Die unabhängige Alternative: Das neue studentische Campus-Magazin „FURIOS“ ist da.

Bjoern StephanAllgemeines Kommentar schreiben

„Verrückt ist, wie altbacken die Asta-Fritzen aus Dahlem immer noch sind. Sie haben nichts zu sagen – außer die Vergangenheit anzubeten. Wo die sind, ist hinten. […] Das ist die große Leerstelle der Freien Universität. Wann setzt sich endlich eine Studierendenschaft als politische Kraft an der Uni durch, die wieder etwas zu sagen hat? Die das akademische Leben spannender macht, die interessante Zeitungen herausgibt und nicht bloß rechts (Landowsky, Diepgen) oder links ist (ehemals Rabehl etc.)?“

Das schreibt die taz unter dem Titel „Berlin profitiert von der Elite“ in einem Kommentar vom 04.12., pünktlich zum FU-Jubiläum. Nur wusste der nichts ahnende Autor zu diesem Zeitpunkt noch nichts davon, dass sein Wunsch nur 4 Tage später schon in Erfüllung gehen würde: Denn an diesem Montag (8.12.) ist die „FURIOS“, das neue studentische Campusmagazin an der FU erschienen und füllt endlich das oben beschriebene Vakuum. Ohne Unterstützung vom AStA oder dem FU-Präsidium ist die „FURIOS“ völlig unabhängig und finanziert sich einzig durch Spenden und Werbung. Dennoch schafft sie es in ihrer ersten Ausgabe nahezu ohne Reklame auszukommen. Fernab jeglicher politischer Engstirnigkeit gibt es nun ein journalistisch-objektives Blatt an der FU, von dem man nur hoffen kann, dass es sich etablieren wird.

Bisher nämlich wird die studentische Medienlandschaft von allzu einseitigen Asta-Publikationen dominiert. Vergleicht man die „FURIOS“ etwa mit der Asta-Publikation „fu60 gegendarstellungen“ so sieht man zwei gänzlich verschiedene Welten: Einerseits ein sowohl optisch als auch  journalistisch überzeugendes Studentenmagazin, andererseits die ideologisch verbrämten Betrachtungen Ewig-Gestriger, für die sich der Durchschnitts-Student schlichtweg nicht interessiert.

Erschreckend nur, dass es an der FU immer noch Menschen gibt die das Gebot der Pressefreiheit noch nicht so ganz verinnerlicht haben und allen Ernstes anzweifeln, ob dieses Projekt überhaupt sinnvoll sei. Liest man beispielsweise noch einmal die Diskussion auf „FUwatch“ nach, die sich um die Notwendigkeit einer weiteren Publikation neben „Out of Dahlem“ (vom AStA circa alle eineinhalb Jahre herausgegeben) drehte, bleibt nichts anderes übrig als Kopfschütteln. Es ist unverständlich, wie man sich so vehement gegen Meinungs- und Pressevielfalt ereifern kann. Auch einige „FURIOS“-Verteiler konnten sich bereits selbst von dieser Ignoranz überzeugen. So wurde insbesondere der Artikel „Der AStA der Anderen“ mit den Worten „Lügen und Unverschämtheit“ tituliert. Andere drohten: „Das gibt Konsequenzen.“ So reagiert man wohl nur dann, wenn man sein Meinungsmonopol bedroht sieht.

 

P.S.: Der Verfasser dieser Zeilen ist ebenfalls redaktioneller Mitarbeiter der „FURIOS“.

5 Reaktionen zu “Die unabhängige Alternative: Das neue studentische Campus-Magazin „FURIOS“ ist da.”

  1. kommentar1

    “wir suchen nach Gott auf dem Campus ….Wir klopfen u. a. bei unbekannten Nachbarn an (nämlich im villenviertel, wo die rührigen hefteschreiber schon
    mal nach innenausstattungs-ideen für die eigenen späten 5×4 villenzimmerwände ausschau halten können)”
    was der listenleser-studi schon immer lesen und wissen wollte. wegen ein paar aufklärerischen zeilen zur vergangenheit der ihnestr. wird das blatt nicht lesbarer. was empfiehlt der veranstaltungskalender? den wöchentlichen gebetskreis?

