Studierende und “ihre” Uni
Philipp K.AStA, Lenzen, FU Veranstaltungen, LHG Veranstaltungen, Allgemeines Kommentar schreibenAuch wenn sich die relevanten Blogs noch sehr bedeckt halten, brodelt es innerhalb der etwas-mehr-links-als-linken Szene an der FU.
Im Rahmen der Immatrikulationsfeier, zu der Bundespräsident Horst Köhler geladen war, wollten die Vertreter der benannten Szene wieder einmal ein wenig auf sich aufmerksam machen. Dabei faselte im Vorfeld die alleinherrschende AStA-Koalition über “Wirbel”, “Skandale” und “Proteste der Studierenden“, die die Anwesenheit des Horst Köhler an der FU angeblich ausgelöst hatten. Aha? Interpretation des Ganzen: Die AStA-Fraktion regt sich auf und begründet dann weitere Proteste damit, dass sie selber in ihrer Funktion als Studierende sich vorher aufgeregt und protestiert hätte. Ein wenig wie die berühmten FU-”Voll”Versammlungen.
Die Kapitalismuskritiker und -versteher störten sich dabei an der Vergangenheit des Bundespräsidenten als Direktor des IWF, an dessen Händen das Blut der Wirtschaftskrise 2001 in Argentinien gerüchteweise kleben soll. Eine Reflektion über die Lebensqualität unter nicht-kapitalistischen Wirtschaftssystemen in Ländern wie der DDR, der Sowjetunion, Nord Korea, Cuba, Vietnam, China usw bleiben die Protestierenden leider diesmal schuldig. Sie wird bestimmt bald nachgereicht.
Weiterer Punkt der Ärgernis: die völlig überzogenen, “hochsicherheitstraktsartigen” Sicherheitsvorkehrungen. Sprich: Anmeldung mit persönlichen Daten inklusive Telefonnummern. Natürlich völlig unberechtig, schließlich kommt ja nur der Bundespräsident, der sollte sich irgendwo frei aufstellen wo jeder, der es will, ihn freundlich umarmen kann. Sabine M., die den Horst auch mal umarmen wollte, ist zurecht empört. Auch die Freiheit einiger Scherzkekse, die nächste Immafeier vielleicht wieder einmal mit Stinkbomben zu beglücken, sollte keinesfalls durch einen “autoritären Akt der Zensur” eingeschränkt werden.
Da sogar Dieter Lenzen es gewagt hatte, sich ebenfalls anzukündigen und sogar zu reden(!!!), konnte der “friedliche Protest” einer Handvoll Menschen dieses Mal dann wohl nicht anders als sich mit “dumpfen Schlägen gegen die Fenster” des HFB zu manifestieren. Dass nach solch einer aggressionsfrei-friedlichen Aktion diese Pochspechte von der anwesenden (Schweine-)Staatsgewalt vorübergehend in Gewahrsam genommen wurden bzw. mit “massiven polizeilichen Repressalien”, sprich Hausverweisen, reagiert wird, ist natürlich völlig unverständlich.
Auch und vor allem deswegen, da die Freie Universität sich ja anscheinend im alleinigen Besitz der “Fensterklopfer” befindet. Schließlich werden nun im Nachhinein, propagandistisch korrekt und doch ein wenig scheinheilig-weinerlich, immer nur Formulierungen wie “wir Studierende an unserer Uni friedlich unsere Meinung äußern” oder “Wenn man noch nicht mal mehr als Einzelperson an der eigenen Uni seine Gedanken äußern darf” (siehe PDF einer Mail aus der OSI-Protest-Liste) verwendet. Da stößt es bei der friedlichen Fensterklopfergemeinde natürlich auf Unverständnis, dass so etwas wie das Hausrecht des Landes Berlin angewendet wird. Schließlich haben sich alle stillschweigend und kopfnickend dem selbstgerechten Moralmonopolismus des linken Weltverbesserungstums zu unterwerfen. Wem nicht mitmacht wird eben mal “ans Fenster geklopft”.
Liebe Erstis: Hochschulpolitik kann auch anders ablaufen. Nächstes Treffen der LHG: 20. November, 21.00, Via Nova II.
7. November 2008 at 2:39
Netter Artikel, das Via Nova ist mir auch bekannt- werde mal vorbeischauen.
Ps: Leider sind auf eurer Internetpräsenz keinerlei Termine zu finden…
lg
7. November 2008 at 4:56
als empfehlungen an den asta: es sollte mal über eine verleumndungsklage gegen die lhg nachgedacht werden. dem asta vorzuwerfen, stinkbomben gezündet zu haben, ist nämlich verleumndung.
7. November 2008 at 5:13
[…] zu unterwerfen. Wem nicht mitmacht wird eben mal ‘ans Fenster geklopft’.” (“Studierende und ‘ihre’ Uni”, LHG Blog, […]
7. November 2008 at 6:49
So diesmal mit vollem Namen, damit sich niemand beschwert. Lieber Verfasser des Artikels, bitte denke darüber nach, was du schreibst. Was du hier von dir gibst, ist wirklich das Allerletzte. Du schätzt da die Stimmung unter Studierenden egal welcher politischer Orientierung falsch ein. Hier geht es doch nicht um die Art und Weise von Hochschulpolitik oder anderen bekannten Streitpunkten. Hier geht es darum, dass Studierende auf dem Unigelände festgenommen wurden! Warst du denn draußen vor Ort und hast dir ein Bild gemacht? Oder hast Du doch nur den Tagesspiegel gelesen? Denkst Du wirklich, dass irgendjemand ernsthaft Immafeier oder Köhler angreifen wollte? Das so ein Artikel von einer Gruppe kommt, die sich “liberal” nennt, das ist echt ein starkes Stück. Und auf dem Rücken derer, die jetzt mit ihren Strafanzeigen zu Hause sitzen, hier noch Werbung für die eigene Gruppe zu machen, das finde ich fast schon pervers. Falls sich die LHG von diesem Beitrag nicht distanziert, dann ist sie für mich jetzt auch für jede Diskussion gestorben. Das war sie nämlich bisher trotz aller Differenzen nicht. So komisch es klingt, aber manchmal wünsche ich mir fast schon Ronny Patz zurück anstatt so einen Scheiß hier lesen zu müssen. Ganz ehrlich, mir ist es egal, welche Schlüsse Studierende nach diesem Vorfall ziehen, ob sie sich bei der fsi oder der LHG engagieren. Mir ist wichtig, dass sie überhaupt mal anfangen, darüber nachzudenken. Welche Worte ich jetzt noch für Dich übrig habe, das will auch gar nicht mehr schreiben. Das ist BZ-Stil. Auf Wiedersehen LHG!
