Aufrufe zu Straftaten? Linksextreme wollen “besetzten” HS 1A kapern
Armin PeterAllgemeines Kommentar schreiben
Der Bildungsstreik ist um eine Absurdität reicher: Wie seit einigen Tagen rund um die Uni aufgehängte Plakate verkünden, möchte der “Sozialistisch-demokratische Studierendenverband” (SDS) in der kommenden Woche eine Diskussion zum Thema „Rechtsextremismus“ im Hörsaal 1A abhalten. Im Rahmen der Veranstaltung sollen außerdem Tickets für die Gegendemonstration zum geplanten Dresdner Nazi-Aufmarsch vom 13. Februar verkauft werden.
Sicherheitskräfte fürchten im Hinblick auf die Demonstration offenbar eine erneute Eskalation rechter und linker Gewalt: Laut Berliner Zeitung hatte die Polizei am Dienstag Räume von Organisatoren einer Gegendemonstration in Berlin und Dresden durchsucht und dabei auch wegen Aufrufs zu Straftaten Plakate und Computer beschlagnahmt (vgl. BLZ vom 20.01.10, Seite 15).
Offenbar will der SDS seine außeruniversitären Aktivitäten nun mit dem Bildungsstreik vermengen: Die geplante Diskussion und besonders der Ticketverkauf haben mit Hochschulpolitik nichts zu tun.
Auf die Frage, wo denn bei der Veranstaltung der bildungs- und hochschulpolitische Bezug zu finden sei, wusste ein SDS-Mitglied, das heute an der Mensa plakatiert hatte, keine Antwort.
Warum die Veranstaltung denn dann unbedingt in der Uni stattfinden müsse? Man habe ursprünglich bereits einen anderen Saal außerhalb der Universität zugesagt bekommen, so der Aktivist. Kurzfristig sei die Veranstaltung dann aber doch in den Hörsaal 1A verlegt worden.
Warum, das wollte er nicht sagen.
Leider ist die „Besetzung“ des Hörsaals 1A zur Farce verkommen. „Im Hörsaal nichts Neues“, das scheint die Parole zu sein – seit Wochen schon. Dass aber die selbst ernannten Streikenden nicht einmal mehr die Kraft oder den Mut besitzen, sich gegen eine derart dreiste Zweckentfremdung ihres als Faustpfand für bessere Studienbedingungen gepriesenen Raumes zu wehren, zeigt, dass der gesamten Aktion inzwischen gründlich die Luft ausgegangen ist.
Auch wenn SDS-Mitglieder hoch und heilig beteuern, dass man „nur blockieren“ wolle, kann sich jeder halbwegs intelligente Mensch an drei Fingern abzählen, dass es bei der Demonstration am 13. Februar höchstwahrscheinlich zu Gewalttätigkeiten zwischen rechten und linken Dumpfbacken untereinander und gegen die Polizei kommen wird.
Durch den Missbrauch des „besetzten“ Hörsaals könnte der ohnehin nur wenig beachtete Bildungsstreik endgültig den Rückhalt bei den Studierenden verlieren und wäre damit zum Scheitern verurteilt. Engagement gegen Nazis ist prinzipiell nichts Schlechtes, hat aber im “besetzten” Hörsaal nichts verloren. Denn die “Besetzung” wäre gründlich ad absurdum geführt, wenn der Hörsaal 1A zur Spielwiese von Linksextremen werden sollte: Ticketverkauf für Straßenschlachten und Diskussion über Bildungspolitik sind nun mal nicht kompatibel.
21. Januar 2010 at 20:50
Der Preis für den FU-Blogartikel des Jahres geht damit jetzt schon, nach nicht einmal einem Monat 2010, an die LHG. Kann mir nicht vorstellen, wie sich dieses Machwerk nochmal toppen ließe. Danke Armin, du hast mir echt den Tag gerettet - “Ticketverkauf für Straßenschlachten”, rofl.
21. Januar 2010 at 21:41
Straßenschlachten? Da muss ich hin! Zum Glück habe ich davon noch erfahren, mensch möge sich nur ausmalen, diese Chance wäre mir durch die Lappen gegangen! Danke, LHG!
21. Januar 2010 at 22:36
Lieber Armin,
lass dich bloß nicht vom bösen SDS über den Tisch ziehen! An Straßenschlachten darf man meines Wissens auch ohne Eintritt gezahlt zu haben teilnehmen!
21. Januar 2010 at 23:27
Du hast doch nur Angst, dass deine dresdner Opferfreunde und rechts-liberalen Berufsheuler mächtig was auf die Fresse bekommen!
