Täglich grüßt das Murmeltier – OSI wieder bestreikt…
Sven HilgersAkademische Gremien, Allgemeines Kommentar schreiben
Einen Einblick in das Demokratieverständnis einiger Studierendenvertreter hat man heute wieder am OSI erhalten. Weil ihnen ein von Prof. Ladwig vorgeschlagener Kompromiss zur Reformierung des Bachelor Studiengangs nicht gefiel und die endgültige Abstimmung vertagt wurde, besetzten sie kurzum wieder das Politikwissenschaft Institut. Vereinfacht gesagt, was der Ideologie einiger Studierendenvertreter widerspricht wird mit Ketten versperrt. So wurde heute die Arbeitsstelle Transnationale Außen- und Sicherheitspolitik mit Ketten verschlossen, so dass weder Mitarbeiter noch Studierende dort reinkommen konnten um mit ihrer Arbeit oder Studium weiterzumachen. Im gesamten OSI wurden alle Räume so abgeschlossen, dass keine Veranstaltungen stattfinden konnten. Der Streik wird begründet mit allgemeinem Frust und Gefühlen, dass es nicht richtig abläuft. Deshalb wolle man mit diesem Warnstreik ein Zeichen setzen.
Fakt ist aber, dass beim gestrigen Institutsrat einiges erreicht wurde (siehe Kristinas Beitrag) und in der Bachelor Kommission jetzt ein geeigneter Kompromiss gesucht wird, dafür haben auch schon einige Professoren und Professorinnen, die vorher nicht an der Kommission teilgenommen haben, Interesse daran gezeigt zu kommen. Der Prozess zu Reformierung des Bachelors geht weiter und hat eher an Fahrt gewonnen als verloren. Eine Kampfabstimmung, wie sie von einigen gefordert wurde, hätte zur endgültigen Entscheidung geführt, die vermutlich gegen den Vorschlag der Bachelor Reform ausgefallen wäre. Hier stellt sich die Frage: Ob man Erfolge überhaupt noch sieht? Ist den Verantwortlichen ein heroisches Scheitern lieber, als ein ausgehandelter Kompromiss im Sinne der Studierenden? Möchte die streikende Minderheit der Studierendenvertreter lieber einen Konflikt heraufbeschwören, als einen greifbar nahen Kompromiss auszuhandeln?
27. November 2009 at 12:11
sven, mir scheint dass du einige elemente dieses konflikts nicht verstanden hast. es geht eben nicht darum, dass uns ladwigs vorschlag “nicht gefällt”, sondern dass er im kern eine modulstruktur übernimmt, die am instituttag (der vom IR einstimmig beschlossen wurde) mit deutlichem votum abgelehnt wurde.
das bekenntnis zu einem strukturplan mit 12 stellen, in dem bestimmte professuren priorisiert werden, ist ein lippenbekenntnis – der IR hat schon vor ca. einem jahr mit überwältigender mehrheit dafür gestimmt, eine ideengeschichtsprofessur einzurichten. passiert ist seither nichts.
bei IR-sitzung am mittwoch wurde im übrigen so gut wie gar nichts erreicht, wenn mensch einmal von der absetzung von j.-j. hesse als koordinator im bereich systeme absieht
die teile des kommissions-entwurfs, die bei der abstimmung durchkamen, waren weitgehend unstrittig bzw. tauchten im börzel-vorschlag genauso auf. nur beim zentralen punkt, der eminent wichtig für die weitere entwicklung der lehre und der struktur am OSI sein könnte, wurde uns die ablehnung weder begründet noch auf unsere argumente eingegangen. wir wurden regelrecht vorgeführt, nach dem motto: “wir müssen nicht mit euch diskutieren, wir müssen uns auch nicht ein halbes jahr in einer kommission mit euch den arsch aufreißen, denn wir haben ja unsere gremienmehrheit.”
auf dieses erlebnis war der gestrige warnstreik eine reaktion, und meines erachtens die richtige.
P.S.: um noch einen anderen blickwinkel auf die sitzung am mittwoch zu geben: http://fsiosi.blogsport.de/2009/11/26/erweiterter-insitutsrat-am-2511/