2. Sitzung des StuPa am 30.4. - eine Nachlese

Thomas E.AStA, FSIs, StuPa, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Hochschulpolitik, FU 2 Kommentare »

Manchmal kann hochschulpolitische Arbeit richtig Spaß machen. Manchmal flutscht es einfach. Manchmal zieht es sich aber zäh in die Länge wie ein Kaugummi. Manchmal ist sie dann unglaublich frustrierend. Das ist, nach 3,5 Stunden StuPa, der Eindruck, der überbleibt.

Diesmal tagte das Parlament im Hörsaal 1a der Silberlaube. Wer ihn kennt, sieht einen viertelrunden Saal vor sich. Tatsächlich sorgte das für eine Blockbildung zwischen einerseits der breiten AStA-Koalition und andererseits den versprengten Oppositionsgruppen. Mit insgesamt 55 Stimmberechtigten war das StuPa fast vollständig zusammen getreten - einige Gäste kamen noch hinzu.

Die Sitzung begann dann mit etwa 45 Minuten Verspätung. Warum das so lang dauern musste, wurde nicht wirklich klar. Vielleicht musste gewartet werden, bis die AStA-Koalition ausreichend Stimmen beisammen hatte? Vielleicht wurde auch einfach nur getrödelt - schön wäre es, wenn die Zeit beim nächsten Mal besser eingehalten werden könnte. Das würde vielleicht auch das Massenaufbrechen gegen Ende der Sitzungen eindämmen.

Etwas unvorbereitet wurden auf der Sitzung diverse Anträge auf Finanzerstattung behandelt. Auf der letzten Sitzung hatten die Jusos noch gelobt, dass ein solcher Antrag rechtzeitig eingegangen sei. Solcherlei Vorgehen war nun schon wieder verflogen. Stattdessen musste über Anträge abgestimmt werden, die nicht einmal schriftlich vorlagen - und bezüglich derer zwischenzeitlich nicht einmal die exakte Höhe der Beträge, über die abgestimmt wurde, klar war. Etwas willkürlich erschien dabei auch das Stimmverhalten der AStA-Koalition: Während ein Flug nach Zürich im Rahmen einer Reise nach Konstanz fast einstimmig genehmigt wurde (fsi physik zwecks Koordination mit anderen Fachschaften), konnte der Flug einer Theatergruppe nur durch die Stimmen der Opposition genehmigt werden. Weite Teile der AStA-Koalition enthielt sich der Stimme, nachdem vorher noch erklärt worden war, der AStA habe sich gegen die Förderung des Flugs entschieden, weil man das zur Praxis gemacht habe.

Wie auch immer: Einige Anträge waren durchaus unterstützenswert. Bessere Information an die Mitglieder des StuPas im Vorhinen würde hier aber helfen, das ganze Verfahren auf demokratisch solidere Füße zu stellen.

Viel Zeit nahm auch die Entlastung der alten sowie die Wahl der neuen AStA-Referenten ein. Zur Wahl ist dabei nicht viel zu sagen: Es bleibt vieles beim Alten. Viele neue Referenten waren das auch vorher schon (wenn auch zum Teil in anderen Referaten), einige neue Gesichter stellten sich vor und die Sitzungsleitung verliert noch mehr von ihrer Unabhängigkeit: Vier von fünf Mitgliedern derselben sind zukünftig auch Amtsträger im AStA. Einer von vielen unter dem Tisch geführten Fußtritten gegen die Opposition.

Manches Kuriosum war trotzdem zu beobachten, etwa die Studentin im 2. Semester, die für die langzeitstudies gegen studiengebühren im StuPa sitzt. Die detaillierten Ergebnisse sind in Stephans Beitrag im Defo-Blog nachzulesen.

Spannender war noch die Entlastung. Nicht nur, dass die schriftlichen Rechenschaftsberichte erst auf der Sitzung verteilt wurden - was eine gründliche Einarbeitung in die Schriftwerke natürlich unmöglich machte.(Immerhin gab es diesmal überhaupt schriftliche Rechenschaftsberichte.) Die Nachfragen an die Referenten wurden mal von dort, mal von dort beantwortet, aber nicht immer eben von den entsprechenden Referenten. Auch das ist eigentlich ein sehr unsauberes Vorgehen. Hinzu kamen diverse interessante Passagen in den Berichten. So ist etwa der Bericht des Referats für Internationales und Antirepression voll von Statements, die keinen Zweifel an der politischen Ausrichtung lassen. So wird konsequent von Fachschaftsinitiativen gesprochen, wo eigentlich Fachschaftsräte zu adressieren wären - was, wie auf Nachfrage bestätigt, gewollter politischer Ausdruck der ablehnenden Haltung gegenüber den offiziellen Strukturen ist. (Die andererseits von mancher fsi plötzlich beschworen werden.)