22. Januar 2010 at 0:35
Ihr habt sie ja wohl nicht mehr alle! Soll man euch wirklich erklären, warum “Rechtsextremismus” ein Thema ist, was an jeden Ort Platz finden muss? Mir fehlen die Worte. Entschuldigt den Vergleich, aber nach 1933 hättet ihr wohl auch gesagt, dass das Thema nichts an der Uni zu suchen hat - hat ja nichts mit Hochschulpolitik zu tun.
Da verkommt es ja fast schon zu Nebensache, dass ihr völlig haltlose Mutmaßungen über die Blockade des wohlgemerkt größten Neonazi-Aufmarsches in Europa herausposaunt. Anscheinend könnt ihr sogar in die Zukunft sehen, von wegen Straßenschlachten und so. Dabei weiß doch jeder halbwegs intelligente Mensch, dass man nicht alles glauben soll, was die Polizei so von sich gibt.
Es ist wirklich widerlich, schämt euch!
22. Januar 2010 at 0:36
Fakten, Leute will ich sehen - widerlegt, was ich geschrieben habe, wenn ihr könnt.
Aber versucht euch dazu doch mal an stichhaltigen Argumenten - dass ihr polemisieren und pöbeln könnt ist hinreichend bekannt.
22. Januar 2010 at 0:46
Was soll ich denn da widerlegen? Du stellst doch selber nur irgendwas in den Raum. Beleg du doch erstmal die Dinge, die du da schreibst. Und komm mir bitte nicht mit einem BZ-Artikel.
Hast du eigentlich schonmal konkret Erfahrung mit Nazis gehabt? Wohl nicht, sonst würdest du sowas nicht schreiben, und vor allem nicht mit bescheurten Smileys rumhantieren.
Ganz ehrlich, da muss ich dennis übertreffen, in meinen neun Semestern FU ist das der abstoßendste Blogartikel, den ich zu lesen bekommen habe. Und ich bin übrigens einer, der mit LHG-Leuten durchaus mal redet, oder das bis jetzt getan hat.
22. Januar 2010 at 1:09
@stefan
tatsache nr. 1.: debatte und ticketverkauf haben rein objektiv gesehen nichts mit der bildungspolitik zu tun - abgesehen davon, dass vielleicht auf beiden veranstaltungen die gleichen leute rumspringen.
das gegenteil konnte mir auch der kollege von heute mittag nicht beweisen - obwohl er doch, wie er mir stolz versicherte, “diplomierter politikwissenschaftler” ist.
tatsache nr. 2.: dass es bei demos auf denen antifa und nazis sich gegenüberstehen, immer wieder zu gewalt kommt, ist nicht neu.
zu deiner frage: ich hatte mit links- und rechtsextremen dumpfbacken genug zu tun um mir sicher zu sein, dass ich sie beide gleichermaßen ablehne.
und wenn du es im neunten semester künftig vorziehen willst, politisch andersdenkende lieber anzuschweigen oder gegen sie zu polemisieren anstatt dich argumentativ mit ihnen auseinanderzusetzen, kann ich nur sagen: häng nochmal neun semester dran, vielleicht klappt’s dann besser.
22. Januar 2010 at 3:04
Also gut. Auf welche Demonstrationen beziehst du dich genau in der Tatsache 2 ?
Welche Argumente hast du gleich gegen die Veranstaltung, die scheinbar nicht als eine sozusagen staatliche Bildungsveranstaltung, sondern vielmehr als eine Veranstaltung einer Hochschulgruppe erscheint?
Zu deinem BZ Artikel empfehle ich dringenst die Lektüre von Hannah Ahrendt zu Macht und Gewalt, es scheint mir nämlich relativ deutlich das du dir grundlegender darüber Gedanken machen solltest welche Funktion Polizei und Gewalt von Seiten des Staates auch erfüllen.
Und wenn du schon scheinbar den epistemologischen Gehalt in deiner Aussage gepachtet hast und alles was von Links Gedacht wird unter Dumpfbacken abzustempeln ist dann kannst du in deinem nächsten Blog ja mal über die Dialektik der Aufklärung oder die Krititk der politischen Ökonomie referieren.
Das du im Vorhinein Personen Straftaten unterstellst wirkt zwar nur rein nebensächlich ist aber auch nicht gerade ein Fakt oder?
Und vielleicht noch eine Frage dazu, dass du ja scheinbar einen super Einblick in den Hörsaal und das Geschehen zu haben scheinst, an wievielen Diskussion, Plenumssitzungen, Ag’s oder auch schlechterdings nur der Sammlung von Interessen von Studierenden hast du teilgenommen?
