659. Sitzung des Akademischen Senats am 27. Mai 2009

Uwe KirmseAllgemeines Kommentar schreiben

Auf der letzten Senatssitzung kochten die Gefühle der OSI-aner. Nach Beschlüssen diverser Gremien, wie Institutsrat oder Vollversammlung, sollte das OSI-Diplom erhalten bleiben. In besonderer Weise plädierte auch Herr Prof. Funke für das Diplom. Unser Präsident Prof. Lenzen erklärte jedoch, daß sich das Präsidium strafbar machen würde, wenn es sich mit der Erhaltung des Diploms über die Anweisungen des Berliner Senats hinwegsetzt. Es war also unmöglich, das Diplom zu erhalten. Daher kam es zu dem positiv aufgenommenen Vorschlag, neben dem bestehenden Bachelor (6 Semester BA + 4 Semester MA) einen zweiten, diplomähnlichen Bachelor ein zu führen (8 Semester BA + 2 Semester MA). Wie das genau aussehen soll, wird jetzt innerhalb des Fachbereichs und Instituts geklärt.
Alle anderen Zulassungszahlen für das kommende WS wurden angenommen, sodass unsere zukünftigen Erstsemester sich nun bewerben können.

Weiterhin kam es zur recht problemlosen Einrichtung des Bachelor Biochemie und eines konsekutiven Masters namens „Judaism in Historical Context“ im Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften. Außerdem gibt es nun einen interdisziplinären Doppelmasterstudiengang „Public Policy- und Management“, bei dem die FU mit der französischen HEC zusammenarbeitet. Man verbringt dann je ein Jahr an der FU und eins an der HEC in Paris.

Den von den Studierenden der Ini-Liste eingebrachten Antrag gegen eine Äußerung von Prof. Lenzen in der er sich angeblich für „Intelligient Design“ (eine Art Kreationismus) aussprach, an den zudem eine Rücktrittsforderung gekoppelt war, konnte die LHG nicht unterstützen. Uwe Kirmse hat sich und die demokratischen (demokratisch im Sinne der Bundesrepublik) Studierendengruppen ausdrücklich davon distanziert, damit es zu keinem verzerrten Bild der Studierendenschaft kommt.

Dem besonderen Einsatz von Uwe Kirmse (LHG) und Jacob Beuchel (JuSos) ist es zu verdanken, daß nach einigen Jahren wieder ein zweites studentisches Mitglied in die Forschungskommission aufgenommen wurde. Besonders stolz macht uns natürlich, daß das neue Mitglied Uwe Kirmse ist und damit aus den Reihen der LHG kommt. Wir können jetzt auch hier eine pragmatische Arbeit leisten und Euch immer aktuell über Beschlüsse und Empfehlungen informieren.

Ein anderen Antrag der Ini-Liste zur Einrichtung einer Entwicklungsplanungskommission und einer Haushalts- und Finanzplanungskommission scheiterte am Vorgehen der Liste der FSI-Liste. Letztlich konnte niemand den Antrag begründen und eine erdachte List, einen anderen Redner in den AS zu bekommen, kam einem Rechtsbruch gleich. Darüber empörte sich das Präsidium, es griff aber zu keinen Sanktionen.

Die Nachfragen zur Schließung der Mensa I, die im Namen der Grünen Hochschulgruppe gestellt wurden, brachten keine großen Neuigkeiten zu Tage. Es bleibt bei der Schließung zum WS 2009/2010 und danach bei der vorübergehenden Unterbringung der Jura-Bibliothek. Dann soll, bei einer Renovierung der UB, Teile von diesen Beständen in dem Mensagebäude untergebracht werden. Außerdem denkt man darüber nach, (Gruppen-)Arbeitsplätze für Studierende einzurichten, die ja auf dem gesamten Campus knapp sind.

Ich habe den Bericht leicht verändet, in dem ich der Bitte der Liste der Fachschaftinitativen nachgekommen bin, da diese (selbstverständlich) nicht mit polemisierten Begriffen und Beschreibungen bezeichnet oder gleichgesetzt werden will. Für diese Entgleisung meinerseits möchte ich mich hiermit auch offiziell entschuldigen.

