Sitzung des FBR-Wiwiss

Hilmar v. OertzenHochschulpolitische Veranstaltungen, Akademische Gremien, FU Veranstaltungen, Allgemeine Veranstaltungen, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 1 Kommentar »

Heute Morgen war wieder eine von den kürzeren Sitzungen des Fachbereichsrates Wirtschaftswissenschaften, da lediglich einige Berufungen von neuen Professuren beschlossen werden sollten. Allerdings ist es dabei leider noch zu früh, um schon konkrete Namen nennen zu können.
Interessant war jedoch, die im Vorfeld der Sitzung an Dekan Sydow gerichtete Frage eines Studenten, warum sich der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften eigentlich nicht konkret – mit einer speziellen Veranstaltung – an den aktuellen Diskussionen um mögliche Ursachen und Lösungen der Finanzkrise beteilige. Gute Frage! Leider wurde dies von Seiten der Professoren in der Sitzung nicht weiter konkretisiert, aber vielleicht kann man da auf direkte Anfragen, insbesondere bei den Volkswirten, noch was machen. Interessant wäre vor allem die Meinung verschiedener Ökonomen – vielleicht in Form einer Podiumsdiskussion – zu hören. An mangelndem Interesse sollte das doch eigentlich nicht scheitern. Wir werden da noch mal nachhaken.

Umfrage der fsi zu den Prüfungsbedingungen: Eine Analyse

Thomas E.FSIs, Lehre, Hochschulpolitik 1 Kommentar »

Die fsi wiwiss hatte vor einigen Wochen zusammen mit der studentischen Studienberatung eine Umfrage zu den Prüfungsbedingungen am Fachbereich lanciert. Dabei ging es um Vorschläge von Prof. Hundsdoerfer (Vorsitzender Prüfungsausschuss), die eine nicht unwesentliche Veränderung der Prüfungsmodalitäten bewirkt hätten. Jetzt hat die fsi die Ergebnisse veröffentlicht, die man sich hier tabellarisch aufbereitet anschauen kann. Etwas enttäuschen war dabei die Beteiligung, die bei gerade gut 5% lag (gemessen an 3.500 Studierenden am Fachbereich).

Die Ergebnisse sind nicht uninteressant. So wurde eine generelle Verkürzung der Klausurzeit auf eine Stunde mit deutlicher Zweidrittelmehrheit abgelehnt. Nach alternativen Modellen zu einer pauschalen Reduzierung wurde nicht gefragt. So könnte man sich durchaus vorstellen, die Klausurlastigkeit zugunsten alternativer Mischprüfungsformen zurückzuführen. Das Ergebnis zeigt jedoch, dass die Studierenden nicht den Wunsch haben, ihr Studium grundsätzlich zu banalisieren.

Noch deutlicher fiel die Mehrheit gegen die Verkürzung des Klausurzeitraums von vier auf zwei Wochen aus. Das überrascht zunächst, weil es im letzten Semester doch großen Widerstand gegen den längeren Prüfungszeitraum gegeben hatte. Als Erklärung möglich erscheinen drei Gründe:

  • Kritisiert wird der Prüfungszeitraum oft wegen der fehlenden Möglichkeiten zu Praktika in den Semesterferien. Da ein großer Anteil junger Studenten an der Umfrage teilgenommen hat, könnten Praktika für sie noch nicht so im Vordergrund stehen.
  • Im Nachhinein wurde die Verlängerung vielleicht als sehr angenehm empfunden, was aber im Kontrast zu persönlichen Berichten während der Prüfungszeit steht.
  • Auslöser der Ablehnung ist der zweite Teilsatz, der nämlich auch die Möglichkeit mehrerer Klausuren an einem Tag impliziert.

Die letzte Begründung scheint mir subjektiv am wahrscheinlichsten. Im Nachhinein ist man immer schlauer, gut. Dennoch wäre es wohl günstiger gewesen, die Frage in zwei aufeinander bezogene Fragen aufzuteilen.

