Bericht über die konstitutierende Sitzung des neuen FBR Politik- und Sozialwissenschaftem vom 11.02.2009

Michael KochAkademische Gremien, Hochschulpolitik, FU Kommentar schreiben

Wem es die eigene Zeitplanung und der individuelle Biorhytmus zuließ, konnte gestern um 9.oo Uhr im Hörsaal B des OSI ein feines Schauspiel akademischen Parlamentarismus erleben. Der nach den Wahlen vom Januar zu großen Teilen neu besetzte Fachbereichsrat (FBR) der Politik- und Sozialwissenschaften hielt seine konstituierende Sitzung ab. Vorausgegangen war der Sitzung noch ein, bösartige Zungen würden es Kräftemessen nennen, zwischen dem alten Dekanat und einer Mehrheit des neuen FBR. Nachdem Fr. Prof. Riedmüller die Konstituierung eigentlich verschieben wollte, mussten erst 11 Mitglieder des neuen FBR schriftlich die Abhaltung der geplanten Sitzung und die darin einberaumte Wahl einfordern, damit diese dann auch tatsächlich angesetzt wurde.

Nachdem sich der FBR offiziell konstituiert hatte, begann die Aussprache über die bevorstehende Wahl des Dekans und der zwei Prodekane. Hr. Prof. Gerhards schlug Hr. Prof. Beck als neuen Dekan des Fachbereichs vor, Fr. Prof. Harders und Fr. Prof. Schreurs, welche in ihrem Statement die schlechte Stimmung am Fachbereich und der FU im Allgemeinen ansprach, wurden als Prodekane vorgeschlagen. In seiner Stellungnahme beklagte Hr. Prof. Beck die Ineffizienz des FBR in den letzten Jahren, da er vornehmlich als erweiterter Insitutsrat des OSI’s fungierte und als Arena für Binnenkonflikte der Politikwissenschaften herhalten musste. Dies wolle er zugunsten eines kooperativeren Stils und mehr Subsidiarität im Fachbereich ändern. Immerhin besteht der FB nicht nur aus dem politikwissenschaftlichen, sondern auch noch aus drei weiteren Instituten.

In der folgenden Aussprache wurde der Eindruck des ‘OSI-Zentrismus’ von weiteren Professoren, wie Hr. Prof. Gerhards (”Schluss mit dem OSI!”) und Prof. Segbers geteilt. Viel Schelte erhielt das letzte Dekanat. Angesprochen wurden dabei u.a. die Ressourcenkonzentration auf den Bereich der Internationalen Beziehungen (Hr. Prof. Bolle), die peinliche Lagerbildung und Küngelei (Hr. Prof. Gerhards), der Politikstil des alten Dekanats (Fr. Prof. Braig) und die instransparente Geheimpolitik (Hr. Dr. Mez). Viel Lob hingegegen erhielt Fr. Dr. von Oppeln für ihre Arbeit als Studiendekanin von mehreren Mitgliedern, u.a. Fr. Rossa-Dubray vom Studienbüro, die sich sehr für ihre Wiederwahl einsetzten, darunter Dekanskandidat Hr. Prof. Beck. Als dann schließlich auch die Meinungen über die Notwendigkeit von Kontinuität oder Wandel ausgetauscht waren, schritt man schließlich zu den Wahlgängen, welche wie folgt ausfielen:

Hr. Prof. Beck wurde mit 17:1 Stimmen (eine Stimme wurde als ungültig gewertet) zum neuen Dekan gewählt.
Erste Prodekanin wurde Fr. Prof. Schreurs, welche bei dieser Wahl einzige Kandidatin war, mit 16:3 Stimmen.
Bei der Wahl zur Zweiten Prodekanin unterlag schließlich Fr. Dr. von Oppeln Fr. Prof. Harders mit 8:11 Stimmen.

Die Niederlage Fr. Dr. von Oppelns, welche nach Aussage Prof. Massings die beste Studiendekanin seiner Zeit am OSI, was immerhin 30 Jahre sind, war, fiel angesichts des vielen Lobes, welches sie erhielt, doch überraschend deutlich aus.Die Arbeitsteilung im neuen Dekanat wird intern geklärt. Jedoch haben Fr. Prof. Schreurs für den Posten der Forschungs- und Fr. Prof. Harders für den Posten der Studiendekanin bereits ihre Präferenzen offengelegt. Der Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften hat somit ein komplett neu besetztes Dekanat. Die drei Gewählten bedankten sich bei den Mitgliedern des FBR und versprachen einen kooperativen und vertrauensfördernden Arbeitsstil und viel harte Arbeit. Es wird sich zeigen, wie sich das neue Dekanat bezüglich drängender Fragen am Fachbereich, wie bspw. des OSI-Diploms oder der Bibliotheksstruktur, positionieren wird.

4 Reaktionen zu “Bericht über die konstitutierende Sitzung des neuen FBR Politik- und Sozialwissenschaftem vom 11.02.2009”

  1. Der FB PolSoz hat einen neuen Fachbereichsrat « FUwatch

    […] Michael Koch im LHG-Blog schreibt, mussten erst 11 Mitglieder des neuen FBR schriftlich die Abhaltung der besagten Sitzung inklusive […]

  2. Günter

    Das heißt, Frau Riedmüller hat nicht mehr kandidiert - bzw. wurde nicht vorgeschlagen?

    Und offenbar sind die Mehrheiten im neuen FBR doch andere als bisher, richtig? Hier - www.polsoz.fu-berlin.de/gremien/fbr/index.html - stehen ja offenbar noch die alten Angaben, oder?

  3. Mathias Bartelt

    Das sind offenbar die alten Angaben. Wäre nichts Neues. Bei der KfL ist es eben so: www.fu-berlin.de/einrichtungen/gremien/senat/kfl.html (uralte Angaben).

    Es könnte mit der Prüfung durch das FU-Rechtsamt zu tun haben - damit, daß ein Beschluß erst auf seine Rechtmäßigkeit geprüft werden muß, bevor er rechtswirksam veröffentlicht wird.

    OSI-Prof. Hajo Funke hat im Übrigen eben so wie Sarah Walz nach der AS-Sitzung vom vergangenen Mittwoch den so dargestellten “Machtwechsel” im FBR PolSoz bestätigt. Danach hat Barbara Riedmüller vor der FBR-Sitzung PolSoz außer dem angegeben, daß sie erkrankt sei und deshalb nicht kommen könne. Genau zu dieser Sitzung ;-).

    Wie sich aus den hier dargestellten Vorschlägen zum Dekan/in-Amt offenbar ergibt - bei denen sie nicht aufgeführt ist -, ist Riedmüller nicht wieder vorgeschlagen worden. Das macht auch in Zusammenhang mit ihrer Krankmeldung Sinn - in so fern, als ihre Abwahl offenbar zu erwarten gewesen war.

    MB

  4. Michael Koch

    Wie schon gesagt, Fr. Prof. Riedmüller ließ sich wegen einer Bronchitis entschuldigen. Wäre sie vorgeschlagen worden dann hätte es zumindest eine Erklärung von ihr geben bedurft, dass sie wieder kandidieren würde. Da es die aber nicht gab, jedenfalls meines Wissens nach, wäre auch ein Vorschlag ihrer Person sinnlos gewesen. Insgesamt kam sie wenig bis gar nicht zur Sprache. Die einzige aus dem alten Dekanat erwähnt wurde und deren Arbeit positive Resonanz fand und die ja schließlich auch wieder kandidierte, war Fr. von Oppeln.

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