7. November 2008 at 10:44
@peter das stimmt wohl, es gibt keine handfesten Beweise, jedenfalls hat keiner sie bisher gesucht. Editiert.
@Stefan nein. warum regst du dich denn jetzt wirklich auf, weil Studenten festgenommen wurden oder weil dies SOGAR(!!!) auf dem Unigelände passiert ist? Haben deiner Meinung nach Studenten auf dem Boden ihrer Uni Straffreiheit?
Dein “Denkst Du wirklich, dass irgendjemand ernsthaft Immafeier oder Köhler angreifen wollte?” ist wohl nicht zielführend. Angreifen oder nicht - was ich anprangere ist die pschyopatische Einstellung, die anderen am Reden hindern zu wollen - sei es durch Aussperrung (SFB700), Besetzung (Uni Potsdam) oder eben Immafeier (DLFC 07, Fensterklopfer 08) - aber für sich selber die absolute Freiheit zu fordern, alles machen zu dürfen. Es ist genial - wenn die LHG mit dem RCDS und sonstigen Kommilitonen versuchen würde, die alternative Immafeier durch Proteste im Ablauf negativ zu beeinflussen, wäre das Gekreische groß - am nächsten morgen würde die Uni vollgepflastert sein von Plakaten bezüglich “faschistischer Übergriffe”. Aber selber benutzt die Linkslinkslinks-Szene zweifelhafte (hier stand vorher ein unangebrachter Vergleich) Methoden, um den “Feind” daran abzuhalten, sich selbst zu “beweihräuchern”. Bei allem Unverständnis ggü dem Elitewahn der Uniführung, da kann mensch sich nicht nachher in die Hose flennen, wenn bei Anwesenheit des Oberhaupts des Staates es dann zu Festnahmen kommt.
Die reichlichen, häufigen und produktiven Diskussionen mit der Truppe an der FU, zu der du gehörst, werden uns fehlen. Wie oft hier im Blog uns schon die Diskussion für die Zukunft entzogen wurde, kann ich nicht zählen. Und Ronny Patz wird auch jeden zweiten Artikel zurückgewünscht - aber gut, das machen wir auch manchmal. Was du von mir denkst kannst du mir gerne privat per eMail mitteilen.
p.s. was ist denn deiner Meinung nach “liberal” sein?
7. November 2008 at 12:56
Ohne mich in die wichtigen Inhalte einmischen zu wollen:
Es ist interessant, wenn ich in fast jedem zweiten Kommentar zu Unrecht beweint werde, aber der Gang der Debatten zeigt doch, dass ich in der Vergangenheit nicht wirklich dazu beitragen konnte, etwas zu verändern.
In dem Teil der Welt, in dem ich mich momentan bewege, habe ich übrigens nicht selten das selbe Gefühl, nur sind die Debatten, die geführt werden, von existenzieller Natur und der Ärger, wenn sich nichts verändert, ist etwas weniger affektiert als in den Schein- und Luxusgefechten um Immatrikulationsfeiern und ähnliche Belanglosigkeiten, die seit 25 Jahren an der FU geführt werden, ohne je etwas zu verändern - nicht innerhalb der Uni, und auch nicht außerhalb.
Mein einziger Beitrag zu dieser Diskussion sei daher der Wunsch an euch alle gemeinsam:
Hört auf, sinnlos an Fensterscheiben zu klopfen und hört auch auf, euch darüber aufzuregen, dass andere Menschen an Fensterscheiben klopfen. Zeitverschwendung.
Geht einfach nur zu einer Kommilitonin oder einem Kommilitonen und fragt, ob ihr ihr oder ihm irgendwie helfen könnt. Und wenn ihr ein “Ja” erhaltet, kümmert euch darum, da habt ihr ein realistisches Ziel.
Und wenn man sich registrieren muss, um das deutsche Staatsoberhaupt an seiner Uni zu sehen, dann geht man halt nicht hin und zeigt ihm so, was man davon hält. Ziemlich einfach.
Mit diesen leeren Phrasen verabschiede ich mich wieder aus der Diskussion, und ich hoffe gleichsam, dass mein Name so langsam aus den Gedächtnissen und Kommentaren verschwindet, damit ich mich, wenn ich alle paar Wochen schaue, ob alles noch beim Alten ist, wenigstens nicht grundlos angesprochen fühle.
PS: Stefan, schöne Grüße an Herrn Erichsen und das Präsidium - ich vermisse es, die Stimme von 35.000 Studierenden zu sein und dabei gleichzeitig weitgehend ignoriert zu werden. Habe dort eine Menge gelernt - und hoffe, du als studentisches Mitglied im Kuratorium hast genauso viel Spaß dabei wie ich.
7. November 2008 at 15:45
Der Artikel und auch deine weiteren ausführungen, philipp, sind tatsächlich bodenlos. SA-Methoden heißt, an einem fenster zu klopfen? Diese fürchterliche Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen ist NPD-Niveau.
der protest war friedlich. weil zwei von über hundert menschen an die fenster eine gebäudes klopfen, den protesten militanz vorzuwerfen, ist spießbürgerliche empörung.
