ankündigung des Prüfungsamts noch länger auf die einzelnen Klausurtermine warten zu müssen: Nämlich sechs bis acht Wochen.
Schließlich wurden auch die Fortschritte in den Fokusgruppen angesprochen. So wird es zu Beginn des Sommersemesters nun definitiv erstmals eine Wiwiss-Party geben. Auch entwickelt die Fokusgruppe Kommunikation nun ein Konzept, wie Lars’ Informationen über StudiVZ so auf eine andere Plattform übertragen werden können, dass man ähnlich viele Studierende erreicht. Für das Sommersemester wird auch eine Qualitätsuntersuchung angestoßen, die in qualitativer Form durchgeführt werden soll. Und es wird auch zu einer Neuauflage von “Meet your Prof” kommen. Zugesagt hat Prof. Bresser. Ort und Zeit folgen in einer separaten Ankündigung.
Nach reichlich zwei Stunden war dann Schluss. Was uns gefallen hat, war der produktive Charakter der Sitzung. Die Lippenbekenntnisse der ersten Sitzung wurden so durch alle Anwesenden auch in die Tat umgesetzt und es entsteht das Gefühl, dass wir wirklich im Interesse derselben Studierenden am gleichen Strang ziehen. Was das weitere Vorgehen betrifft, so ist uns klar, dass der Fachschaftsrat allein eben nur ein Forum ist, in dem die Projekte zusammen getragen und koordiniert werden, und selbst nur über wenig Macht verfügt, Dinge zu verändern. Viele oben genannte Punkte sollen daher über die Vertreter in den Institutsräten (Kathi von der FSI in VWL, Philipp von uns in BWL) vorangebracht werden. Es bleibt viel zu tun, aber wir bleiben dran.