Ohne Worte: Der Rechenschaftsbericht der AStA-Vorsitzenden des 28. Studierendenparlamentes (2009/2010)

Benedikt BenteAllgemeines Kommentar schreiben

“Rechenschaftsbericht

Die Rahmenbedingungen als Vorsitzende im Allgemeinen Studierendenausschuss, besonders an der Freien Universität zu Berlin sind bekanntlich in vielfältiger Hinsicht eine zu meisternde Aufgabe. Trotzdem – und stellenweise: gerade deswegen – war die Legislatur 2009/2010 durch verschiedene Neuaufbrüche und Anfänge geprägt: Zunächst sind die nachhaltigen Impulse der mir vorgehenden Vorsitzenden weiterhin zu spüren gewesen und haben gewisse Maßstäbe für meine Arbeit als Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschuss an der FU gesetzt. Ich nutze hier auch die Gelegenheit davon Gebrauch zu machen meine Vorgänger_innen in ihrer vielfältigen Arbeit zu loben und ihnen zutiefst dankbar zu sein, mir auch in meiner Anfangszeit als Vorsitzende zur Seite gestanden zu haben. Voller Tatendrang und Motivation begab ich mich in mein neues Arbeitsfeld und tat wie mir geheißen: NICHTS 1 !

Einige würden meinen, dass dies wohl eine sehr unausfüllende und eventuell auch einfache Aufgabe sei. Denen muss ich vehement widersprechen, denn es ist viel schwieriger richtig NICHTS zu tun als nur einfach nichts. Als Vorsitzende erhält mensch formal sehr viel Macht 2 , diese muss verarbeitet und minimiert werden durch das NICHTS. Dies geschieht in einer eher abstrakten aber selbstverständlich reflektierten Art und Weise und wird von den weiteren Akteur_innen gestützt und getragen. Somit habe ich nach diesem Verständnis diese Macht aufgeteilt und auf mehr Menschen verteilt, womit ein hirarchiefreieres arbeiten in einer formal festgelegten Struktur wie dem AstA ermöglicht wird.

Somit habe ich alles richtig gemacht nämlich: NICHTS

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1 Der Frage, ob sich Nichts denken lässt oder nicht – und wenn ja, wie – ist in der Philosophiegeschichte auf sehr verschiedene Arten nachgegangen worden. Dabei wurde meist unterschieden zwischen einem relativen Nichts, das als Mangel oder Verneinung verstanden werden kann und einem absoluten Nichts, welches, da es sich nicht aus der Verneinung eines Seienden ergibt, bezugslos und differenzlos ist und damit potentiell undenkbar.

2 Die Ausübung von Macht über andere kann, muss aber nicht über Zwang erfolgen. Sie wird häufig mit Machtmissbrauch gleichgesetzt, wodurch der Machtbegriff eine negative Konnotation erhält. Dabei wird übersehen, dass Macht und ihre Ausübung, selbst wenn dabei Zwang oder gar Gewalt angewendet werden, durchaus legitim sein kann. Die (Regelung der) Anwendung physischer Gewalt z. B. ist in der demokratischen Gesellschaft an den Staat delegiert, der in diesem Rahmen u. a. gesellschaftlich notwendige Polizeifunktionen wahrnimmt. Die Anerkennung eines staatlichen Monopols auf legitime Gewaltausübung durch die Bürger im demokratischen System ist wohl die umfangreichste denkbare Übertragung von gesellschaftlicher Macht an eine Instanz überhaupt. Anarchisten dagegen lehnen jede Art der Machtausübung in der Form von staatlicher Herrschaft ab. Dies bedeutet jedoch keine Machtlosigkeit im Sinne von Macht zu, die zur Handlungsunfähigkeit führen kann (siehe auch Ohnmacht). In demokratischen Systemen wird die Macht durch Verfassung und Gesetz eingeschränkt.”

10 Reaktionen zu “Ohne Worte: Der Rechenschaftsbericht der AStA-Vorsitzenden des 28. Studierendenparlamentes (2009/2010)”

  1. stefan

    und? ist doch wohl nicht schwer zu verstehen.

  2. Armin

    richtig, ganz eindeutig…typisch AStA FU eben: ein abgeschotteter linksradikaler klüngel, der die studenten, die er eigentlich vertreten soll, nach strich und faden verarscht und sich von niemandem in die karten gucken lässt.

  3. stefan

    das kann ich dem text schlichtweg nicht entnehmen. da steht nicht mehr, als dass der asta ohne vorsitzende arbeitet.

