Nachdem bereits im vergangenen Dezember die besetzten Hörsäle in Städten wie Hamburg, München und Würzburg geräumt wurden, vermeldete der Tagesspiegel heute (www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/art304,3030515) die Räumung des besetzten Hörsaals in der Rost- und Silberlaube. Ob und inwiefern der Bildungsstreik jetzt an der FU weitergeht bleibt abzuwarten, wie auch die Folgen dieser Maßnahme.
Alle Jahre wieder: Fasching, Fastnacht, Karneval! Es ist ein Heidenspaß. Auch in Berlin lebt diese schöne Tradition, in diesem Jahr sogar an unserer Uni. Was, kennt ihr noch nicht? Macht nichts, erklären wir euch: Pünktlich zum 11.11. hatte eine neu gegründete Narrenzunft an der FU beherzt zugeschlagen und sich der Schlüssel zum Hörsaal 1A bemächtigt. FU Alaaaaaaf!!!
Hurra! So viel studentischer Freiraum wie noch nie: Jubelnde Massen im HS 1A.
Wer in den letzten Monaten am Hörsaal vorbeigekommen ist, oder sogar hineingeschaut hat, konnte sich an der bunten Zusammenkunft größerer und kleinerer Narren erfreuen - auch wenn man in der Regel nur wenige Mitglieder im Auge des heiteren Sturms antraf, die außerdem meistens schliefen. Wie alle Vereine an der FU hat auch die Narrenzunft FU 1A nie den Sprung zur Massenbewegung geschafft. Kurz nach Faschingsbeginn wurde in Zusammenarbeit mit anderen Zünften ein Umzug durch die Hauptstadt organisiert - damit ist Berlin sogar noch den rheinischen Karnevalshochburgen zuvorgekommen! Danke, Narrenzunft FU 1A - unsere Universität ist eben in jeder Hinsicht Elite.
Wohlfühlecke: Aaah, endlich mal richtig ausspannen…
Fantasievolle und bunte Plakate, lustige Faschingsparolen (”Vom Bildungsstreik zum Generalstreik”, “Kampf dem Kapitalismus”) und Montessori-Kindergarten-Athmosphäre (mit “Wohlfühlecke”!) sorgten zu jeder Tages- und Nachtzeit für das Amüsement der zufällig Vorbeikommenden. Die Feiernden nannten ihre Party “Bildungsstreik” und den Hörsaal “besetzt” - ein durchaus originelles Karnevalsmotto. Wo man keine themenbezogenen Ansatzpunkte für satirische Parolen fand, wurden andere Probleme erfunden - und dann einfach kreative Forderungen in die geduldige, weil meist leere Manege geworfen: Das bundespolitische Mandat für Studierendenvertretungen etwa - welch lustige Idee, den Karneval ins ganze Land zu tragen! Geklappt hat’s natürlich nicht - aber wenn der doofe Unichef Lenzen länger geblieben wäre, hätte ihm die AG Feminismus bestimmt noch wenigstens die Krawatte abgeschnitten!
Ein weiterer Forderungs-Knüller à la Pippi Langstrumpf: Abbau von wirtschaftlichen Zwängen im Bildungsbereich! Ausgezeichnet, karnevalesker geht’s nicht mehr. Die Studierenden der FU sind der Narrenzunft FU 1A zu großem Dank verpflichtet, denn sie hat uns alles in allem ein lustiges Semester beschert.
“Liebes Tagebuch, heute habe ich wieder eine unrealistische Forderung gestellt - ist sowieso viel lustiger als die dauernde konstruktive Arbeit. In diesem Sinne: Bau auf, bau auf! Dein_e Narr_ärrin”
Und damit die ganze trockene Bildungsthematik nicht allzu langweilig wurde, organisierte die Narrenzunft in schöner Regelmäßigkeit Veranstaltungen, die mit dem Faschingsmotto “Bildungsstreik” gar nichts zu tun hatten - so etwa eine Filmwoche oder einen antifaschistischen Busausflug.
Der Vorwurf, dass andere Dinge das Faschingsmotto “Bildungspolitik” von Anfang an überlagert haben, ist natürlich völlig aus der Luft gegriffen…
Außerdem gründeten die Narren eine Menge interessanter Arbeitsgruppen mit überaus klangvollen Namen - so zum Beispiel die AG Räumung, was angesichts des harten Winters nicht nur eine gute, sondern auch eine soziale Idee war. Leider merkt man von dieser AG, wie von allen anderen übrigens auch, relativ wenig. Der Campus ist weiterhin total vereist. Fehlen da etwa die Mitglieder oder ist nur die Arbeitsmoral am Boden?
Gesunde Ernährung und 100% Hygiene - die Volxküche. Lecker!
Doch da Berlin bekanntermaßen ein tolerantes Pflaster ist, ließ und lässt man die Narrenzunft FU 1A gewähren und lächelte mild. Der Unibetrieb spielte sich um die Faschingshochburg herum in gewohnten Bahnen ab. Die Pädagogikvorlesung der Erstsemester etwa musste wegen der Dauersitzung der Narrenzunft auf mehrere Räume verteilt werden - absolut verständlich, denn die Wünsche einer Handvoll Karnevalisten sind natürlich wichtiger als die Belange aller anderen Mitstudierenden.
Aber die (Pyjama)party geht immer noch weiter: Inzwischen nähert sich das Karnevalsspektakel seinem Höhepunkt - und wenn jetzt plötzlich andere Faschingskönige im Fernsehen schunkeln, will natürlich auch die Narrenzunft FU 1A wieder ein bisschen mehr gehört werden als zuvor. Die inzwischen drei Monate närrisches Treiben mussten selbstverständlich gebührend gefeiert werden - passenderweise fiel das Jubiläum genau auf den unsinnigen Donnerstag. Zum “FreeJam” gab’s Billigbier und Club-Mate - das Leben ist eine Lust!