Auf welcher Vollversammlung hast du dafür plädiert den Hörsaal nicht zu besetzen, bzw. dich konstruktiv eingebracht? Welche Faktenbasis hast du die dich zu diesem scheinbar sicheren Urteil kommen lässt?
22. Januar 2010 at 8:14
Es mag ja sein, dass Armin in seinem Artikel nicht gerade die beste Tonart gewählt hat - diese Kritik muss ich leider bringen -, das Kernargument jedoch besteht weiterhin: Hochschulpolitik hat was im Hörsaal zu suchen, der Rest ist Instrumentalisierung und läuft wie immer Sommer darauf hinaus, dass der gemeine Student auf den Demos vor allem Kapitalismus- statt Bildungskritik zu hören bekam.
Dass Rechtsextremismus bzw. Gegendemos dazu natürlich das unglücklichste Thema sind, scheint mir hier wenig Neues. Es war klar, dass sich hier jeder liebe hohle Argumentationsschlachten liefert, als darüber nachzudenken. Für uns Liberale, Achtung Programmatik, ist Links- wie Rechtsextremismus zu verurteilen. Dass wir solche Veranstaltungen, wie von Armin angesprochen, kritisieren, mit dem Argument wegzuwischen, wir wären am Ende noch für Rechtsextremismus und wenden uns gegen Gegendemonstration ist, liebe Leute, wirklich zu einfach. Auch wir verurteilen jegliche Art von Rechtsextremismus, auch wir wissen 1933 passier ist, aber nur weil wir es nicht ständig sagen oder uns programmatisch darauf beziehen, sind wir wieder mal die dumme LHG? Es ist doch die ewige Argumentationslinie: Wir haben eine andere Herangehensweise und andere Ansichten von Hochschulpolitik als oftmals ein großer Teil der anderen hochschulpolitisch Aktiven. Dazu gehört auch eine solche Kritik, wenngleich das Thema - wie schon erwähnt - unglücklicher kaum sein könnte.
(Abgesehen davon war ich, tut mir leid euer Weltbild zu zerstören, oft genug im besetzen Hörsaal, wie auch auf Vollversammlung. Auf Demonstrationen gegen Rechts übrigens auch. Dass man in all diesen Situationen aber lieber links sein sollte, um sich der schreienden Masse anzuschliessen, hat genauso wenig zu meinem Demokratieverständnis gepasst wie das, was die andere Seite proklamiert hat.)
22. Januar 2010 at 10:21
@ michi:
ein artikel zur rechten und linken gewalt:
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,625751,00.html
meine argumente gegen die veranstaltung stehen artikel, ich hab sie in einem kommentar wiederholt und kristina hat das kernargument auch nochmals aufgezeigt - lies.
22. Januar 2010 at 15:41
Meine Güte, wann verabschiedet sich die LHG endlich mal von der unsinnigen Trennung von “Hochschul-” und anderer Politik?
Glaubt ihr, die Ursachen für die Bildungsmisere liegen (nur) an den Unis? Wie wollt ihr denn “für die Studierenden eintreten” und gleichzeitig brav darüber schweigen, wo das Geld für mehr Professor_innen, bessere Ausstattung oder sonstwas herkommen soll? Nach eurer Logik dürftet ihr gar nicht darauf hinweisen, dass allein von der Kohle, die die HSH Nordbank auf Grund eigener Unfähigkeit und Betrügereien vom Staat kassiert hat, eine halbe Million Studienplätze ausfinanziert werden könnten. Deshalb nimmt euch auch kein denkender Mensch ernst.
Sog. “nicht Hochschulpolitische” Themen haben an der Uni sehr wohl was zu suchen, und dazu gehört auch der Widerstand gegen den größten Naziaufmarsch Europas. Btw.: niemand sagt, dass es bei derartigen Aufrufen zu Gewalt kommen muss. Die Blockaden des Anti-Islamisierungskongress in Köln liefen zu 99% friedlich ab - ein paar Idioten gibt’s immer, die gibt’s aber auch bei der Polizei…
22. Januar 2010 at 16:30
Ich finde es eine Frechheit, daß sowohl von linksextremen wie rechtsextremen das Datum des 13. Februar für ihre eigenen Zwecke mißbraucht wird. Es scheint völlig in den Hintergrund zu treten, daß an diesem Tag die Dresdner Bürger im Stillen, um die Angehörigen mit Kerzen trauern wollen, die in dieser schrecklichen Nacht ihr leben lassen mussten sowie Dresden, als Elbflorenz sein Gesicht für immer verloren hat. Sinnvoller wäre es mal wirklich darüber nachzudenken warum die rechtsextremen in diese Nische gesprungen sind, die von denen, der political correctnes geprägen Politikern nicht beachtet wurde.