Deutlich ist auch das Veto für Wiederholungsprüfungen zu Beginn des Folgesemesters. Danach streben FSR-Vertreter seit mehreren Semestern und stießen bislang auf wenig Resonanz unter den Professoren, obwohl dieser Modus deutschlandweit sehr stark verbreitet ist. Obwohl auch ich das grundsätzlich unterstütze, denke ich zuletzt darüber nach, inwiefern das manchen Studierenden die Möglichkeit zu aktiv genutzten Semesterferien allerdings noch mehr verbaut. Von drei Monaten wären ja dann anderthalb bis zwei durch Prüfungen blockiert.

Die verbleibenden Fragen sind weniger interessant. Das klare Votum pro Midtermtests kann allerdings im Zusammenhang mit der ersten Frage gesehen werden: Es wäre tatsächlich zu vermuten, dass Studierende einer Entzerrung der Prüfungsleistungen insgesamt positiv gegenüber stehen - also auch einer Verkürzung der Abschlussklausur, wenn sie durch äquivalente Studienleistungen während des Semesters ergänzt würde. Bezüglich einer noch stärkeren Verdichtung der Kurse auf Halbsemesterkurse zeigen sich die teilnehmenden Studierenden allerdings unentschlossen.

Resolution zu Thor Steinar des StuPa

Philipp K.Allgemeines 3 Kommentare »

Das StuPa der FU Berlin hat in seiner Sitzung des 12.11 folgende Resolution verabschiedet:

“Ab sofort wird Personen, die Kleidung und Accessoires der Firma “Thor Steinar” tragen, der Zugang zu Räumen, Veranstaltungn und Versammlungen der Studierendenschaft der Freien Universität Berlin verwehrt”

Den gesamten Text der Resolution und die Begründung könnt ihr im angehängten PDF-Dokument nachlesen.

Resolution zu Thor Steinar des StuPa

StuPa-Sitzung heute

Philipp K.Allgemeines 0 Kommentare »

Da außer dem DEFO anscheinend keine hochschulpolitische Gruppierung oder gar die AStA-Seite Interesse daran hat, auf die heutige StudierendenParlaments-Sitzung hinzuweisen, hier für Kurzentschlossene:

Mittwoch, 12.11.2008 um 14.00 Uhr (vor 14.30 wird allerdings nichts passieren) in L 113 (Seminarzentrum Silberlaube ggü der Mensa).

Unter anderem wird der Haushaltsplan beschlossen - oh die Freude.
Außerdem wird ein Antrag besprochen, nach dem Träger der Kleidung Marke “Thor Steinar” der Zugang zu Räumen, Veranstaltungen und Versammlungen der Studierendenschaft der Freien Universität Berlin (FU Berlin) verwehrt werden soll. Die Position der LHG bisher dazu: ist ein Verbot zielführend? Wäre es nicht vielleicht effektiver, die Studierendenschaft anfzurufen sich mit Menschen, die solche Kleidung tragen, kritisch zu unterhalten, ihre Ziele zu hinterfragen? Ist ein Verbot notwendig oder wäre nicht eine Flyerkampagne im Namen des StuPas (!!!) zur Aufklärung der Studierendenschaft bezüglich der Verbindungen der Marke Thor Steinar ins rechtsradikale Milieu wirksamer? Wie dem auch sei, das wird heute diskutiert.
Uns würde es auf jeden Fall sehr freuen, falls der angenommene Antrag seinen Weg auf die Internetseiten des AStAs findet, damit ihn alle nachlesen können. Hier wird er auf jeden Fall erscheinen :)

Studierende und “ihre” Uni

Philipp K.AStA, Lenzen, FU Veranstaltungen, LHG Veranstaltungen, Allgemeines 38 Kommentare »

Auch wenn sich die relevanten Blogs noch sehr bedeckt halten, brodelt es innerhalb der etwas-mehr-links-als-linken Szene an der FU.

