Neuwahl des Autonomen Schwulen-Referats

Michael KochAStA, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Hochschulpolitik, FU Kommentar schreiben

Wie am Beginn eines jeden Semesters finden auch im SoSe 2008 wieder die schwulen Orientierungstage statt. Deren Beginn markierte heute eine Vollversammlung im Garten der AStA-Villa, auf der die Referenten des Autonomen Schwulenreferats entlastet und neue Referenten bestimmt werden sollten. Circa 20 junge Männer hatten sich zu diesem Anlass zusammengefunden. Bei Sekt, Saft, Kaffee und diversen gesunden und ungesunden Süßigkeiten (die von der Unabhängigen Schwulen Liste, USL, spendiert wurden) informierten die aktuellen Referenten über ihre Arbeit im Referat und im AStA und stellten sich anschließend den Fragen der Anwesenden, welche sich insbesondere für das Finanzgebaren des Autonomen Referats interessierten und für die Entlastung teilweise offensiv Rechenschaft verlangten. Auf Antrag (und nach kontroverser Diskussion) wurde die Entlastungsabstimmung anschließend geheim durchgeführt. Von den 19 anwesenden Wahlberechtigten sprachen sich 14 für und einer gegen die Entlastung aus. 4 Anwesende Enthielten sich.

Zweiter TOP war schließlich die Wahl der neuen Referenten. 4 Personen bewarben sich auf die maximal 3 zu vergebenden Posten. Nachdem sich die Bewerber kurz vorgestellt hatten, wurde (wieder) zur geheimen Abstimmung geschritten. Das Ergebnis fiel wie folgt aus:

  • Thomas Bernstein (USL): 15
  • Oliver Danger (USL): 14
  • Germar Molter (LHG): 6
  • Dennis Schlizio (USL): 14

Damit konnten Oliver Danger, Dennis Schlizio (beide waren bereits in der vergangenen Wahlperiode Referenten) und Thomas Bernstein die Wahl für sich entscheiden und sollen für das kommende Jahr die Interessen der Schwulen im AStA vertreten. Alle drei wünschen sich nach eigener Aussage einen explizit linken AStA (die USL ist Teil der AStA-tragenden Koalition im StuPa) und damit auch ein explizit linkes Autonomes Schwulenreferat. Der leider unterlegene Germar beglückwünschte die Wahlsieger zu ihrem Erfolg.

Ein paar nette Plaudereien, Kekse und Sektbecher später fielen dann erste Tropfen vom Himmel und die Vollversammlung begann sich langsam aufzulösen. Ihr Ergebnis ist ein größtenteils altes neues Schwulenreferat, das seine bisherige Arbeit im Prinzip so fortführen möchte. Bis zur nächsten regulären Vollversammlung.

7 Reaktionen zu “Neuwahl des Autonomen Schwulen-Referats”

  1. TUler

    Wie hoch ist denn die Summe des Etats, über die so ein autonomes Schwulenreferat der FU verfügt?
    Und es gibt nicht einen, sondern gleich drei Referentenposten? Sind diese bezahlt?
    Wieviel bekommt man denn, wenn man sich von 20 Leuten wählen lässt? Es kann doch gar nicht überprüft werden, ob die Männer schwul sind, oder?

    Das Ganze kommt mir mehr als seltsam vor. Aber vielleicht geht es ja nur mir so. Ansonsten kann ich ja mal mit 20 Kumpels nächstes Jahr vorbeischauen. Deshalb ja meine Fragen eingehends. Was gibt es da so an Schotter?

  2. Ronny

    In unserem AStA gibt es in jedem Referat drei Leute, laut der Abrechnung im Haushaltsplan wird jedoch nicht mehr als das Geld abgerechnet, das laut Studierendenschaftssatzung dem Referat als Ganzes zusteht (also der Bafög-Höchstsatz).

    Ob das am Ende stimmt, kann ja wegen der allgemeinen Finanzintransparenz außerhalb des AStAs sowieso niemand kontrollieren, daher ist die Beantwortung der Frage letztendlich unsinnig.

