Vizepräsidentin Keitel-Kreidt demonstriert Unprofessionalität

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Das Präsidium dreht durch. Paranoia und taktische Spielchen. Militärischer Dreiklang: Tarnen - Täuschen - Vernichten.

Wer sich den Bericht zur letzten Sitzung des Akademischen Senats anschaut, darf erkennen, dass die Elite-Angst in den höchsten Etagen unserer Universität den Grad von lebensgefährlichen allergischen Reaktionen erreicht hat.

Studentische Kandidaten wegen “fehlender Lebensläufe” und persönlicher Feindschaften abzulehnen, obwohl deren Namen bereits seit fast einem halben Jahr vorliegen, ist unprofessionell, insbesondere von der zuständigen Vizepräsidentin Keitel-Kreidt.

Und die entstehenden Lücken dann nach eigenem Gutdünken auszufüllen, ohne vorher ein Wort darüber zu verlieren - nicht gegenüber den alten Mitgliedern der KfL, nicht gegenüber den neuen, nicht gegenüber den gewählten studentischen Vertreter/inne/n im Akademischen Senat - ist respektlos.

Dies zu tun, obwohl die Namen seit mehreren Monaten bekannt waren und obwohl in der Woche vorher eine Kommission für Lehre stattfand, wo der nach meiner Auffassung absolut hervorragend arbeitende, aber von der Vizepräsidentin angefeindete Mathias, persönlich anwesend war, so dass man ihm seine Ablehnung ins Gesicht hätte sagen können, ist dazu einfach nur noch dreist.

Es zeigt, dass man nicht die moralische Autorität und die berufliche Professionalität besitzt, Meinungsverschiedenheiten im persönlichen Gespräch zu klären, sondern dass man sich lieber Gefälligkeitsgutachten vom Rechtsamt besorgt und die Sache mit miesen kleinen Spielchen regelt.

Ich war zweieinhalb Jahre Mitglied der Kommission für Lehre und letztes Jahr auch Mitglied im Kuratorium dieser Hochschule, und ich finde dieses Verhalten abstoßend!

Und übrigens: Mathias Bartelt, mit dem ich inhaltlich sicher nicht immer auf einer Linie bin, ist der richtige Kandidat für die Kommission für Lehre. Nicht, weil er schön Kritik am Präsidium äußern kann - das kann ja nun wirklich jeder -, sondern weil er sich anders als die vielen hochschulpolitisch desinteressierten Studierenden, zu denen auch unser AStA gehört, tatsächlich für Verbesserungen in der Lehre einsetzt. Er wartet auch nicht, dass jemand anderes das tut, sondern setzt selbst Hebel in Bewegung, auch solche, die bislang noch nicht bewegt wurden. Und zwar ohne Rücksicht darauf, dass er damit an verschiedenen Seiten aneckt.

Für mich ist das Rückrat. Aber Leute mit Rückrat scheinen wohl nicht gerne gesehen, nicht vom Präsidium und nicht vom AStA. Gratulation, Freie Universität Berlin!

6 Reaktionen zu “Vizepräsidentin Keitel-Kreidt demonstriert Unprofessionalität”

  1. dr. paule

    Unprofessionalität ist also das Problem an der FU, laut Aussage des Autoren. Und: bloß nicht vergessen: der AStA (alle, die da mitmachen) ist auch böse und schlecht.

    Alternativangebot I: Was hier geschieht ist nur der expliziteste Ausdruck von eindeutigen Herrschaftsverhältnissen. Das ist in den Gremien der FU strukturell so angelegt und konnte in der Vergangenheit ab und an durch Machtverhältnis-Verschiebungen abseits dieser Institutionen, geäußert durch Protest, Blockaden, Streiks, abgefedert werden.

    Alternativangebot II: Auch der Autor wird allmählich merken, dass die Exzellenzinitiative so einige undemokratische Verwschärfungen mit sich bringt. Da wäre es doch ehrlich zuzugeben, dass der Protest auch von seiten der LHG hätte rechtzeitig kommen müssen, statt, aus Naivität oder pluralistisch intendiertem Anti-AStA-FSI-Reflex vermeintlich neutral jede klare Positionierung vermissen zu lassen.

