Umfrage der fsi zu den Prüfungsbedingungen: Eine Analyse
Thomas EichentopfFSIs, Lehre, Hochschulpolitik Kommentar schreibenDie fsi wiwiss hatte vor einigen Wochen zusammen mit der studentischen Studienberatung eine Umfrage zu den Prüfungsbedingungen am Fachbereich lanciert. Dabei ging es um Vorschläge von Prof. Hundsdoerfer (Vorsitzender Prüfungsausschuss), die eine nicht unwesentliche Veränderung der Prüfungsmodalitäten bewirkt hätten. Jetzt hat die fsi die Ergebnisse veröffentlicht, die man sich hier tabellarisch aufbereitet anschauen kann. Etwas enttäuschen war dabei die Beteiligung, die bei gerade gut 5% lag (gemessen an 3.500 Studierenden am Fachbereich).
Die Ergebnisse sind nicht uninteressant. So wurde eine generelle Verkürzung der Klausurzeit auf eine Stunde mit deutlicher Zweidrittelmehrheit abgelehnt. Nach alternativen Modellen zu einer pauschalen Reduzierung wurde nicht gefragt. So könnte man sich durchaus vorstellen, die Klausurlastigkeit zugunsten alternativer Mischprüfungsformen zurückzuführen. Das Ergebnis zeigt jedoch, dass die Studierenden nicht den Wunsch haben, ihr Studium grundsätzlich zu banalisieren.
Noch deutlicher fiel die Mehrheit gegen die Verkürzung des Klausurzeitraums von vier auf zwei Wochen aus. Das überrascht zunächst, weil es im letzten Semester doch großen Widerstand gegen den längeren Prüfungszeitraum gegeben hatte. Als Erklärung möglich erscheinen drei Gründe:
- Kritisiert wird der Prüfungszeitraum oft wegen der fehlenden Möglichkeiten zu Praktika in den Semesterferien. Da ein großer Anteil junger Studenten an der Umfrage teilgenommen hat, könnten Praktika für sie noch nicht so im Vordergrund stehen.
- Im Nachhinein wurde die Verlängerung vielleicht als sehr angenehm empfunden, was aber im Kontrast zu persönlichen Berichten während der Prüfungszeit steht.
- Auslöser der Ablehnung ist der zweite Teilsatz, der nämlich auch die Möglichkeit mehrerer Klausuren an einem Tag impliziert.
Die letzte Begründung scheint mir subjektiv am wahrscheinlichsten. Im Nachhinein ist man immer schlauer, gut. Dennoch wäre es wohl günstiger gewesen, die Frage in zwei aufeinander bezogene Fragen aufzuteilen.
Deutlich ist auch das Veto für Wiederholungsprüfungen zu Beginn des Folgesemesters. Danach streben FSR-Vertreter seit mehreren Semestern und stießen bislang auf wenig Resonanz unter den Professoren, obwohl dieser Modus deutschlandweit sehr stark verbreitet ist. Obwohl auch ich das grundsätzlich unterstütze, denke ich zuletzt darüber nach, inwiefern das manchen Studierenden die Möglichkeit zu aktiv genutzten Semesterferien allerdings noch mehr verbaut. Von drei Monaten wären ja dann anderthalb bis zwei durch Prüfungen blockiert.
Die verbleibenden Fragen sind weniger interessant. Das klare Votum pro Midtermtests kann allerdings im Zusammenhang mit der ersten Frage gesehen werden: Es wäre tatsächlich zu vermuten, dass Studierende einer Entzerrung der Prüfungsleistungen insgesamt positiv gegenüber stehen - also auch einer Verkürzung der Abschlussklausur, wenn sie durch äquivalente Studienleistungen während des Semesters ergänzt würde. Bezüglich einer noch stärkeren Verdichtung der Kurse auf Halbsemesterkurse zeigen sich die teilnehmenden Studierenden allerdings unentschlossen.
16. November 2008 at 16:31
An dieser Stelle auch das kollegiale Lob an die FSI für die Umfrage - für die gute Idee auf dieses Mittel zurückzugreifen und die schnelle Umsetzung. Wettbewerb unter den Fachschaftsgruppen belebt das Engagement und die Früchte daraus kommen allen Studis zugute. Unsere kleine Eifersucht ob dieser guten Idee soll uns Ansporn sein mit gutem Engagement nachzuziehen.