Das Semesterticketbüro der Freien Universität ist eine Art „Uni-Räson“ der FU, die wenigsten hinterfragen, wie das Büro arbeitet und Beitragserhöhungen werden vom StuPa ab genickt. Bereits im Februar dieses Jahres hat das StuPa – mit den Gegenstimmen der LHG – die Studierendenbeiträge für alle FU Studierenden erhöht um Finanzierungslücken, welche durch die Finanzkrise im Semesterticketbüro entstanden sind, zu schließen. Das zusätzlich eingenommene Geld, immerhin ein fünfstelliger Euro Betrag, fließt dabei in einen Sonderhaushalt für das Semesterticketbüro. Eine solche Erhöhung ist im besonderen interessant, da sich nicht nachprüfen lässt, wie viel Geld das Semesterticketbüro ohne diese zusätzliche Geldsumme zur Verfügung hat – der intransparente AstA Haushalt lässt grüßen. Das zumindest finanziell gut ausgestattete Büro soll, dem Berliner Hochschulgesetz nach, die Verhandlungen für günstigere Semestertickets führen – doch wie es scheint nur mit mäßigem Erfolg.
Die Studierenden der Freien Universität zahlen für ein Ticket für die Tarifbereiche Berlin ABC zurzeit 163,50€, können sich nicht vom Ticket befreien lassen und müssen mit zusätzlichen Beiträgen das Semesterticketbüro finanzieren. Zum Vergleich haben es die Studierenden der Viadrina in Frankfurt Oder deutlich besser: dort zahlt man für das Semesterticket (Gültigkeitsbereich: gesamtes VBB Gebiet!) lediglich 88,50€ und hat die Möglichkeit, sich vom Semesterticketkaufzwang befreien zu lassen.
Fakten, die alleine schon die Beitragserhöhung fragwürdig erscheinen lassen. Eine solche Beitragserhöhung erscheint jedoch undenkbar, wenn man bedenkt, dass dieses Geld einen AstA Haushalt entlastet, der sich jeglicher angemessener Kontrolle durch das Parlament entzieht. Aber für den AstA der FU Berlin scheint, so lange die AstA Koalition die Mehrheit im StuPa hat, alles möglich zu sein, nur keine vernünftige Studierendenvertretung.
Apr 29
30. April 2010 at 12:05
dieser artikel ist eine ohrfeige für alle diejenigen, die sich in den letzten jahren in den harten verhandlungen mit dem VBB und vor allem der BVG den arsch aufgerissen haben. dass die konditionen für die studierenden der viadrina soviel besser sind, liegt daran, dass die nur mit dem – deutlich kooperativeren – VBB verhandeln.
die BVG hingegen, für die FU-studierenden mit zuständig, diktiert schlicht und ergreifend einen preis. jeder versuch, die berechnungsgrundlage zu erfahren, wird von den firmenanwält_innen abgeblockt. die studierenden stehen dann vor der wahl, entweder komplett ohne semesterticket da zu stehen, oder einen überteuerten preis zu zahlen. schließlich werden die semesterticketkonditionen in einer urabstimmung von der studierendenschaft angenommen – oder eben nicht.
warum die BVG so viel geld will? keine ahnung. vielleicht, weil sie sich von neoliberalen pinseln wie euch dazu haben verführen lassen, ihre fahrzeugflotte zu cross-border-leasen und damit allein im letzten jahr einen verlust von 335 millionen euro eingefahren haben.
btw.: es ist möglich, sich vom semesterticket befreien zu lassen. komplett oder teilweise.
30. April 2010 at 15:44
So oder so- wo das Geld letztlich hingeflogen ist, das wüsste ich schon gerne- vielleicht mal eine detailierte Auskunft von jemandem, der Ahnung hat? So wie es sich eigentlich gehört???
30. April 2010 at 19:27
Eine Befreiung, wie an der Viadrina, ist nicht möglich. Vielleicht schaust Du dir mal die Seite des AstA an:
Nein, das Semesterticket beruht auf einem Solidarmodell. Das heißt, dass alle Studierenden gemeinsam für den Preis aufkommen, damit die Leistung für alle deutlich billiger wird. Insofern zahlst du für diejenigen Studierenden mit, die regelmäßig den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, erhältst aber dafür als Gegenleistung die Möglichkeit, ihn auch selbst nutzen zu können. Die Wahl eines bevorzugten Verkehrsmittels ist also unabhängig von dem Erwerb des Semestertickets der FU.