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier, zu der Bundespräsident Horst Köhler geladen war, wollten die Vertreter der benannten Szene wieder einmal ein wenig auf sich aufmerksam machen. Dabei faselte im Vorfeld die alleinherrschende AStA-Koalition über “Wirbel”, “Skandale” und “Proteste der Studierenden“, die die Anwesenheit des Horst Köhler an der FU angeblich ausgelöst hatten. Aha? Interpretation des Ganzen: Die AStA-Fraktion regt sich auf und begründet dann weitere Proteste damit, dass sie selber in ihrer Funktion als Studierende sich vorher aufgeregt und protestiert hätte. Ein wenig wie die berühmten FU-”Voll”Versammlungen.

Die Kapitalismuskritiker und -versteher störten sich dabei an der Vergangenheit des Bundespräsidenten als Direktor des IWF, an dessen Händen das Blut der Wirtschaftskrise 2001 in Argentinien gerüchteweise kleben soll. Eine Reflektion über die Lebensqualität unter nicht-kapitalistischen Wirtschaftssystemen in Ländern wie der DDR, der Sowjetunion, Nord Korea, Cuba, Vietnam, China usw bleiben die Protestierenden leider diesmal schuldig. Sie wird bestimmt bald nachgereicht.

Weiterer Punkt der Ärgernis: die völlig überzogenen, “hochsicherheitstraktsartigen” Sicherheitsvorkehrungen. Sprich: Anmeldung mit persönlichen Daten inklusive Telefonnummern. Natürlich völlig unberechtig, schließlich kommt ja nur der Bundespräsident, der sollte sich irgendwo frei aufstellen wo jeder, der es will, ihn freundlich umarmen kann. Sabine M., die den Horst auch mal umarmen wollte, ist zurecht empört. Auch die Freiheit einiger Scherzkekse, die nächste Immafeier vielleicht wieder einmal mit Stinkbomben zu beglücken, sollte keinesfalls durch einen “autoritären Akt der Zensur” eingeschränkt werden.

Da sogar Dieter Lenzen es gewagt hatte, sich ebenfalls anzukündigen und sogar zu reden(!!!), konnte der “friedliche Protest” einer Handvoll Menschen dieses Mal dann wohl nicht anders als sich mit “dumpfen Schlägen gegen die Fenster” des HFB zu manifestieren. Dass nach solch einer aggressionsfrei-friedlichen Aktion diese Pochspechte von der anwesenden (Schweine-)Staatsgewalt vorübergehend in Gewahrsam genommen wurden bzw. mit “massiven polizeilichen Repressalien”, sprich Hausverweisen, reagiert wird, ist natürlich völlig unverständlich.

Auch und vor allem deswegen, da die Freie Universität sich ja anscheinend im alleinigen Besitz der “Fensterklopfer” befindet. Schließlich werden nun im Nachhinein, propagandistisch korrekt und doch ein wenig scheinheilig-weinerlich, immer nur Formulierungen wie “wir Studierende an unserer Uni friedlich unsere Meinung äußern” oder “Wenn man noch nicht mal mehr als Einzelperson an der eigenen Uni seine Gedanken äußern darf” (siehe PDF einer Mail aus der OSI-Protest-Liste) verwendet. Da stößt es bei der friedlichen Fensterklopfergemeinde natürlich auf Unverständnis, dass so etwas wie das Hausrecht des Landes Berlin angewendet wird. Schließlich haben sich alle stillschweigend und kopfnickend dem selbstgerechten Moralmonopolismus des linken Weltverbesserungstums zu unterwerfen. Wem nicht mitmacht wird eben mal “ans Fenster geklopft”.

Liebe Erstis: Hochschulpolitik kann auch anders ablaufen. Nächstes Treffen der LHG: 20. November, 21.00, Via Nova II.