Stupa: Wirbel um Autonome Asta-Referate

Germar MolterStuPa, AStA, Hochschulpolitik, FU, LHG, Allgemeines Kommentar schreiben

Bei der heutigen Stupa-Sitzung kam es zu einer heftigen Kontroverse über die geplante Entlastung der bisherigen Referentinnen und Referenten der autonomen Asta-Referate für Frauen, Lesben und Schwule.

Von Seiten oppositioneller Listen wie GHG, LHG, Jusos, Die Linke.SDS wurde bemängelt, die Vollversammlungen des Frauen- und des Schwulen-Referats wären nicht in ausreichendem Maß angekündigt worden. Damit sei die Teilnahme betroffener Studierender behindert worden und eine Entlastung der alten Referate bzw. eine Bestätigung der neuen Referate nicht möglich, da die Rechenschaftsberichterstattung der alten Referentinnen und Referenten sowie die Wahl der neuen Referentinnen und Referenten nicht nachvollzogen werden könnten.

Silvana Tiedemann (GHG) kritisierte in deutlichen Worten die Durchführung der Frauen-VV: Weder sie noch andere Kommilitoninnen in ihrem Semester hätten Plakate hierzu auf dem Campus entdeckt. Auf ihre Anfragen per E-Mail an das Frauen-Referat, wann die VV stattfinden würde, habe sie keine Antwort erhalten. Auf persönliche Anfragen, die sie an Asta-Referentinnen richtet, habe sie die Antwort erhalten, ein Termin für die Frauen-VV stünde noch nicht fest. Dies auch nachdem, die VV schon stattgefunden habe.

Von Teilnehmerinnen der Frauen-VV wurde entgegnet, man habe nicht die nötigen Ressourcen, auf dem gesamten Campus zu plakatieren. Die VV sei auch gut besucht gewesen.

Silvana warf dem Frauen-Referat vor, politisch Andersdenkende gezielt ausgrenzen zu wollen von politischer Teilhabe. Dies sei in diesem Fall besonders gravierend, da das Engagement gegen Sexismus an der Uni ein Anliegen vieler Studierender sei.

Ich bekräftigte die Kritik an der Informationspolitik seitens des Schwulen- und des Lesbenreferats.

Die Schwulen-VV war drei Tage vor ihrem Stattfinden nicht auf der Homepage des Asta angekündigt worden. Plakate habe ich weder im Bereich der Silberlaube noch in der Ihnestraße gesehen, sondern lediglich in der Koserstraße. Zur Frauen-VV waren auf der Asta-Homepage zwei verschiedene Daten angegeben.

Lisbeth entgegnete, es sei viel plakatiert worden für die Schwulen-VV. Bei der Ankündigung der Schwulen-VV habe es technische Probleme bzw. Kommunikationsprobleme gegeben.

Dann hätte man die VV verschieben müssen, finde ich. Sonst haben viele Studierenden  nicht die Möglichkeit, an der VV teilzunehmen.

Im Weiteren wurden alle Referentinnen und Referenten entlastet und alle auf den VVs gewählten Referentinnen und Referenten bestätigt.

Im Einzelnen:

Frauenreferat: Für die Entlastung: 32 / 11 / 7

Lesbenreferat: Für die Entlastung:  38 / 4 / 6

Schwulenreferat: Für die Entlastung: 38 / 5 / 5

Neuwahl der Autonomen Referate:

Frauenreferat: Bei 5 Gegenstimmen und 11 Enthaltungen wurden Referentinnen gewählt: Cardin Fielber, Katrin Bub, Irina Kulm.

Lesbenreferat: Als Referentinnen wurden gewählt (36 / 3 / 10): Franziska Hille, Siriz Andorsen, Ina Schneider.

Schwulenreferat: Als Referenten wurden gewählt (37 / 3 / 9): Ronny Matthies, Kai Wisotzky, Christian Liclair.