Ich für meinen Teil werde mich erneugt angewiedert fühlen wenn ich im Tv sehe, wie die Rechtsextremen durch die Stadt marschieren, die Linksextremen “Bomber Harris do it again” rufen und die Claudia Roth als Bundesbetroffenheitsbeauftragte ihren grünen Senf dazu gibt und keiner einen Anteil nimmt an das stille Gedenken der Dresdner!
22. Januar 2010 at 17:44
jo, zu komisch diesen bericht (inkl. kommentare) zu lesen…
@ alex: ich finde es UNFÄRSCHÄHMT dass dem sds unterstellt wird, wir würden armen lhglern ihre letzten ihre letzten wohlverdienten Euronen für das schnöde vergnügen einer zünftigen straßenschlacht abluchsen wollen… wo bleibt den da der sozialismus?
LHG, ihr macht euch so lächerlich, dass es eigentlich keines weiteren kommentares bedarf.
22. Januar 2010 at 18:00
Liebe Frau Kämpfer,
Leider ist auch mir nicht Ihr Desinteresse an Politischer Theorie entgangen. Solange Sie nicht über den Tellerrand eines Extremismusbegriffs von Jesse hinauszuschauen wagen, sehe ich keine Möglichkeit eines fruchtbaren Diskurses hinsichtlich der Strategien gegen Rechte Gewalt.
Für Ihr zukünftiges Politikstudium wünsche ich Ihnen natürlich dennoch alles Gute.
MfG,
Bernd L.
22. Januar 2010 at 21:52
Kleiner Tipp: entweder SDS schreiben oder den richtigen ausformulierten Namen vorher googlen… Hilft schon, dieses Internet!
22. Januar 2010 at 22:28
Eigentlich hatte ich gerade überlegt, ob ich dir inhaltlich auf deinen Artikel antworte, aber mir fehlt echt die Spucke und der Nerv dieser bodenlosen Einfältigkeit auch noch durch eine argumentative Auseinandersetzung Tribut zu zollen. Absurd ist vor allem deine diskursive Verknüpfung von “Dumpfbacken” und “Demoteilnehmer_innen”, absurder ist nur noch, dass du für dich einen Universalitätsanspruch erhebst indem du schreibst, dass jeder “intelligente Mensch” sich deine Prognosen anschließen müsste, also bitte - du machst dich doch einfach nur lächerlich.
22. Januar 2010 at 22:33
Ach, was ich gerade noch gar nicht gesehen hatte: als deinen wissenschaftlichen Quellennachweis wählst du Spiegel Online?! Vielleicht solltest du lieber nochmal neun Semester studieren.
22. Januar 2010 at 22:39
Natürlich hat das Thema “Rechtsextremismus” was an der Uni zu suchen, denn auch dort findet Rechtsextremismus statt!
Was ihr hier macht, ist Rechtsextremismus verharmlosen - und zwar auf die perfideste Art und Weise. Shame on you!
Aber diskreditiert euch nur weiter selbst; eure Halbwertszeit verkürzt sich so rapide - ob ihr in nem Jahr wohl schon zerfallen seid?
23. Januar 2010 at 14:30
Euch ist jawohl nichts zu doof. Da wird jede Gelegenheit genutzt, gegen euer Lieblingsfeindbild “Linke” anzuagitieren, nur dass ihr diesmal dabei auch noch Rechtsextremismus verharmlost - das geht echt zu weit. Genau mit solchen Artikeln spielt ihr nämlich den Rechten in die Hände.
Ich finde, ihr solltet euch umbenennen, mit “liberal” hat das, was ihr hier treibt, nämlich nichts mehr zu tun!
23. Januar 2010 at 14:56
@ l,
ich schlage “IHG” vor:
Ideologische Hochschulgruppe
23. Januar 2010 at 16:48
zitat armin: “ich hatte mit [..] rechtsextremen dumpfbacken genug zu tun ” - das glaub ich sofort, nur in welcher form? so als ehemaliger JU-ortsvorsitzender von ravensburg
“LHG” passt doch, wenn das “L” für “Linkenfeindliche” steht…
23. Januar 2010 at 17:11
hm, der artikel war offenbar ein stich ins wespennest des linksextremismus.
@ logo
nochmals zur info: wir lehnen rechts- UND linksextremismus ab.
ich persönlich erkenne momentan nicht, wo du an der uni rechtsextremismus siehst - überall liest und hört man von “marxistisch-leninistisch”…
aber selbst wenn du recht hast ist das noch keine rechtfertigung dafür, linksextremes gedankengut zu verbreiten - beides hat an der uni nichts verloren.
und schon zweimal nicht dann, wenn es (zumindest offiziell) um bildungspolitik geht.
niemand sagt was, wenn ihr gegen nazis demonstriert - aber trennt das doch bitte sauber von der hochschulpolitik!
