Erste Ergebnisse vom Problemforum WiWiss
Thomas E.FSIs, FU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre Kommentar schreibenIch hatte versprochen, mich so schell wie möglich mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse vom Problemforum zu melden, das letzten Dienstag am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften stattfand. Leider stand das Protokoll erst Freitagabend zur Verfügung und kollidierte mit einem Kurzurlaub, so dass ich erst jetzt dazu schreibe. Das Problemforum konnte etwa 200 Studierende versammeln (von 1.467) und diente der systematischen Erfassung studienrelevanter Probleme, um aufbauend hierauf in einen Dialog mit den Professoren am Fachbereich zu treten.
Wir haben zahlreiche Punkte aufnehmen können, wobei ein Großteil der Punkte fachbereichsspezifische Probleme sind. Insgesamt sind wir hoffnungsvoll, dass wir sehr viele Dinge anpacken können, ohne dass es größeren Aufwand erfordert, sondern allenfalls ein bisschen Bereitschaft allerseits, mehr miteinander zu kommunizieren.
Informationsmängel machen wir als das drängendste aller Probleme aus, denn aus diesen Defiziten leiten sich zahlreiche andere Missstände ab. So gibt es verbreitet Unklarheiten über den Stand laufender Berufungsverfahren, die sich zum Teil bereits anderthalb Jahre hinziehen. Auch eine Vorschau auf das Lehrangebot der kommenden drei Semester, die Diplom-Studierenden durch die Studienordnung zugesicht wird, erstellen nur die wenigsten der Lehrstühle.
Wiederholt wurde auch die Frage der Nachschreibeklausuren angesprochen. Zum letzten Sommersemester wurden überhaupt am Fachbereich erstmals Wiederholungsprüfungen durchgeführt, die allerdings mit einem halben Jahr Verzug stattfinden. Im Herbst reagierte die fsi wiwiss auf einen Vorschlag des Prüfungsausschusses mit einer Umfrage, die feststellte, dass knapp 90% der Studierenden am Fachbereich diese Nachschreibeklausuren lieber am Ende der gleichen Semesterferien oder zu Beginn der nächsten Vorlesungszeit schreiben würden – also deutlich früher. Das Protokoll verzeichnet, dass der wirtschaftswissenschaftliche Dekan diese Vorschläge nicht grundsätzlich ablehnen wollte.
Abgelehnt wurde dagegen zunächst erneut die Öffnung von Masterkursen, um die angespannte Lehrsituation in den knappen Diplom-Lehrveranstaltungen zu entspannen. Bachelor-Kurse sollen zwar verstärkt geöffnet werden, die didaktischen Konzepte des Masters stünden dem aber entgegen. Diese Argumentation klingt allerdings wenig einleuchtend, es sei denn, dass sie behaupten soll, dass Diplom-Studierenden nur veraltete didaktische Konzepte zustehen. Relativ sicher ist, dass es sich daher nur um vorgeschobene Argumente handelt, um etwas mehr Komplexität bei der Kursanmeldung zu vermeiden.
Dennoch bestehen somit Schwierigkeiten bei der Studienplanung, insbesondere am Institut für Management. Die angeschlossenen Lehrstühle bieten diverse Prüfungsfächer an, ermöglichen aber immer mehr den Import von Veranstaltungen der anderen Institutslehrstühle. Da gleichzeitig das eigene Angebot geringer wird, führt dies zu einer faktischen Angleichung der Inhalte der unterschiedlichen Prüfungsfächer und dem Verlust entsprechender Profilbildung. Noch in der letzten Woche reagierte der erste Lehrstuhl mit einer Ausweitung seines bislang angesetzten Lehrangebots.
Die Initiative wird sich nun darum bemühen, ein Konzept vorzulegen, wie man das Informationsangebot für die Studierenden am Fachbereich sinnvoller ausgestalten kann. Außerdem werden wir über die studentischen Vertreter im Fachbereichsrat das Thema der zeitnahen Nachschreibeklausuren erneut forcieren. Daneben arbeiten wir an einer Reihe von Vorschlägen, wie die Kapazitäten für Seminar- und Diplomarbeiten vergrößert oder besser genutzt werden können. Das es hier starke Minderkapazitäten zeigt, äußerten Studierende ebenfalls. Nach einem ersten Blick über die gestern beendete Umfrage über den Bedarf an Lehrveranstaltunge bestätigt sie diese Aussagen in drastischer Manier.