Oct 20
Es war die Uni-Nachricht des Tages: Eine bisher nicht veröffentlichte HIS-Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bescheinigt den Studiengebühren ihren abschreckenden Charakter. Insbesondere Frauen sowie Abiturienten aus Nicht-Akademikerfamilien lassen sich durch die Gebühren vom Studium abhalten – und das hochgerechnet 18.000 mal!
Dabei ist die Lage für Kinder nicht-akademischer Herkunft schon schlimm genug: Während 83% der Akademikerkinder eines Jahrgangs ein Studium aufnehmen beginnen nur 23% Nicht-Akademikerkinder ein Hochschulstudium. Häufig haben wir von der LHG an der FU in Debatten mit anderen, auch anderen sich liberal bezeichnenden, vor dieser sozial-selektiven Auswirkung von Studiengebühren gewarnt, selten ist uns geglaubt worden. Nun scheint es Schwarz auf Weiß zu kommen, auch wenn die Bundesministerin noch vier Wochen Zeit haben möchte, um die Ergebnisse schön zu reden.
Seitdem wir uns 2004 ein festes Gruppenprogramm gegeben haben, steht darin zu Studiengebühren nur ein absolut klarer Satz: “Die LHG spricht sich gegen Studiengebühren jeglicher Art aus.” Diese Position haben wir in allen Gremien stets vertreten. Heute fühlen wir uns in dieser Position vollkommen bestätigt.
Oct 11
Vom 7.-9.10. fanden in diesem Jahr die Erstsemester-Einführungstage am OSI statt. Neben viel organisatorischer Information seitens der Institutsleitung gab es auch diesmal wieder die Neuaufführung eines altbekannten Schauspiels zu bewundern: die politische Initiation der frisch immatrikulierten Studierendenschaft durch die Vertreter des AStA. Angetreten waren sie laut Plan zur Erläuterung der studentischen Gremien an der FU. Herausgekommen ist dabei wie immer eine tendenziöse Darstellung der Hochschulpolitik im Allgemeinen sowie der politischen Positionen und des Sendungsbewusstseins der AStA-Koalition im Besonderen. Informativ war am diesjährigen Vortrag, dass die Konterfeis des FU-Präsidenten und seiner Stellvertreter gezeigt wurden sowie einige elementare Begriffe wie „Statusgruppen“ und „Hochschulautonomie“ relativ neutral erläutert wurden. Die Erklärung der studentischen Gremien, die ja laut Tagesordnung den Inhalt des Vortrags darstellen sollten, wurde aber nur gestreift. Vielmehr nahm die Erläuterung der Arbeit des AStA sowie der politischen Ziele der gegenwärtigen AStA-Koalition (also Eigenwerbung) naturgemäß den größten Raum ein. Im Wesentlichen wurde den Campus-Frischlingen erläutert, warum und wann in der Vergangenheit gestreikt wurde und warum man das auch in der Zukunft tun sollte. Obwohl sie gerade zur ersten Mal einen Hörsaal von innen gesehen hatten, wurde Ihnen klar gemacht, warum sie sich doch am besten gleich wieder auf die Straße stellen sollten, um zu protestieren. Getreu der alten AStA-Losung: Hallo, worum geht’s? – Ich bin dagegen! Auch sonst gab es meist alten Wein in neuen Schläuchen zu genießen. Wie in jedem Jahr wurde versucht, den Fachschaftsrat vollständig zu unterschlagen, um bei den Neustudierenden den Eindruck zu erwecken, die Fachschaftsinitativen – also den AStA tragende pol. Listen – seien die einzig legitime Vertretung der Studierenden am Fachbereich. Gnädigerweise wurde mir diesmal ein wenig Redezeit zugestanden um zu erläutern, welche Funktion der Fachschaftsrat laut Satzung eigentlich hat. Kritischen Nachfragen wurde von den AStA-Vertretern daraufhin mit den üblichen Ammenmärchen von demokratischer Selbstorganisation und angeblicher politischer Machtlosigkeit des Gremiums begegnet. Diese wurden vom Erstsemester-Publikum aber spürbar verständnislos aufgenommen. Schließlich ist ja auch schwer zu vermitteln, warum sich die Mehrheit eines politischen Gremiums einzig und allein zu dem Zweck wählen lässt, sich nach der Wahl sofort selbst aufzulösen. Niemand braucht eine Vorlesung in politischer Ideengeschichte um zu begreifen, dass das mit Demokratie wenig zu tun hat. Für die AStA-Vertreter ist das selbstverständlich nur ein stinknormaler Vorgang der basisautokratischen Meinungsbildung an der Freien Universität, die darauf zielt die schweigende Mehrheit der Studierenden kollektiv zu entmündigen. Vielen Erstsemestern fiel es aber schwer, diese Logik nachzuvollziehen. So wurden vielfach kritische Fragen zum System AStA gestellt – „Was macht ihr eigentlich mit der halben Million Euro?“ – „Von wie viel Leuten seid Ihr eigentlich gewählt?“ – „Wie hoch liegt denn die Wahlbeteiligung bei den StuPa-Wahlen?“ Darauf reagierten die AStA-Vertreter mit den üblichen wolkigen Ausschweifungen über Beratungs- und Kulturangebote, das allgemeinpolitische Mandat, studentischer Interessenvertretung und internationaler Solidarität – freilich ohne dabei zu erwähnen, dass damit schon mal die Entsendung von studentischen Vertretern in den Irak (!) oder € 150.000 für die Vergütung freier Mitarbeiter gemeint sein können, von denen weder Namen noch vergütungspflichtige Leistungen bekannt sind (übrigens der größte Posten im gesamten AStA-Budget). Naja, wenigstens erwähnte diesmal niemand Che Guevara, die Weltrevolution und den Chavez-Chauvinismus, um die unmöglichen Zustände an der FU zu rechtfertigen. Wollen wir außerdem hoffen, dass dieselben Erstsemester sich bei den nächsten Wahlen mit solchen Antworten nicht mehr zufrieden geben werden.
Oct 10
Der Start ins Studium an der Uni ist nicht leicht. Welche Kurse muss ich belegen? Wie muss ich mich wofür anmelden? Was gibt’s alles an der FU und Umgebung, wo ich hin muss, oder was ich nutzen kann?
Bei solchen Fragen hört es aber noch gar nicht auf. In den LHG-Erstsemester-Infos gibt es neben Antworten auf diese Fragen auch viele weitere Tipps, angefangen von Studienfinanzierung über Ummeldung und GEZ bis hin zum später vielleicht anstehenden Auslandsstudium. Neben dem Serviceteil runden eine Einführung in hochschulpolitischen Gremien und ihre Probleme wie auch kulturelle Berlin-Tips das Heft ab.
Die Info-Hefte haben die Studienanfänger der Wirtschaftswissenschaften, der Politikwissenschaft und erstmals Geschichts-Studienanfänger auf den Einführungsveranstaltungen verteilt bekommen. Die Hefte sind dabei kostenlos: weder Studis noch Studierendenschaft mussten für die LHG-Infos etwas ausgeben! Erstsemester, die keins bekommen haben, können sich entweder unter lhg-fub@gmx.de melden – wir lassen euch dann eins zukommen – oder sich die Hefte online angucken:
Bachelor-Info Wirtschaftswissenschaften
Erstsemester-Info Politikwissenschaft
Erstsemester-Info Geschichte
Einen Guten Rutsch ins neue Semester wünscht
Eure LHG