Reden ist Gold, Schweigen ist Silber - Die FU wird 60. Und das Präsidium bleibt stumm.
Bjoern StephanFU Veranstaltungen Kommentar schreiben
Ist es nicht seltsam? Da wird die FU 60 und keiner feiert. Nichts ist zu spüren auf dem Campus von dem Jubiläum: Keine Plakate, keine Reden, keine Fest-Gala. Wer noch zu Beginn des Semesters trotz anders lautender Aussagen des FU-Pressesprechers glaubte, da wird schon nach was kommen, sieht sich getäuscht. Zwar weht in der Tagespresse ein feierlicher Hauch von Geburtstag und auch der rbb sendet eine Dokumentation zum Thema, das FU-Präsidium aber hält sich bedeckt. Einzig ein Internet-Werbefilm versucht die Kontinuitätslinie von der Gründung 1948 bis zur Exzellenzinitiative 2007 nach zu zeichnen: 60 Jahre Geschichte in 11 Minuten und 4 Sekunden. Und das war’s? Na ja fast. Vergangenen Freitag gab es passend zu der derzeit den HFB zierenden Geschichtsausstellung eine Festveranstaltung zu Ehren des ehemaligen polnischen Außenministers Bartoszewski. Er wurde mit dem Freiheitspreis der FU ausgezeichnet. Da die Veranstaltung am 4. Dezember, also dem 60. Jahrestag stattfand, wäre zumindest diese Veranstaltung eine willkommene Gelegenheit für einige wenige Worte zum Jubiläum gewesen. Aber auch dort nichts dergleichen. Allein Geschichtsprofessor Paul Nolte machte in seiner Laudatio aufmerksam auf die historische Bedeutung dieses Tages. Allerdings hätte er sich dafür gern „einen größeren Rahmen“ gewünscht, wie er im Vorfeld einer am 05. Dezember stattfindenden Vorlesung erklärte. Im gleichen Zusammenhang ging Nolte dann kurz auf die Frage ein, warum es denn keine öffentlichen Feierlichkeiten gäbe und vermutete: „Die Uni traut sich wohl nicht in die kritische (studentische?) Öffentlichkeit zu gehen.“ Um dann das Thema mit einem Lächeln auf den Lippen vorzeitig zu beenden: „Mehr aber nicht dazu, ich möchte ja kein Disziplinarverfahren bekommen.“
Bleibt also die Frage zu beantworten: Warum gibt es keine offiziellen Feierlichkeiten zum Jubiläum? Warum wird zu einer Immatrikulationsfeier der Bundespräsident eingeladen aber der 60. Jahrestag einfach so übergangen? Hält es das Präsidium schlichtweg nicht für notwendig? Oder ist es letztlich doch die Furcht vor Kritik?
29. Juni 2009 at 18:32
[…] manche/r sich schon wunderte, warum bei aller medialer Bejubelung und auch Selbstdarstellung durch das FU-Präsidium das […]