6 Reaktionen zu “659. Sitzung des Akademischen Senats am 27. Mai 2009”

  1. Carsten Hoffmann

    Es ist mit Sicherheit nicht undemokratisch den Präsidenten zu einer Distanzierung vom Intelligent Design aufzufordern. Die Begründung, warum dies nicht auf die Tagesordnung gelangte ist umgekehrt äußerst fragwürdig. Das war wieder eine der typischen Verbeugungen des Rechtsamtes.

    Die LHG hätte übrigens eine gute Gelegenheit gehabt im Stupa an einer ihr genehmen Position mitzuwirken. Dazu sollten die jeweiligen Abgeordneten dann aber anwesend sein und nicht vorzeitig nach Hause gehen. Die Begründung im AS dafür: “Weil der Verlauf der StuPa-Sitzung das nicht möglich gemacht hat” ist ja wohl großer Quatsch.

    Von einem sanktionierbaren Rechtsbruch im Fall des Rederechts zu sprechen ist ja wohl Hirngespinst. Der AS hat das Rederecht ohne Begründung nicht zugelassen, obwohl derjenige, der sich auf den Antrag vorbereitet hatte im Raum war. Das ist doch der eigentliche Skandal! Dass das dann improvisiert geschehen musste ist leider richtig aber keine “Schuld der Linken”. Vielmehr waren die Hochschullehrer wieder mal nicht kompromissfähig in der Frage der Beteiligung der Studierenden an Kommissionen.

  2. Thomas

    Wir wissen aber auch alle, dass in dieser Angelegenheit im StuPa die LHG überstimmt worden wäre, weil die LHG auch dort gesagt hätte, dass sie diesen Antrag für unsinnig hält. Ich selbst habe darüber im Vorhinein via E-Mail lange mit Matthias Bartelt diskutiert.

    Zur Mensa: Es ist meines Wissens falsch, von einer Schließung zu sprechen. Der aktuelle Stand sieht eine Verkleinerung vor, in der eine Verlagerung auf die unterste Etage vorgesehen ist. Es wird aber weiter einen Rumpfmensabetrieb geben.

  3. Mathias Bartelt

    Lieber Thomas,

    bevor ich kurz auf Uwe Kirmses Beitrag eingehe, ist zu erwähnen doch nicht unwichtig: Auf schlagende Argumente der “LHG” in der StuPa-Sitzung wäre zumindest ich durchaus eingegangen. Und durchaus auch andere Personen. Doch leider haben die “LHG”-Vertreter die StuPa-Sitzung nach etwa 5 Stunden verlassen. Es war eine ungewöhnlich lange Sitzung, und daß mancher Termin am Bleiben in der Sitzung hindern mochte, will ich hier als möglichen Grund annehmen. Doch weder Deine Darstellung noch die Uwe Kirmses über den Verlauf dieser StuPa-Sitzung geben zumindest an genau diesem Punkt korrekt wieder, was dort geschehen ist oder geschehen wäre.

    Die Einschätzung und Analyse, die Du, Thomas, darüber hinaus im Mail-Wechsel hervor gebracht hattest, überzeugten mich nicht davon, daß Dieter Lenzen das, was er gesagt hat, doch gar nicht gesagt oder gemeint habe. Für Alle zur eigenen Bewertung der Antrag, um den es geht und den Uwe Kirmse ganz offensichtlich nicht richtig gelesen hat: http://mella.cwc.tc/wp-content/uploads/2009/05/as-antrag-mb-intelligent-design.pdf. Wer ihn genau liest, muß zu der Einschätzung kommen, daß hier ganz gewiß nicht beabsichtigt ist, jemandem die Meinungsäußerung – als Privatperson! – zu untersagen. Ich erwarte in so fern, daß Uwe diese Behauptung, die er in Anknüpfung an professorale Behauptungen in der AS-Sitzung nicht zuletzt hiermit: “Uwe Kirmse hat sich und die demokratischen (demokratisch im Sinne der Bundesrepublik) Studierendengruppen ausdrücklich davon distanziert, damit es zu keinem verzerrten Bild der Studierendenschaft kommt.” äußert, hier revidiert.