Nach diesem schon dichten Programm begannen die Reihen, sich zu leeren. Doch noch war die Sitzung nicht zu Ende. Spaßvögel auf seiten der AStA-Koalition hatten sich erlaubt, einen Antrag einzureichen, wonach eingesparte Portokosten künftig für Bierausschank während der StuPa-Sitzungen verwendet werden sollte. Der Antrag kam zwar nachher nicht zur Abstimmung - es zeigt aber doch, welchen Stellenwert dem StuPa durch den AStA und sein Umfeld beigemessen wird. Obwohl das in etwa so ist, als würde sich ein gewählter Politiker nach der Wahl hinstellen und sich über seine Wähler lustig machen.

Einen weiteren Höhepunkt dieser Farce setzte schließlich die Debatte um einen Antrag der Jusos. In Reaktion auf Gerüchte, wonach die 30-Leistungspunkt-Module in den Bachelor-Studiengängen abgeschafft werden könnten, reichten die Jusos einen Antrag ein, der das Präsidium dazu aufforderte, genau davon Abstand zu nehmen. Erst wurde darüber diskutiert, ob überhaupt darüber verhandelt werden solle, denn die Jusos würden damit nur das StuPa missbrauchen, um Wählerstimmen einzufangen. Mit Verlaub aber: Einen so ausführlich begründeten Antrag würde man sich häufiger wünschen und neun Monate vor der nächsten Wahl ist bestimmt auch den Jusos bewusst, dass sich das keiner merkt. Und deshalb will man dann ein wünschenswertes Ziel blockieren? Ebenso bizarr, aber erwartbar, der anschließende Versuch, den kräftigen, da sachlichen Antrag wieder noch mit abschweifenden politischen Botschaften aufzuladen - was auf Druck der Opposition, namentlich insbesondere durch den SDS und Stephan Manske vom DEFO - verhindert werden konnte.

Wir haben jetzt also einen neuen AStA. Die neue Vorsitzende etwa erklärte allerdings schon im Vorhinein, sie wolle das Amt ähnlich wie ihre Vorgänger ausführen - wobei die unmittelbare Vorgängerin im Rechenschaftsbericht so dargestellt wurde, als sei sie nur dafür zuständig, immer mal ein paar Unterschriften zu leisten, faktisch aber machtlos.

Sei es so frustierend, wie es ist: Wir geben nicht auf. Wenn niemand mehr fragt, legitimiert das die totale Willkür. So lange wir das verhindern können, macht es auch Sinn, dreieinhalb Stunden unserer Zeit zu investieren.

Studierende und Lehrende gründen Hochschulallianz

Philipp K.Lehre, Bundespolitik, Hochschulpolitik, LHG, Allgemeines 1 Kommentar »

Einen Blick über den Tellerrand:
In diesen Tagen gründet sich die “Hochschulallianz”, ein (Lobby)Gebilde aus verschiedenen Verbänden, die es eins zum Ziel gesetzt hat:

“[…]die Stärkung von Forschung und Lehre an den Hochschulen. Nach Auffassung der “Hochschulallianz” ist die Bündelung der Kräfte überfällig. Die “Hochschulallianz” sei ein Neuanfang und auch ein Zeichen, dass die künstliche Spaltung der Interessen von Studierenden und Lehrenden überwunden werden muss”

Dabei verlangt sie eine Umstellung der Haushalts-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik zugunsten von Bildung und Wissenschaft und die praktische Umsetzung der ewigen Verlautbarungen “Ja, die Bildung, wichtigste Investition um die Zukunft von Deutschland sicherzustellen”, die wir oft von manchen hohen Stellen hören und nie in die Bundes- und Landeshaushaltsliche Praxis umgesetzt sehen. Eine durchaus lobenswerte Intention also, die wir an der Massenuni FU nur begrüßen können.