Quelle: http://www.astafu.de/semtixbuero/rubriken/FAQ/#frage12
30. April 2010 at 20:30
Is’ aber schon richtig, dass der Berliner ÖPNV sehr gerne sehr viel verlangt. Wäre allerdings mal interessant, ob hier nicht doch ein Gericht was bewirken könnte. Schließlich… im mindesten Fall wird hier Monopolmacht genutzt, um “Wucherpreise” durchzusetzen. Oder der VBB setzt Dumpingpreise durch.
5. May 2010 at 16:13
@sven: lies noch einen absatz weiter…
“Einen Antrag auf Zuschuss aus dem Sozialfonds kann jede/jeder stellen, wer besondere, nicht selbstverschuldete finanzielle Schwierigkeiten hat, die Beiträge zu entrichten. Dieser Antrag ist unabhängig vom übrigen Rückmelde- bzw. Immatrikulationsverfahren. Falls der Antrag bewilligt wird, wird dir ein Teil oder sogar der gesamte Teil des Ticketpreises zurück erstattet. Die Höhe der Zuzahlung errechnet sich aus dem Verhältnis von Bedarf und Einkommen und hängt zusätzlich von der Anzahl der gestellten Anträge ab.”
ok, zuschuss, keine befreiung. aber bis zur höhe des gesamten betrags, also de facto doch eine befreiung.
@thomas: vermutlich sind im VBB deutlich mehr – hoch subventionierte – lokale busunternehmen vertreten, die für ihre busse übers platte land in brandenburg nicht viel geld nehmen
und wie du sicherlich weißt, sind gerichtsverfahren zeitaufwändig, teuer, und der ausgang ist ungewiss.
@benedikt: hmmmm… paranoia? also nochmal ganz langsam: alle beiträge, die die studierenden bei der an-/rückmeldung entrichten, gehen zunächst einmal an die FU. also auch das geld für’s semesterticket. der betrag, der für das semesterticket gedacht ist, wird dann an VBB und BVG überwiesen. die fünf euro solidarbeitrag werden vom semesterticketbüro dazu verwendet, menschen auf antrag einen zuschuss zu gewähren. das war’s.
oder dachtest du, dass die BVG insgeheim viel weniger kohle kriegt, der AStA allen studis schamlos zu viel geld abknöpft und mit den überschüssen “(frei-)tickets zur straßenschlacht” (lol) verteilt? wie gesagt, paranoia.
6. May 2010 at 11:29
Also wie die LHG hier ihre einsamen Gegenstimmen im StuPa zelebriert grenzt an Perversion. In Anbetracht der extrem ausführlichen Darstellung der Vertreterin des Semesterticketbüros auf der betreffenden StuPa-Sitzung hier Mauschelei zu unterstellen, ist eine Frechheit. Euer Abstimmungsverhalten hat hier lediglich mal wieder gezeigt, das ihr reinste Klientelpolitik für Besserverdienende betreibt – nicht mehr und nicht weniger.
6. May 2010 at 12:02
Vielleicht solltet Ihr an dieser Stelle auch nochmal auf die Konsequenzen eures Abstimmungsverhaltens eingehen. Hätte das StuPa, wie von euch präferiert, die Finanzierung des Semesterticketbüros mit einer Ablehnung des Beschlusses nicht weiter sichergestellt, wären die Aufgaben des Semesterticketbüros wieder an die FU übergeben und das Semesterticketbüro geschlossen worden, was eine deutlich unsozialere Gestaltung der Semesterticket-Modalitäten zur Folge hätte. Stattdessen erregt ihr euch an den alljährlichen, vollkommen natürlichen, leichten Schwankungen des Finanzierungsbedarfs des Semesterticketbüros und konstruiert daraus eine Verschwörung des AStA FU, welcher den Studierenden in euren Augen über diese Schiene lediglich ein paar Euro mehr abknöpfen möchte, um sich das Geld in die eigene Tasche zu stecken. Ich hätte nicht gedacht, dass liberale so wenig Anhnung von Wirtschaft haben. Euer Verhalten ist paranoid, liebe LHG, und hat nichts, aber auch gar nichts mit einer konstruktiven Gremien- bzw. Informationsarbeit zu tun. So werdet ihr nicht mal euren eigenen Ansprüchen gerecht. Welch ein Armutszeugnis.
PS:
Möglicherweise solltet ihr euer Augenmerk mal weg vom eurer Meinung nach ach so intransparenten AStA-Haushalt, hin zu den katastrophalen, im Grunde überhaupt nicht nachvollziehbaren Haushalten einiger Fachbereiche richten. Dagegen müsste der AStA-Haushalt sogar in euren Augen ein Meisterwerk von Transparenz darstellen. Stattdessen beschäftigt ihr euch im Rahmen der studentischen Selbstverwaltung aber seit Jahren lieber mit euch selbst. Auch hier klafft also eine Große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.