Neues Ess- und Trinkverbot in den Wiwiss-Hörsälen – FBR Wiwiss vom 18.06.08

Hilmar v. OertzenAkademische Gremien, Allgemeine Veranstaltungen, Allgemeines, FU, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen Kommentar schreiben

Wie das Dekanat heute Morgen in der FBR-Sitzung verlauten lies, soll es ein neues Ess- und Trinkverbot für die Hörsäle an unserem Fachbereich geben. Vielleicht habt Ihr die Schilder schon gesehen. Leider braucht es hierfür keinen Beschluss des Fachbereichsrates, weshalb dieser das Verbot auch nur zur Kenntnis nehmen musste. Natürlich nicht diskussionslos, wie Ihr Euch vorstellen könnt. Denn ein solches Verbot ist ja doch recht einschneidend, vor allem für uns Studierende. Daher haben Lars und ich uns deutlich gegen ein komplettes Verbot ausgesprochen, wie es in den PC-Pools (dort zu Recht wg. der Tastaturen etc.) schon umgesetzt ist.
Natürlich mag es keiner, wenn auf den Böden unserer (z. T. gerade erst renovierten) Hörsäle ständig Essensreste liegen und auch ist es nicht besonders appetitlich den restlichen Kaffee eines Kommilitonen am Schuh kleben zu haben. Aber deshalb gleich ein Verbot gegen alle aussprechen, wo es doch nur ein paar schwarze Schafe sind, die ihren Dreck liegen lassen?! Können wir nicht selbst einfach ein bisschen mehr darauf achten, dass wir den Hörsaal so hinterlassen, wie wir ihn vorfinden möchten?! Ist es nicht möglich, dass wir das „unter uns“ regeln, anstatt uns von der Obrigkeit „Gesetze“ aufoktroyieren zu lassen?! Und würden solche Verbote überhaupt etwas am Verhalten dieser schwarzen Schafe verändern? Nein, denn die werden sich ohnehin nicht daran halten.
Ich denke, wir sind erwachsen genug um uns einigermaßen benehmen zu können und so schwer ist es doch nicht, (wenigstens) seinen eigenen Dreck wegzuräumen oder gegebenenfalls darauf zu achten, dass sein Nachbar seinen Müll nicht vergisst. Denn solange nichts auf den Böden liegen bleibt (oder klebt) wird auch keiner etwas dagegen haben, wenn man mal einen Becher Kaffee mit zur 8:30h Vorlesung mitbringt, um diese einigermaßen munter überstehen zu können.
Da die Hörsäle nur einmal in der Woche gereinigt werden, würden entsprechende Essens- und Trinkreste u. U. einige Zeit auf dem Boden verharren, was absolut nicht in unserem Interesse sein kann.

Natürlich sind Wasserflaschen von dieser Regelung gänzlich ausgenommen, denn da klebt ja nix, wenn mal was daneben geht.

Vielleicht können wir als Ersatz für die Verbotsschilder darauf hinwirken Schilder zu entwickeln, die darauf hinweisen den Hörsaal so zu hinterlassen wie man ihn vorfinden möchte. Ich denke das könnte ein guter Kompromiss sein, denn von dem Verbot sind auch die Dozenten nicht ausgenommen.
Wir werden uns jedenfalls beim nächsten Fachschaftsratstreffen mal ein paar Gedanken dazu machen und sofern jemand von Euch da eine kreative Idee hat, kann er sich gerne bei uns melden.

11 Reaktionen zu “Neues Ess- und Trinkverbot in den Wiwiss-Hörsälen – FBR Wiwiss vom 18.06.08”

  1. Tobi

    Danke für dieses Stück Realsatire. Habe kräftig gelacht. Aber mal im Ernst – Wenn ihr LHG-Menschen euch immer darüber aufregt, dass es Studis gibt, die immer nur die Weltrevolution diskutieren wollen, ist das dann Eure Antwort darauf? Was soll als nächstes kommen? Einer solchen Lapalie mit einem derart staatstragenden Artikel zu begegnen kann eigentlich niemand mehr ernst nehmen. Bei aller Abneigung, selbst die LHG war schon mal besser drauf…

  2. Hilmar von Oertzen

    Schön Tobi, dass ich Dich damit amüsieren konnte. Es freut mich immer, wenn ich Menschen zum Lachen bringen kann! ;-)
    Auch wenn es für Dich eine Lappalie zu sein scheint, so war es doch das bemerkenswerteste Thema für Studis in dieser FBR-Sitzung. So gesehen also auch was Schönes, wenn DAS alles ist, kann alles nicht soo schlimm sein! ;-)

  3. Thomas E.

    Ich empfinde das auch nicht als Satire. Im Sommer hat es in den Räumen nun mal bis zu 34 Grad, das ist durch Messung verifiziert – jeder Mediziner würde dir da sagen, dass Trinken sinnvoll ist. Kaffee? Eher nicht. Wasser? Spült in Massen nur durch. Softdrinks? Ab sofort verboten.

    Außerdem gibt es zwar die Cafeteria, aber die ist nicht als Pausenraum für 3.500 Studenten konzipiert. Wer dort keinen Platz mehr findet und im Hörsaal nicht mehr sein Pausenbrot essen kann, macht’s auf dem Gang. Da stehen aber nur zwei Müllbehälter an den jeweiligen Enden des sehr langen Flures. Das wird Leute, die ihren Müll im Raum fallen lassen, nicht dazu animieren, ihn im Flur in der Hand zu halten.