Wer bildet diese “Hochschulallianz”?

* der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG)
* der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)
* das Deutsche Studentenwerk (DSW)
* Thesis – Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte e.V.
* die Bundesvertretung Akademischer Mittelbau (BAM)
* der Verband Hochschule und Wissenschaft (vhw)
* der Hochschullehrerbund (hlb)
* der Förderverein Juniorprofessur e.V.
* der Deutsche Hochschulverband (DHV)

und damit so ziemlich jeder Verband, der Studenten oder Lehrkräften ein Zuhause bietet. Das ganze soll, so die Pressemitteilung zur Gründung apolitisch und unabhängig von den jeweiligen Ausrichtungen der einzelnen Verbände, stattfinden.

Jedoch stellt sticht auch ins Auge, wer nicht mit dabei ist. Vor allem die JuSos und der fzs, in dem sich vor allem AStAs (AStEn?) aus der gleichen politischen Ecke wie der unsere versammeln.
Die Gründe von deren kurzfristigen Rückzug aus der Allianz (die sie am Anfang ja, wie logischerweise zu erwarten, unterstützt haben) sind schleierhaft. Vielleicht überwog die Abneigung gegen den “politischen Feind” RCDS das noble Ziel, vielleicht aber auch die Meinung, dass die LHG und der RCDS schon ganz gut allein alle Studenten in Deutschland vertreten könnte und sich der fzs in aller Ruhe der Abschaffung von Schulnoten widmen kann…

Nun bleibt zu schauen, ob diese Allianz auch “mächtig” und willens genug ist, sich ernsthaft auf das gesteckte Ziel zu konzentrieren oder ob es sich nur um ein Appell handelt, dass wie so viele davor sich so schnell verzieht wie ein Sommergewitter.
Time will tell.

FBR Wiwiss Sitzung – Der Mühe verdienter Lohn

Hilmar v. OertzenAkademische Gremien, Lehre, Hochschulpolitische Veranstaltungen, FU Veranstaltungen, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 9 Kommentare »

Eine vernünftige Regelung der Nachschreibeklausuren für Diplomstudierende zu erreichen, das war unser erklärtes Ziel und heute Morgen wurde es endlich erreicht! Der Vorsitzende des Prüfungsausschuss (Prof. Kruschwitz) und sein Stellvertreter (Prof. Hundsdoerfer) stellten in der heutigen Fachbereichsratssitzung die Vorlage zur neuen Regelung von Wiederholungsprüfungen für die auslaufenden Studiengänge (Diplom, Magister, Wahlfach) vor. Ab diesem Sommersemester wird die Regelung für eine Testphase von 3 Semestern gelten. Ende des WS08/09 wird dann über das Fortbestehen der Regelung entschieden.
Die Entscheidende Änderung an dieser Version, im Vergleich zu der Vorherigen ist, dass nun SÄMTLICHE STUDIERENDE an der Wiederholungsprüfung teilnehmen dürfen, egal ob sie beim ersten Mal angemeldet waren, nicht bestanden haben oder aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnten!!! Damit haben die Professoren unserem Wunsch tatsächlich voll entsprochen! Natürlich muss man sich – wie üblich – über die Anmeldelisten bei den Lehrstühlen auch zu den Wiederholungsprüfungen anmelden, damit man mitschreiben kann, aber das ist ja eh klar. ;-)
Außerdem will das Prüfungsbüro den Klausurenzeitraum so kurz wie möglich halten – was hoffentlich weniger als 5 Wochen bedeutet – aber das wird die Praxis zeigen.
Auf unsere Anregung, zuerst die regulären Klausuren anzusetzen und die Wiederholungsprüfungen danach schreiben zu lassen entgegnete man, dass sich dann Studierende darüber beschweren würden, dass sie womöglich zu viele Klausuren innerhalb einer Woche hätten. Durch die Wiederholungsprüfungen hingegen würde ein „gesunder Mix“ entstehen. Na ja, kann man so oder so sehen, es hat wohl beides seine Vor- und Nachteile.
Der Prüfungsausschuss hat sich ferner verpflichtet die Studierenden bzw. die Studierendenvertreter (Fachschaftsrat, studentische Studienberater) in geeigneter Form über diese Regelung zu informieren. Außerdem sorgt der Studiendekan dafür, dass jeder Lehrstuhl 14 Tage vor Semesterbeginn eine Dreisemesterübersicht im Netz veröffentlicht, sodass die Planungssicherheit der Studierenden enorm gesteigert wird.
Also ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich find’s genial. :-)
Das zeigt mal wieder, was ein paar engagierte Studis alles leisten können, wenn sie sich nur vernünftig organisieren. So ging in diesem Fall der Löwenanteil der Leistung vom Fachschaftsrat Wiwiss aus, in Verbindung mit studentischen Vertretern in den Gremien. Da soll noch einer sagen, ein gewählter und sich konstituierender Fachschaftsrat würde keinen Sinn machen…! Bei uns macht er Sinn, aber vor allem auch seine Arbeit für die Kommilitoninnen und Kommilitonen am Fachbereich. Gleichzeitig wird er von den Professoren als offizielle studentische Vertretung gut akzeptiert, was seine Argumentation mitunter sehr unterstützt. Auch ich als studentischer Vertreter im Fachbereichsrat habe das Gefühl gut von den Professoren angehört zu werden und dass auf meine Argumentationen eingegangen wird ohne mich „von oben herab“ zu behandeln. Daher meine Empfehlung, wenn Ihr was bewegen wollt, wendet Euch an Eure studentischen Vertreter (im FBR, FSR etc.) oder lasst Euch selbst mal darauf ein Eure Kommilitoninnen und Kommilitonen in einem universitären Gremium zu vertreten. Ist zwar mit einiger Arbeit verbunden, aber es lohnt sich! (und das meine ich nicht finanziell, auch wenn ich Wirtschaftswissenschaftler bin!) ;-)