Hast Du Dich damit auseinandergesetzt, was die festgenommenen Studierenden getan haben? Eine von ihnen hat Flyer verteilt. Festnahme. Sie habe deswegen schon einen Platzverweis erhalten (das flyern am hfb war explizit erlaubt worden im Vorfeld!) Eine andere Person hatte ein Plakat am Körper hängen und ist damit alleine am Henry-Ford-Bau rumgelaufen. Festnahme: das Plakat habe keinen vermerk getragen, wer “veranstalter im sinne des presserechts” sei. jemand anders soll den präsidenten beleidigt haben. festnahme. klar, darüber lässt sich reden, beleidigen muss nicht unbedingt sein. wenn köhler allerdings wirtschaftskrisen in argentinien auslöst, ist das legal und der lhg damit keinen kommentar wert. Die vierte festnahme: verstoß gegen das vermummungsverbot. irgendwer hatte im kalten wetter den schal zu weit überm kinn.
hälst du diese festnahmen für angemessen? wie obrigkeitshörig bist du?
natürlich können die leute der imma-feier einfach fernbleiben, sie müssen nicht hin. allerdings: es ist die offizielle imma-feier für die erstis, selbstverständlich wollen sie teilnehmen. und dann geben sie auch ihre daten an. irgendwelche sicherheitsvorkehrungen zum schutz des präsis zu treffen ist dabei ebenfalls verständlich. allerdings: eine sicherheitsüberprüfung aller teilnehmer_innen? selbst dann: telefonnummer und email-adresse braucht es nicht für eine sicherheitsüberprüfung. Die Datenschutzbeauftragte hat sich ja auch massiv beschwert. das bka fuhr eine woche lang den campus auf und ab. die universität ist ein öffentliches gebäude. damit hat die eine hochschulgruppe, die den namen liberal trägt, kein problem? dann aber hopp in den rcds. ich schließe mich stefan an: wenn sich die lhg von dem artikel nicht distanziert vor allem hinsichtlich der relativierung des nationalsozialismus ist die debatte vorbei.
7. November 2008 at 16:33
Ich schließe mich Stefans und peters Forderung an. Eben so schließe ich mich umfassend dem Inhalt ihrer Beiträge an. Siehe hierzu auch mein Kommentar hier: fuwatch.wordpress.com/2008/11/07/emporung-uber-festnahmen-wahrend-der-immafeier/#comment-9890.
Des Weiteren würde ich tatsächlich in verschiedener Hinsicht peters Vorschlag einer Verleumdungsklage im Hinterkopf behalten.
Mit einer Distanzierung ist es im Übrigen nicht mehr getan. Das Maß ist so voll, daß eine sinnvolle (Hochschul-) Politik mit der LHG nicht mehr möglich ist. Sollte in Theorie und Praxis nicht ein grundsätzliches Überdenken der LHG-Linie erfolgen, sollte sie darüber nachdenken, sich aufzulösen. Ihre einzige “Lebensberechtigung” als organisatorische Einheit scheint ohnehin im Wesentlichen im “Gegen-den-AStA-Sein” zu bestehen und nie in etwas ernsthaft Anderem bestanden zu haben. Das ist arm.
Wichtiger Anlaß auch: Nicht zuletzt in Sachen jüngste Hochschulkürzungen habt Ihr unseren Fachbereich PhilGeist im Stich gelassen. Statt auch nur die geringste Kritik daran zu üben, wurde durch die LHG-Kommentare diese Kürzung faktisch auch noch legitimiert.
Es reicht.
Mathias Bartelt
7. November 2008 at 16:57
Erstmal: Ja, jeder Vergleich mit dem dritten Reich ist immer fehl am Platze deshalb tatsächlich Tadel an Philipp (ich denke, den sieht das auch ein).
Zweitens: Es gab keine einzige Festnahme, es wurden nur bei Leuten die Personalien festgestellt und sie konnten sofort danach wieder gehen. Nun guckt die Staatsanwaltschaft, ob da irgendetwas verfolgungswürdiges vorliegt und wenn ja, dann urteilt ein Gericht darüber, ob die Leute wirklich über die Stränge geschlagen haben. Ist Rechtsstaat und der muss sein.
Ich denke auch, dass es ein Fehler war die letzten Jahre die AStA-Koalition vergleichsweise sanft anzugehen, der Dank von der Seite war lediglich, dass die Opposition nicht mehr nur aus dem Haushaltsausschuss herausgehalten wird, sondern auch noch aus der StuPa-Sitzungsleitung geschmissen wurde.
Ich würde mir genau überlegen, ob wir anfangen wollen uns als Privatpersonen zu verklagen. Nicht, dass ihr eine Rechtsgrundlage dafür hättet. Aber wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, oder in wie vielen eurer AStA-finanzierten Ersti-Infos stand ein rechtmäßiges Impressum drin, um nur einen leicht angreifbaren Punkt zu nennen? Wir machen da seit jeher keinen Aufstand und finden das richtig so. Ihr solltet diesen Grundsatz des gegenseitigen Umgangs nicht verlassen, rate ich euch!
Eine Entschuldigung für unsere abermals berechtigte Kritik an eurem (Verallgemeinerung für euer Lager) peinlichen Vorgehen gibt es auf jeden Fall nicht.
So, nun zurück zur richtigen Hochschulpolitik, wir haben vieles an dieser Uni zu heilen, die Studis mehr betrifft als Streitereien zwischen Studi-Gruppen.
7. November 2008 at 17:23
Wolf Dermann schreibt: “Ich denke auch, dass es ein Fehler war die letzten Jahre die AStA-Koalition vergleichsweise sanft anzugehen, der Dank von der Seite war lediglich, dass die Opposition nicht mehr nur aus dem Haushaltsausschuss herausgehalten wird, sondern auch noch aus der StuPa-Sitzungsleitung geschmissen wurde.”
Studentischer Wahlvorstand - ich erinnere an Euren eigenen Beitrag: www.lhg-berlin.com/fu/news/2008/07/17/3-sitzung-des-stupa-ihr-konnt-ja-mal-nen-antrag-stellen/. Dort steht: “Mit vereinten Stimmkräften gelang es, mit Leonie Weber von den Jusos zumindest eine Vertreterin der Opposition im Wahlvorstand zu platzieren.”
Ups, habt Ihr etwa gelogen oder stimmt es etwa, daß Leonie Weber mit hinein gewählt wurde? Es stimmt! Oh Wunder. Sie wurde hinein gewählt. Ich war bei der Wahl dabei. Möchtet Ihr das hier plötzlich bestreiten?
Erstsemester-Hefte: Leider haben wir in der Philosophie seit einigen Jahren keines mehr. Das damalige Heft jedoch, das insbesondere auf Betreiben dezidiert Zensur-bedachter Philosophie-Professor/innen nicht mehr existiert, das qualitativ in über zehn Jahren sehr weit entwickelt worden war, das eine sehr kompetente inhaltliche studentische Einführung in das Studium der Philosophie beabsichtigte und weit gehend bewerkstelligte und das zu guter Letzt keinerlei “Propaganda” enthalten hatte, wurde vom AStA finanziert. Daran war und ist nichts Falsches. Daran war und ist auch nichts Intransparentes. Es war auch bekannt, daß es vom AStA finanziert worden war.