@ mari
dir fehlt die spucke? wohl eher die sachlichen argumente…
@ ich
mein fehler. danke für den hinweis, ist korrigiert.
23. Januar 2010 at 17:48
oh, das ist ja nett! die LHG will mir also gar nicht verbieten, gegen nazis zu demonstrieren! danke, hatte schon bisschen ein schlechtes gewissen.
ich lehne übrigens euren extremismus der mitte ab. ebenso wie euer marktliberales gefasel, euer konkurrenzdenken und eure definition von “konstruktiver” mitarbeit. auch das hat meiner meinung nach an einer uni nix verloren.
davon mal ganz abgesehen: was du als “linksextremismus” bezeichnet, geht theoretisch auf so angesehene und gut an unis gelittene personen wie marcuse, adorno, arendt, foucault oder eben marx zurück - vielleicht solltest du mal anerkennen, dass “no pasarán” und “dresden nazifrei” ausser dem “ticketverkauf zur straßenschlacht” (immer noch rofl) auch verdammt gute und wichtige arbeit machen, was die entmythologisierung der bombardierung von dresden und die kontextualisierung des kriegsgeschehens angeht. eine derartige auseinandersetzung kann durchaus im akademischen rahmen, also an der uni, stattfinden. wenn dabei noch busfahrkarten verkauft werden, so what?
nur zur erinnerung: die hörsaalbesetzung ist basisdemokratisch. jede veranstaltung, die da stattfindet, muss vom plenum gebilligt sein. wenn das plenum entscheidet, nicht der definition von armin peter zu folgen, welche dinge an der uni was zu suchen haben und welche nicht, dann hat armin peter eben pech gehabt. es könnte ihm dann egal sein, oder er könnte seinen frust in einem blogartikel verarbeiten. leider hat er sich für letzteres entschieden - andererseits, wenigstens ist es unterhaltsam.
23. Januar 2010 at 21:04
www.pi-news.net/2010/01/aus-dem-innenleben-einer-elite-universitaet/
Liest sich von Schreibstil und Feindbildern her recht ähnlich, nicht wahr, liebe LHG?
23. Januar 2010 at 21:57
Wenn du in der Lage bist, Texte auf ihren Inhalt hin zu lesen, dann sollte dir nicht entgangen sein, dass hier schon viele “sachliche” Argumente gefallen sind. Einen Kernpunkt hat Dennis bereits angebracht: genauso wenig wie es nicht möglich ist, Politik und Ökonomie zu trennen, ist es wenig angebracht die Hochschule frei schwebend von gesellschaftlichen Prozessen zu denken. Wenn du mir jetzt auf Grund unserer antagonistischen Positionen kein Gehör schenkst, kannst du ja mal im Berliner Hochschulgesetz unter § 18 Abs. 2 Nr. 4 nachschauen, selbst in der engsten Interpretationsweise wird hier den Studierenden ein über die Hochschulpolitik hinausgehendes gesellschaftspolitisches Engagement zugesprochen, da die LHG als eine im Sinne der bürgerlichen Rechtsprechung systemaffirmative Gruppe gelten kann, müsstest du dem ja zumindest zustimmen und deine ganze plumpe Polemik als absurd anerkennen.
24. Januar 2010 at 23:09
@Dirk Hinz - dann heult mal schön…die armen Opfer wussten ja schliesslich auch von nichts…
25. Januar 2010 at 0:40
Das passt übrigens wunderbar in das Selbstverständisses der Hörsaalbesetzer_innen, da von Anfang an geplant war, auch alternative Bildungsinhalte in die Hörsäle zu bringen.
Wieso man sowas an der Uni macht? Weil an der Uni Menschen sind, und das Thema jede_n angeht.
Übrigens, erstmal selbst was inhaltlich machen, dann pöbeln.
Danke übrigens das du “Linksextreme” mit Faschos in einen Topf wirfst. Wie willst du, dass man mit dir redet, wenn du eine_n mit Faschos gleichsetzt? Also, erstmal reflektieren, dann pöbeln.
Du relativierst übrigens mit deiner “Extremismus”soße die Verbrechen des National-Sozialismus, dessen Erben in Dresden auf der Straße sind.
25. Januar 2010 at 6:56
Tickets: Natürlich nicht für die Strassenschlacht, sondern für die Busanreise. Denn da diese Bussitzplätze ein begehrtes Gut sind und auch der SDS für das Benzin zahlen muss - trotz sowjetischer Freundschaft - muss der Markt greifen und Tickets nach klassischer Preisbildung verkauft werden.