Ö-Recht: Konstruktiver Protest

Thomas E.AStA, FSIs, StuPa, Akademische Gremien, Hochschulpolitik, FU 2 Kommentare »

Die vorige Woche begann für viele Studierende in den Wirtschaftswissenscahften mit dem Schock, unerwartet eine Klausur wiederholen zu müssen. Auch hier im LHG-Blog griffen wir das Thema auf. Zwischenzeitlich gab es am Fachbereich einigen Wirbel, worüber der Fachschaftsrat Wirtschaftswissenschaft sehr intensiv berichtet hat. Nachdem die Affäre auch in den Tagesspiegel getragen wurde und sich von da aus in andere Medien verbreitete, ergibt sich aus Sicht des FSR Wiwiss zumindest ein (erster) Teilerfolg - insofern, dass im Rahmen des rechtlich Möglichen die Bedingungen der Nachholklausur so studierendenfreundlich wie möglich gestaltet wurden.

Und auf einmal höre ich vom Konsens in Bezug darauf, dass die beteiligten Statusgruppen kooperieren müssen, um die Studierenden voran zu bringen und die Strukturen dauerhaft zu verbessern. Häufig wurde die LHG in der Vergangenheit kritisiert, sie würde sich gegenüber den Entscheidungsträgern zu angepasst zeigen, sie solle sich stärker an den studentischen Protesten beteiligen. In diesem Fall unterstützten die LHG-Vertreter im Umfeld des FSR Wiwiss die Proteste, ja, trug sie gar mit. Und die Situation kehrte sich um: Die Beteiligten wurden auf einmal dafür kritisiert, dass sie ihre Stimme erhoben.

Jedoch unterscheidet sich der Protest bei den Wirtschaftswissenschaftlern stark von anderen Aktionen an dieser Universität. Statt politisch aufgeladenen Parolen, konfrontativen Agressionen und/oder ignoranter Schein-Satire basierte der Protest stets auf einer konsequenten Lösungs und Sachorientierung. Statt das große Thema suchen und das System revolutionieren zu wollen, konzentrierte er sich auf das Problem, das Auslöser des Konflikts gewesen war.