    Die Frage nach der Kontrolle der Anwesenden auf ihr Schwulsein finde ich ein wenig abartig. Wer zur Schwulen-VV kommt, wird schon wissen, warum er das tut - und wer wegbleibt, auch. Der Sinn autonomer Referate ist, dass sie von der jeweiligen Gruppe gewählt werden. Und die Zahl der Anwesenden ist letztendlich nicht ausschlaggebend, solange das Ganze transparent angekündigt wird. Mehr Leute gehen zum Teil auch nicht zu Institutsratswahlen, bei denen die Grundgesamtheit (vermutlich) ähnlich groß ist. Es wäre bei allen Wahlen an der FU begrüßenswert, wenn mehr Studierende sich daran beteiligen würden!

  3. stephan

    [quote]In unserem AStA gibt es in jedem Referat drei Leute, laut der Abrechnung im Haushaltsplan wird jedoch nicht mehr als das Geld abgerechnet, das laut Studierendenschaftssatzung dem Referat als Ganzes zusteht (also der Bafög-Höchstsatz).[/quote]

    Ich habe gerade keinen Haushalt zur Hand, aber der Bafög-Höchtsatz, das ist doch das Geld, was den Referentne/einem der Referenten als persönliche Aufwandsentschädigung zusteht. Darüber hinaus hat doch - nehme ich jetzt mal an - das Referat auch weitere Mittel laut Haushalt, wie jedes andere Referat auch, oder? Also Geld für Publikationen, Veranstaltungen etc.!?

  4. Ronny

    So ist das, wenigstens auf dem Papier. Ich sprach jetzt auch nur von den Abrechnungen, die sich rein auf die Personalkosten der Referenten beziehen.

  5. Michael Koch

    Ich kann es nur die Angaben der ehemaligen Referenten wiedergeben. Das Schwulenreferat hat an sic keinen eigenen Haushalt. Wenn es ein Projekt durchführen bzw. eines unterstützen will trägt es dies im AStA-Plenum vor, beantragt die Summe und bekommt diese in der Regel genehmigt. Welche Summen jetzt wohin geflossen sind, weiß ich leider nicht und ist aus irgendwelchen Haushaltsplänen, wie Ronny schon gesagt hat, nicht zu entnehmen.

    Und mal ehrlich: wie willst du denn auf einer Schwulen-VV die Berechtigung der Anwesenden kontrollieren? Ich glaube, jeder, der auf so einer VV nichts zu suchen hat, wird da auch von allein nicht hingehen. Die einen aus Anstand, die anderen aus Ekel.

  6. stephan

    So, ich habe jetzt mal einen Haushalt rausgekramt:

    jeweils Ansatz 07/08, Ansatz 06/07 und vorläufige Rechnung 05/06

    Kapitel Frauen&Lesben (=zwei Referate)

    Ausgaben für ehrenamtlich Tätige 14000/14000/7020€
    Ausgaben für freie Mitarbeiter 6000/6000/5142
    Geschäftsbedarf 1000/1000/669
    Bücher, Zeitschriften 1000/1000/316
    Postgebühren 1000/1000/177
    Veranstaltungen 10000/10000/5968
    Gesamt 33000/34000/19294

    Schwule

    Ausgaben für ehrenamtlich Tätige 7000/7000/0
    Ausgaben für freie Mitarbeiter 4000/4000/2696
    Geschäftsbedarf 1000/1000/0
    Bücher, Zeitschriften 1000/1000/79
    Postgebühren 1000/1000/124
    Veranstaltungen 1500/1000/1190
    Gesamt 15500/16000/4090

  7. Das liberale Blog an der FU Berlin » Blog Archive » 3. Sitzung des StuPa: Ihr könnt ja mal ‘nen Antrag stellen…

    […] er angenommen werde. Somit bleibt der LHG-Blog die einzige Möglichkeit, sich zumindest über die Inhalte der Schwulen-VV zu […]

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