“Grundsatz des gegenseitigen Umgangs”. Und im gleichen Atemzug sagst Du: “Eine Entschuldigung für unsere abermals berechtigte Kritik an eurem (Verallgemeinerung für euer Lager) peinlichen Vorgehen gibt es auf jeden Fall nicht.”
Diese Entschuldigung steht an. Sonst ist dieser Umgang nicht mehr gegeben. Und noch weit mehr darüber hinaus steht an.
“Richtige Hochschulpolitik” ist das, so lange o.G. nicht geschieht, nicht. Vom Standpunkt des Steine-Werfers im zerbrochenen Glashaus plötzlich genau dahin (zur “Sachlichkeit”) zurück zu optieren, erscheint mir zu dem in einigem Maße scheinheilig.
Ihr könnt gern weiter mit dem Säbel rasseln gegen “die AStA-Koalition”. So lange “Ihr” nur dieses pauschale Feindbild seht und damit Alle und Alles zu delegitimieren Euch berechtigt seht, was nicht LHG oder Partei heißt, habt “Ihr” sowohl die moralische als auch politische Grundlage, die eine irgend geartete Zusammenarbeit konstituiert, bereits weit verlassen.
Mathias Bartelt
7. November 2008 at 17:30
Oh oh oh Wolf, verdammt dünnes Eis bei dir. Es gab vier Festnahmen, d.h. Abtransport in die Gefangensammelstelle Lankwitz, dort Zelle und ED-Behandlung. Eine Person wurde ganzkörperuntersucht, musste also die Kleidung komplett ausziehen und sich dann kontrollieren lassen. Nach ein paar Stunden dann Freilassung. Und Strafanzeigen sind auf jeden Fall gestellt. Bei der Polizei wurden Funksprüche mitgehört, in denen sie sich NACH den Festnahmen überlegt haben, was sie nun zum Vorwurf machen. Nach dem Motto: “Lass uns mal überlegen, was wir finden können”
7. November 2008 at 17:47
@Matthias:
Wolf schrieb von Haushaltsausschuss und StuPa-Sitzungsleitung! Somit ist dies ja wohl hinfällig:
“Studentischer Wahlvorstand …
Ups, habt Ihr etwa gelogen oder stimmt es etwa, daß Leonie Weber mit hinein gewählt wurde?”
Der Wahlvorstand ist das einzige Gremium, wo der AStA uns nicht raushalten kann - bei allem anderen kann er und tut er.
Ansonsten, was die Verhaftungen/Anzeigen angeht:
Ich war nicht dabei, kenne also nichts aus erster Hand. Aber in der Tat, etwa nach dem Bericht im lawblog www.lawblog.de/index.php/archives/2008/11/06/plakat-ohne-impressum/#comment-361452 scheint das etwas merkwürdig zu sein. Und auch der dort verlinkte Polizeibericht (www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/113589/index.html) läßt einiges überzogen erscheinen.
Das ändert aber nichts daran, daß auch die studentischen Aktionen, nunja, mal eben wieder “typisch” waren.
7. November 2008 at 17:48
Ergänzung: In unserer damaligen “O-Wochen-Zeitung” Philosophie (”Erstsemesterheft”), ich habe gerade noch ein Mal nachgeschaut, stand sogar ein Impressum. Ich konnte es selbst nicht glauben, daß tatsächlich eineR an diese Formalie gedacht hatte (die ich im Übrigen nicht zwangsläufig für falsch halte). Hinzu kommt: Es war der dezidierte Wunsch der gesamten alten FSI Philosophie, die auf Grund der Tatsache, daß sie von besagten Philosophie-Professor/innen nicht zuletzt mit unentschuldbaren Lügen über viele Jahre bis in’s Mark bekämpft, gegen einander ausgespielt und per Beschluß schließlich zur endgültigen Auflösung gebracht worden war, transparent zu sein.
Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Jetzt fangen wir mit Selbstkritik der LHG an.
Mathias Bartelt
7. November 2008 at 17:54
@stephan: Hast Du Euren eigenen Beitrag eigentlich gelesen? Dort steht, daß in den Vorjahren kein “Oppositions”-Mitglied in den Wahlvorstand gewählt worden war. Dieses Mal jedoch schon. Im Unterschied dazu dieses Mal keines in Sitzungsleitung oder Haushaltsausschuß. Das kannst Du kritisieren. Aber dann auch erwähnen, daß dafür eine Wahl in den Wahlvorstand erfolgt war.
Ich schreibe mich, wie Du sicher schon viele Male gelesen hast, mit einem “t”. So viel Korinthenreiterei darf ich hier auch ein Mal an den Tag legen.
7. November 2008 at 18:21
@Mathias (mit nur einem t :-))
Selbstverständlich kenne ich unsere eigenen Texte. Du irrst allerdings in Deiner Schlußfolgerung “mal läßt Euch der AStA hier rein, mal da rein”
Der AStA hat keinerlei Möglichkeiten, uns (eine gewisse Oppositionsanzahl vorausgesetzt) aus dem Wahlvorstand herauszuhalten! Letztes Jahr gab es keinen von uns im WV, aber schlicht deshalb, weil es die Opposition es nicht gebacken bekommen hat!
In Haushaltsausschuß und Sitzungsleitung hingegen liegt es alleinig in der Hand des AStAs, die Opposition ist von dessen Wohlwollen abhängig. Und das meinte Wolf: Wir (alle) haben uns zurückgehalten und der “Dank” des AStAs ist ein noch härterer und undemokratischer Kurs.
Für alle, die jetzt nicht wissen, worum es geht, bzw. warum das so ist:
Für den Wahlvorstand ist folgendes vorgeschrieben:
Treten zwei Listen an, so bekommt jede Liste entsprechend dem Abstimmungsergebnis Plätze im WV.
Bei der Sitzungsleitung ist es klar vorgeschrieben:
Treten zwei Listen an, bekommt die Liste mit der Mehrheit in der Abstimmung alle Plätze. So in der Art der US-Wahlmänner-Wahl.