Mancher mag einwenden, der Erfolg sei ja bescheiden geblieben. Das ist wohl wahr. Indessen gibt es überhaupt einen Fortschritt, der mit einem radikaleren Vorgehen kaum hätte erzielt werden können - und erst recht nicht mit Stillhalten. Hier ist auch der Boden für weitere Veränderungen bereitet worden. Ungebrochen mahnen wir daher an, dass die Studierenden auch an anderen Fachbereichen zuerst diesen Weg wählen, wenn sie sich in ihren Angelegenheiten unterdrückt fühlen. Ziviler Ungehorsam mag in bestimmten Fällen natürlich seine Berechtigung haben. Er ist aber nicht der erste Schritt und nicht der einzige Weg. Die akademischen und studentischen Gremien haben ihre Berechtigung. Dieses Bewusstsein wünsche ich mir von den studentischen Mandatsträgern ebenso wie von denen, die sich derzeit mit den Protesten im Rahmen der Aktionswoche beschäftigen.

Protestsemester: Gesunder Skeptizismus.

Thomas E.StuPa, Blog, AStA, FSIs, Termine, Hochschulpolitische Veranstaltungen, LHG, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 5 Kommentare »

Mehrmals hatten wir bereits auf einen Streik spekuliert bzw. über geplante und durchgeführte Proteste innerhalb der Studierendenschaft berichtet. Von einem Streik zu auszugehen, so glaube ich heute, wird später wohl übertrieben gewesen sein. Dennoch publizieren die studentischen Blogs derzeit die Ankündigung zum “Protestsemester”. Während es in den Semesterferien wirklich bemerkenswert ruhig um die Hochschulpolitik wurde, scheint sich damit der Grund zu offenbaren: Nicolas spricht bei FUWatch von organisatorischer Vorarbeit in der vorlesungsfreien Zeit.

Gemeint sind damit vor allem die Vorbereitungen für die vielen dezentralen Vollversammlungen, die in der nächsten Woche die Studentenschaft mobilisieren sollen. Nicolas beschreibt die geplanten Proteste ausführlich und umfassend, das will ich hier daher nicht alles doppelt wiedergeben.

Wenn man sich’s dann näher anschaut, wird da ein unglaublicher Aufwand betrieben: Zahlreiche Vollversammlungen an den Instituten, eine große Vollversammlung und auch die Fahrt zur Fachschaftskoordination wollen organisiert werden. Der eigentliche Protest nachher konzentriert sich auf eine einzelne Woche. Schon beim Aktionstag wurde im Vorhinein lange geredet, um nachher wenige Stunden zu füllen. Mir ist klar, dass alle Beteiligten nebenbei andere Dinge tun und ein Protest in der Größe, wie er anvisiert ist, durch seine Komplexität auch eine entsprechende Vorbereitung nach sich zieht. Lieber ist mir tatsächlich auch ein gut vorbereiteter Protest, weil ich mir davon bessere Argumente erhoffe als von spontanen Kundgebungen, denen ich allenfalls das Potential plumper Parolen zuschreibe - selbst, wenn ich die Argumente nachher aus meiner Perspektive vielleicht nicht teilen kann. Aber das war zuletzt beim Aktionstag auch nicht unbedingt der Fall.

Dennoch treibt mich die Sorge um, im Soge des Protestsemesters könnten die eigentlichen Themen vernachlässigt werden. So trifft sich das Studierendenparlament am 30. April zur Wahl des neuen und Entlastung des alten AStA - fast ein Vierteljahr nach den Wahlen also. Auch über die Bibliotheken hat man lange nichts mehr gehört, obwohl sich dort etwa in der letzten Woche mit der (vorübergehenden?) Schließung der Leihstelle, offiziell wegen Umbauarbeiten, neues Konfliktpotential ergab. Nachher wurde dann vielleicht eine Woche protestiert und es wird ein Minderheitenprotest bleiben. Das wird dann mit dem allgemeinen Desinteresse der Studierendenschaft an hochschulpolitischen Themen begründet.

Die ist aber nicht gottgegeben. Sondern, aus Sicht der LHG, die Folge der einseitigen Ausrichtung des AStAs und seines Umfelds. Damit will ich nicht behaupten, dass ein AStA, der sich ausschließlich auf LHG-Themen stützen würde, Rückhalt der ganzen Uni hätte. Deswegen fordern wir ja immer wieder einen unideologischen AStA. Zwar verweist die AStA-Koalition gern darauf, wie offen sie doch für vielfältigen Input sei - aber mal ehrlich, wie groß ist der faktisch wirklich, wenn kritische Gegenstimmen auf Vollversammlungen niedergepfiffen oder zumindest abgekanzelt werden?