    Staatstragend in der heutigen Konnotation ist was Anderes. Aber bestimmt nicht der Appell, einfach mal ein bisschen Rücksicht aufeinander zu nehmen. Obwohl andererseits natürlich ein offenes Miteinander das Fundament einer Gesellschaft ist.

  4. dr. paule

    “Ich denke, wir sind erwachsen genug um uns einigermaßen benehmen zu können und so schwer ist es doch nicht, (wenigstens) seinen eigenen Dreck wegzuräumen oder gegebenenfalls darauf zu achten, dass sein Nachbar seinen Müll nicht vergisst.”

    Ich weiß nicht, ich weiß nicht. Wirklich. Wer meint, nur durch ein straff durchorganisiertes Studium ein schönes Leben führen zu können und grundsätzliche Forderungen nach dereguliertem libertären Lernen immer wieder ablehnt, könnte auch daran scheitern, das mitgebrachte Essen selbst wegzuräumen. Schafe räumen ja auch nicht ihre Scheiße von der Wiese.
    Aber what-so-ever, wie so oft fehlt diesem Artikel der souveräne Überblick über den Sachverhalt, daher einige Ansätze. Geht es der Uni nicht allgemein um ein hünsches Äußeres, um elitären Schnöseln ein klassenspezifisches Ambiente zu bieten? Gegessen werden kann nach und vor und während der Konferenzen schließlich im Harnack-Haus, scheiß auf die Studis und die LHG-Hampelz oder auch den Fachschaftsrat? Ratet mal, warum so etwas bei den Wiwiss getestet wird! Na weil ihr sonst auch alles mit euch machen lasst un dann am Ende froh seid, wenn nur die “schwarzen Schafe” ein Verbot bekommen, während die lieben weißen Lämmchen schön weiterfressen können.
    Ein anderer Erklärungsansatz wäre der, dass die Wiwiss-Bosse keinen Bock mehr auf euren Coca-Cola-Konsum haben, weil sie deren mörderische Praxis (GewerkschafterInnen in Kolumbien oder Wasserprivatisierungen und Austrocknung ganzer Gemeinden in Indien, etc.) nicht tolerieren wollen. Ein Boykott durch die Hintertür, das schlechte Gewissen der Neoliberalen oder so. Ist wohl eher Quatsch.
    Aber Satire seid ihr schon, alles andere wär Betrug.

  5. Ronny

    Ohne Worte. :-D Bin ich froh, dass ich mich nicht berufen fühle zu qualifizieren, was ich so alles für Satire halte.

  6. Hunger

    Sagt mir bitte Bescheid, wenn es zum ersten Eklat im Hörsaal kommt: Studi will grad ins Brötchen beißen, da stürmt der Dozent heran und reißt das Essen aus dem Mund. Handgemenge, mehrere Verletzte, Exmatrikulationen…
    Mal ehrlich, ist doch nicht euer Ernst in irgendeiner Weise auf dieses “Verbot” zu reagieren? Bzw. ist die einzig denkbare Reaktion, einfach weiter zu essen und trinken. Will ich doch mal sehen, was dann passiert. Es ist doch das genaue Gegenteil einer liberalen Einstellung, für solche Dinge irgendwelche Benehmensschilder aufzustellen. Wie so oft findet sich da ein großer Widerspruch zwischen eurem Handeln und Selbstverständnis. Spricht im übrigen auch ganz schön für das Klientel, was am Fachbereich so rumzulaufen scheint, wenn es überhaupt zu solchen Dingen kommt. Achso, ohne Mampf kein Kampf übrigens

  7. Phil

    Trollalarm im LHG-Blog. Es gilt, vor allem angesichts des Artikels… Bitte nicht füttern :P

  8. Thomas

    Lieber Hunger,

    ganz recht, es widerspricht unserem Verständnis, erwachsene Menschen durch Verbotsschilder dazu zu bringen, Räume sauber zu halten. Deswegen sind wir ja auch dagegen.

  9. Hunger


    Vielleicht können wir als Ersatz für die Verbotsschilder darauf hinwirken Schilder zu entwickeln, die darauf hinweisen den Hörsaal so zu hinterlassen wie man ihn vorfinden möchte.

    dann hab ich diesen Absatz wohl falsche verstanden. Oder nicht?

  10. Thomas

    Gut, Hunger. Ich hatte diesen Absatz von Hilmar überlesen, bitte um Entschuldigung. Ich persönlich würde solche Schilder auch nicht gut finden. Was damit gemeint ist, sind aber offenkundig keine Verbote, sondern Schilder, wie sie an manchem Rastplatz im Wald oder auch an der Autobahn hängen: “Lieber Wanderer, denke an die Natur!” Oder: “Lieber Raser, denke an deine Tochter!” Oder eben: “Lieber Student, denke an deine Kommilitonen!

  11. trarira

    Oder: “Liebe Studentin, denk an deine Kommilitoninnen!” Die gibts ja auch noch.
    Wie wäre es denn, demnächst die Schilder überzuplakatieren oder einfach auszutauschen. So als Kunstaktion?

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