Haushaltsausschuß:
Ausschüsse sind verkleinerte, arbeitsfähigere Unterteilungen des großen Parlaments. Deshalb müßten dort alle antretenden Listen entsprechend ihrer Mitglieder im StuPa vertreten sein. Weil diese Selbstverständlichkeit jedoch nicht ausdrücklich in der Satzung verankert ist, wird ein anderes Verfahren herangezogen. Welches? siehe Sitzungsleitung: Der Winner takes it all. Würde also das StuPa sämtliche inhaltliche Arbeit (als ob es da welche gäbe) in Ausschüsse verlagern, dann wäre jeder Ausschuß zu 100% mit AStA-Gruppen besetzt.
7. November 2008 at 18:57
[…] (LHG) zur Immatrikulationsfeier 2008 eingehen und dazu Stellung nehmen. Den Artikel findet Ihr hier. Grundsätzlich möchte ich zunächst folgendes zu dem Artikel bemerken: Den AStA der FU indirekt […]
7. November 2008 at 20:03
@Mathias:
Entschuldigung oder gar mehr gibt’s nicht, kannste ewig drauf warten. Wer die Protestformen der autonome Szene auf unseren Campus trägt erhält von uns immer Schelte dafür. Wenn Du wegen Streitigkeiten um nicht-HoPo-Angelegenheiten eingeschnappt sein willst, dann bitte.
@steffi:
Ich meinte dass es keine Festnahmen im Sinne von Untersuchungshaft gab, ist aber tatsächlich zu ungenau von mir formuliert gewesen.
7. November 2008 at 22:14
[…] welche als eine Art Gegenveranstaltung gedacht war, gibt es sowohl auf unserem Blog als auch auf LHG-Blog und auf FUwatch […]
7. November 2008 at 23:08
Ich fasse zusammen:
Ich nehme, wie auch einige Erstsemester-Studierende der Philosophie, an einer Demo vor dem HFB Teil. Die Gründe sind bekannt und legitim. Im Umkreis dieser Demo kommt es zu verschiedentlichen Vorfällen, die bspw. vom Grundsatz der Verhältnismäßigkeit (Vorschrift für alle Polizist/innen, Verordnungen, Gesetze etc.) und anderen Grundsätzen, mithin verschiedenen Gesetzen nicht auch nur annähernd gedeckt sind.
Reaktion von Seiten der LHG: AStA, StuPa, Haushaltsausschuß, Erstsemesterhefte. Denn merke: Es sind Alle nur AStA, AStA, AStA. Und überhaupt: Alle gehören der kommunistischen Weltverschwörung an. Und: Es dürfen die wildesten Vergleiche gezogen werden - auch, wenn sie das Thema völlig verlassen. Realsatire eigentlich - wenn es nicht darum ginge, legitime Proteste und kritische Diskussionen endgültig und ein für alle Mal aus der FU zu verbannen, bzw. eine solche Politik effektiv zu unterstützen.
Nun… ich finde, die LHG in ihrem paranoiden antikommunistischen Wahn sollte sich umbenennen in “McCarthy’s Truppe für’s Grobe”.
Ich meine des Weiteren, es sollte über einen Antrag für die kommende StuPa-Sitzung am Mittwoch nachgedacht werden.
Ein solcher Antrag bzw. eine solche dann umgehend zu veröffentlichende Resolution sollte unter Anderem umfassen:
- Die Verurteilung der so kritisierten Zustände, Ereignisse, Festnahmen etc. in Bezug auf die Immafeier.
- Die den Protesten zu Grunde liegenden Überzeugungen, für welche die Resolution Unterstützende eintreten - falls wieder eineR auf die Idee kommt, platte Vorwürfe wie “Ihr seid ja immer nur dagegen” zu erheben.
- Die Distanzierung von jeglicher Art Vergleich der Proteste und Protestierenden mit “SA-Methoden” udm. Ich meine, hier wird sich nicht auf den “Fraktionszwang” der so genannten “Opposition” im FU-StuPa berufen werden können. Ich kann mir kaum vorstellen, daß alle Parteien der “Opposition” sich einer solchen Distanzierung verweigern - weshalb die LHG sich nicht einzubilden braucht, “die Opposition” als moralisches Feigenblatt definitiv hinter sich zu haben.
- Die Aufforderung an die LHG als Fraktion, Organisation so wie an alle einzelnen LHG-Mitglieder, sich von der pauschalen Verleumdung und Beleidigung der Protestierenden, auch der protestierenden Erstsemester-Studierenden, so wie der fest Genommenen und für die Relativierung in Zusammenhang nicht zuletzt mit der SA-Äußerung ausdrücklich zu distanzieren und darüber hinaus zu entschuldigen.
Wer legitimen Protest und wirklich, wo notwendig, kritische Arbeit und deren Ziele (vgl. Wolf Dermann: “eigentliche” HoPo-Angelegenheiten) nicht nur permanent in solcher Weise torpediert, sondern in unverhältnismäßiger Weise protestierende und sich engagierende Studierende pauschal als “psychopatisch” u.d.m. bezeichnet, die verschiedentlichen Unverhältnismäßigkeiten in Bezug auf die Immafeier höchstens quotenhaft kritisiert, viel mehr ausdrücklich legitimiert, sollte sich überlegen, wofür er/sie sich eigentlich engagiert.
Ich bin es leid, als Antwort auf legitime Proteste immer nur AStA, “AStA-Fraktion”, Haushaltsausschuß und Erstsemesterhefte zu hören und lesen. Wer solch pauschales Lagerdenken derart massiv betreibt und Alle in diese Schubladen steckt, wer solch platten Antikommunismus, pauschale Verdächtigungen, Über-einen-Kamm-scheren und Verleumdungen derart massiv betreibt, wer darüber hinaus in solcher Weise Zustände wie solche in Zusammenhang mit der vom Präsidenten vereinnahmten Immafeier legitimiert, verläßt den Boden der Zusammenarbeit. Wer noch dazu meint, Zeit für solche sinnlosen Scharmützel zu haben, nicht aber für tatsächliche Hochschulpolitik, und darüber hinaus einen ganzen Fachbereich in besagter Ignoranz einfach im Stich läßt - und auch damit die Politik nicht zuletzt der leistungsbezogenen Mittelvergabe derzeitiger Art legitimiert -, braucht nicht auf mein Verständnis zu zählen.