    so und genau so sieht vielleicht die erfüllung christian-füllerscher träume nach dem “Modernen”, “Heutigen” studentischen zeitgeist, entrümpelt von
    allem “Gestrig-Verstaubt-Rückwärtsgewandt”-Linken. des studenten, der heftig mitnickt, wenn ein füller schreibt, daß 1000 euro studiengebühren lächerlich
    sind, weshalb er die aufregung darum nicht verstehen kann.

    genau, laßt uns nach “Gott auf dem Campus” suchen.
    füllers erfüllte füllerfüllung: der neo-stock-konservative im ganz neuen kleide.

    nur die studis muß es (hoffentlich) nicht zwangsläufig interessieren.

    hier geht es nciht um pressefreiheit sondern die vermeidung unnötigen papiermülls. die studenten haben andere probleme als sich um villenbewohner der lauben-nachbarschaft zu kümmern. über ihnen hängt drohend das damokles-schwert einer neuauflebung der gebührendebatte in krisenzeiten, die frage nach dem verlust der bildung als menschenrecht, der widerstand gegen die verwandlung der universität zur bildungsverkauf-dienstleister und – last not least – der kampf gegen eine uni, die von jahr zu jahr mehr einer analogen non-stop-werbepause gleicht.

    es gab hier mal sowas wie vollversammlungen, es gab forderungen als ergebnisse. wer eine “campus zeitung” machen will, aber sich um die darin ausgedrückten belange der studenten drückt, sollte sich nicht für die antwort auf füllers nächsten tiefstapel-tippversuch halten.

    ps björn stephan: du nimmst die presse- und meinungsfreiheit für euer projekt in anspruch. dann sei auch so fair und laß das kommentar hier sichtbar werden.

  2. Stefan

    Jo, netter Widerspruch, das neue Blatt ist unabhängig, der Werbe-Post im LHG-Blog aber gleich mal von einem Redaktionsmitglied. Ungeschickt. “Alles LHG!” würde ich sagen, wenn ich die “Alles AStA!” Argumentation mal umdrehen würde. Mach ich aber nicht, ätsch, weil ich dieses Feindbild nicht brauche.

    Mich stört einfach die Sprache, wie schon beim Post über die Immafeier. Das ist einfach schlechter Boulevardstil frei nach Springer. Wer von “Ewig-Gestrigen” redet, muss selbst wohl großer Ideologe sein. Genz ehrlich, ich fühle mich einfach angegriffen, deswegen muss ich hier auch immer wieder kommentieren. Ja, ich halte nichts von der LHG, ja, ich bin ab und zu auch mal im AStA, ja ich wähle die fsi bei den Stupawahlen, und trotzdem will ich mich hier nicht mehr indirekt beschimpfen lassen als ob ich nicht denken könnte. Denn, ja, ich halte auch vom AStA manchmal nicht viel, ja, ich rede auch mal mit Euch und die SFB700-Sache z.B., die finde ich auch übertrieben.

    So, und wenn ihr tatsächlich so liberal und tolerant wäret, dann würdet ihr das auch checken. Aber leider ist das nicht so.

    Die Zeitung wird mir von diesem Post übrigens nicht sonderlich schmackhaft gemacht.

  3. Wolf Dermann

    … und wieso genau fühlst Du Dich jetzt angegriffen? Hast Du etwa die Drohmails an die Furios-Redaktion geschickt? Als Redaktionsmitglied der “fu60 gegendarstellungen” bist Du zumindest nicht gelistet – und andere wurden hier zumindest von uns gerade nicht angegriffen – gut, von der taz schon :-)

  4. Stefan

    jaja, das habe ich missverständlich formuliert, sorry. ich meine das natürlich indirekt. und auch nicht nur auf mich bezogen. das wollte ich noch dazu schreiben, aber es war schon spät…

  5. Die FURIOS - Generation Golf Reloaded « FUwatch

    [...] als man bei der LHG glaubt, impliziert die Ansicht, dass dieses “Projekt” überflüssig ist noch lange nicht eine [...]

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