Null Prozent Inhalt, 100 Prozent Spaß - das ist FU-Karneval!
Noch ist unklar, ob die Narrenzunft der FU sich am Rosenmontag auch in den bunten Reigen der Faschingsumzüge einreihen wird - von der Gründung der AG “Wir-basteln-einen-gendertauglichen-Faschingswagen-mit-bildungspolitischem-Bezug-und-versteckter-Kapitalismuskritik” ist bisher nichts bekannt geworden. Aber das kommt bestimmt noch - unsere Narrenzunft FU 1A wird uns nicht im Stich lassen! Ein Mitglied der Narrenzunft - barfuß und mit Rauschebart täuschend echt als Langzeitstudent verkleidet - versicherte heute, man werde auch weiterhin im Stammlokal 1A bleiben.
Alles nur Flaschen?
Ach ja, unsere Narrenzunft. Sie wird uns fehlen. Denn auch Karneval dauert nicht ewig. Spätestens am Aschermittwoch ist Kehraus, dann müssen die heiteren Narren nach Hause gehen. Doch wer weiß was kommt, unsere Narren sind immer für eine Überraschung gut. Vielleicht feiern sie mit den Schweizern weiter - dort geht es am Aschermittwoch erst richtig los. Möglicherweise folgen sie auch Herrn Lenzen nach Hamburg? Oder gibt es gar eine gemeinsame Abschlussparty zusammen mit der Zunft der grünen und blauen Ordnungshüter? Man darf gespannt sein - und der Narrenzunft FU 1A schon mal ein herzliches “Danke und Hellau!” sagen. Das Mitleid gilt allerdings jenen, die nach Fasching putzen und aufräumen müssen.
Schon alles abgegrast? Ach was, der nächste Fasching kommt bestimmt!
So bleibt am Ende nur noch die Frage, was denn eigentlich bei der ganzen Sache herausgekommen ist? Nun, wozu dient Fasching? Richtig: Zur Austreibung des Winters. Und weil der dieses Jahr ganz besonders hart ausgefallen ist, sollten wir alle an die gute Arbeit unserer lieben Narrenzunft FU 1A denken, wenn der Frühling kommt - denn das ist dann allein ihr Verdienst.
Heute, am Mittwoch, den 10. Februar, findet die nächste Sitzung Akademischen Senats statt. Um 15 Uhr s.t. im AS-Sitzungssaal im Henry-Ford-Bau werden beispielsweise die Modi zur Neuwahl des neuen Präsidenten besprochen.
Die Sitzung ist wieder größtenteils öffentlich und daher könnt ihr einfach reinschauen!
Eingeleitet mit einer kurzen Zusammenfassung der ersten Sitzung von letzter Woche begann die heutige Diskussionsrunde des studentischen Runden Tischs (st.RT); in Anwesenheit von rund 20 Teilnehmern.
Eine nicht enden wollende Diskussion über den eigentlichen Existenzgrund dieser Veranstaltung war der erste Punkt auf der Tagesordnung. Ob der st.RT nun als “Austauschplattform des allgemeinen Stimmungsbildes” oder zur Diskussion über die studentische Selbstverwaltung einberufen wurde, schien beim letzten Mal nicht allen Anwesenden klar geworden zu sein. Auch das Protokoll der letzten Sitzung machte darüber keine eindeutige Aussage. Das Reden darüber, worüber man eigentlich reden wollte, fand nach 45 Minuten ein Ende. Man “entschied” sich tendenziell für das Thema der studentischen Selbstverwaltung. Nachdem ein paar als “ignorant” abgestrafte Befürworter der Planung konkreter Projekte die Veranstaltung verlassen hatten, wurde der erste wirkliche Punkt der heutigen Sitzung zur Sprache gebracht. Ganz nebenbei: Es war mittlerweile schon mehr als eine Stunde vergangen.
Das angesprochene Thema war die Öffentlichkeitsarbeit des AStA.
Stellvertretend waren zwei (oder vielleicht auch drei, man konnte es nicht genau in Erfahrung bringen) Mitglieder des AStA anwesend.
Auf die Frage, warum man auf der AStA-Homepage nicht einsehen kann, wer momentan welches Referat innehat, wurde geantwortet, dass dies nicht erwünscht sei…vorrangig aus datenschutzrechtlichen Gründen. Laut AStA gebe es keine Argumente, die für diese Repräsentation nach außen sprechen. Eine wenig inhaltliche Debatte darüber, ob die Namen in Verbindung mit Bildern einzusehen sein sollten oder nicht bestimmte die nächsten 15 Minuten. Man einigte sich darauf, dass es gut wäre, wenn man die Referenten-Namen auf der AStA-Seite finden könnte.
Der AStA sei für die meisten Studierenden ein Phantom, welches sich nur ab und an bei den Einführungsveranstaltungen der Erstsemester kurz zu erkennen gibt, so die Kritik an dessen studentischem Engagement.
Eine kurze Zusammenfassung der heutigen Sitzung des studentischen Runden Tischs könnte folgendermaßen lauten: Es wurde sich in knapp zwei Stunden darüber verständigt, dass es sinnvoll wäre, die Öffentlichkeitsarbeit des AStA zu verbessern.
Effizienz sieht anders aus und es bleibt abzuwarten, ob der st.RT als solcher Bestand hat.
Auf ein Eingehen bezüglich beleidigender Äußerungen des AStAs gegenüber den übrigen Anwesenden des st.RT wird verzichtet.