  4. Armin

    nun ja, wenn madame la présidente meint, sich dergestalt zum clown machen zu müssen, fragt man sich, weshalb sie den vorsitz überhaupt bekleidet bzw. ob sie dafür die nötige reife besitzt.

    dass der AStA arbeitet, bestreitet im übrigen niemand. das ändert aber nichts an den von mir oben beschriebenen tatsachen:
    nur wenige studenten an der FU wissen, was der AStA wirklich treibt, und keiner außerhalb des AStA kann sagen, wo genau das geld hinfließt.

    die studentische öffentlichkeit an der FU wird bewusst im dunkeln gelassen, eine effektive kontrolle durch die opposition ist kaum möglich. bestenfalls werden die kommilitonen seitens des AStA mit einigen wenigen, nichtssagenden phrasen abgespeist (siehe rechenschaftsbericht). es ist erbärmlich.

  5. dennis

    ach armin, was phrasen angeht kennst du dich ja aus, wa? (“ticketverkauf zur straßenschlacht”, nach wie vor lol)

    vielleicht zur info: das BerlHG (kannste selber googlen) schreibt vor, dass die ASten der berliner hochschulen eine_n vorsitzende_n haben müssen, da zwangskörperschaften des öffentlichen rechts eine_n persönlich haftbare_n verantwortliche_n brauchen. wer den vorsitz hat, hat weitreichende richtlinienkompetenz – deswegen verzichtet der/die vorsitzende des AStA FU von vorne herein freiwillig darauf, diese kompetenzen wahr zu nehmen, um machtmissbrauch auszuschließen. soweit ich weiß, würde sich der AStA den/die vorsitzende auch gerne sparen.

    kannst ja mal in deiner partei einen antrag einbringen, dass die das BerlHG entsprechend ändern.

  6. Aaron

    Ist ja lustig, dass hier zugegeben wird, dass der AstA keinen Vorsitzenden hat, während gleichzeitig betont wird, dass per Gesetz ein solcher vorgeschrieben wird. Vielleicht sollte man beim AstA einen Antrag bringen, dass man das BerlHG nicht nur lesen, sondern auch verstehen sollte.

  7. Kristina Kaempfer

    Dennis, wenn ihr ernsthaft anfangt, das BerlHG zu zitieren, lest es doch bitte auch mal von vorne bis hinten durch – vielleicht hört ihr dann auf euch – wie momentan – so zu verhalten, als ob ihr in einem rechtsleeren Raum agiert.

    Ansonsten zielt der Artikel (eben ohne Kommentar) auch nicht darauf ab, dass wir etwas nicht verstehen sondern lediglich darauf, dass wir den Studierenden (doch ganz im Sinne des AStA und einer Studierendenvertretung, die für alle Studierenden spricht?) den Rechenschaftsbericht ihres AStAs zeigen. Warum hier alle deswegen sofort losschreien, ist mir doch ein großes Rätsel: wir zeigen nur eure Arbeit – auf die ihr wahrlich stolz sein könnt.

  8. Armin

    @ dennis: schön dass du es selbst so offen ansprichst: aber davon, dass der AStA die ihm übertragene macht halboffiziell auf mehrere schultern verteilt, wird der machtmissbrauch nicht besser.

    nochmal: solch einen rechenschaftsbericht abzuliefern ist eine bodenlose frechheit gegenüber euren mitstudenten, die zurecht wissen möchten, was ihr das jahr über so treibt.
    und dabei ist es ganz gleich, wer diesen schmarrn letztendlich verzapft hat.

  9. dennis

    @aaron: bist du des lesens mächtig? wo steht hier irgendwas davon, dass der AStA keine_n vorsitzende_n hat?

    @kristina: bist du immer noch angefressen, dass unter deiner ägide die LHG nicht mal mehr ihre üblichen drei sitze im StuPa geholt hat? daran wird auch dieser rechenschaftsbericht nix ändern. und ihr versteht so manches nicht: z.b., dass der AStA eben gerade NICHT den anspruch hat, für alle studierenden zu sprechen. ich wette, wenn er ihn hätte, würdet ihr das noch viel schlimmer finden ;-p
    ihr könntet ja auch mal den rechenschaftsbericht z.b. des öffentlichkeitsreferats veröffentlichen – ach nee, das würde ja nicht zu eurer propaganda vom untätigen, keinerlei serviceleistungen (wie einen kostenlosen kalender) anbietenden und steinewerfendem AStA-personal passen…

  10. Armin

    @ dennis:
    ich bin begeistert von dir, das ist ja köstlich…du bestätigst alles, was ich oben geschrieben habe:
    ihr seid also nicht für alle studierenden da, sondern nur für eure eigene klientel?
    dann braucht ihr aber auch nicht mehr ankommen und uns irgendwas von der bösen FDP erzählen… :-D

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