Eine umfassende Entschuldigung aller LHG-Mitglieder ist für mich Mindestvoraussetzung für einen überhaupt noch irgend gearteten Umgang mit jedem und jeder von ihnen. Damit dies richtig verstanden wird: Es geht hier um eine grundsätzlich überschrittene Grenze, die nicht überschritten zu werden hat. Zu einem Stück weit Selbstkritik scheint selbst Wolf Dermann fähig zu sein, wenn er von einer “ungenauen Formulierung” seinerseits spricht. Das genügt jedoch nicht.
Mathias Bartelt
8. November 2008 at 0:01
Mathias.
Es ist eine groteske Idee, das sich alle Mitglieder der LHG entschuldigen sollten. Was soll die Kollektivierung? Die übrigen LHGler können sich gerne von meinem Kommentar distanzieren - sollten sie auch machen, würde ich mich auch von mir selber.
Weiter: meine Entschuldigung bezüglich des unglücklichen Vergleiches im Kommentar Nr. 5 richtet sich an die anderen LHG-Mitglieder, die durch euere (du, peter) empörte Reaktion auf ein Gleichnis (andere des Faschismus bezichtigen wollen und selbst Veranstaltungen von “Unliebsamen” stören und sprengen), das sicherlich überzogen war, nun von euch pauschalisiert als Idioten hingestellt werden. Mich könnt ihr gerne als Idioten hinstellen, damit habe ich keine Probleme.
Zu deinem Post: du wunderst dich WIRKLICH, dass alles was du von uns und anderen hörst, nur AStA-bashing ist? Überleg mal, woher das kommen könnte. Vielleicht weil die aktive Szene an der FU, die den AStA regelmäßig stellt, ein so mangelndes Demokratieverständnis hat, das sich schon wieder in Deutschland ungern gesehene Vergleiche heraufbeschwört? Wenn man sich die Dinge durchliest und anhört, die so zum Thema StuPa und FSR etc abgelassen werden und wurden, dann kannst du dich, Mathias, nicht mehr wundern, dass sich selbst bei möglicherweise überzogenen Reaktionen auf Proteste der ewig gleichen nicht viel Mitleid regt.
Ja, das ist arschig und bestimmt nicht mitfühlend. Vielleicht überlegt ihr euch mal, warum das so ist. Nein, vergiss es. Selbst(er)kenntnis und -reflektion war bei euch nie besonders stark ausgeprägt.
Deine anderen, völlig grundlosen Anschuldigungen in meine Richtung lass’ ich links liegen. Da brauchst du dir nur nochmal meine (sicherlich nicht vor Intelligenz strotzende) Worte durchlesen um zu sehen, das deine weiteren Bemerkungen über wen ich nun wie gescholten hätte ein Griff ins Wasser waren.
Was den Antrag angeht. Stell’ ihn, ich denke nicht dass du Probleme haben wirst ihn durchzukriegen. Ändert das was an dem Umgang der Mehrheit im StuPa mit der Minderheit in demselben? Nein.
Für weitere Diskussionen bin ich gerne bereit. We are not unreasonable people.
8. November 2008 at 0:09
@peter im Kommentar 7: lies dir bitte meinen Post noch mal durch.
Aber die Antwort. Nein, das tue ich nicht. Mein übertriebener Vergleich bezog sich nicht nur auf die diesjährige Immafeier, sondern auf “Aussperrung (SFB700), Besetzung (Uni Potsdam) oder eben Immafeier (DLFC 07, Fensterklopfer 08)”. Das alles und noch viele “Proteste” mehr. Steck’ deine Empörung wieder ein wenig zurück, svp.
8. November 2008 at 0:16
Und, damit es niemanden wundert: ich habe mein Kommentar editiert und die betreffende Stelle modifiziert, da es unabhängig von allem kein angebrachter Vergleich war.
8. November 2008 at 8:57
Ah, aus Mathias’ letztem Posting entnehme ich erst, warum er und Stefan sich hier so aufregen.
Wir von der LHG verurteilen die peinliche spät-pubertären arschigen und bescheuerten Protestformen, die die Imma-Feier-Gegener hier angewandt haben. Streit über Protestformen ist immer legitim.
Was wir nicht machen, und Mathias glaubt das hier zu unrecht, ist dass wir ggf. unberechtigten und übertriebenen Polizeieinsatz rechtfertigen oder gar Strafanzeigen gegen Kommilitoninnen rechtfertigen. Dafür waren wir nicht nah genug dran, das können und werden wir hier nicht beurteilen.
Sicherlich leben wir nicht im indymedia-Paralleluniversum in dem jeder Protest friedlich ist und sämtliche Gewalt von der repressiven Polizei ausgeht (ja, das steht ausnahmslos immer so bei indymedia, könnte man mal ‘ne Studie drüber schreiben). Aber eine Diskussion darüber, wer wofür bei diesem Protest verantwortlich war hier zu führen wäre müßig.
Also: Abkühlen! Es geht uns um die Diskussion über Protestformen, nicht um die polizeilich/strafrechtlichen Streitigkeiten, die andere beurteilen müssen.
8. November 2008 at 12:21
Ihr verurteilt hier nicht einfach nur Protestformen - ihr setzt diejenigen, die bei der offenen Imma-Feier protestiert haben mit randalierenden, kriminellen Steinewerfern gleich. Dies ist gerade gegenüber denen, die verhaftet wurden, ein Schlag ins Gesicht, denn damit legitimiert ihr indirekt (ob ihr nun wollt oder nicht) das Vorgehen der Polizei und des Präsidiums und werft diesen Leuten vor, tatsächlich kriminell geworden zu sein. Wenn ihr euch auch nur ansatzweise mit den Gründen des Protestes identifizieren könntet, würdet ihr nicht jene auf solch peinliche Art und Weise diffamieren, die bei dem Protest dabei waren.
8. November 2008 at 14:22
Findet Ihr alle, die Ihr hier Kommentare schreibt, es nicht langsam peinlich…
Der eine zieht Vergleiche mit der SA, was schon aus pragmatisch-historischer Sicht nicht haltbar ist, da man in der Reichskristallnacht leider nicht bloß an die Scheiben der jüdischen Mitbürger geklopft hat. Als harmloseste Atacke flogen damals Steine, was bei der Imma-Feier glücklicherwiese aus blieb (sollte man als guter, konservativer, deutscher Bürger aber wissen).
