Zweite Runde am Runden Tisch

Marcel von VollandAllgemeines Kommentar schreiben

Der von Prof. Lenzen vorgeschlagene und vom AS beschlossene „ Runde Tisch“, Gesprächsforum und Meinungsbild der Universitätsangehörigen, tagte wiederholt am vergangenen Freitag. Zugegen waren etwa 50-60 Vertreter der Studierenden, des wissenschaftlichen Mittelbaus, der Verwaltung sowie der Professoren. Bei allem mehrmals betonten und (selbst-)gewürdigten Engagement der Anwesenden, fiel das Ergebnis jedoch vorerst mäßig aus. Insgesamt konnte zwar die Einigung erzielt werden, Themen wie Transparenz bei der Entscheidungsfindung und Demokratie im Entscheidungsprozess sowie den Dauerbrenner Anwesenheitspflicht vorne auf der Diskussionsskala zu plazieren. Über den eigentlichen Stellenwert der Versammlung im gesamtuniversitären Kontext war sich der „Runde Tisch“ überraschender Weise recht uneinig. Während Frau Müller (FB Chemie) und Hajo Funke (FB Politik) für ein schnelles Vorgehen ohne große Diskussionen über den Abstimmungsmodus (Mehrheitswahlrecht auf Pro-Kopf-Basis versus paritätische Abstimmung) plädierten, wurden erste konstruktive, inhaltliche Ansätze zum Thema Anwesenheitspflicht wie von Fr. von Oppeln sowie Fr. Müller durch ständig aufkommende Grundsatzfragen hinsichtlich Art der Moderation von Prof. Bongard– angeblich zu dominant und richtungsweisend – und Diskussionsverhalten in  ihrer Dynamik durchbrochen. Obwohl es bei der Anwesenheitsdebatte generell eine stimmige Auffassung über den Sinn bzw. Unsinn gibt, kamen insb. aus den naturwissenschaftlichen Bereichen Zweifel auf, ob es in jeder Veranstaltungsart (Erstsemesterübungen etc.) wirklich zum Vorteil der Studierenden ist, Besuche von Veranstaltungen in die Eigenverantwortlichkeit abzugeben.

Weiterhin wurde der eingebrachte Vorschlag, Diskussionen über Lehre sowie Forschung arbeitsteilig auf Montag und Freitag zu legen, von der Gesamtheit abgelehnt. Lehre und Forschung sollen auch thematisch nicht getrennt werden, wenn es über das Verhältnis beider universitärer Grundtätigkeiten zu beraten gilt. Die im Protokoll letzter Sitzung vorgeschlagene Themenauswahl-und Reihenfolge ist vorerst in ihrer Art angenommen worden. Am effektivsten erschien der Vorschlag, bei den nächsten Sitzungen Experten über die Studienordnung referieren zu lassen, um inhaltliche und sachliche Kritik an Studienkonzeptionen zu üben – zu befürworten ist solch ein Modus ebenfalls für weitere Sachthemen.

Zu bezweifeln bleibt, ob das angestrebte Ziel, bis zum 20. Januar ein umfangreiches Meinungsbild – denn mehr kann hier nicht getan werden – schriftlich festzuhalten und somit Einfluss auf Beschlussgremien zu nehmen, erreicht werden kann. Sollten formelle Probleme der Diskussionskultur den wirklichen inhaltlichen Dialog hemmen, könnte der Sinn und die Effektivität solch eines gesamtuniversitären Gesprächsforum konstruktive Reformvorschläge zu entwickeln, an Glaubwürdigkeit einbüßen.

Eine Reaktion zu “Zweite Runde am Runden Tisch”

  1. devid

    könntest du mir vielleicht kurz per Email schreiben, wie sich das Publikum zusammengesetzt hat? Falls du das notiert hast… wär dir sehr dankbar!

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