Jubiläumssitzung der KfL: Viel Geschäftsordnung und und ein wenig Inhalt
Thomas E.Lehre, Akademische Gremien, Hochschulpolitik Kommentar schreibenDie gestrige Sitzung war tatsächlich bereits die 100. Sitzung der Kommission für Lehre. Der zahlreiche studentische Besuch rührte allerdings weniger daher, als vielmehr aus der Tatsache, dass u.a. auch die Zulassungszahlen des OSI-Diplom dem Akademischen Senat empfohlen werden sollten. Taktisches Pech hatten die Studierenden, als der Antrag auf Rederecht für alle anwesenden Gäste, gleich zu Beginn gestellt, noch scheiterte, weil drei studentische Mitglieder erst kurz nach Ablauf der Abstimmung eintrafen.
Es entspann sich in der Folge eine lange Diskussion über Rechtsgrundlagen der KfL und Möglichkeiten ihrer Geschäftsordnung, die auch später immer wieder inhaltliche Themen unterbrach. Vermutlich hat diese Diskussion nachher mehr Zeit gekostet, als es die Redebeiträge der Gäste getan hätten - was ja offenbar gefürchtet wurde. Insbesondere aber ließ sicherlich der Diskussionsstil zu wünschen übrig. Es würde sehr helfen, wenn KfL-Mitglieder zu Beginn ihrer Amtszeit ein Merkblatt mit den Möglichkeiten der Geschäftsordnung erhalten könnten. Das wäre nachher auch eine Argumentationshilfe.
Das Rederecht wird aber wohl immer kritisch bleiben. Immerhin haben die Studierenden fortan die Möglichkeit, zusätzlich zu den Themen im Vorlauf der Sitzungen eigene Fachvertreter benennen zu dürfen.
Inhaltlich ging es um die Einrichtung eines neuen Bachelor-Studiengangs Biochemie, eines deutsch-französischen Doppelmasters in Public Policy und Management sowie der Verlängerung dreier bislang befristet eingerichteter Studiengänge. Umgekehrt sollten die Diplomstudiengänge Biochemie, Mathematik und Informatik aufgehoben werden. Nach mehr oder weniger intensiven Diskussionen wurden alle diese Dinge so verabschiedet. In Bezug auf die Aufhebung wurde nachgehakt, welche Regelungen für die Übergangsphase getroffen werden sollten. Spezifische Nachfragen gab es insbesondere für den neuen Bachelor in Biochemie, die im Detail bei der Kommissionsleitung nicht auf viel Interesse zu stoßen schienen. Sie sind allerdings sehr wertvoll gewesen. Es wäre sehr schade, wenn sich die KfL solche Nachfragen künftig nicht mehr erlaubt. Bislang hatte ich üblicherweise auch den Eindruck, dass auch die Fachvertreter für den Input von dort dankbar waren.
Die anschließende Empfehlung der Zulassungsordnung thematisierte in der Diskussion vor allem die Frage des OSI-Diploms. Hier sei für den Hintergrund auf zahlreiche Ausführungen in allen studentischen Blogs verwiesen. Kern derFrage ist, ob mit dem OSI-Diplom auch der letzte Diplomstudiengang der FU eingestellt werden soll oder ob er parallel weiter existieren kann. Offenbar bemüht sich der Berliner Senat derzeit sehr intensiv darum, die FU hier dazu zu bewegen, den Studiengang “endlich” einzustellen, während studentische Vertreter wiederum gegenlaufende Informationen vorbrachten und auch die Fachbereichsleitung den Studiengang fortführen will.
Auf Antrag von Sarah Walz wurde nach der Diskussion über den Studiengang separat abgestimmt. Die studentische Mehrheit setzte schließlich durch, dass die KfL eine Zulassung für das OSI-Diplom empfahl. Die nächste und ungleich höhere Hürde stellt allerdings der Akademische Senat dar, der ja nächste Woche erst wirklich darüber beschließt. Dort steht ja auch die Nach- und Neubesetzung der studentischen Sitze der KfL an.