    Darüber hinaus zeigt Uwe Kirmses Beitrag mindestens Eines: Daß mensch sich fragen muß, welchen Sinn eigentlich die Verständigung hatte, wenn in dieser Weise Falschdarstellungen und pauschale Zuweisungen, wie sie sich durch den Bericht ziehen, mithin Feindbild-Zuweisungen per Schubladisierung vorgenommen werden. Doch bevor hier von interessierter Seite pauschal “LHG”-Bashing betrieben wird, ist zur Vollständigkeit doch zu betonen, daß nicht nur Uwe Kirmse als “LHG”-Vertreter hiermit die Verständigung in Frage stellt. Und diese kommen nicht von der “LHG”. Also Vorsicht, bevor der eine oder die Andere wieder einseitigen Scharmützeln Vorschub leistet.

    Von Dir, Uwe, erwarte ich nun, daß Du die menschliche Seite der erfolgten Verständigung reflektierst. Solltest Du dies nicht tun, müßte ich mich doch sehr in Deiner Fähigkeit zur von (mithin sinnfreien) politischen Gräben unabhängigen menschlichen Verständigung getäuscht haben. Dein Beitrag hier ist in jedem Fall menschlich enttäuschend. Und er versteckt einige stark unsachliche Äußerungen hinter einer schein-sachlichen Ausdrucksweise – ob bewußt oder unbewußt. Nicht, daß mich dies vor Verwunderung stellt. An dieser Universität muß nichts mehr verwundern. Wie heißt es so schön: Die Wahrheit stirbt zuerst. Und die Moral so wie so. Das gilt für Vertreter/innen aller politischer Richtungen unter den Studierenden wie auch unter Dozierenden.

    Ich hätte mich des vorliegenden Beitrages gern enthalten. Thomas’ Beitrag jedoch erfordert dies.

    In Erwartung des oben Genannten

    Mathias

  4. Wolf Dermann

    Sach’ mal Matthias, wir beide kennen Dieter Lenzen über die Jahre doch nun wirklich gut genug, um zu wissen, dass jede Unterstellung von religiösem Fanatismus an den Haaren herbeigezogene Hasspropaganda ist! Wenn wir Studenten uns gegen so einen Unfug nicht offensiv stellen, dann hat jeder einen berechtigten Grund unsere gesamte Statusgruppe aus dem hochschulpolitischen Geschehen rauszuhalten, denn menschlich Korrekt muss man miteinander umgehen.

    Verständigung heißt nicht, dass alle solch radikalen Scheiß wie diesen Antrag mittragen. Verständigung ist bei Sachthemen sinnvoll, bei solch selbstdarstellerischen Stunts wie der radikalen-Kreationismus-Unterstellung gibt es grundsätzlich keine Verständigung! Und wenn so ein Antrag von den FSIs gestellt wird, dann wird nun mal deutlich wo die Gräben verlaufen, das muss klar sein. Da hast Du auch keine Revidierungen zu erwarten. Bei Sachthemen wird trotzdem weiter an einem Strang gezogen, das schließen solch notwenige Distanzierungen und Verurteilungen nicht aus.

  5. MathiasBartelt

    Lieber Wolf Dermann,

    auch Du hast offenbar nicht genau gelesen. Denn hättest Du es getan, wäre Dir aufgefallen, daß mein Beitrag nicht darauf geht, die “LHG”-Ablehnung hinsichtlich des Antrages an sich zu revidieren. Auch, wenn ich sie nur bedingt nachvollziehen kann. Sondern mindestens zwei Begleitbehauptungen zu revidieren, die hier geäußert worden sind.

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    Schön, Dich mal wieder mit überspitzten Formulierungen auf den Putz hauen zu sehen.

    Mathias Bartelt

  6. dennis

    @wolf: wer redet denn von religiösem fanatismus? und was ist an sarahs antrag denn bitteschön “hasspropaganda”?!? intelligent design ist nunmal unwissenschaftlicher quatsch. das mag dieter lenzen – oder anyone else – in seiner freizeit gerne glauben, als universitätspräsident ist er mit solchen aussagen fehl am platze. und darum geht es, um einen mann, der ein öffentliches amt dazu gebraucht, unsinn unter die leute zu bringen. das ist besonders schlimm, da er repräsentant einer wissenschaftlichen einrichtung ist. mich wundert ehrlich gesagt auch, dass es von den wissenschaftlerInnen dieser “exzellenten” universität keinen aufschrei gegeben hat. schließlich ist das auch eine entwertung ihrer forschung.

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