    Erklärungsansatz: Genau die Individualisierung des Problems auf die Person der Vizepräsidenten zeigt, dass sich der Autor um eine Analyse der hinter der moralisch verwerflichen Oberfläche stehenden Struktur drückt. Die Empörung ist zwar richtig, sich um eine Analyse der zugrundelegenden Mechanismen zu drücken, ist aber eine Aussage für sich. Die liberale Ideologie wird sichtbar:
    demnach leben wir an sich in einem freien Land, wo alles gut ablaufen würde, wenn es genügend moralisch konsistente AktivbürgerInnen gibt, die die Institutionen vorbildlich füllen. Auch an der Uni gilt es systematisch nur Schönheitskorrekturen zu erreichen, ansonsten sind die Strukturen (Gremien) gerecht, frei und der “Wahrheitssuche” dienlich. Läuft mal etwas schief, liegt das an dem Geheimbund-AStA, zu wenig begeisterten Gremienfreaks, zu umfangreicher Kritik am Großen-Ganzen und falscher Gegenstrategien, oder, wie in diesem Fall, am Charakter einzelner, die die Arbeit derjenigen, die Rückrat haben, verhindern.
    Und das ist das traurige: Denn diese Ideologie ist so unpolitisch, dass daraus wenig mehr erwachsen kann als Empörung und nochmals Empörung. Herrschaftsverhältnisse können ja nicht angegangen werden, wenn sie nicht gesehen werden (wollen).

  2. TUler

    Hey dr. paule. Muss das sein?
    Anscheinend ist der vom Präsidium ge(sc)hasste Student politisch gesehen ein Gegner von Ronny. Trotzdem schreibt Ronny überaus positiv über diesen Studenten, der sich (völlig unabhängig von jeglicher Ideologie) einfach mal für Studenten einsetzt und gute Gremienarbeit leistet. Der also mal was macht! Bravo auch von dieser Seite.

    Und statt jetzt mal an einem Strang zu ziehen machst Du da gleich ein Ideologie-Bramborium draus. Damit beweist Du mal wieder, dass die ganze Kritik am Asta berechtigt ist. Der arme Mathias, dass er mit solchen Kollegen geschlagen ist.

  3. Thomas

    Vielleicht ist die Beschreibung gar nicht so schlecht. Ja, Liberalismus funktioniert nur, wenn die Menschen mitmachen. (Wobei natürlich die Liberalen glauben, dass Freiheit die Leute auch dazu motiviert und befähigt, mitzumachen, aber das mal außen vor.) Was wäre dann das Gegenmodell? Nach dieser deiner Definition kann es doch nur im Liberalismus ein wirkliches Miteinander der Menschen geben, denn in anderen Modellen würde es demzufolge ja immer Herrschaft, immer Beherrschte und also immer Unterdrückung und Kollektivzwang geben.

    Dass es uns aber um mehr als Schönheitskorrekturen geht, zeigt schon deine längere Aufzählung unserer Kritikpunkte. Das deshalb, weil ein liberales Miteinander auch entsprechende Rahmenbedingungen braucht, die wir hier und da nicht erkennen können.

  4. * Silberlaube.de - Inoffizielles Hauptgebäude der Freien Universität Berlin *

    […] in Deutschland so schlecht wie nie zuvor, und «allergische Reaktionen» attestiert die Liberale Hochschulgruppe auch dem Präsidium der FU: «Das Präsidium dreht durch. Paranoia und taktische Spielchen. […]

  5. Das liberale Blog an der FU Berlin » Blog Archive » Kurzbericht KfL

    […] Nachmittag konstituierte sich die zuletzt unter verwirrenden Umständen neu gewählte Kommission für Lehre. Auch die studentischen Vertreter nahmen ihre Wahl an, […]

  6. Bericht aus dem Akademischen Senat der FU vom 11.02.09 « die fachschaftsinitiativen

    […] läßt sich ein solches Zurechtrücken des Rechts zumindest nachvollziehen. Doch schon bei der “Liberalen Hochschulgruppe” der FU wurde für derlei auch ein anderes Wort gefunden: “Gefälligkeitsgutachten”; […]

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