Initiative des Präsidiums zu Durchfallregelungen?
Thomas E.Lehre, Akademische Gremien, Hochschulpolitik, FU Kommentar schreibenAnfang dieser Woche wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass der Fachbereichsrat Chemie angeblich demnächst neue Durchfallregelungen für den Bachelor-Studiengang beschließen würde. Hintergrund sei der Wunsch des Präsidiums, die Durchfallregelungen an den unterschiedlichen Fachbereichen zu vereinheitlichen. Also bemühten wir uns, herauszufinden, was an diesem Gerücht dran sei. Wir können das nicht gesichert bestätigen, aber die Indizien weisen daraufhin, dass die Annahme korrekt ist. Zwischenzeitlich wissen wir immerhin von zwei anderen Fachbereichen (PhilGeist und Physik), an denen die gleichen Regelungen wortgleich dem Fachbereichsrat für die Sitzungen in der kommenden Woche zur Entscheidung vorgelegt wurden.
Im Kern enthält besagtes Dokument zwei Modelle, zwischen denen sich die Fachbereiche offenbar entscheiden sollen. Ein Modell ist zunächst ziemlich simpel: Fällt ein Student zum dritten Mal durch eine beliebige Prüfung, ist sein Studium beendet. Diese auf den ersten Anschein sehr harte Regelung wird dann durch einzelne Ausnahmen abgefedert. Das zweite Modell gibt dem Studierenden ein Konto von Punkten, das durch das (schon erstmalige) Durchfallen durch Prüfungen aufgebraucht wird.
Nicht klar ist, warum diese Initiative gestartet wurde. Das Gerücht, das uns zugetragen wurde, beinhaltet auch die Aussage, Hintergrund seien Schlupflöcher in den aktuellen Regelungen, die es bei hinreichend breiter Angebotsvielfalt in den Modulen möglich machten, quasi durch beliebig viele Klausuren durchzufallen. Das begründet aber nicht, warum FU-weit eine einheitliche Regel eingeführt wird.
Fakt ist aber, dass diese sehr brisante und folgenreiche Entscheidung über eine Änderung der Prüfungsordnungen ziemlich kurzfristig auf die Agenda kommt. Den betroffenen Fachbereichsratsmitgliedern bleibt somit nur wenig Vorbereitungszeit, sich adäquat in die Thematik einzuarbeiten. Schließlich müsste evaluiert werden, welches der beiden Modelle nun vorzuziehen ist und welche Vor- und Nachteile es insbesondere jeweils gegenüber dem bestehenden Modell hat. Dass die Fachbereiche also damit mehr oder weniger überfahren werden, provoziert deutliche Kritik an diesem Vorgehen. Es wäre daher schön, wenn sich in der Aktuellen Stunde in der nächsten Woche auch das StuPa mit der Thematik befassen würde.
8. Februar 2009 at 14:33
Wenn ihr mit dem angesprochenen zweiten Modell das WiWiss-Modell meint, ist das hier nicht ganz korrekt formuliert.
So heißt es in §6(1) BA VWL PO: “Jede Studentin und jeder Student des Bachelorstudiengangs Volkswirtschaftslehre verfügt bei Aufnahme des Studiums zum ersten Fachsemester über 60 Bonuspunkte. Jede mit “nicht ausreichend” bewertete Modulprüfung oder Modulteilprüfung (Erstversuch und Wiederholungsversuche) führt zur Minderung der Bonuspunkte in Höhe der der Prüfungsleistung zugeordneten Leistungspunktzahl. Wird die Zahl der zur Verfügung stehenden Bonuspunkte negativ, ist die Gesamtprüfung endgültig nicht bestanden. Führt der Erstversuch einer Modulprüfung oder Modulteilprüfung zu negativen Bonuspunkten, so darf diese Prüfungsleistung einmal wiederholt werden.”
Demnach wäre die Aussage “Das zweite Modell gibt dem Studierenden ein Konto von Punkten, das durch das (schon erstmalige) Durchfallen durch Prüfungen aufgebraucht wird” nicht ganz richtig dargestellt.
8. Februar 2009 at 18:50
Nee, es ist nicht das geltende WiWiss-Modell. Ich zitiere mal aus dem Dokument:
“Je Prüfungsleistung steht grundsätzlich ein Wiederholungsversuch zur Verfügung. Mit „nicht ausreichend“ bewertete Wiederholungsversuche führen zur Berechnung eines Prüfungspunktes. Die zulässige Höchstzahl y an Prüfungspunkten ist abhängig vom in Leistungspunkten (LP) ausgedrückten Regelstudienumfang.
Wird y überschritten, ist die Gesamtprüfung nicht bestanden.
Vorschlag:
- Studiengänge mit 180 LP: y = 9
- Studiengänge mit 120 LP: y = 6
- Studiengänge mit 60 LP: y = 3
Für Studiengänge mit abweichender Leistungspunktzahl ist eine verhältnismäßige Anpassung vorzunehmen; dabei ist auf ganze Prüfungspunkte abzurunden.”
9. Februar 2009 at 9:41
[…] Fachbereiche herangetragen, sich für eines von zwei vorgegebenen Modellen zu entscheiden. So berichtet die LHG “Ein Modell ist zunächst ziemlich simpel: Fällt ein Student zum dritten Mal durch eine […]
12. Februar 2009 at 16:13
[…] Punkten, das durch das (schon erstmalige) Durchfallen durch Prüfungen aufgebraucht wird.” (“Initiative des Präsidiums zu Durchfallregelungen?”, LHG Blog, […]
12. Februar 2009 at 16:15
[…] Punkten, das durch das (schon erstmalige) Durchfallen durch Prüfungen aufgebraucht wird.” (“Initiative des Präsidiums zu Durchfallregelungen?”, LHG Blog, […]
29. Juni 2009 at 18:33
[…] in den vergangenen Tagen bereits von meiner Seite, von der FSI WiWiss und auch von Seiten der LHG berichtet, hat es jüngst eine Initiative von zentraler Seite der FU gegeben, […]