Daher: Ein Protest im Sommersemester wird wohl unausweichlich sein. Insofern wünsche ich mir, dass dieser zumindest niveauvoll stattfindet und die Vorbereitungen also auch einen deutlichen Effekt auf die Qualität haben. Dennoch erlaube ich mir, bittend um Nachsicht, einen gesunden Skeptizismus.

Fachschaftsrat Wirtschaftswissenschaft mit neuer Webseite

Thomas E.AStA, FSIs, Blog, Akademische Gremien, Hochschulpolitik, LHG 0 Kommentare »

Mit Beginn des neuen Semesters startet der FSR Wirtschaftswissenschaft unter der Adresse www.fachschaftsrat.org ein neues Informationsangebot für Studierende des Fachbereichs. Die eigene Webseite soll die Kommunikation mit den Studierenden stärken. So wird sie einerseits genutzt, um die Studierenden über die Arbeit des Fachschaftsrats auf dem Laufenden zu halten. Andererseits wurde auch ein Kummerkasten eingerichtet, in den Studierende ihre Anliegen einstellen können. Auf diese Weise möchte der FSR Input dafür bekommen, welche Themen die Studierenden aktuell bewegen.

Der FSR WiWiss ist ja allerdings nicht der erste Fachschaftsrat an der FU. Auch bei den Juristen hat sich das Gremium eine eigene Webpräsenz eingerichtet. Gleichwohl zeigt das Beispiel, dass auch die Pflege eines solchen Angebots nicht vernachlässigt werden darf, denn der Informationsgehalt bleibt dort gering. Zu hoffen ist daher, dass sich dies bei den Juristen wieder ändert und dass gleichzeitig der FSR WiWiss in der Lage ist, die Ansprüche, die er also mit dem neuen Angebot weckt, auch zu erfüllen.

Immerhin ergibt sich daraus durchaus ein Potential, die Fachschaftsarbeit effektiver zu gestalten. Ein sehr positives Beispiel, wie das erfolgreich umgesetzt werden kann, stellen bestimmt die Kommilitonen in Regensburg dar. Es zeigt, dass in einer solchen Form Webauftritte von Fachschaftsräten auch neben der Webseite des AStA koexistieren und diese sinnvoll ergänzen können.

Der ÖRecht-Skandal - Von unnötigen Fehlern

Thomas E.Lehre, Hochschulpolitik, FU 3 Kommentare »

Was war überhaupt passiert? Nun, aufgrund der großen Zahl an Studierenden konnte die Klausur nicht gesammelt in einem Raum geschrieben werden. Üblicherweise beginnen solche Klausuren in den unterschiedlichen Räumen bei den Wiwis dann im Abstand von 15 Minuten. Nicht so in diesem Semester, als immerhin noch eine ganze Stunde zwischen Ende der Klausur der ersten Gruppe und Beginn der Klausur der zweiten Gruppe lag. Ein Student beschwerte sich anschließend, dass es zwischen den Klausuren zu inhaltlichen Hinweisen an die zweite Gruppe und damit zu einer Übervorteilung dieser gekommen sein. Der Prüfungsausschuss untersuchte den Vorfall und entschied, dass für die zweite Gruppe eine Wiederholung angeordnet werden müsse.

Bei näherer Betrachtung enttarnt sich ein Gewirr schlampiger Verfahren, das, wäre der Anlass nicht so dramatisch, zu sarkastischem Lächeln verleitet: Ausgerechnet die Klausur im Öffentlichen Recht scheitert an den Hürden desselben. So ist einerseits nicht klar, warum überhaupt so ein großer Abstand zwischen den Klausuren gelassen wurde. Unverständlich auch, warum nicht zumindest das Treffen der Studierendend er verschiedenen Gruppen unterbunden wurde, indem etwa die erste Gruppe nach der Klausur noch im Raum geblieben oder der Einlass für die andere Gruppe vorgezogen worden wäre. Selbst, wenn die Raumvergabe nicht anders möglich gewesen wäre: Immer noch wäre es einfach gewesen, für die zweite Gruppe eine (und sei es nur im Detail) abweichende Klausur zu stellen. Die problematische Terminierung war Wochen vor der Prüfungszeit bereits bekannt und insofern kann niemand behaupten, er wäre dadurch überrascht worden. Gerüchten zufolge hat das Prüfungsamt den Lehrstuhl sogar darauf hingewiesen, aber den Einwand nachher nicht wieder aufgegriffen, heißt es in einer E-Mail des Fachschaftsrats Wirtschaftswissenschaft an Präsident Lenzen.