Die nächsten bekommen sich wegen einem Impressum in die Wolle, was in irgendwelchen Publikationen fehlt, die die Nachwelt nicht braucht.
Und nach dem das geklärt ist, zählen sie sich gegenseitig ihre hochschulpolitischen Positionen auf.
Wenn dann mal ein Kommentar zu den Festnahmen während der Imma-Feier kommt, tja, dann weiß keiner was Genaues.
Allerdings assoziiere ich mit der von Steffi beschriebenen Leibesvisitation die Methoden der eigentlich überwundenen Stasi (ein zutiefst linker Verein).
Zu guter letzt wälzt man sich hier nur noch gegenseitig in Anschuldigungen und Verteidigungen und sieht nur noch die Gruppennamen als eigentliches Angriffsziel.
Unter diesen Umständen überlege ich mir jetzt wirklich, ob ich überhaupt das nächste Mal (Januar oder Februar???) an so einen Stand begebe und meine Stimme an IRGENDWEN abgebe.
In diesem Sinne würde ich mich über eine Beendigung der Diskussion freun.
8. November 2008 at 14:25
Wie Hochschulpolitik nun mal so ist: viel heiße Luft.
1. Ich werde mich hier nicht für die Kommentare eines anderen rechtfertigen oder entschuldigen. Das werden andere von der LHG sicherlich auch nicht. Zumal die betreffende Person ihren Fehler einsieht. Ich betrachte die Sache damit als erledigt.
2. Da ich bei der ‘Feier’ nicht zugegen war und nicht weiß, was dort passiert ist, werde ich hier nichts rechtfertigen oder irgendjemanden in Schutz nehmen. Weder die Obrigkeit und ihr Vorgehen noch die Protestierenden und ihr Verhalten.
3. Ich finde es ehrlich gesagt ein wenig komisch, wie uns hier ständig mit der Auflösung von Kooperationsverhältnissen gedroht wird. Von welcher Zusammenarbeit sprecht ihr bitte? Man braucht nur einmal in diesem Blog zu blättern um festzustellen, dass keine gibt.
4. Ihr habt eure Formen und Methoden der Hochschul’politk’ und wir haben unsere. Kritik daran müsst ihr euch gefallen lassen, genauso wie wir das müssen. Da jedoch jeder seine Meinungen über deren Angemessenheit und Effektivität besitzt und sich die Positionen kaum ändern werden verstehe ich nicht, warum sich hier immer wieder so echauffiert darüber gestritten wird.
8. November 2008 at 18:30
ja diese diskussion hier über formen der hochschulpolitik ist müßig. aber wer hat sie denn angefangen? doch wohl der verfasser dieses artikels. oder hat irgendwer vorher angefangen, die lhg und ihre vorstellung von unipolitik für die festnahmen verantwortlich zu machen? ich glaube ja wohl nicht. die hochschulpolitische instrumentalisierung geschah erst hier, als dann plötzlich asta und w.w.i. noch alles erwähnt wurde.
eine generelle beendigung der diskussion über mittwoch wäre übrigens falsch. damit würde man ja so tun als ob das völlig normal wäre, wenn studiernende auf dem campus festgenommen werden. dass passiert aber so gut wie nie und wir hatten auch schon ganz andere dinge an der uni. und außerdem muss man auch mal wirklich aufpassen, dass man hier nicht in den rücken derer fällt, die direkt betroffen sind. das gilt vor allem auch für diejenigen, die gar nicht vor ort waren.
daher auch noch mal der hinweis an wolf. das am mittwoch waren richtige festnahmen. das was du meinst sind verhaftungen. davon hat niemand geredet. ich weiß ja nicht, ob du schon mal in den genuß einer solchen festnahme gekommen bist, weil dann würdest du das vielleicht nicht so abtun.
8. November 2008 at 23:10
ich hab gerade auf der lhg-homepage gesehen, dass der autor obigen artikels nicht irgendein neuling der lhg sonder gar der vorsitzende der fu-lhg ist. das wird ja immer besser. habt nen ordentlichen rechtsruck durchgemacht, was? Und einhergehend kompetente leute verloren..
8. November 2008 at 23:51
Ja, klar, mich, ab jetzt befinden wir uns tatsächlich rechts von den JuSos… geht Reaktion auf Kritik auch anders als mit “Rechts!Rechts!”-Geheule?
Eigentlich müßige Frage. Hast du ein Glück, das alles so einfach ist.
9. November 2008 at 12:58
Lieber Phil K.,
ich finde es schoen das du so fruchtvolle Diskussionen anregst, die Leute zum denken anregen. Auf jegliche Art und Weise. Dafuer moechte ich dir sehr danken.
Nicht nur das du verschiedene Standpunkte objektiv vertrittst und durch einen ausgewogenen Dialog dazu beitraegst das Studenten sich annaehern um auf ein gemeinsames Ziel zu arbeiten. Nein, du gehst viel weiter, du gehst an deine eigenen Grenzen. Du editierst sehr selbstlos auch noch journalistische Schnitzer deinerseits um zu zeigen, das du aehnlich der BILD-Zeitung in der Lage bist, nochmal “betreffende Stellen zu editieren” (Zitat: Phil K.).
Hurra Hurra. Ich kann nicht garantieren, das demnaechst nicht mal ein Artikel ueber dich in der Titanic steht, viel Spass beim lesen.
Ach und ich wuerd dich gern mal auf ein Heissgetraenk deiner Wahl einladen.
Mit sehr freundlichen Gruessen…..
9. November 2008 at 14:17
Schreibt man’s, wird man kritisiert. Sieht man’s ein, wird man auch kritisiert. Naja, ist ja ok. Freut mich, dass du ebenso tadellos mit Ironie und Sarkasmus umgehen kannst
Den Eulenspiegel mag ich übrigens lieber, könntest du das eventuell so hinbekommen?
9. November 2008 at 16:22
philipp: wenn du editierst, solltest du die betreffenden editierten stellen im text kenntlich machen, das ist wohl ein journalistischer mindeststandard auch in der blog-szene. sonst ist etwa peters beiträge und die folgenden reaktionen darauf nicht mehr nachvollziehbar. die kenntlichmachung kannst du entweder erreichen, indem du die alten formulierungen im text durchstreichst und durch neue ersetzt, die daneben stehen oder indem du am ende des alten textes samt datumsvermerk eine ergänzung oder korrektur schreibst. wie gesagt: ein mindeststandard, der erreicht werden könnte, wenn du dich von deinen eigenen aussagen distanzierst.
