Prof. Bongardt berichtete kurz und sehr positiv von den ersten Zusammenkünften des Runden Tisches. Sein Lob über dieses neue Gremium wurde auch von allen geteilt, die bereits teilgenommen haben und mit dieser positiven Einstellung begann dann die Diskussion über den Beschlussentwurf zur Aussetzung der Anwesenheitskontrollen an der FU. Im Gespräch konnte der Autor dieses hervorragenden Antrags, Andreas Bodmeier, auch die Vorbehalte der skeptischen Senatsmitglieder beschwichtigen und daher kam es auch recht problemlos zu einer Annahme des Entwurfs. Nun sind die Dozenten nicht mehr verpflichtet die Anwesenheit zu kontrollieren, es nimmt ihnen aber auch niemand das Recht eine Teilnehmerliste zu führen, bzw. bei Seminaren, die eine Anwesenheit erfordern, kann die umstrittene Liste auch weiterhin eingesetzt werden.
Weiterhin wurde ein Ausschreibungstext für die bald zu vergebende Stelle des Universitätspräsidenten von einer Reihe von Professoren erstellt. Er wurde auch recht schnell verabschiedet, mit der Bitte an das Kuratorium diesen auch bei der Ausschreibung zu verwenden. Der sofort danach gestellte Antrag mit der Aufforderung an Prof. Lenzen sofort zurückzutreten wurde jedoch abgelehnt.
Die Zulassungsordnung für das Sommersemester wurde auch ohne große Diskussionen positiv abgestimmt. Es handelt sich dabei um wenige naturwissenschaftliche Studiengänge und aufzufüllende Masterplätze.
Der Punkt, der an diesem Nachmittag ein allgemeines Entsetzen auslöste ging von der Sitzungsleitung, also von der ersten Vizepräsidentin, Frau Prof. Lehmkuhl, selbst aus. Vor einem Monat, im November, hat sie dem Akademischen Senat keine Auskünfte über die geplanten Umstrukturierungen der Abteilung IV, Abteilung für Außenangelegenheiten, geben wollen. Auf explizite Fragen gab es nur ein abweisendes Verhalten. Daraufhin wurde am selben Tag noch ein Beschluss gefasst, daß der AS über diese Planungen informiert werden soll. Dies alles geschah unter der Leitung von Frau Prof. Lehmkuhl, die bei dem Umstrukturierungsprozess beteiligt ist/war. Auf der jetzigen Sitzung im Dezember offeriert Frau Prof. Lehmkuhl dem AS, daß die Abteilung IV bereits am 8. August, also zwei Monate vor den Fragen und dem AS-Beschluss, per Präsidiumsbeschluss geschlossen wurde. Das bedeutet, daß die erste Vizepräsidentin bewusst Informationen zurückgehalten und das ganzen Gremium getäuscht hat. Hinzu kommt, daß zu diesem Präsidiumsbeschluss nicht einmal die Frauenbeauftragte hinzugezogen wurde. Da Frau Prof. Lehmkuhl auf keiner fairen Ebene ihren Fehler eingestehen wollte und mit fragwürdigen Ausreden argumentierte muss man hier von einer argen Vertrauensschädigung reden, die nicht so leicht wieder zu beheben ist.
Vor kurzem wurde außerdem ein weiteres Außenbüro der FU eröffnet, diesmal in Brüssel. Diese Büros dienen zur Rekrutierung von neuem, fähigen wissenschaftlichen Nachwuchs und zur Kontaktpflege mit Wissenschaftlern an den Standorten. Die internationale Vernetzung der FU soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden, wo in Kairo und (irgendwo) in Brasilien Außenbüros eröffnet werden sollen.
Zudem sieht alles danach aus, daß die FU, genauer Frau Prof. Lehmkuhl, den neuen Hochschulvertrag im Januar unterzeichnen wird. Nach dem Vorfall zum Thema der Abteilung IV ist es allerdings schwer einzuschätzen welcher Wahrheitsgehalt hinter der Aussage der ersten Vizepräsidentin steht. Es ist also durchaus möglich, daß sie schon längst unterschrieben hat und nur keinen davon in Kenntnis setzten möchte.