25. Januar 2010 at 16:24
Lieber Armin,
wie wäre es denn, wenn du am kommenden Mittwoch um 18.00 Uhr in den Hörsaal 1a in der Silberlaube kommst und dir selbst vor Ort ein Bild machst? Natürlich bist du, wie alle anderen auch, zu der Veranstaltung herzlich eingeladen. Falls dann noch Fragen auftauchen, lade ich dich gerne noch auf ein Bier ein und lege dir dezidiert dar, warum wir nach Dresden fahren und dazu Veranstaltungen auf die Beine stellen.
Übrigens: Es mobilisiert ein breites Bündnis nach Dresden. Warum wollt ihr von der LHG denn eigentlich nicht mit uns von unserem Grundrecht der Versammlungsfreiheit (Art. 8 I GG) Gebrauch machen, um Nazis zu zeigen, dass wir ihre Meinung nicht akzeptieren? Das Bündnis ist auf jeden Fall für alle offen.
Mit bestem Gruß,
Andy
dielinke.SDS FU
25. Januar 2010 at 17:13
Das Potsdamer Abkommen vom 2.8.1945 ist noch in Kraft. Darin heißt es: „Die Nationalsozialistische Partei mit ihren angeschlossenen Gliederungen ist zu vernichten; … es sind Sicherheiten dafür zu schaffen, daß sie in keiner Form wiederauferstehen können; jeder nazistischen und militaristischen Betätigung und propaganda ist vorzubeugen.“
Art. 139 GG legt eindeutig und in bis heute vom Gesetzgeber nicht nur nicht zurückgenommen,sondern vielmehr anläßlich des Beitritts der BRD zur UNO als weiterhin gültig und wirksam bekräftigten Form fest, daß die antifaschistischen Bestimmungen des Potsdamer Abkommens weiterhin Gültigkeit haben.
Es ist unbestritten, dass der Neonazi-Aufmarsch am 13.02.10 in Dresden der größte Europas ist und
eindeutig eine Propagierung faschistischer Ideologie darstellt.
Wie kann es sein, dass eine ihrem Selbstverständnis nach staatstragende Hochschulgruppe wie die LHG gegen die Verfassung ihres Landes verstößt, indem sie die Zivilgesellschaft in ihrem Engagement gegen Faschisten behindert anstatt sie zu unterstützen?
Würde mich nicht wundern, wenn ihr demnächst vom Verfassungsschutz beobachtet werden würdet.
25. Januar 2010 at 19:24
@ guido:
niemand hindert dich an deinem engagement.
meine immer noch unbeantwortete frage aber ist diese: warum findet die veranstaltung in einem hörsaal statt, der unter der prämisse “besetzt” wurde, bessere studienbedingungen zu schaffen?
oders anders formuliert: was hat dein engagement mit unseren studienbedingungen zu tun?
die FU hat viele hörsäle und auch die JuSos haben es im dezember geschafft, für ihre veranstaltung einen anderen hörsaal zu organisieren - obwohl die diskussion mit steinmeier und gabriel sogar einen perfekten bildungspolitischen bezug hatte.
@ andi
wir können uns gern unterhalten - aber dann sprechen wir auch über die rote seite der extremistischen medaille.
25. Januar 2010 at 19:48
aber armin,
was ist denn jetzt dein problem? wenn es dir wirklich nur darum geht, dass der hörsaal in deinen augen unzulässig genutzt wird, dann versteh ich deine aufregung nicht so ganz. es geht doch nur um eine veranstaltung.
hörsäle werden doch die ganze zeit für irgendwelche veranstaltungen benutzt, die nichts direkt mit der uni zu tun haben. guck dir doch allein mal profund an. ich frage mich da bei fast jeder veranstaltung, warum das an der uni stattfinden muss. aber ich mach da auch nicht jedes mal so einen aufriss drum.
ganz ehrlich, ich habe schon das gefühl, dass du deinen angeblichen hauptkritikpunkt nur als aufhänger benutzt um gegen “linksextreme”, die besetzerInnen oder den sds zu wettern. das finde ich ein bißchen schade. lass die leute doch ihre veranstaltung machen, meine güte, zeichnet so etwas nicht gerade ein liberales selbstverständnis aus?
im übrigen könnte auch die lhg mal anerkennen, dass die hörsaalbesetzungen tatsächlich verbesserungen für studierende erwirken werden und eine sinnvolle sache waren. mit reiner “konstruktiver” gremienarbeit hätte man das eben nicht geschafft.