Der Ärger darum ist nun zwangsläufig. Ich will den Studenten in Schutz nehmen, der sich wahrscheinlich den Unmut vieler Kommilitonen zugezogen hat, die nun zu einer Nachholklausur gezwungen sind. Es ist sein Recht, seine Stimme zu erheben, wenn er eine Benachteiligung sieht. Die Schuld liegt hier eindeutig beim Prüfungsamt und beim beteiligten Lehrstuhl. Dennoch sind die Folgen dramatisch: Betroffen sind etwa 130 Bachelor-Studierende, also mehr als die Hälfte des Jahrgangs. Ihnen bleiben nun etwas mehr als zwei Wochen, um sich auf die Nachprüfung am 26.4. einzustellen. Prof. Hundsdoerfer, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, begründet dies mit (allerdings sogar einleuchtenden) Terminzwängen. Da kommt zu keinem Glück dann auch noch Pech dazu.

Die Erfolgschancen der Teilnehmer haben sich dadurch enorm verschlechtert, denn viele werden nicht mehr im Stoff stehen und müssen sich gleichzeitig auch mit dem wieder beginnenden Semester auseinandersetzen. Ohnehin gilt die Klausur im Öffentlichen Recht als hohe Hürde. Der FSR Wiwiss fordert in seiner E-Mail an Präsident Lenzen nun dazu auf, die Studierenden zumindest durch Erleichterungen wie etwa eine thematische Eingrenzung zu unterstützen. Weil ja aber gerade die fehlende Gleichbehandlung der Gruppen Anlass zur Neuansetzung war, wird wohl genau das nur schwer möglich sein.

Ein Treffen des FSR mit den Betroffenen am Montag soll das weitere Vorgehen abstecken. Was immerhin ein Anfang wäre, wäre eine öffentliche Entschuldigung der Verantwortlichen an den Geschädigten. Es darf aber nicht dabei bleiben. Wie wahrscheinlich ist es nun, dass innerhalb einer Stunde Studierende in einem komplexen Fach noch einen wirklichen Vorteil erzielt haben? Nach einer Aussage wie “A klagt beim Verfassungsgericht gegen die Höhe der Steuern ein” weiß man zwar, dass das Verfassungsrecht angewendet werden muss, doch reicht das wohl nicht, um von einem echten Vorteil zu sprechen. Wer Verfassungsrecht bis dahin nicht drauf hat, lernt es dann auch nicht mehr. Aber auch eine solche Bagatellisierung des ursprünglichen Problems öffnet Tür und Tor für ungewollte Konsequenzen.

So bleiben nun zahlreiche Studierende, die durch Schuld jener, die ihnen ein zügiges Studium ermöglichen sollten, in Gefahr sind, ihre Studienziele zu verfehlen und an Zeit zu verlieren. Dabei ist dies nicht das einzige Problem mit dem Prüfungsamt am Fachbereich. Die Ausweitung des Klausurzeitraums auf fünf Wochen und die späte Bekanntgabe der Klausurtermine erst nach zwei Monaten im Semester sorgen nicht gerade dafür, dass Studierende der Wirtschaftswissenschaften ihre vorlesungsfreie Zeit sicher durchplanen können. Dadurch erleiden sie im Wettbewerb um Praktikumsplätze gegenüber Kommilitonen anderer Hochschulen einen gravierenden Nachteil. Verwiesen wird da auf die Komplexität, einen Klausurplan zu erstellen - aber Dutzende andere Hochschulen, ja, Fachbereiche an der eigenen Uni scheinen einen gangbaren Weg gefunden zu haben, damit umzugehen.

Der Skandal um die Klausur im Öffentlichen Recht ist daher nur die Spitze des Eisbergs und muss nun Anlass dafür sein, dass es im Prüfungsamt Wirtschaftswissenschaft zu einschneidenden Veränderungen kommt. Die heutigen Abläufe sind so nicht länger tragbar und den Anforderungen der Bachelor-Studiengänge offenbar nicht mehr gewachsen. Die Aussichten, den jetzigen Opfern des Skandals zu helfen, sind wohl gering. Immerhin sollten aber alle Beteiligten dafür sorgen, dass derlei Versäumnisse nicht wieder vorkommen, ja, nicht mal mehr möglich sind.