2 Reaktionen zu “Stupa: Wirbel um Autonome Asta-Referate”

  1. Ronny Matthes

    Die Plakate für die VV des Schwulenreferats (Auflage: 300 Stk.) wurden Wochen vor dem anberaumten Termin überall auf dem Campus aufgehangen, nicht nur in der Koserstraße. Daß sie dort so lange hingenblieben, ist erfreulich, stellt aber auch das Problem der Schwulenreferats-Plakate heraus: Sie werden meistens sehr schnell abgerissen. Wenn ich innerhalb eines Tages drei Mal die Rost-/Silberlaube plakatiere und nach jedem Gang feststellen muß, daß die Hälfte der Plakate schon nicht mehr hängt, ist das kein Zufall, sondern ein gezieltes homophobes Abreißverhalten. Ähnliches ist bei Plakaten des Frauen- und des Lesbenreferates zu beobachten.

    Daß Entlastung und Bestätigung der Autonomen AStA-Referate einen solchen Eklat wie auf der letzten StuPa-Sitzung hervorruft, ist befremdlich. Die Nachfrage eines männlichen Abgeordneten, welche der im StuPa anwesenden Frauen denn eigentlich auf der VV waren, ist symptomatisch für das Verhalten einiger Oppositioneller gegenüber den Autonomen Referaten. Noch einmal: Sie heißen Autonome Referate, weil sie von der jeweils betroffenen Gruppe Studierender gewählt werden. Eine nicht betroffene Person geht die Wahl eines Frauenreferats, Lesbenreferats, Schwulenreferats nichts an. Es ist Sinn des Autonomiestatus’ sich nicht vor einer heterosexuellen und/oder männlichen Mehrheit (die im StuPa herrscht) rechtfertigen zu müssen.

    Was die Bewerbung - und hier kann ich nur von der Schwulen-VV reden, da ich in die Organisation der anderen VV’s nicht involviert war - angeht, hat Liesbeth schon gesagt, daß (kommunikations)technische Schwierigkeiten bestanden. Gerade Du, Germar, müßtest wissen, daß das Schwulenreferat kein Problem mit Mitbewerber_innen auf Referatsposten hat. Davon zu sprechen, daß gezielt versucht wird, Menschen von den VVs fernzuhalten, ist nicht nicht korrekt.

  2. Wolf Dermann

    Die kurzfristige schlechte Ankündigung der VVs der Autonomen Referate ist ja beileibe keine neue Erscheinung und wir haben in der Vergangenheit auf StuPa-Sitzungen öfters betont, dass wir die Autonomen Referate nur solange mittragen, wie die VV-Ankündigungen auch ordentlich bekannt gemacht werden. Gerade letztes Jahr kam diese Ermahnung von uns wieder, auch mit der Aufforderung die VVs frühzeitig auf der AStA-Seite anzukündigen. Und trotz Ermahnung verbesserte sich nichts.
    Der Einwand zur VV des Frauenreferats kam von einer Frau, die wohl brennend auf die VV gewartet hatte und sich bemüht hatte, von der VV zu erfahren - und trotzdem Probleme hatte!
    Das Problem ist, dass es aussieht, als wenn diejenigen, die in den Referaten bisher die Referentenposten stellen, diese gerne dadurch absichern wollen, dass sie die VV unter ihren Bekannten und Freunden gut ankündigen und gegenüber den restlichen Studis nur schlecht. Das sieht unsauber aus und führt daher leider dazu, dass die Autonomen Referate in der Anerkennung sinken. Das dürfen wir nicht zulassen und daher bestehen wir auf einer Verbesserung dieser Situation, denn nichts ist schlimmer, als wenn der Eindruck entsteht, die Autonomen Referate wären reine Klüngel. Mit dem öffentlichen Druck durch diesen Blogeintrag wollen wir erreichen, dass man sich solch schlechte Ankündigungen nicht mehr leisten kann und wird. Das Problem auf StuPa-Sitzungen anzusprechen und zu klären haben wir schon oft versucht und es hat erneut nicht geklappt. Hoffentlich klappt’s so.

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