9. November 2008 at 17:02
Im Kommentar 5 ist die Stelle kenntlich gemacht - das ich die originelle Formulierung in meinem Kommentar nicht beibehalten habe, ist in diesem Falle wohl angebracht. Was den Zeitpunkt und Umfang des Editierens angeht, wird dieser m.E.n. aus den Kommentaren und meinem Hinweis (mit Timestamp) ersichtlich genug. Aber sicherlich hast du da theoretisch recht.
10. November 2008 at 19:30
Hat eigentlich irgendjemand in dieser Diskussion mal tatsächlich auf Ronnys Einlassung reagiert? Also sich gefragt, für wen ihr eigentlich Hochschulpolitik macht?
10. November 2008 at 20:26
Klar: Studis, die auf welche Weise auch immer (schnell, langsam, vielfältig, spezialisiert, etc.) ein angenehmeres, bildenderes, durchhaltbareres selbstbestimmtes Studium absolvieren wollen.
Zum Angenehmen und Selbstbestimmten gehört dann auch sich in Ruhe, ohne Störung einen Vortrag von jemandem Anzuhören, auch dann wenn Andere den lieber nicht hören würden. Da wollen wir einen liberalen Umgang miteinander: Die Freiheit der Vortragsgegner muss an der Freiheit der Vortragszuhörer und der Vortragshaltenden enden.
10. November 2008 at 21:45
Ich hätte ein paar Fragen an diejenigen, die hier die LHG beschimpfen und die Protestaktionen rechtfertigen:
1. Wieso ist es “legitim”, wenn Ihr versucht, eine Veranstaltung, deren Inhalt Euch nicht passt, zu stören, ihre Durchführung zu behindern oder zu verhindern? Gilt nicht die Meinungsfreiheit auch für die, die eine andere oder falsche Meinung vertreten? Hat Euch schonmal jemand im Roten Café gestört, weil ihm/ihr Eure Meinung nicht passte?
2. Wenn Ihr irgendwo eine normale Veranstaltung, zB eine Podiumsdiskussion, durchführen wollt, und ein paar hundert böse Menschen kommen und verhindern, dass Ihr über die vielen Probleme dieser Welt diskutiert - wollt Ihr dann
a) einfach nach Hause gehen und die Veranstaltung ausfallen lassen
oder
b) sollte die Polizei die Störer nicht daran hindern, Eure normale Veranstaltung zu stören?
Und wieso sollte das anders sein, nur weil Ihr diesmal die Störer seid?
3. Wäre es nicht schöner, über das Thema zu reden, anstatt sich an schlechten Vergleichen des Autors abzuarbeiten? Kann es sein, dass diese vom Thema weglenkende Kritik auch geäußert wird, um nicht auf die Argumente eingehen zu müssen?
4. Gibt es Ziele, deren für deren Erreichung mensch Gewalt einsetzen sollte? Und wenn ja, sollten dies Ziele sein wie “keine Immafeier für die Bösen”? Oder sollte gewaltsamer Protest (zu dem natürlich auch zählt, den Redner niederzubrüllen, sodass die Veranstaltung ausfällt) nicht wichtigeren Dingen vorbehalten sein?
Würde mich freuen, wenn der eine oder die andere darauf einginge, und nein, ich bin nicht bei der LHG und kenne da auch keinen, soweit ich weiß…
10. November 2008 at 22:26
Na ich probiers mal.
zu 1.) Ja, es ist auf jeden Fall legitim, eine Veranstaltung zu “stören”, solange es bei einer “Störung” bleibt. Das ist rein gesetzlich schon so - und ich meine damit zum Beispiel Rufen oder auch das Hochhalten eines Plakats. Außerdem muss man sich auch vor Augen halten, dass es immer auch darum geht, wer überhaupt welchen Raum bekommt. Ich glaube nicht, dass die FU den Audimax für eine Veranstaltung freigegeben hätte, wo es um Kritik an der Uni geht. Ganz persönlich freue ich mich übrigens jedes Mal, wenn ich auf einer Veranstaltung geht und die “gestört” wird. Selbst wenn ich anderer Meinung bin, ich habe immerhin Respekt davor, dass hier jemand seine Meinung in den öffentlichen Raum trägt. Und ganz ähnlich wurde ja auch damals darauf reagiert, als das Rote Cafe plötzlich silber war. Die meisten haben gesagt, sie finden es ja prinzipiell gut, wenn solche Aktionen geschehen.
2) siehe 1, bzw. gibt es hier keine Parallele zur Immafeier. Denn es haben nicht hunderte “Störer” versucht, die Feier zu behindern oder zu verhindern. Ansonsten würde ich selbst in dem Fall, außer bei zu allem bereiten Nazis wahrscheinlich, nicht die Polizei zu Hilfe holen.
3) Aha, vielleicht Gegenfrage: Wäre es nicht schöner, sich als Hochschulgruppe zuerst Mal darüber zu informieren, was denn eigentlich passiert ist und sich auch um Studierende zu kümmern, die jetzt eine Anzeige haben, bevor man in einem Blogartikel über Studierende herzieht und dabei von links nach rechts, über den Kommunismus zum AStA und usw. kommt und dabei so schön hetzt, wie es sonst nur die Boulevardpresse kann?
4) Bleibe wir gleich beim Thema Boulevardpresse. Deine Gewaltfrage hört sich an, als ob irgendein Mob gewütet hätte. Ich bitte hier nochmal um Recherche über das, was bei der Immafeier wirklich war. Dann stellt sich deine Frage nämlich nur noch theoretisch. Und da finde ich es bemerkenswert, dass für viele Ziele tatsächlich Gewalt eingesetzt wird, etwa für das Ziel der perfekt inszenierten Immafeier. Funktioniert hat es ja nicht, und da sieht man dann dran, dass Gewalt das falsche Mittel ist.
4. Februar 2009 at 19:17
Hier kann jeder Liberale noch bis zum 10.02.09 für das bedingungslose Grundeinkommen petieren:
epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;petition=1422;sa=sign