27. Januar 2010 at 1:36
Lieber Herr Peter,
mit großer Freude und innerlicher Genugtuung habe ich Ihren Artikel über die Instrumentalisierung einer durchaus legitimen, wenn schon nicht legalen, Hörsaalbesetzung für die Vorbereitung und Bewerbung einer rechtsstaatlich fragwürdigen Protestveranstaltung gelesen.
Die reflexartigen, einweisungsspflichtigen Erwiderungen zeigen nur eines überdeutlich: Der linke Meinungsmaintream hat Deutschland immer noch in seiner Gewalt. Die publizistische Konterrevolution muss weitergehen. Ihr Beitrag leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
Sprachlich überaus durchschnittlich, ohne geistreiche Metaphern oder überraschende argumentarorische Brüche sprechen Sie zielgenau und instinktsicher Ihr treues Publikum an. Ihnen kann eine große Zukunft in der Verwertungskette des Affektjournalismus bevorstehen. Solche ambitionerten, meinungsfreudigen Nachwuchskräfte mit kernigem konservativen Überzeugungen sind bei uns immer willkommen.
Daher gestatten Sie mir, Ihnen auf diesem Weg das Angebot eines mehrwöchigen Redaktionspraktiums in unserem Politikressort zu eröffnen, gerne auch im Sportressort, insofern Sie sich für Fußball interessieren. Bei gegenseitiger Fruchtbarkeit der Zusammenarbeit bestünde die Möglichkeit einer freien Mitarbeit neben ihrem Studium.
Sollten Sie Interesse haben, melden Sie bitte bis 05.02.10 unter per E-mail unter ich-hab-den-groessten@axelspringer.de
In freudiger Erwartung Ihrer Antwort und weiterer Beiträge im LHG-Blog verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen!
P.S.: Für spätere Buchprojekte vermittele ich Ihnen gegen eine geringe Aufwandsentschägigung gerne den Kontakt zu einer der renommiertesten deutschen Ghostwriterinnen.
28. Januar 2010 at 17:26
Lieber Armin,
da deine Frage für dich ja immer noch nicht beantwortet scheint, obwohl ich die entsprechende Replik schon an mehreren Stellen ausmachen konnte, fasse ich gern nochmal kurz für dich die Ziele des protestes in Form der Besetzung zusammen, so wie ich sie verstanden habe, und zitiere an dieser Stelle gern die bekannten Nutzungsbedingungen des Hörsaals / geschaffenen Freiraums an der FU aus dem Bildungsstreik-berlin.de/wiki
“Der Hörsaal 1A der Silberlaube ist besetzt, aber offen für alle - ein Freiraum für jede/n Student_in also. Wir, die Besetzer_innen, sind eine freie unabhängige, basisdemokratische Bewegung, frei von Hierarchie. Jedoch wurde auf vielen offenen Plena immer wieder bstätigt, dass wir keine Plattform für politische Parteien oder Gruppierungen sind. Trotzdem geben wir den Hörsaal gerne her, um zu politischen Themen zu diskutieren: wie geschehen bspw. zur Bildungsgipfel-Woche oder zur Filmwoche des AStA. Wenn jemand den Hörsaal für eine Diskussion oder Veranstaltung nutzen möchte, stehen die Chancen recht gut, wenn man folgendes beachtet:
* es wird ausreichend früh angekündigt, dass man in Plena darüber diskutieren kann
* es ist keine Versammlung, kein Treffen einer Organisation, Verein, Gruppe; die Veranstaltung dient nicht zur Mitgliederwerbung
* die Veranstaltung ist offen
* dient nicht kommerziellen Zwecken ”
Ziel der Besetzung ist in erster Linie natürlich das Erlangen von Aufmerksamkeit, um bestimmte Missstände aufzuzeigen und Diskussionen anzuregen, die durchzuführen Runde Tische und Institutstage einberufen werden, aber eben auch der ohnehin besetzte Hörsaal genutzt werden kann. Hier wurde schon sehr viel inhaltlich, aber natürlich auch organisatorisch diskutiert. Auch die Forderungen wurden hier erarbeitet und viele Aktionen angestoßen. Hier haben sich die Besetzenden, oder selbsternannten Streikenden (von wem denn auch sonst ernannt?), wie du sie nanntest, einen Raum für freie Diskussion geschaffen. Daher der Begriff Freiraum - hier finden Veranstaltungen statt, die sonst in der Universität bisher keinen Platz hatten.
Wenn aber gerade nicht über solches diskutiert wird, ist es doch nur wirtschaftlich gedacht, den Raum auch für andere Veranstaltungen zu nutzen. Ich hätte viel eher erwartet, dass du dich über abendliche Filmvorführungen aufregst, nicht über solche Veranstaltungen.
