PolSoz-VV: 6 von 22 wollen OSI besetzen
Wolf DermannHochschulpolitik, FU, Allgemeines Kommentar schreibenAuch am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften setzte sich heute der Trend von “Vollversammlungen” mit Teilnehmerzahlen im Promillebereich fort. Gerade einmal 22 der rund 4500 Studentinnen und Studenten am Fachbereich kamen um 12 Uhr im Hörsaal B des Henry-Ford-Baus zusammen.
Die fast nonexitente Resonanz auf die Protestbestrebungen Einzelner reichte jedoch nicht als Zeichen aus, eine kleine Teilgruppe von sechs Leuten von ihrer Idee abzubringen, entweder am morgigen Donnerstag oder am Montag das OSI zu besetzen. Eine Legitimation bräuchte man dafür auch nicht, meinte ein anderer Kommilitone. Unklar blieb am Ende des kleinen Treffens, was man unter Besetzung genau verstehe - während eine Meinung dahin ging, lediglich Stellwände im OSI zu dekorieren, verstand ein anderer darunter durchaus eine Verbarrikadierung des Instituts.
[Wer sich eine Institutsbesetzung durch eine solche kleine selbsternannte Elite nicht gefallen lassen will, möge gerne Kontakt zu uns aufnehmen!]
Auch ein Flyer mit Forderungen soll in einer Arbeitsgruppe aus “Vollversammlungs”-Teilnehmern noch erstellt werden. Mal sehen, ob sich die wenigen Personen die sich da zusammenfinden als suggestiv großes Aktionsplenum, oder ehrlich als “Fünf OSI-Studis” unter den Flyer setzen.
Angefangen hatte die kleine Versammlung noch mit einer kurzen Auflistung derzeitiger Aktivitäten, wie dem Campus Camp, Infotischen oder unterschiedlicher Plena, gefolgt von einem kurzen Rundumschlag über angeblich bildungszwangsprivatisierende EU-Verordnungen, knapper Zulassungszahlen zum Polwiss-Master, Bedrohungen des Polwiss-Diploms, Bedrohung der Professur für Ideengeschichte durch eine Professur für Chojnackis und allgemeiner Gremienkritik durch Sara. Die aufs OSI beschränkte Themenauswahl passte scheinbar zur Zuhörermenge, war ich doch wohl (fast?) der einzige Student eines anderen Instituts des Fachbereichs.
Eine angerissene Diskussion über eine bessere Koordination der Prostestwilligen durch das Internet führte nur dazu, dass sich Webaktivistin Anna in ihren Aktivitäten angegriffen fühlte und nach zwei genervten Gegenreden die VV verließ. Spontanaktionsvorschläge, wie der Zug über den Campus mit einem “Soundsystem”, dem Anschluss ans Aktionscamp oder dem bemalen von Tafeln in den Hörsäälen mit Forderungen und Aufrufen fanden jeweils kaum Resonanz unter den anwesenden 22.
Am Rande war erstens zu erfahren, dass das Proseminar “Materialistische Staatstheorie” für die VV extra ausfiel, von allen bis auf einen wohl aber nur zum Sonnenbaden genutzt wurde und zweitens, dass auf dem Aktionsplenum in der letzten Woche die Entscheidung über ein ein- oder zweiwöchiges Camp ohne richtige Abstimmung gefällt wurde, nachdem sich nur 15 Leute für zwei Wochen Zeltlager bereiterklärt hatten. Die Zulassungszahl für den Politikwissenschaften-Master soll übrigens bei 60 Studis liegen, für den Bachelor (weiterhin mit Wechselmöglichkeit ins Diplom) bei 135.
16. Mai 2008 at 16:11
Niemand hat die Absicht das OSI zu besetzen. =-)
17. Mai 2008 at 4:13
[…] waren auf der 2. OSI/PuK-VV am letzten Mittwoch deutlich weniger Studierende anwesend, im LHG-Blog ist von 22 die Rede. Dennoch wurden etliche interessante Punkte […]