WiWiss: ÖRecht-Klausur im WS0708 muss teilweise wiederholt werden.

Philipp K.Allgemeines 0 Kommentare »

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, müssen diejenigen BWL-Bachelor-Studenten, deren Nachnamen mit C bis Z beginnen und die die Ö-Recht-Klausur am 20.2. geschrieben haben, die Klausur wiederholen.

Dies betrifft also keine VWL-Bachelors oder BWL-Bachelors, deren Nachnahmen mit A oder B beginnen.

Die Klausur wird am Samstag dem 26.4.2008, 8.30 - 10.00 Uhr im HS 1a der Silberlaube geschrieben.

Der FSR wird alles Mögliche unternehmen, um sich in dieser Situation für die Studenten einzusetzen und eventuell eine Lösung für das Problem zu finden.
Am Montag, dem 14.4 um 10.00 im HFB Hs C, nach der ABWL I-Vorlesung, werden wir uns mit euch treffen um das weitere Vorgehen zu koordinieren.

Bauarbeiten an der U3 auch noch in der ersten Semesterwoche

Thomas E.BVG, Termine, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Seit Beginn der vorlesungsfreien Zeit ist der Verkehr mit der U3 zwischen Fehrbelliner Platz und Breitenbachplatz unterbrochen. Es fahren Ersatzbusse. Durch den Streik verzögerte sich der ursprünglich auf den 31. März terminierte Abschluss der Bauarbeiten. Die Aufnahme des regulären Betriebs erfolgt nun erst in den Morgenstunden des 18. April. Somit wird es auch in der ersten Vorlesungswoche zu Beeinträchtigungen im Nahverkehr kommen. Ihr solltet euch darauf einstellen, etwa zehn bis fünfzehn Minuten länger zu brauchen als normal.

Achtung: Wichtige Infos für (Diplom-)Studierende in BWL und VWL

Thomas E.Lehre 1 Kommentar »

Viele Diplom-Studierende wurden im letztem Semester davon überrascht, dass die Vorlesung ABWL III nur noch jährlich statt wie bisher halbjährlich angeboten wird. Die entsprechende Information kam leider erst nach Anmeldeschluss für die Prüfungen. Der Fachschaftsrat nahm das zum Anlass, bezüglich der anderen beiden für alle Diplom-Studierenden verbindlichen Kurse die Zukunft zu klären. Auf Anfrage stellte sich heraus, dass sowohl ABWL II als auch ABWL I ab sofort ebenfalls nur noch jährlich angeboten werden sollen. ABWL I wird im Sommersemester, ABWL II im Wintersemester angeboten werden.

Thema ist auch nach wie vor die mögliche Ausdehnung des Prüfungszeitraums auf bis zu fünf Wochen in der vorlesungsfreien Zeit. Hierzu Informationen, die vom Fachschaftsrat im StudiVZ publiziert wurden.

Zum jetzigen Zeitpunkt nicht kann nicht zuverlässig gesagt werden, wie lang der Prüfungszeitraum verlängert wird. Fakt ist, dass er sich verlängern wird, da es noch mehr Nachschreibeklausuren geben wird, die alle überschneidungsfrei stattfinden sollen. Zu diesem Semester (SoSe 2008) können keine Änderungen mehr stattfinden, was die Wiederholungsphase für Klausuren betrifft und zumindest zu diesem Semester wird es auch keine Nachschreibeklausuren mehr am Anfang von irgendeinem Semester geben, denn das wäre ja in 2 Wochen. Zudem kommt die Information, dass laut FU Präsidium Wiederholungsklausuren zeitnah erfolgen müssen. Das würde zur Folge haben, dass Nachschreibetermine am Anfang des Folgesemesters stattfinden müssten, was den Prüfungszeitraum am Ende zwar nicht verlängern würde, aber den Beginn der Vorlesungszeit verkomplizieren würde. Wo sollen diese Klausuren stattfinden, wenn Vorlesungen in den Räumen stattfinden, welche zur Wiederholung der Klausur benötigt werden.