Deine Darstellung, dass diese Veranstaltung vom SDS quasi übergestülpt wäre (”Streikenden nicht einmal mehr die Kraft oder den Mut besitzen, sich gegen eine derart dreiste Zweckentfremdung ihres als Faustpfand für bessere Studienbedingungen gepriesenen Raumes zu wehren”), sehe ich als falsch an, wie von Dennis schon berichtigend angeführt.
Also: Überraschung, der Hörsaal ist nicht nur Bildungspolitiksdiskussions- und Schlafstätte, sondern ein Freiraum für so manches andere.
DIe Tatsache, dass dich diese Erkenntnis so spät trifft erklärt vielleicht ein Stück weit deine Erregung.
Vielleicht würdest du bestimmte Dinge klarer sehen, wenn du weniger in Apostrophen reden würdest. Entweder du nimmst Stellung zu bestimmten Begriffen oder bemühst ein dir konformes Vokabular, alles andere erinnert mich dann doch zu sehr an allzu überkommene Stilmittel in der politischen AUseinandersetzung. Ich dachte eigentlich, dass du so etwas nicht nötig hättest. Schade.
Welche Veranstaltung denn nun fruchtbringender war, die Dauerveranstaltung in HSA 45 HS 1a oder diejenige im HFB HS A mit der SPD-Elite, das wäre abzuwägen. Angesichts der Tatsache aber, dass a) selbst Phoenix am Abend keine Zusammenfassung der Diskussion gebracht hat (ist kurz vor der Sendung ab 23 Uhr durch einen anderen Beitrag ersetzt worden, die Programmvorschau kündigte währenddessen noch die o.g. Veranstaltungsberichterstattung an) und b) die Diskussion - aufgepasst - erst als Reaktion auf Bildungsstreik und Hörsaalbesetzung erfolgt ist, sowie die enorme Medienpräsenz des Bildungsstreiks, wie du als fleißiger Leser der Berliner Zeitung ja festgestellt haben dürftest (ich verweise an dieser Stelle auf den Pressespiegel der BesetzerInnen in der Rost- und Silberlaube), spricht für die Erreichung bestimmter Ziele und Personen eher durch die Besetzung als durch die Jusos-Veranstaltung, die übrigens durchaus ddifferenzierter zu betrachten wäre als du es hier darstellst, aber das ist dein gutes Recht als Blogger. Merke: Auch diese Veranstaltung war indirekt Folge der Besetzung. VIelen Dank für die Anführung dieses positiven Beispiels.
An dieser Stelle würde ich mich gerne in fast allen Teilen Kristina Kaempfer (die hiermit einen neuen Fan gefunden hat) anschließen: Deine Beispielwahl erscheint selten zielführend, bishin zu den von dir genannten Quellen. Journalistische Beiträge als Belege sind als solche unglücklich gewählt.
Zudem wirkt deine polternd-polemisierende Art zwar durchaus interessant, ja amüsant, führt aber wohl nicht dazu, dass deine Fragen beantwortet werden, viel eher fühlen sich Gesprächspartner zu undifferenzierten Entgegnungen gereizt. Nur am Rande.
Extremismus ist selten zu befürworten, in keinem Falle extremistische Gewalt. “Nichts ist gefährlicher als der Amoklauf der Unbeirrbaren” wusste schon H.-M. Enzensberger. Dass du aber friedliche, politisch aktive Kommilitonen ohne Wimperzucken mit prügelgeilen Autonomen gleichsetzt, finde ich unfair. Übrigens gibt es durchaus Demonstrationen, die nicht auf gewaltsame Konfrontation ausgelegt sind, sondern ein Zeichen setzen sollen - auf der letzten solch einer Art, die ich besucht habe, habe ich mich besonders mit den Ju.Li vertretern gut unterhalten und verstanden. Auch bei Demonstrationen, bei denen es in Vorjahren zu gewalttätigen Ausschreitungen kam, gibt es durchaus Demonstranten, die an frieldicher Artikulation ihrer Interessen, an keiner anderen, interessiert sind. Wenn du jetzt wieder Belege von mir forderst, so muss ich dich leider enttäuschen, da ich nichts schriftliches, sondern nur Zeugen aufzeigen kann, zuerst mich selbst.
Lieber Armin,
die Lektüre des Beitrags und der Kommentare dazu haben mir eine durchaus schöne Zeit beschert und ich hoffe, dir deine Frage beantwortet und ein paar Sachen richtig gestellt zu haben, auch wenn sie eigentlch keiner Richtigstellung bedurften.
Wir sehen uns im Seminar du alter Stänkerer.
verbindlichste Grüße,
Bernd